12. März 2019

Wetterdirekt-Wetterstation ausgefallen

Auf gute Stromversorgung achten!
 
So sehen sie aus, die Wetterstationen, oder so ungefähr. Außer der tatsächlichen Innen- und Außentemperatur zeigen sie eine Prognose für die nächsten vier Tage in der Region, in der man ist.
   Dazu empfangen sie ein terrestrisches Signal mit diesen Daten, die angeblich über Satellit an die Sender kommen, von denen die einzelnen prophetischen  Haushaltsgeräte dann zehren. Also sind Wetterstationen von Wetterdirekt.com irgendwie satellitengesteuert – nur halt höchstens indirekt.
   Bei Wetterdirekt liest sich das so: »Die Prognosen der Wetterdirekt-Stationen berechnet das Meteorologenteam von WetterOnline aus globalen Wetterdaten. Mehrmals täglich wird die Entwicklung für 50 deutsche Wetter-Regionen per Satellitentechnik über ein nationales Funknetz kostenlos und vollautomatisch auf die Station gesendet, ausführlich und immer aktuell.« (Früher waren 60 Regionen angegeben.) So weit, so gut.
   Mein erster Bericht über die Technik erschien 2007, hier. Die angezeigte Zeit kommt allerdings nicht aus Mainflingen. Hier: »Die Uhrzeit wird mit den Wetterdaten empfangen. Ein direkter DCF-Zeitzeichen-Empfang ist nicht gegeben. Durch diese Art der Zeitübertragung kann die Uhr der Wetter-Datenstation bis zu 2 Minuten von der DCF-Zeit abweichen«. Antworten auf weitere Fragen hier. Und hier ist die Betriebsanleitung. Wichtig ist nur:

Die Station kann aufgrund des lokalen Funknetzes nur in Deutschland betrieben werden.

Meine Station gab jüngst den Geist auf, als ich die Batterien wechselte, zwei dicke »Baby«-Zellen (Größe C). Es kam nur immer die Laufschrift. Sonst tat und tat sich nichts. Ich wechselte den Standort, ich ließ die Batterien eine Zeitlang draußen, nichts half. Nach ein paar Tagen waren nur die Batterien leer, und ich hatte nichts davon gehabt, sechs Euro futsch.
   Aha: Bei der anfänglichen Suche nach dem zugehörigen Sender braucht die Station viel Strom. Wenn da die Spannung zu schwach ist, dann findet die Station ihren Sender nicht.
   Ich habe die Station dann mit einem billigen Netzgerät ordentlich versorgt, und sie ging wieder, wie zuvor mitten in der Wohnung. Erfahrungsgemäß – aber wie stets ohne Haftung – schadet kurzzeitig falsche Polung nicht, da passiert halt nur nichts. Doch die Spannung sollte nicht allzuhoch sein, nominal 3 V.

Laut Bedienungsanleitung sollte die Uhrzeit nach 30 Minuten angezeigt werden. Die übertragene Uhrzeit entspricht der Genauigkeit einer normalen Quarzuhr (maximale Abweichung +/- 2 Minuten). Nach 6 Stunden sollten erstmalig Wetterdaten empfangen werden.

Gestern lief das so ab:
UHRZEITEMPFANG
Nach fünf Minuten hatte er die Zeit, zeigte sie kurz, und schaltete dann auf
WARTEN AUF EMPFANG DER WETTERDATEN
Und das dauert dann … gestern bis heute früh!
   Danach noch beim zugehörigen Außentemperaturfühler kurz eine Batterie ausklinken, dann ihm wieder Strom geben, und alles sollte wieder laufen. – Tut’s aber nicht immer. Bedienungsanleitung: »Werden die Außenwerte nicht empfangen, erscheint „- -“ auf dem Display. … Bitte beachten Sie, dass während des Erstempfangs von Wetterdaten und Uhrzeit der Außensender vorübergehend nicht empfangen wird.… Beachten Sie, dass Sie für den Neustart immer die Batterien in Sender und Empfänger innerhalb von einer Minute einlegen müssen«. Wie soll das gehen, wenn der Prozess Stunden dauert? 
   Die Geschichte ist komplizierter. Aus den FAQs: »Bitte beachten Sie hierbei, dass ein vorübergehender Verlust des Außensenders nach der Inbetriebnahme normal ist. Zum Empfang von Wetterdaten, Datum und Uhrzeit wechselt der Empfänger der Station zu einer anderen [Empgangs-]Frequenz. Erst wenn diese Daten erfolgreich empfangen wurden, erscheint die Außentemperatur wieder auf dem Display. … Ein IT-Funkaußensender lässt sich nur innerhalb von 4 ½ Stunden nach seiner Inbetriebnahme einpflegen. Ein Batteriewechsel beim Basisgerät oder auch beim Sender sollte daher immer zusammen mit einer Neuinbetriebnahme beider Geräte durchgeführt werden.« –
   Bei mir zeigte sich nicht einmal OUT --, immer einfach nur die INnentemperatur.
 
Erfahrungsgemäß: 
   Erst Gerät einschalten (Strom geben), warten, bis es nach der Uhrzeit sucht, dann Außensender einschalten (Batterie heraus und wieder hinein), danach durch Drücken von DISPLAY gucken, ob eine »Außentemperatur« (OUT) angezeigt wird (kommt gleich nach IN).

Link hierher: http://j.mp/2Uy5GlZ
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/wetterdirekt-wetterstation.html

2 Kommentare:

Willy B. aus G. hat gesagt…

Genau dasselbe bei mir. Der Support stellt sich unwissend bezüglich dieses Problems. Ich habe die Sirius 300 mit mehrtägiger Vorschau. Die hat 3 Babyzellen, also mit neuen Batterien 4,5V. Auch bei mir waren nach 3 Tagen nur noch 3,6V übrig, weil der erfolglose "Sendersuchlauf" sie leer gelutscht hat. 3,6V ist aber offenbar zu wenig für Empfang an einem Standort, der jahrelang fehlerfrei funktioniert hatte. Nach mehreren Diskussionen bekam ich vom Support zumindest die Information, den Empfang in eine bestimmte Richtung zu optimieren. Angesichts der Tatsache, dass diese Sender auch für sicherheitsrelevante Dienste genutzt werden ist es verständlich, dann man bezüglich genauer Senderstandorte zurückhaltend ist.
Nachdem ich meine Email-Historie geprüft hatte wurde mir bewusst, dass ich dasselbe Problem bei jedem Batteriewechsel hatte. Dann habe ich - hopp oder topp - einen Versuch gewagt: 3 Babyzellen raus, mit einem selbst gebauten Adapter 2 Li-Ionen-Zellen vom Typ 18650 rein. Dadurch steigt die nominelle Betriebsspannung von 4,5V auf 7,2V, die Maximalspannung nach voller Ladung betrügt > 8V. Der Test war ein voller Erfolg. In gefühlten Sekundenbruchteilen (in Wirklichkeit eher eine Minute oder so) waren Uhrzeit und Außentemperatur sichtbar, ein paar Stunden später alle Daten incl. der Vorschau für die nächsten Tage. An einem Standort, der mit den Babyzellen keinerlei Empfang ermöglichte (keine Feldstärkeanzeige auf dem Display) herrscht jetzt ein optimaler Empfang. Die abgefragte Information "letzter Empfang" ist regelmäßig nur ein paar Stunden alt.
Mit anderen Worten: das System ist bzgl. Versorgungsspannung und Empfang auf Laborbedingungen optimiert. An Gegenden mit schwachem Signal hatte man offenbar nicht gedacht --- wobei andererseits ein Batteriefach für 4 statt 3 Babyzellen auch nicht mehr gekostet hätte. Der Platz wäre da gewesen.

Fritz Jörn (Fritz@Joern.De) hat gesagt…

Gratuliere! Ich habe ein altes Netzteil drangehängt und die Batterien mit einem Papierstreifen ausgeschaltet. Dazu vom Batteriedeckel ein Eck abgeschnitten, damit die Zuleitung Platz hat. Genau welche Spannung ich jetzt drauf habe? Gemessen: 2,4 V. Mitten in Bonn halt.