15. September 2017

Mist HP LaserJet P1102w

HP LaserJet P1102w
Erst die gute Nachricht: Der Schwarzweiß-Laserdrucker von Hewlett-Packard »HP LaserJet P1102w« ist ein schönes, schnelles Stück Hardware. Die Druckgeschwindigkeit ist erstaunlich schnell (Specs), besonders wenn man Tintenstrahldrucker gewohnt war. Wenn er läuft, dann läuft er.
   Und teuer war er auch nicht, so um die siebzig Euro.
   Er trocknet auch nicht aus.

Nun die schlechte Nachricht: Über W-Lan lässt er sich nur betreiben, wenn man viel Glück hat. Ich habe mir fast die Zähne ausgebissen, ich habe Stunden vertan, um ihn vorschriftsmäßig in ein W-Lan einzubinden, um ihn später ohne USB-Kabelverbindung zwischen PC und Drucker verwenden zu können. Dabei muss das gehen!
   Näheres und eine mögliche Lösung finden Sie auf
https://sturmflut.github.io/printer/wireless/2015/01/18/connecting-a-hp-laserjet-pro-P1102w-printer-to-a-wireless-network/. Dort schreibt der Autor:
   The built-in WiFi module and the printer firmware seem to not implement many WiFi aspects correctly:
• Only channels 6 and 11 are officially supported. Other channels may work, but there’s no guarantee.
• Only 802.11b and 802.11g are supported. This should be okay, as WiFi is backwards compatible, but the P1102w doesn’t seem to like it if the access point also simultaneously offers 802.11n. It ends up being a major problem, since you really want your other devices to communicate at 802.11n speeds.
• Only WEP and WPA-PSK seem to be supported. This is a major problem, since most customer routers/access points default to WPA2 and you don’t want to switch back to WPA-PSK for security reasons. The P1102w also doesn’t seem to like it if the access point simultaneously offers WPA and WPA2.
• The P1102w doesn’t seem to like SSIDs which contain spaces. Dashes seem to be okay.
• WPS doesn’t seem to work at all.
• In some cases the passphrase set via the GUI tools may not be equal to the passphrase that the device ends up using, especially when using WEP and if the passphrase contains special characters (spaces etc.)
•  In some cases the GUI shows the new configuration, but the printer is still probing the old network. In this case the printer has to be manually reset by starting it with both buttons pressed.
   My solution.
Luckily one of my access points supports the creation of separate guest networks, so I created a special wireless network with the following settings: 802.11b+g only, channel 11, SSID “storm-printer”, WPA-PSK with a password that only contains lowercase letters. I created the necessary firewall rules so that the hosts on my network can reach the printer. The printer now reliably connects, and I can successfully print from my Ubuntu 14.10 and 15.04 installations.


Ich habe das Problem mit WPS gelöst: Am Router die WPS-Taste drücken, am Drucker die WPS-Taste drücken, und schon war der P1102w im W-Lan! Der WPS-Knopf am Drucker ist die schwarze Taste ganz oben, die mit dem Funkzeichen.
   Weitere Tipps: Man muss die Einschattaste vorne links gelegentlich etwas länger drücken, bis die Kiste ansprint.

Die Installationssoftware (und mehr) finden Sie auf http://whp-hou9.cold.extweb.hp.com/pub/softlib/software13/COL32431/bi-80329-11/hp_LJP1100_P1560_P1600_Full_Solution-v20120831-50157036_SMO.exe = http://bit.ly/2jwLfb9 (143,3 MByte!).  
   Symptomatisch für das Nichtfunktionieren der W-Lan-Anbindung ist vergebliche Suche nach dem Drucker auf einem (dem) W-Lan. Danach möchte er die SSD von Hand eingegeben bekommen, was aber auch nicht hilft.
   Nach meiner erfolgreichen Paarung über WPS (Wi-Fi Protected Setup), ohne PC oder Software, hatte der Drucker vom Router eine interne IP-Adresse bekommen, hier 192.168.0.104, was ich mit dem advanced IP scanner so erkannte:

Permalink hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/mist-hplaserjet-p1102w.html

10. September 2017

Eine Moralfrage

Das Folgende ist beinahe eine religiöse Frage, eine Frage nach Sitte und Einstellung. Dergleichen Fragen sind, so empfinde ich das, heutzutage eher Tabu. Desto unterschwelliger mögen sie auf Lösung lauern. Da will ich mich einmal mutig vorwagen.
   In der Schule vor sechzig Jahren, in Bayern, lernte ich Katechismus. Gebeichtet wurde dann immer am Samstagnachmittag anhand eines »Beichtspiegels«, einer Liste gängiger Sünden zum Selbstabfragen. Da ist bei mir unwillkürlich manches bis heute hängen geblieben. Wohlan:
   Gesündigt hat man schon damals in »Gedanken, Worten und Werken«. Tut man das immer noch? Oder gilt inzwischen nur mehr Kant: Erlaubt ist, bittesehr, was keinem anderen schadet – locker zusammengefasst. Das schließt praktisch alles aus, was man mit sich selbst anstellt, vom Rauchen bis zum Sex. Auf jeden Fall sind damit »die Gedanken frei«, immateriell, in ihrer eigenen Welt. Gerade da will ich einmal nachbohren.
   Es zeigt sich, dass heute (noch?) gesellschaftlich den Gedanken durchaus Grenzen gesetzt werden. Schon das Entstehen gewisser Gedanken wird versucht zu verhindern. Das Strafrecht soll verhindern, dass Gedanken gewisse Triebe erst gar nicht entstehen lassen. Wir durften damals im Internat keine Illustrierten haben. Heute sind nach § 184b des Strafgesetzbuches kinderpornografische Bilder am PC verboten, sogar schon die Suche danach, bloßes Googeln. Das Ziel solcher Verbote mag sein, schädliche Handlungen gegen andere Menschen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Was man nicht denken kann oder darf, das gibt’s nicht, seit »1984«. Schlimmes ist ganz undenkar. Mehr dazu etwa hier.
   Was »schlimm« ist, hat sich allerdings über die Jahrzehnte gewandelt. Bis 1994 war gleichgeschlechtlicher Sex nach § 175 verboten, noch früher gab es in vielen Ländern Rassengesetze, etwa das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Eine Chronologie des Wandels solcher Gesetze zeigt die Wikipedia am Beispiel USA. Ich versuche diese Entwicklungen ohne moralische Beurteilung aus heutiger Sicht zu sehen, sine ira et studio. Sonst bleibt man an Schlimmen hängen oder übesieht anderes, vor allem kommt man nicht zu den Gründen, den Gedankengängen, die jeweils dazu führten. Moralische Bewertungen historischer Ereignisse heißt einfach das Böse, sozusagen den Teufel, dafür verantwortlich zu machen.
   Politische Korrektheit mag uns heute verbieten, Unterschiede zwischen Gruppen von Menschen zu sehen, von Frau und Mann, von Vierzig- und Sechzigjährigen ohnehin, denn da gibt’s noch keine Lobby, die anteilsmäßige Besetzung von Jobs fordert. Ich vermute, dass die ganze erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit Faschismus, Rassismus und Kriegen uns so teilweise unerklärt und unverständlich bleibt. Heutzutage ganz Afrika.
   Genug. Mal sehen, ob das wer liest …

9. September 2017

Die Hochzeitsmedaillie von Loos

»Gott segne dies Gebände«
Über allem strahlt Gott Jahveיהוה –, segnet die beiden verschränkten Hände, den Ring und überhaupt das Glück des Paares.
   Eigentlich wollte ich diese Goldmünze – genaugenommen eine Medaillie – zum zwanzigsten Hochzeitstag kaufen, und dann gefiel sie der Gattin doch nicht so sehr. Besonders die Rückseite ist ja auch ein wenig »dornig«. Die zeige ich hier dann unten.
   Die Medaillie ist von Loos. Aber nicht von dem berühmten Brünner Adolf Loos, der Ornament ein Verbrechen nannte*), sondern vom königlich-preußischen Hofmedailleur Daniel Friedrich Loos aus Thüringen. Er lebte von 1735 bis 1819. Die Goldmedaillie ist also zweihundert Jahre alt, weit vor Jugendstil, Bauhaus oder funktionsfolgender Form.
   Die Inschrift vorne wünscht:
      »Gott segne di[e]s Gebände«.
   Das Gebände, auch Gebende geschrieben, ist eine Leinenbinde, die straff über die Ohren, Kopf und Kinn gebunden wurde, im Mittelalter, von verheirateten Frauen. Dazu kam ein Stirnband. Die Medaillie wurde wohl eher als Geschenk für die Frau gesehen, getragen weniger, aber wer weiß.
»Das Creutz zum Besten wende«
   Am Rand soll stehen: »WOL VERLOBT IM EHESTAND LEBEN«, obwohl ich das nicht gesehen habe. Vielleicht steht’s nur auf der Silbermünze, hier zu sehen, wo das Creutz schon ohne t ist und »Loos« fehlt. Den Satz verstehe ich nicht ganz: Wol? Guckstu im Sachsenspiegel. Sollte die Medaillie nach einer Trennung weiter der Frau gehören?+)
   Die Rückseite zeigt ein rosenumranktes Kreuz und den Schriftzug »Das Creutz zum Besten wende«. Das Leben als verheiratete Frau muss also nicht nur als Vergnügen gesehen worden sein, damals. Heute gibt’s die Ehe für alle, und es geht uns überhaupt volle Kanne besser.
   Die Neue Zürcher Zeitung widmet sogar ein ganzes Monatsheft »Folio«, September 2017, »Guten Nachrichten«
 
*) »Aber es ist ein verbrechen an der volkswirtschaft, daß dadurch menschliche arbeit, geld und material zu grunde gerichtet werden.« – Loos hielt scheint’s auch Großbuchstaben für unnötiges Ornament. Quelle Wikisource, von Adolf Loos.

+) »Also, dass das Recht war gut, dass man den Frauen Leibgedinge nicht lassen mocht; sie erkriegten’s allemal mit Ansprach wi[e]der, ob sie es auch wol verlobt oder verheißen hätten«,   Sächsisches Landrecht, hier.
   Im Glossar fand ich’s, hier, dennoch, die Bedeutung?

Medaillie: Schaumünze, Denkmünze

Link hierher:
 https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/die-hochzeitsmedaillie-von-loos.html

Schön zu sehen:
Das war Kapitel 1: »Die Medaillien Maria Theresias«, https://youtu.be/ihypdBdOE7I – auch englisch
Kapitel 2: »Medaillienproduktion in Wien«, 3:48, https://youtu.be/v4aeWR5KHd8
Kapitel 3: »Der Medailleur Matthäus Donner«, 3:01, https://youtu.be/gWGNXBoqqDg
Kapitel 4: »Medaillen für Maria Theresia«, 2:23, https://youtu.be/pC19mRkzYac
Kapitel 5: »Jetons für das Volk«, 2:30, https://youtu.be/QQfjiwKIsxM

2. September 2017

Online-Suche nach NZZ-Artikeln

cher Zeitung! Geschätzt von Jugend auf, aus dem Kaffee Kusseth in Bozen. Gibt’s nicht mehr, die NZZ gottseidank schon!
   Oder Anfang der Siebzigerjahre als Luft­post­aus­gabe auf dünnem Papier in Cupertino, ein Luxus – aber verdient haben wir da ja noch genug …
   Genug auch der Romantik. Heute gibt’s die NZZ in mehreren Formen, hauptsächlich die Tageszeitung www.NZZ.CH und das famose »Folio«, Folio.NZZ.CH. Zu meinem letzten runden Geburtstag hat mir meine Tochter sogar ein extra »Folio« gebastelt, un­ver­gessen. Doch schon wieder schweife ich ab.
   Lese ich einen Artikel im Blatt, sagen wir heute, am Samstag den 2. September 2017, «Haare haben immer etwas Intimes», so gebe ich bei Google NZZ, Haare und Intimes ein, groß- oder kleingeschrieben, ohne besondere Trennung oder Verbindung, egal. Etwa so:

Bingo! Und da hab’ ich’s schon.
   Wenn das aber nicht klappt, mag man trotzdem auf die NZZ gehen und die dortige Suche nehmen, die Lupe rechts oben. Sie lässt sich zeitlich eingrenzen, was bei neueren Artikeln recht praktisch ist. Nach Datum sortieren geht nicht bei Google, bei der NZZ zunächst auch nicht.
   Sieht man beim NZZ-Suchergebnis genau hin, so kann man gleich darunter durch Klick auf »Beliebige Zeit ▼« die Suche eingrenzen, auf die vergangenen 24 Stunden, die letzte Woche, Monat oder Jahr. Das ist schon einmal praktisch.
   Doch man kann tiefer bohren! Dazu klickt man links die Menüstriche an und geht dann in der Menüauswahl ziemlich weit nach unten. Der drittletze Punkt ist »Archiv«, und darunter gibt’s die »NZZ ab 1780« und mehr.   
Ich habe mich gleich einmal selbst gesucht. Und tatsächlich fand die Suche ein paar Leserbriefe und Kleinigkeiten von mir. Die Ergebnisse sind nach Alter sortiert, die neuesten oben, was sicch umdrehen lässt. Meine alten Artikel aber zeigten sich erst, als ich ihre Titel eingab, etwa Der erste Taschenrechner und sein Erfinder über Kurt Herzstark – aber nur, als ich den ganzen Titel in gerade Anführungszeichen gesetzt hatte: "Der erste Taschenrechner und sein Erfinder". Üblicherweise bedeutet diese "Umklammerung" ja, dass alle Wörter genau so vorkommen müssen. 
   Die gefundenen Artikel sind dann für Abonnenten kostenlos, für andere Interessierte kostet’s was, hier waren es drei Franken fünfzig.  
   In der »erweiterten Suche« kann man sie terminlich eingrenzen und ab Jahrtausendbeginn über Titel und Autor suchen.
Erste Ausgabe, Vorschaubild aus der Suche. Auf Klick schöner.
Ich hab’mir zum Spass die erste Ausgabe angesehen, erste Seite (»a1«) vom 12. »Jenner« 1780, der inzwischen wohl über den Jänner zum Januar mutiert ist. Freilich druckte man damals »gebrochen«, in Fraktur also. Und gewiss nicht ab PDF, printable (genaugenommen: portable) document file. Also muss für eine durchsuchbare Datei der Inhalt optisch, maschinell gelesen werden, was sehr schwer ist. 
   Sucht man beispielsweise auf der allerersten Seite digital nach dem Wort Nachricht, so gibt es zwei Treffer, mit Text davor und dahinter:
... Zeitung. den 12. Jenner. Nachricht
schott einige Jahre hatlm wir das ...
Orell, Geßner, Füeßli und Compagnie. Kurze Nachrichtvon dem Stezuge des Gra. ftn von ...
   Wie hier deutlich zu lesen ist, müssten die beiden Textauszüge heißen:
… Zeitung. Mittwoche, den 12. Jenner. Nachricht. Schon einige Jahre hatten wir das … 
… Orell, Geßner, Füeßli und Compagnie. Kurze Nachricht von dem Seezuge des Grafen von ... 
Durch die unvermeidlichen Lesefehler greift maschinelle Suche da ins Dunkel und wird zur Glücksache. Mehr zu Fraktur-OCR siehe http://blogabissl.blogspot.com/2014/01/fraktur-lesen.html.

   Suche in NZZ Global
Hinter »NZZ Global« verbirgt sich das E-Paper der NZZ, https://epaper.nzz.ch, wieder kostenlos für Abonnenten. Wiedergegeben ist die schweizer Ausgabe. (Welche genau, kann ich nicht sagen.) 
   Suchen ist hier nur Ausgabe für Ausgabe, also Tag für Tag möglich. Wer nicht weiß, wann genau ein Artikel in der nationalen Ausgabe erschienen war, steht auf verlorenem Posten. Ich suche meist in der jeweils gestrigen Ausgabe, weil meine in Deutschland gedruckte internationale Ausgabe aktuelle Artikel typischwerweise einen Tag später bringt. Das ist ein bisschen ein Datumsschwindel, der mich aber noch nie gestört hat: Gefühlt bekomme ich morgens die neue Zeitung, und inhaltlich kommt es mir weniger auf Geschwindigkeit an – Radio ist immer schneller – sondern auf die Gedanken. 
   Wie schreibt doch die Zürcher Zeitung schon am ersten Tag: »Es wird uns zwar, so wie anderen Zeitungs-Schreibern, nicht möglich seyn, die Weltbegebenheiten früher anzuzeigen, als sie geschehen sind; oder, als sie auswärtige Zeitungen der Welt berichten.«

Mt 7,8

Mehr zur NZZ in der Wikipedia und zum Beispiel vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (Stand 2012). 

Permalink hierher:
https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/online-suche-nach-nzz-artikeln.html

1. September 2017

Technikjournalismus

Stefan Betschon aus der Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist seit Jahren ein führender deutschsprachiger Technikjournalist. In der langen Techniktradition der NZZ folgt er auf Lucien Trueb und Herbert Cerutti.
   Mit dem allgemeinen Wandel der Presse, ihrem Kampf ums Überleben, hat sich in den letzten Jahrzehnten auch der Technikjournalismus stark gewandelt; wie der ganze Journalismus, meine ich, und gewiss nicht zum Besseren, Intensiveren, Verständlicheren. Bezeichnend: Schon das Wort »Technik« hat sich aufgelöst in »Technologie«.
   In https://www.nzz.ch/feuilleton/technikjournalismus-traeumen-von-der-technik-der-zukunft-ld.1310393 macht sich Betschon Gedanken über die Zukunft dieser Sparte. Dabei sieht er schon die Vergangenheit kritisch: »Es ist schwer vorstellbar, dass im deutschsprachigen Raum in den 1970er Jahren ein Magazin eine lange, sorgfältig bebilderte Reportage über Computerspiel-Programmierer oder über Phone-Hacker publiziert hätte. Wohl deshalb, weil Informatik in Europa bis vor kurzem lediglich ein Special-Interest-Thema war, konnte das Silicon Valley nur im Silicon Valley entstehen.« Ganz glaube ich das nicht, zumal ich dabei war. Hier in Europa erinnere mich noch an die Anfänge der deutschen Selbstwähl-Fernwahl (wann genau war das?) und die Aufregung um Inline-Signalisierungen aus Blueboxen oder einen Umweg über die Tschechoslowakei, der eine Zeit lang Gratisgespräche in weite Fernen versprach. Das ging dick durch die Presse!
   Ich will, wie so gern, ins Allgemeinere abheben. Europa ruht sich gern auf seinen Lorbeeren aus, statt immer wieder fröhlich, interessiert und fleißig Neues zu entwickeln. Deutsche »Label« zieren höchstens noch japanische Produkte, offen oder versteckt (»Leica«-Objektiv, »Nippon Contax« = »Nikon«). Zukunft passiert anderswo. In einer Zeit, wo Meinung, sofortige, mehr gefragt ist als Wissen, Begründung, Warum?, wird immer weniger selbst gelesen oder gar selbst gedacht. Fortschritt kommt aus der Kellogs-Tüte, rieselfähig. Technik, pardon, Technologie, macht da keine Ausnahme.
   Kinder, denkt selber nach! Fragt immer wieder: warum? wieso?, wie erklärt sich das? Ist das plausibel? Und was ihr nicht selbst erdacht habt, davon redet nicht, da sagt ihr: Ich weiß nicht, oder: noch nicht.
   Vor allem aber: Seid fleißig. Von nichts kommt nichts, Wissen schon gar nicht. Am besten: Fleißig durch Interesse. Wie Stefan Betschon.
Didier Cuche                                     Foto Jansky

   Die Hundertstelsekunde
Beispiele für spontanes »Denken« liefert »Mikromann« Tom Walek bei Straßenumfragen im »Hitradio Österreich 3« – Motto: »Das Leben ist ein Hit«.
   Der siebenunddreißigjährige Französischschweizer Didier Cuche hatte am 21. Jänner 2012 das Hah­nen­kamm­ren­nen vor dem sechsundzwanzigjährigen Romed Baumann aus Sankt Johann in Tirol mit einem Vor­sprung von 24 Hun­dert­stel­se­kun­den gewonnen (Bild- und Zeitungsbericht des Rennens).
   Tags danach stellte Walek in Kitzbühel öffentlich die Frage: »Aus wieviel Hundertstelsekunden besteht eine Sekunde?«.
Hören Sie mit freundlicher Genehmigung des Öster­reich­ischen Rundfunks die Reportage der Umfrage.

Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/technikjournalismus.html

31. August 2017

Thinkpad-Akkus

Unterwegs, sei es im Haus oder in der weiten Welt, schätze ich seit Jahren meinen Thinkpad X61s, Design Richard Sapper, wie alle Thinkpads bis zirka 2008. Für mich hauptsächlich Schreibenden war dieser Laptop von Lenovo die letzte einsame Spitze der Thinkpads, die ursprünglich IBM gebaut hat. Inzwischen gibt es natürlich neuere, schönere, teurere usw., aber sie haben alle den heute üblichen Breitbildschirm.
    Hier begeisterte amerikanische Berichte aus der Zeit, als dieser Laptop neu war, aus dem Sommer 2007. , http://www.notebookreview.com/notebookreview/lenovo-thinkpad-x61s-review/.

Mein Thinkpad X61s, ein paar Labels überklebt, rechts Maus-Dongle.
Im Batteriebetrieb stellt sich der Bildschirm dunkel. Mit Fn-Pos1 kann man aufhellen.
An die relative Lage von Fn und Strg muss man sich, wie oft, gewöhnen.
Heute kosten gereralüberholte Geräte nur mehr rund 160 Euro, zum Beispiel hier.
   Statt einer »Festplatte«, in der sich bekanntlich eine Magnetoberfläche rasend schnell herumdreht und dann ein beweglicher Arm nach den Daten fahndet, habe ich eine wirklich feste Festplatte drin, eine “Solid State Disk” (SSD) mit 120 Gigabyte, die sich nicht rührt und affenschnell ist. Datenverluste hatte ich noch keine. Geräusche gibt die SSD auch nicht von sich, und der ganze Laptop ist weniger erschütterungsempfindlich. Der Lüfter ist nicht zu hören. Ich fahre ein 64-Bit-Windows 7 Professional drauf, bestens.
   Am liebsten aber mag ich den Bildschirm. Nicht weil er draußen im Hellen nicht zu gebrauchen ist, das stört mich ungemein, oder wegen der inzwischen geringen Auflösung von 1024 × 768 Pixel, die finde ich ganz in Ordnung, sondern wegen des klassischen Zwölf-Zoll-Formats (diagonal 31 cm), das noch ordentlich fast quadratisch ist mit 24,6 ×18,5 cm! Solche Bildschirme werden im Zeitalter von Fernsehen über Laptop nicht mehr verbaut. (Der Zehn-Zoll-Bildschirm meines schönen roten HP x2, 300 Euro, 1280 × 800 Pixel, mit dem ich nur Ärger habe, weil sich dessen Windows 10 nicht updaten lässt, misst 21,7 × 13,3 cm: schmal und breit, ideal für Reklame rechts, blöd für Texte auf A4. 
Ganz flacher Originalakku vorne
   Inzwischen sind bei mir allerdings die Akkus mehr oder weniger »verreckt«. Ich betreibe das Gerät praktisch immer am Netz, das ist für Akkus ja auch nicht optimal. Aber wenn schon, dann habe ich den ganz flachen, originalen »Vier-Zellen-Akku« drin, der das Gerät nicht unnötig dick macht. Hier rechts sieht man den vorne; hinten sieht man den meistens angebotene »Ersatzakku«. Der hat »Speckrollen«, die dann den ganzen Laptup dicker beziehungsweise höher machen. Man sieht im Bild die dafür nötigen extra Gummifüße; die zugehörigen rechten Füße sind in einem Passstück, das ich nicht zeige. Es wird rechts an den »Ersatzakku« angeschraubt. Mehr dazu zeigt mein Fotoalbum »Thinkpadakkus« https://goo.gl/photos/qxzVx1s7pgagcin88
 
Der Thinkpad X61s auf der »ThinkWiki«: http://thinkwiki.de/X61

Permalink hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/thinkpad-akkus.html

30. August 2017

Siebenhoch

Luca d’Andrea
»Der Tod so kalt«,
« La sostanza del male »


Wikipedia https://it.wikipedia.org/wiki/La_sostanza_del_male

FAZ
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/krimi/luca-d-andrea-erzaehlt-von-massaker-in-suedtirol-14910153.html. Am Ende: »Der erschöpfte Leser aber denkt: ein paar Schraubendrehungen weniger hätten der Plausibilität nicht geschadet.«

https://literaturweltblog.wordpress.com/2017/06/29/die-thriller-rezension-der-tod-so-kalt-von-luca-dandrea/:
   »Luca D’Andrea wurde 1979 in Bozen geboren, wo er heute noch lebt. Er stieg mit seinem ersten Thriller sofort in die Riege der internationalen Top-Autoren auf. ›Der Tod so kalt‹ erschien in rund 40 Ländern und wurde fast überall zum Bestseller. Die Geschichte führt nach Südtirol, in die Heimat des Autors, über die er auch journalistisch gearbeitet hat: Am bekanntesten ist seine TV-Produktion ›Mountain Heroes‹, in der er für das italienische Fernsehen die Bergrettung porträtierte.«
Der Bach mit dem Hörgerät:
»Kaum zehn Kilometer von uns entfernt hörte der Bletterbach unsere Unterhaltung mit.
›Es gab Stimmen im Dorf, die behaupteten, der Herrgott habe sie [Evi] für ihre Sünden bestraft.‹
Die Worte trafen mich wie ein Peitschenhieb. Ich schauderte vor Abscheu.«

Ich …
… hab’ das Buch nach dem Genuss von Martin Walsers »Brandung«, einem alten Roman, gelesen; natürlich etwas ganz anderem als einem Bestseller oder Thriller oder Debut-Werk. Guckste hier.  Darum wird das hier ein halberter Verriss.
   Halb ist dieser Verriss, weil ich diesen kalten Tod nur halb gelesen habe, bis Seite 75, wo’s endlich zu thrillern anfängt. Davor Blubber. Ich geb’s jetzt auf, weil ich die Sprache nicht mag. 
   Allein der Ortsname »Siebenhoch« ist schon sonderbar ausgedacht. Mir fällt dazu nur Dreikäsehoch ein, oder 73 (=343). Hoch ist ein Eigenschaftswort. Aber vielleicht spinne ich, wenn ich meine, dass niemand ein Dorf so genannt hätte. Oder einen Bach Bletterbach, ohne ä. Genau. Ich spinne mir das aus, ich liege falsch! Den Bletterbach gibt’s, noch dazu dort in der Gegend.
   Recht hat d’Andrea auch beim Namensrecht auf Seite 69: Kinder Verheirateter bekommen den Nachnamen des Vaters. Das mag sich ändern, siehe Straßburger Urteil, aber Evi und Markus Tognon wären damals korrekt gewesen. Alternativ der Hofname: die Welschboden-Evi. Dass Walscher abfällig war, das hing, meine ich, von den Umständen ab. Im Dialekt sagte und sagt man immer walsch für italienisch, egal wie’s gemeint ist.
   Mehr sag’ ich nicht.

Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/siebenhoch.html

21. August 2017

Wo joggte Helmut Halm?

Suhrkamp-Taschenbuch 1374. Martin Walser, »Brandung«
1985 erinnert sich Martin Walser in seinem Roman »Brandung« an Kalifornien und lässt seinen Protagonmisten Helmut Halm (55) dort joggen – und mehr natürlich … . Walser, geboren 1927, war 1983 drei Monate in Berekeley, damals also 56-jährig. Das muss ihm bis in Einzelheiten unvergessen geblieben sein, wie mir meine Zeit in Cupertino Anfang der Siebzigerjahre.
   Aus Freude am Zurückdenken an Kaliforien bin ich Walsers Orten ein wenig nach­ge­gan­gen. Ich habe nie an der “East Bay” gelebt und kenne die Gegend höchstens vom Vor­bei­fahren über die Autobahn.
   Halm entdecktte das schon damals angesagte Joggen im Tilden-Park. »Er wählte immer den Eingang beim Karussell«, schreibt Walser (Seite 198). Sein merry go round ist hier: 37.900539 -122.255980. Der Niemitz-Weg beginnt mit einer Rustic Toilet, vermutlich erst neuerdings, bei 37.904747 -122.245670. Sie brauchen diese Geokoordinaten nur in das Suchfeld von Google-Maps einzugeben, und schon sind Sie dort.
   Halm hatte in der Contra Costa Avenue gewohnt, 37.893496 -122.276240, die Hausnummer ist nicht überliefert. Die BMW-Verfolgungsfahrt auf Seite 212f ließ ihn zu Anfang über einen Kreisverkehr fahren, 37.890144 -122.272356, nicht aber zum Schloss im Hill Court 37.879962 -122.260589. Die Haarnadelkurve vermute ich damals am Ende der Solano Avenue, 37.890 -122.273375.
   Eine “Washington University, Oakland, California” von Seite 125 fand ich nicht, schon gar keine “Fillmore Hall” dort, wohl aber die “University of California Berkeley”, 37.871444 -122.259053. Mill Valley von Seite 124 gibt es natürlich, 37.906960 -122.547130, der erste größere Ort nördlich der Golden-Gate-Brücke.
   In den Norden führt auch Halms Suche nach der Swiss Lady und Wirtin Gret vom Inspiration Inn in Stabler City. Von Stabler City schreibt Walser selbst, dass es die nicht gegeben hat.
   Eureka und die Muir Cove gibt’s freilich, Seite 115, Eureka ziemlich weit im Norden (40.803086 -122.172560), die als Muir Woods bekannten Mammutbäume (Sequoias) knapp nördlich der Golden-Gate-Brücke, 37.892748 -122.572500. Ob das bewaldete Tälchen ein »Hain« ist, muss jeder selbst beurteilen, zumal keiner von uns mehr einen rechten Begriff von einem Hain hat. Die Muir-Bucht von Seite 107 ist eine Badebucht dort draußen am Pazifik, 37.859715 -122.57945. Tomales,  38.248465 -122.908760, ist ein Kaff weiter »oben«, etwa dort, wo die Andreasfalte ins Meer abtaucht. Dort gibt’s nach wie vor das »Wilhelm Tell« von Seite 107, 38.245733 -122.905063. Auch das Washoe House, 40.803086 -122.172560, gibt’s immer noch, am halben Weg von Petaluma nach Santa Rosa westlich der 101.
   Das Happy Valley (»Glückstal« nach Walser) – zum Skatspielen auf Seite 131 – muss hier sein: 37.906960 -122.547130.
video
»Jahrmarktfront« (Seite89)  in Santa Cruz

Nach Santa Cruz werden sie auf Seite 91 über die Highway 17 gefahren sein, die sich nach meiner Erfahrung seit den Siebzigerjahren wenig geändert hat, jedenfalls nicht in der schwungvoll-kurvigen High-Speed-Trassenführung. Der höchste Punkt, 549 Meter ü.d.M., ist dort, wo die Summit Road die 17 überfährt, virtually (Seite 167), im wahrsten Sinn des Wortes, auf 32.459297 -121.984776. Wo die Welle kam, die dann Halm unterpflügte, ist nicht so genau herauszufinden; es gibt dort zahlreiche Strände. Mein liebster ist nördlicher bei Bonny Doon, ab hier in Bildern von 2017. Da werden sie nicht gewesen sein. 

Highway 17, von Santa Cruz wieder zurück, hier hinunter ins Silicon Valley
Die Fahrt von San Franzisko zur Half Moon Bay, wie Walser sie auf Seite 144 beschreibt, mag ich auch besonders gern, führt sie doch inland an den beiden Andreasfaltenseen direkt vorbei, also von Norden kommend 280, dann zwischen den »Reservoiren« erst auf die 35, dann auf die 32, die sich von oben herab in die Halbmondbucht senkt, eher einem Ort, 37.463466 -122.431188, als eine Bucht.
 
Von Robert Walser (1878–1956) sollte man sich nicht verwirren lassen. Der ist wohl auch viel gewandert, aber in der Schweiz. Hier ein Buch dazu. »Wanderungen mit Walser«. und übersetzt als “Walks with Walser”.

Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/wo-joggte-helmut-halm.html

California Revisited, Tagebuch unserer Reise im Juni 2017, englisch.

Nachträge
• »Also Turin war’s nicht, Sabine« von Seite 231. – Eine Anspielung auf https://de.wikipedia.org/wiki/Turiner_Grabtuch?
• Google platziert Berkeleys Department of German hier, auf 37.870072 -122.260832. 

• Okra, Okra Creek (p 235), mit k, nicht mit c. Okra ist ein Gemüse. Wie der Fluss heißt, der durch den Campus fließt, steht nicht in Google-Maps, oder nur schwer auffindbar. UC Berkeleys Plan zeigt ihn schön. Die Beschreibung der Eucaliptus Grove benennt den Fluss dann klar als Strawberry Creek. Über ihn führen zwei Bücken zum Department of German, der Frank-Schlessinger-Weg und die Grade-Straße, die »steile Straße«.
   Und nun auf zur Suche nach Walsers »Katzenbuckelbrücke«. Es muss wohl diese hier sein, Steinmauern, beim Übergang der Grade Street, 37.870228 -122.260793, wobei sich das Flüsschen nur mehr oder weniger »romantisch tosend« zeigt (p 235).

p 250 und 261, Steiner Auditorium, Raum 96 – »noch weiter droben als der Faculty Club«, 37.871707 -122.255857 – aber als solches nicht zu finden. Sibley Auditorium oder Babatao Auditorium?
p 255 Euclidtraße, Euclid Street, inzwischen Euclid Avenue, 37.889239 -122.262537
p 275 four bubs, vier Kleinkinder, Babys
p 259 Yosemite Steps 751-801 The Alameda, 37.894590 -122.276294
p 264 Claremont–Hotel
p 271 Crocker-Tor, Crocker Gate, vermutlich Eingang zum Crocker-Park, 37.819025 -122.225122, oder das bekanntere Sather-Tor.
p 275 Euclid Street, inzwischen Euclid Avenue, 37.889239 -122.262537
p 281 Hill Court, 37.879945 -122.260642
p 283 Blumen gibt’s in der Shattuck Avenue oft, z.B. Emelias Flowers, 37.880329  -122.269305
p 284 Grizzley Peak Boulevard, Aussichtsstraße, 37.881648  -122.234209
p 285 Yoknapatawpha-Yosemite-Land. Yoknapatawpha – fiktiver Landkreis

19. August 2017

Der Bindestrich in Word

Für Dr. Laimer von Fritz Jörn

Gelehrte, die Bauten historisch untersuchen, fangen unten im Keller an. Da gibt’s dann einen »Kartoffelkeller -1.2« oder einen »Abstellraum -1.8«. Und ehe man sich’s versieht, macht dieses Minus Mucken. Eine Bezeichnung wie K1.2 oder K1.8 liefe in Word glatt durch, ein -1.2 oder -1.8 wird, wenn’s zufällig  an einem Zeilenende landet, getrennt in - am Ende der oberen Zeile und der Zahl 1.2 darunter, vorne in der nächsten Zeile. Dafür diese Geschichte.

• Der »geschützte Trennstrich« sieht genauso aus wie ein Minus oder ein Bindestrich, wird auch immer sichtbar, bleibt aber »geschützt« vor einer Trennung vom Nachfolgenden. Sie kriegen ihn in Word mit »Einfügen, Symbol, Sonderzeichen, Geschützter Trennstrich«. Sie sollten ihn bei trenngefährdeten Bezeichnungen konsequent und von Anfang an verwenden, und nicht erst einzeln am Ende, wenn er schon getrennt wurde von seiner Ziffer oder seinem Text.
• Der normale Bindestrich ist wie gewohnt das Stricherl - rechts unten auf der Tastatur.
• Wenn Sie der Schönheit halber wo eine Silbentrennung machen wollen, etwa bei einem ganz langen Wort, dann ist dieser »Bindestrich« aber nicht der richtige! Ändert sich später der Text, so bekommen Sie mitten in der Zeile Löcher wie »Viel -zahl« oder so. Das macht keine »Freu- de«! Bitte also nicht der Versuchung erliegen, einfach schwupps einen Bindestrich statt eines Trennstriches zu setzen.
   Hier gehört sich der »bedingte Trennstrich«, der nur sichtbar wird, wenn tatsächlich getrennt wird (oder als ¬, wenn Sie sich generell Sonderzeichen anzeigen lassen). Sonst bleibt er versteckt (und stört manchmal bei der Suche, sollte aber nicht.)
   Doch weiter im Schriftsatz.
Die Leertaste ist kein Bindestrich! Das ist der häufigste Rechtschreibfehler im Deutschen: fehlende Bindestriche. Eine »Liebeslaube« kann eine »Liebes-Laube« sein, niemals aber eine »Liebes Laube«. Wobei zusammengesetzte Wörter eigentlich erst ab drei Bestandteilen durch Bindestrich getrennt werden dürfen.
   Selbst Verbindungen mit Firmennamen müssen mit Bindestrich verbunden werden, ein »Merceds-Rückspiegel« oder ein »Apple-Iphone« sind so richtig, und nur so. Auch eine »5-l-Flasche« ist eine – schöner – »Fünfliterflasche«.
   Der Gedankenstrich ist kein Bindestrich – er trennt ja den Satzfluss –, und hat um sich herum je eine Leerstelle (außer vor einem Komma). Er ist länger und damit auch auffälligert als der Bindestrich. In der Tabelle in Word nennt er sich präzise »Halbgeviertstrich«.
   Der Streckstrich — heißt Geviertstrich. Er kommt heutzutage nicht mehr vor, sag’ ich mal.
   Als »Anführungszeichen« nehme ich gerne die Duden-erlaubten »französischen«. Ich finde sie schöner und im Satzbild harmonischer. Außerdem ist man bei ihnen sicher, »so« oder schweizerisch «so», dass es die Richtigen sind, was bei „diesen“ oder den “englischen” nicht jeder genau weiß.
   Tipp: Machen Sie sich eine Word-Datei, in der Sie sich dererlei Sonderzeichen für gelegentliches Herauskopieren stehen haben (und vielleicht andere Textbausteine).
   Nun aber genug der Typen. Schnell kurz zum Layout.
Ihre Absätze sollten im Text sichtbar bleiben, selbst wenn die vorhergehende Zeile bis fast zum rechten Ende läuft. Das erreichen Sie durch
• eine Leerzeile (»Durchschuss) oder (nicht und!)
• durch Einzug, vorne also z.B. drei Leerstellen (oder einen Tabulatorschritt, von dem man aber nicht weiß, was aus ihm später einmal wird).
   Für mich sind Leerzeilen eine stärkere Absatztrennung als bloßer Einzug.
   Wenn Sie einen Text ohne Absatztrennungen vorliegen haben, so können Sie durch Ändern von zwei Zeilenwechseln hintereinander in drei (gibt Leerzeile dazu) oder in ZeilenwechselDrei Leerstellen (gibt Einzug) den Text auf einen Schlag fixen.

Mehr zu Sonderzeichen auf http://www.joern.de/tipsn73.htm
Zu meinem besonderen Tastaturtreber mit vielen Sonderzeichen:
   http://blogabissl.blogspot.de/2013/09/tastaturtreiber-andern-ab-windows-vista.html (mit Layouts)
Mehr zum Schriftsatz auf
   http://blogabissl.blogspot.de/2016/01/bissl-schriftsatz-einzug-text-im-kasten.html (mit Beispielen)
Alte Texte bearbeiten: http://blogabissl.blogspot.de/2014/01/alte-texte-bearbeiten.html
Mild auf neue Rechtschreibung bringen:
   http://blogabissl.blogspot.com/2015/01/mild-auf-neue-rechtschreibung-andern.html 

Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/der-bindestrich-in-word.html

12. August 2017

Gambadilegno

Gambadilegno, lit. leg of wood, in America as Pete, German Kater Karlo, has been the first victim of political correctness amongst Walt Disney’s famous figures. As ardent reader of Topolino I remember this “bad” personality with one wooden leg, “pirate” model. Today Gambadilegno has grown orderly, normal feet.
   Here is the proof.
“And now it’s my turn!” – “Ah! Like this you thought to do it to the old Pete [Pietro]? Ha! Ha! Ha!”
Proof is the story « Topolino e i sottomarini pirati « (“Micky Mouse and the underwater pirates”), first published in the « Albi d’ Oro » number 64 in August 1947, reprinted in « i Grandi Classici » on 25 July 2017. The designer was Harvey Eisenberg.
Topolino e gli ammutinati del Dounty.
Micky Mouse
and the mutineers of the Dounty.
   A newer story with Gambadilegno in the same reprint album from 2 September 1984, « Topolino e gli ammutinati del Daunty« (“Micky Mouse and the mutineers of the Daunty”) designed by Sergio Asteriti, shows Gambadilegno on freshly grown regular feet.

See more about Pete in various Wikipedia entries. The usually well informed Italian Wikipedia dates the recuperation of Pete’s leg: « Dal suo esordio e per circa 15 anni, il personaggio [Gambadilegno] è rappresentato con una gamba di legno che scompare definitivamente nella storia di Floyd Gottfredson Topolino boscaiolo (1941), dove Gambadilegno spiega di aver sostituito la gamba con una protesi a forma di scarpa; nella storia italiana di Romano Scarpa, Topolino e la dimensione Delta, il personaggio si toglie una scarpa, rivelando la vecchia protesi (1959). Ancora oggi in alcune storie al personaggio viene riconcessa la gamba di legno, spesso in storie ambientate in tempi antichi o semplicemente dove indossa la protesi gambale con scarpa[2]. Non è insolito ancora oggi che la posizione della finta gamba venga invertita. Una teoria vuole che la Disney abbia temuto che tale raffigurazione potesse urtare la sensibilità dei veri disabili. Secondo un’altra tesi, Gottfredson si sarebbe semplicemente stufato di sbagliare fra la gamba destra e quella sinistra; è anche possibile che la gamba di legno fosse considerata troppo piratesca per un criminale urbano. » – Gambadilegno wore his wooden leg, sometimes as left foot, sometimes as right foot, for 15 years at least until 1941, when he explained to have found a better looking prothesis. The reason for this change is unclear: Either Disney feared to not be politically correct, or designer Gottfredson had a hard time to remember which foot was wooden, and gave it up altogether.

Permalink: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/gambadilegno.html

10. August 2017

Stabfeuerzeug

Die Flamme muss
man sich oben
vorstellen.
Carl Mertens, Solingen, langes, ovales Stabfeuerzeug Coney M, 23 cm
Amazon: ca. € 18.  https://www.amazon.de/dp/B004UAGZ3C/?tag=dpvks-21
Connox: ca. € 14. https://www.connox.de/kategorien/accessoires/persoenliches/stabfeuerzeug.html
Unter € 2 schon bei Mengen über 55 Stück https://www.buxmann.de/stabfeuerzeug-aus-metall-116332
   vergleichbar
von Druline, 22 cm, € 7 https://www.amazon.de/dp/B00H871CUK/?tag=dpvks-21

Kerzenanzünder, Gasfeuerzeug, langes Feuerzeug, Lighter, Gasanzünder …

Konstruktion
Auf geht’s – erst nach Absprengen des oberen Teils des Schiebeschalters.


Erst dann lässt sich der ovale Inhalt herausschieben.

Dazu schraubt man die schwarze Kappe unten am Gaseinfüllstopfen ab und schiebt den Inhalt vorsichtig dorthin heraus.

Ja, und was haben wir da drinn?

Gasventil
Ganz links ist der Gastank, hier danebengelegt. Von ihm führt ein Schläuchchen zum Brenner am anderen Ende. Ein von außen drehbares Ventil bestimmt die Gasmenge, ein Ventil macht’s Gas auf.
   Wird der Aluminiumhebel heruntergedrückt, zieht die Gabel das Gasventil auf. Den Druck macht der verschiebbare Handhebel, der andererseits auch die Zündung auslöst.
Piezozünder
   Das zündende Element ist das gleiche wie in einem Feuerzeug, das schwarze Ding in der Mitte. Es arbeitet mit dem Piezo-Effekt und nicht mit einem Feuerstein. (Mit den Dingern und ihrem Funken kann man Leute erschrecken – soll das aber natürlich nicht!)
Brenndüse, alt
   Die Spannung wird einerseits über eine blaue Leitung und andererseits den gut sichtbaren Kupferstreifen nach vorne zur Brenndüse geführt.

Wiederzusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Hat man den Deckel verloren (wie wir), so kann man mit der berühmten Büroklammer den Inhalt vor dem Herausrutschen sichern, indem man quer durch die Luftlöcher einen Draht zieht.
Mickrig, Zuwenig Gasdruck













Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/stabfeuerzeug.html
   

9. August 2017

Konrad Beikirchers Kindheit in Südtirol

Es geht um das 2012 herausgekommene Buch von Konrad Beikircher (nicht Beikirchner): »Eine Kindheit in Südtirol«, ISBN 978-3-462-04783-7, neun Euro in Deutschland, zehn in Österreich, 175 Seiten, nett zu lesen.
   Nur eine kurze Bemerkung zur Sprache.

Beikircher, geboren 1945, ging von 1950 bis 1957 (wenn ich mich nicht verrechne) in Bruneck in die Volksschule, ich ein paar Jahre früher in Bozen, 1946 bis 1951. Seitdem hat sich die deutsche Sprache, die Hochsprache entscheidend geändert. Und Beikircher schreibt natürlich hochdeutsch, sogar nach neuer Rechtschreibung, wie sich’s gehört, mit dialektalen und italienischen Zitaten zwischendurch.
   Man kann heute nicht mehr über »Buben« und »Mäd(e)l« schreiben. Zum hiesigen »Gitschen« hat der Duden nur die verachtliche Gegenfrage: »Meinten Sie Glische?«
   Da gibt es bloß »Jungs« und »Mädchen«, so wie »nichts« leicht und locker zu »nix« mutiert. Eine »Bande« – heute anrüchig – wird zur »Gang« und vieles mehr, ich hätt’s mir anstreichen sollen. Selbst das Modewort »mediterran« muss vorkommen, und sei’s im Klappentext (»aus seiner fast schon mediterranen Heimat« – Was für ein Spruch!). Das Hochdeutsche ist noch norddeutscher geworden, und beileibe nicht nur bei Beikircher. »Lecker« ist gängig geworden, das praktische »Tschüss!«, »oh keh«. »Pfiat enk!« (»Behüt’ euch [Gott]«) und »pfiati« hört man nur mehr im Dialekt, und auch da nicht durchgehend.
   Selbst das hier von mir frech einkopierte Titelbild von Tamara Jung-König von der zweiten Auflage ist ein Etikettenschwindel: Beikircher war trotz Südtirol ein Stadtkind, der Vater E-Werk-Chef. (Empfehlung mit Bild der ersten Auflage hier.)
   Für mich – Südtiroler höchstens als alter Heimatvertriebener oder moderner »Mi­gra­tions­hin­ter­gründ­ler ohne eigene Migrationserfahrung«, siehe »Übersiedlung nach Bozen« – für mich war’s ein schönes Buch, mit ein paar ganz ähnlichen Erinnerungen, eher ländlichen aber, waldwirtschaftlichen, und weniger musikalischen, leider.

Link hierher:
 https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/konrad-beikirchers-kindheit-in-sudtirol.html

5. August 2017

Mobile Data via Wind in Italy

Wind is one of the three providers in Italy for mobile phone and data. On my farm in South Tyrol it’s the best choice for data, according to experience and a local site showing the transmitters. So I decided for a prepaid Sim card by Wind, from the local electronic store. (The name Wind probably was derived from a former name, Weather Investments.)

Here you see my old mobile router (white box) with USB charger always plugged in. My Wind Simcard is in there. Newer routers should have LTE as well. (2G GPRS is practically unusable, insist on at least 3G, i.e. HSUPA, or super fast 4 G LTE.)
   As I am in Italy only sporadically, I turn my Simcard data service on and off (important!) as needed. I take the lowest portion offered per month, 5 Gigabyte for 9 Euro. 
   If my 5 Gigabytes are used up prematurely, the speed falls back to the old analog phone modem speed; the service is not totally cut!  That’s still ok for e-mail and browsing with patience, see http://blogabissl.blogspot.com/2017/07/datenvolumen-minimieren.html (in German).
   To avoid regular automatic continuation of the service while I’m absent, i.e. to stop ongoing monthly deductions of 9 Euro, I pause the subscription before I leave; very important (by sending a SMS to 4033 with 3GB NO).
   
You communicate with Wind via SMS from the data Sim card. That’s free of charge and direct. For some commands it’s the only way. 
   If you have the Sim card in a mobile phone, short messaging is easy. In my case the card is in a mobile router, so I have to locally log into the control page of this router with my browser: the pre-set local IP address of the mini router is http://192.168.0.1/ with login as “admin”. (If you don’t know the internal IP address, a so called NAT address of the router: It’s normally printed on there; or use an IP scanner.) I run the mobile router and its Wi-Fi hotspot without any encryption for ease of use.
   The SMS commands to Wind (either to 4033 or to 4155), free of charge, must be in capital letters and precisely as given:

Reactivate service when you come:        4033   5GB SI 
Pause service before you leave Italy:      4033   5GB NO
Restart the new period prematurely:     4033   RESTART 5 GIGA SI
Question status of data and charge:       4155    SALDO
Question data status:                                 4155    DATI

Please watch the reply SMSs by Wind, in case of “SALDO” sometimes even two of them. You get a message when you have less than 20 percent of fast data left. And delete SMSs in the mobile router, as it can hold only a small number of SMSs on the card. 
   Why Wind uses two different service numbers, only the wind will know …

The other way to control (and recharge!) your account is via Internet at
http://www.wind.it/it/privati/. I found no English or German dialogue there, sorry. You log in with the mobile phone number of your Sim card as the user name, in one number block, like 3246121902, and a password established during registration. To recharge only you need not log in at all. The recharging mechanism is general purpose to recharge any pre-paid card.
   Via Internet you can then check your data state (« visualizza dettagli », look at details):
In this case I had 98% of my 5 GB left. The next period would start on August 30, 2016. This corresponds to the DATI question via SMS.
   I can also look online at my “financial status” with Wind:
In this case I had a credit of Euro 23,24, the tariff was Wind 2, today I run Wind 1. (Never let your credit become a debit; in this case you won’t even be able to send an SMS!). This corresponds to the SALDO command via SMS.
   Clicking on RICARICA (recharge) I can add credit, and pay for example with Paypal or a credit card. This is less nice but more convenient than buying credit at the next newsstand or local bar.

Link to this blog post here:
https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/mobile-data-via-wind-in-italy.html

Keywords: Prepaid Data Sim Italy, Sim card purchase in Italy, Buying a Sim card in Italy, Internet access in Italy, Local Italian Sim card, Roaming in Italy, Prepaid Data Sim in Italy, Prepaid Internet in Italy, mobile hotspot …

PS. If nothing else helps, and you must call a human for help, use the Wind Sim card and dial 155. Don’t try to call the 155 from another number; that’s supposed to work, but doesn’t. 
   If you want to send SMSs from your Wind card to other mobile numbers, use the country prefix in any case, e.g. +39… for Italy. The same is true, if you send a SMS from your home mobile phone in Italy. Good luck!
   – On some rainy Saturday evenings I fell out of the net again and again in a couple of minutes. Turning the router off and on helped. 

When the DNS disappears
   On Sept. 19, 2017, some of my usual addresses could not be reached any more, they even didn’t ping any more. So I suspected an error with the Domain Name Service DNS, the table (hierarchy) that makes an IP number from a given IP name. My Windows 7 acknowledged this error when trying to “repair” my Internet connection. 
   So I looked into my mobile router and – under WAN “Mobile Broadband” (wide area network, the mobile over the air service) – that no DNS had been automatically set. I manually entered 212.245.255.2, hit ok, and the connections miraculously worked again!
   
Wind offerings (in English – in Greece?):
 https://www.wind.gr/en/for-individual/wind-mobile-broadband/

2. August 2017

Mähen

Meine Glosse zur »Heumilch« hat mich draufgebracht, auf das Mähen. 
   Auf der Milchpackung mäht ein Südtiroler Bauer in blauer Schürze und Schirmmütze schwungvoll eine Bergwiese. 
   Wenige wird es noch geben, die dazu das rhythmische Wusch-Wusch des Sensens im Ohr haben, dieses ruhige, stete Wischen über das oft taufeuchte Gras, dazwischen immer wieder das helle Schärfen der Klinge links, rechts mit dem nassen Wetzstein aus dem Köcher am Gürtel hinten. Beides verlangte Übung, Geschick und Ausdauer. 
   Inzwischen ist auch und gerade am steilsten Berg maschinelles Mähen eingekehrt, laut und knatternd, und mit stetig sich wiederholendem lauten Aufheulen des Benzinmotors am Rücken, gegen das der Mäher Schallschutzkopfhörer tragen muss. Man hört es laut übers Tal hin, wie das Fällen von Bäumen, wie überhaupt alles Motorische, außer es ist elektrisch.


Teleaufnahme eines Mähers am oberen Rand der Wiese, hier der »Raut«
https://youtu.be/tr2I3HzWPsY. Video ©Jörn

Übrigens hat sich auch das Zusammenrechen vom Heu geändert. Was früher ziemlich geräuschlos vonstatten ging, sieht und hört sich heutzutage so an:

Teleaufnahme vom »Rechen« des Heues in der Moderne
https://youtu.be/6NY6H-mIS_s. Video ©Jörn

Und wie kommt das Heu dann vom Feld in den Stadl? Es muss gesammelt und weggeführt werden, wie hier:

Ruck-zuck ist das Heu aufgeladen. https://youtu.be/99bOAtGjuDg. Video ©Jörn

Wenn das Heu zu Silage wird, macht der Bauer Ballen:

Am Rittner Horn. https://youtu.be/hOR_Q5MSBIg. Video ©Jörn

Link zur Glosse »Heumilch«:
   http://blogabissl.blogspot.com/2017/07/heumilch.html


Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/08/mahen.html