31. Dezember 2020

Punkt-Taste bringt nur Kommas …

An meinem Laptop war die Tastatur kaputt, so schien es, und an einem entscheidenden Punkt: Die Komma-Taste brachte Kommas, die Punkt-Taste auch … nur Kommata. Kommas oder Kommata, egal, beides ist bekanntlich dasselbe, aber Punkte braucht’s halt auch. Der Punkt ist sogar noch wichtiger als das Komma – das so oft fehlt in der Orthographie. Ein Punkt muss sein: »Mach mal einen Punkt!«; da geht auch ein Rufzeichen. Aber normale Texte kann man nicht nur mit Rufzeichen schreiben; es braucht am Ende fast immer einen Punkt (außer bei Bildunterschriften). Das geht nicht: ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

   Ich bin doch kein dadaistischer Dichter – wie Christian Morgenstern (1914 bei Meran 42-jährig gestorben) – in einem einzigen Gedicht von 1905, dem

Fisches Nachtgesang


       
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aus seinen »Galgenliedern«. Ja, dieses kurze Gedicht war seinerzeit noch ohne Punkte ausgekommen. Aber wie sollte ich denn hundert Jahre später all meine künftigen guten (oder bösen) Worte in Fisch schreiben? Welcher Fisch hat schon ein wasserdichtes Smartphone und vor allem Zeit zum Lesen? Selbst Google Translate kennt keine Sprache »Fisch«, kann nur Filipino (isda), Finnisch (kalastaa) und Französisch (poisson).

Unten rechts die Punkt-Taste –
mit einem kleinen Komma!

Ohne Punkt ist ein Rechner unbrauchbar, ohne Punnkt geht es nicht. Man ahnt gar nicht, wie nötig man den Punkt hat, zivilisatorisch! 

   Ich also meine Luftdruckdose geholt, den Röhrchenaufsatz draufgemacht, unter die Tasten gespitzt wie einst ein Automechaniker durch die Düse im Vergaser. Nichts,,,,,,,,,,,,,,, .

   Die Lösung: Ich hatte den Thinkpad (X61s) auf Num gestellt, also den Ziffernblock in der Tastatur aktiviert. Den brauche ich, wenn ich zum Beispiel ein echtes Malzeichen (×) bekommen möchte (Alt0215). Und in dieser Num-Einstellung ist eben sowohl am Punkt als auch rechts daneben beim Komma das Komma. Die und das hatte ich vergessen.

Bachforelle, salmo trutta fario, fisch sprechend?

   Also: Num ausschalten, Leute!  

 

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  =
https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/punkt-taste-bringt-nur-kommas.html

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Und Prosit 2021!

PS. Der Dell Vostro V131 meiner Frau hat gar keine Möglichkeit, die Nummernblockfunktion (num) einzuschalten. Die blauen Zusatzziffern auf den Tasten J,K,L (1,2,3) usw. s.o. fehlen auch.

26. Dezember 2020

Rätsel-Auflösung Micky-Maus

Geschichte F 00057 D, auf Seite 57 vom Micky-Maus-Heft Nummer 22 vom 25.5.2004, € 1,90, das mit dem »Katapult-Flieger« (deshalb so verknittert). Rätselcomic »Wer schläft, arbeitet nicht«, Stichwort Home-Office.

Des Rätsels Lösung, die Auflösung, findet man nicht weiter hinten im Heft »in der Maus Box« (Bindestrich fehlt, häufigster Rechtschreibfehler im Deutschen …), sondern rechts unten im ersten Bild: Der PC war nicht eingesteckt, nicht am Stromnetz gewesen.

Link hierher http://j.mp/fj2WNIsuY
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/ratsel-auflosung-micky-maus.html

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Maronen in die Mikrowelle

Nachher

Hot chestnuts: “Fry” them in the microwave, full power, 1 to 5 minutes.

Heiße Maronen kann man gut in der Mikrowelle braten: Kastanienbraten im Strahlenkasten.
   Was habe ich mir schon Pfannen versaut durch die hohe Hitze, die zum Kastanienrösten nötig ist. Und erst noch Kastanien angebrannt.

In der Mikrowelle, full power, ein bis fünf Minuten auf einem Teller angestrahlt, eventuell ein wenig Wasser dazu, und schon hat man die feinsten Kastanien zum Schälen und Essen. Vorher Einschneiden nicht vergessen.
   Vor allem die Zwischenhaut geht gut ab, finde ich, weil die Kastanien in der Mikrowelle gleichmäßig heiß werden, ohne Umrühren, Schütteln oder Wenden.

Link hierher http://j.mp/fj3pk7WvW
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PS:
1. Sind Mikrowellen für Mensch und Tier harmlos, sofern man nicht drin sitzt. Und
2. bleiben die Strahlen nicht im Gewebe »hängen«, nur die Wärme bleibt eine Zeit lang drin.

Mehr dazu auf Anfrage oder in meinem Buch »Strahlung im Mobilfunk«, Zitat: »Oberhalb der Frequenz des Lichts beginnen elektromagnetische Strahlen zu ionisieren, das heißt, sie können Molekularstrukturen verändern, denn nun kommt ihre Wellenlänge bereits in die Größenordnung der Atome. Das »geht durch und durch« und ist – bei starkem Strahlungseinfluss – nachweislich gefährlich. Unterhalb des Lichts – und Funkwellen liegen weit, weit unterhalb – haben Strahlen zunächst nur eine Wärmewirkung. Diese Wirkung ist – sofern man nicht mit 900 W in einem Mikrowellenherd Speisen aufwärmt – speziell bei der Nachrichtenübertragung den genutzten kleinen Leistungen entsprechend extrem klein. Denn der Zweck ist hier ja Nachrichten-, nicht Energieübertragung.« 

Siehe auch https://blogabissl.blogspot.com/2021/01/teller-vorwarmen-in-der-mikrowelle.html

18. Dezember 2020

Rundfunkbeitragshöhe – eine Verfassungsfrage?

Jüngst entschloss sich Sachsen-Anhalt, nicht über die Erhöhung des »Rundfunkbeitrags« abzustimmen, als einziges Bundesland. »Die CDU betonte trotz zahlreicher Krisentreffen mit den Bündnispartnern ununterbrochen, dass sie auf keinen Fall einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent auf 18,36 Euro zum 1. Januar 2021 zustimmen werde. SPD und Grüne wollten das Vorhaben aller Länder hingegen mittragen«, berichtet das Handelsblatt. Offensichtlich wollte eine Mehrheit im Landtag keine Erhöhung, denn auch die AfD ist dagegen. Das hätte sich erst bei bei einer Abstimmung gezeigt. Es durfte aber nicht abgestimmt werden, weil es sich für die CDU nicht ziemt, selbst in einer so unpolitischen Frage wie den Rundfunkbeiträgen öffentlich gleicher Meinung zu sein wie die AfD.

Wenn gar nichts richtig sein darf, was die AfD meint, dann gute Nacht, deutsche Demokratie! 

Mehr noch: »Eine Verfassungsbeschwerde ist leider unausweichlich«, sagte dazu der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow. Ja, wieso, und wieso »leider«, entscheiden denn nicht die deutschen Parlamente über Gebührenerhöhungen? Oder müssen sie durchwinken, wenn da die ARD mit Tatütata und Blaulicht daherkommt?
   Also ich meine:
1. Wenn die AfD schon im Landtag sitzt, dann darf sie auch Stimmen abgeben, egal wie andere Parteien stimmen. In diesem Fall hätte nichts gegen eine Abstimmung gesprochen. Schon gar nicht Berlin. So bekommt die AfD faktisch eine Vetomöglichkeit.
2. Entweder eine Kommission entscheidet über die Höhe des Rundfunkbeitrags oder die Parlamente. Und wenn’s die Landesparlamente sind, dann sollten sie nicht gleich abstimmen müssen, einstimmig gleichartig; dann ist es Aufgabe des Gesamtstaates, das zu entscheiden. Oder? Als Befehlsempfänger und bloße Ja-Sager sind mir die Parlamente zu teuer. »Synchrondemokratie«, um nicht böse zu sagen: »gleichgeschaltet«!

Rock am Ring 2018,
Quelle https://www.einzimmervollerbilder.com/2018/06/festival-recap-war-rock-ring-2018/
Wo überall der öffentlich-rechtliche Rundfunk dabei ist, etwa ein »Südwestfunk« aus Stuttgart am Nürburgring im Rheinland! Und täglich gibt’s nicht nur Nachrichten auf mindestens zwei Sendern, sondern volksbildende Krimis aus aller Welt und so weiter – aber über das Programm will ich gar nicht nachdenken … Lesen Sie das in der NZZ, Link unten.

»Die Rundfunkgebühren tragen zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bei, denen gemäß Rundfunkstaatsvertrag ein Grundversorgungsauftrag zugewiesen ist«, steht hier: https://de.statista.com/themen/1242/rundfunkgebuehren/ . Ausführlicher und blumiger bringt das die Wikipedia, bitte wenn nötig selbst lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Grundversorgung#Rundfunk

Eric Guyer von der NZZ (bekommt keine Zwangsbeiträge) zum Thema: https://www.nzz.ch/meinung/oeffentlichrechtlicher-rundfunk-zu-teuer-und-unausgewogen-ld.1590121 : »Nichts spricht dafür, dass Deutschland sich den teuersten öffentlichrechtlichen Rundfunk der Welt gönnt.«

Zum Schluss noch die Frage: Warum die ganzen Umtriebe mit dem »Beitrag« (klingt mir wie ein freiwilliges Almosen) oder früher der »Gebühr« (klingt nach Parkgebühr), warum nicht einfach steuerfinanziert? Dann könnte man sich die Pro-Forma-Abstimmungen sparen.

Permalink hierher http://j.mp/fj2KAyev8
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https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/rundfunkbeitragshohe-eine.html

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17. Dezember 2020

Impfung sofort!

                                         dpa

Seit dem Dienstag, 8. Dezember 2020, wird in England gegen Corona geimpft. Die neunzigjährige Margaret Keenan war die erste – in ganz Europa.
   Wer für Impfungen in Deutschland zuständig ist, weiß ich nicht: die Gesundheitsämter, die Gemeinden, Kreise, die Bundesländer oder die Bundesregierung im fernen Berlin? Sicher nicht Brüssel. Die aber prüfen.
   Ja, was prüfen die denn? »
Die Europäische Arzneimittelbehörde hat ihr Gutachten für den 21. Dezember angekündigt.«, sagt die Tagesschau am 15.Doch das sagt auch wieder nichts. 
   Was soll das denn?
Kann sich jemand eine Nicht-Zulassung vorstellen? Gibt es einen Plan B? Wer oder was hindert uns denn zu impfen?
   Täglich werden Tote statistisch gezählt. In Hinterzimmern müssen aber erst Papiere gewälzt, Reihenfolgen abgewogen, Rechtsverordnungen erlassen, ja vielleicht vom Parlament noch durchgewunken werden, bis geimpft werden kann – obwohl das Parlament im letzten Jahr ja am unwichtigsten war. Ist es auch.
   Die Impfverzögerung durch den Amtsschimmel lässt weitere Alte sterben, pardon »Betagte«.
   Wir sind in einer Notsituation. Warum kann da nicht – in Notwehr – gehandelt, also geimpft werden? Sofort!
  
England ist noch ein EU-Staat, wie wir. England kann, was wir nicht können. Vielleicht sollten wir uns mehr um Impfrechte als nur um Fischereirechte kümmern?

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
   https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/briten-wollen-massen-impfung-bis-weihnachten-17105820.html 

»Acht Tage nachdem die erste Frau im Königreich mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer geimpft wurde, haben fast 140.000 Menschen in Großbritannien ihre erste Injektion erhalten. Der für das Impfen zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi teilte am Mittwoch mit, dass mittlerweile 108.000 Menschen in England gegen das Coronavirus geimpft wurden, 18.000 in Schottland, fast 8000 in Wales und 4000 in Nordirland. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock äußerte seine Hoffnung, dass bis zum Weihnachtsfest „mehrere Millionen“ Menschen die erste Injektion erhalten haben werden.«

Offizieller Link (Stand heute, 17.12.2020)
   https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-impfung-faq-1788988

»Momentan existiert der Entwurf einer STIKO-Empfehlung zur Covid-19-Impfung. Dieser befindet sich gerade im Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern, einer Vielzahl von betroffenen Fachgesellschaften und dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Erst wenn das Stellungnahmeverfahren und ggf. erforderliche Überarbeitungen abgeschlossen sind und der finale Beschlussentwurf durch die Ständige Impfkommission (STIKO) verabschiedet ist, kann die Empfehlung publiziert werden und wird damit gültig. Die Publikation ist noch vor Jahresende 2020 geplant. Danach erlässt das Bundesgesundheitsministerium eine Rechtsverordnung, die festlegt, welche Personengruppen zuerst geimpft werden sollen.« 

Permalink hierher http://j.mp/fj34oXaN1
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https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/impfung-sofort.html

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11. Dezember 2020

Kaffe Kusseth

Mir geht’s um die Neunzehnhundertfünfzigerjahre, die schon so viele Jahre her sind, wie das Wort lang ist. Ein noch älteres Bild habe ich im Netz gefunden, leider etwas abgerissen am Rand. Das war offensichtlich noch vor Loos (1870—1933, auch aus Brünn):

In diesem Kaffeehaus (Betonung auf der 2. Silbe „fee“:  Aussprache?/i) standen die Billardtische in den hinteren Räumen, noch in diesen »meinen« Fünfzigerjahren. Vorne am Eck am Eingang war das Kusseth ein ganz normales, damals normales, eben »Wiener« Kaffeehaus. Marmortische, leichte Thonet-Stühle, Kellner und Kaffee nach österreichischer Nomenklatur auf ovalem Blechtablett mit Löffel und einem Glass Wasser. Plus italinischer cafè, denn Bozen war und ist zweisprachig. Das Kusseth, damals also Cafè Kusseth, heute vielleicht nur noch ein Hotel, aber immerhin, das ist am Bozner Musterplatz, einem westlichen Nebenschauplatz vom bekannten Waltherplatz (mit h). Die Wikipedia weiß dankenswerterweise, dass der Musterplatz mit dem in Bozen stets präsenten merkantilen Handel, also etwa der »Mustermesse«, nichts zu tun hat, sondern mit der dort stattgefunden habenden Musterung, einer »frühneuzeitlichen Funktion«, wie die Wikipedia akademisierend-verschroben wie so gern schreibt: https://de.wikipedia.org/wiki/Musterplatz_(Bozen)
   Aus den Fünfzigerjahren habe ich dieses Bild gefunden, das ich mir erlaube, hier mit Quellenangabe einzustellen:

Das Kusseth-Haus um 1955
 
Und wie sah es drinnen aus? Habe ich es noch richtig in Erinnerung?

Das Kusseth um 1935 (Deutsch war da verboten?)

Mit den Thonet-Stühlen habe ich mich geirrt. Die originalen waren schon damals wohl etwas zu teuer, man nahm wie heute ähnliche. Aber in den Fünfzigerjahren, zwanzig Jahre später, wird der Blick vom Billardzimmer zum Eingang im Norden wohl genauso ausgesehen haben.
   Übrigens gab es auch ruhigere Schachspieler, zuweilen mit Zuschauern.

Aus einem schönen Fotoalbum Kaffeehaus (Bräuerhof in Wien) – ein typischer »großer Brauner« mit dem obligaten Glas klaren Wassers nicht zum Nachspülen des Löffels sondern des Mundes … Großvater bevorzugte den »kleinen Braunen«. Modern erklärt sind die Varianten etwa bei Julius Meinl. Die Marke hat sich erhalten.

Damit dann zurück zum Kusseth. Mein sel. Großvater war Stammgast dort, mindestens einmal täglich, manchmal auch zweimal. Man wusste, dass er dort seine »Bürostunde« hielt. (Postcoronal tät’ man sagen: sein Coffee-Office.) Jeder, der mit ihm geschäftlich zu tun hatte, oder ihn nur so treffen wollte, kam also beim Kusseth vorbei. Ich, damals so Zehnjähriger, durfte manchmal mitkommen und bekam dann eine Aranciata oder ein Glas neuentdeckten Joghurts. Chinotto später. Kaffee gehörte sich nicht für ein Kind. Und Joghurt, eine Erfindung, man sagte, aus Bulgarien, gab es neuerdings von den damals noch zahlreichen Molkereien. Es war eine strahlend weiße, stichfeste Masse, oben mit etwas festerer Haut, in einem Gläschen mit aufgedrücktem Alumniniumdeckel. Auch Milchflaschen waren so gedeckelt, und ebenfalls aus dickem Glas. Marmeladezumischungen gab es nicht; man konnte die noch nicht länger im Joghurt in Schwebe halten.
   Fast jeden Monat ging Großvater noch zur Bank in der parallelen Postgasse an der Pfarrkirche, ins Banco di Roma, wo er sein Kontokorrent hatte. Nun wurden die Konten damals noch von Hand, ohne Computer und ohne Rechenmaschine geführt; Großvater hatte zuhause eine Kopie, ein großes eigenes Kontokorrentbuch, und da fand er öfters Rechenfehler, die er in der Bank korrigieren ließ. Am Waltherplatz kaufte er seine New York Herald Tribune mit den Börsenberichten aus New York. Abends trug er dann in sein Heftl die aktuellen Kurse nach. Für Großmutter gab’s den Reader’s Digest und für mich einen Topolino, der ja aus dessen Format entstanden ist. Mehr hier.
   »Opapa« schrieb Notizen immer mit Bleistift, und zwar mit kurzen Stummeln, die gut und unauffällig in die Westentasche passten, obendrauf zum Schutz eine Hülle aus Blech mit einem Klemmring zum Festsetzen. Stummelbleistifte gab es billig auf dem Weg beim Amonn am Rathausplatz. Gespitzt hat Großvater die Bleistifte mit dem Federmesser; er hatte immer eins dabei, meist an einer dezenten Kette. Mehr dazu separat im Blog.

So, das war meine Kusseth-Geschichte.

BesucherzaehlerPermalink hierher http://j.mp/fj3n5IKsu 
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/kaffe-kusseth.html 

Das Prager Café Louvre hat geöffnet seit 1902.
Bild Imago

»Es war eine andere Zeit, als Literaten und Denker in den Prager Cafés die Stunden verstreichen liessen, disputierten, sich betranken, Pläne wälzten und die Liebe suchten. Was ist von diesen berühmten Häusern geblieben?« – Lesen Sie die Buchbesprechung über Hartmut Binders Bildband »Gestern abend im Café« über die Kaffeehäuser in Prag, Vitalis-Verlag, etwa achtzig Euro. Zur Besprechung in der Neuen Zürcher Zeitung: https://www.nzz.ch/reisen/auf-der-suche-nach-der-versunkenen-welt-der-prager-kaffeehaeuser-ld.1650574 , zum Bildband: https://www.vitalis-verlag.com/gestern-abend-im-cafe/ »… wie in Wien, so waren auch in Prag diese Institutionen temporäre Herbergen für alle, die nicht zu Hause und doch irgendwie daheim sein wollten.«

Wenn Sie mögen, lesen Sie auch meine Gedanken zur »Reichskristallnacht« und zu Juden in Prag: https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/reichskristallnacht.html


 

6. Dezember 2020

Andy-Hoppe-Besucherzähler ändern

1. Blogeintrag (mit dem Zähler drin) bearbeiten,
u.z. die »HTML-Ansicht«.

Dort »andyhoppe« suchen:

<a href="http://www.andyhoppe.com/" title="Besucherzaehler"><img alt="Besucherzaehler" src="//c.andyhoppe.com/1607273906" style="border: medium none;" /></a>

2. Zählernummer herausfinden, hier im Beispiel ist das dann 1607273906

3. Den Zähler bei Andy aufrufen:
https://www.andyhoppe.com/counter/counter-konfiguration.htm ,

Zählernummer (“Counter-ID”) und Passwort eingeben, einloggen und den Zählerstand nach Belieben ändern.

Dieser Tipp: http://j.mp/fj2VLMIus
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/andy-hoppe-besucherzahler-ander.html

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Nikolaus – mit siebzig

Heute früh eine Bildmeldung:

Das Bild kam über Whatsapp vom Hof in Südtirol. Maria ist die Tochter, hier rechts neben Vater und Mutter, dann der kleine Luis und die zwei großen Kinder von früher. Der Stand: Samstagabend vor dem Zubettgehen.

Da dachte ich so beim Rasieren (natürlich nass, mit mehrfach gebrauchtem Einmalrasierer … ), ich dachte:

Vor sechzig Jahren, da war Papier teuer, Filzstifte gab’s noch nicht, auch keine Turnschuhe – nur teure Tennisschuhe. Die Bauern schnitzten sich ihre »Knospen« selbst, Holzschuhe mit zugekauftem Oberleder, oft am Samstagnachmittag in ihrer Freizeit.
   Regelmäßig benutzte man
Schuhkreme aus der Blechdose mit Kipphebeldeckel. Es gab noch keine Digitalfotografie (damals immer mit »ph« geschrieben), erst recht kein Internet und kein Whatsapp. Schreibmaschinen, ja, mit rot-schwarzen Farbbändern; und in der Stadt dreimal am Tag die Post vom Briefträger; am Hof: freitags.

Glücklich preise ich mich, das erlebt zu haben.

»So sah das ganze dann nach dem Besuch vom Nikolaus aus 😅. Maria hatte eine riesen Freude, dass er die ganzen Kekse (von ihr gebacken) gegessen und den Saft ausgetrunken hat ... 🎅🏻🥰.«

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• Dazu nun eine Anekdote aus dem bayrischen Schloss, dem Internat, in dem ich ab elf lebte. In der zweiten Gymnasiumsklasse hatten wir einen geliebten, aber etwas verqueren Erzieher, Herrn Barthel. Zum Schuhappell ließ er uns im kalten Dachboden antreten: Wir in Reihe, davor die geputzten Schuhe, jeder ein Paar. Soweit ganz gut. Dann aber fiel ihm ein, uns zum Lachen zu bringen; vielleicht sah aus seiner Sicht die Szene danach aus.
   Er schnitt Grimassen, wir mussten minutenlang ernst bleiben, sonst ging’s wieder neu los. Heute würde man das als »seelische Grausamkeit« taxieren. Damals hatten wir Rasselbande soviel Seele nicht, und kamen nach etwa einer halben Stunde dann auch frei in unsere warmen Betten! Gemerkt habe ich mir die Geschichte, und Herrn Barthel, dem wir später einmal sein Goggomobil so knapp vor die Haustüre hoben, dass er weder aus der Türe noch ins Auto hinein konnte! Er hat’s mit Humor genommen.   

Link hierher http://j.mp/fj36N27Rg
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/nikolaus-mit-siebzig.html

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3. Dezember 2020

Deep Links into Google Books

To address Google Books you either need an ISDN number or, more universal, Google’s book identification. Google gives some hints here:
   https://support.google.com/books/partner/answer/3474239?hl=en ,
or, in German with “de” instead of “en” at the end:
  
https://support.google.com/books/partner/answer/3474239?hl=de .
If you want to link to a specific page of the document see the
tips at https://stackoverflow.com/questions/11584551/need-information-on-query-parameters-for-google-books-e-g-difference-between-d. Stackoverflow there tells you to address a page with &pg=<page number>.

Here at left is my example:
https://books.google.de/books?id=pJtMAAAAcAAJ&pg=189

The reader comes directly to page 189.Generally

&id is Google’s book  identification, here pJtMAAAAcAAJ

&pg is the page I want to lead to, 189 in this case.
   If you want to search for text you may try that with
&dq=<search text>, example

 https://books.google.de/books?id=pJtMAAAAcAAJ&dq=Dei voluntas populi

&d=<search text> should be used additionally, suggests Stackoverflow, and shows some more parameters.
   I suggest to check the result before sending it around. Good pointing! 

BesucherzaehlerPermalink to here http://j.mp/fj33GC9go
=
https://blogabissl.blogspot.com/2020/12/deep-links-into-google-books.htmlgoogle-books.html

24. November 2020

gmögig

Gmögig: Ein schweizer Wort, wie innert. Man mag es mit Vorteil auch im Hochdeutschen nutzen, es fällt aber auf.
   Ich lese gmögig heute zum ersten Mal, in einem Portrait über Casimir Platzer in der NZZ, »Die Belle Èpoque des Casimir Platzer«. Der gute Mann wird beschrieben als, bitte im ganzen Satz: »Platzer gilt unter den Parlamentariern in Bern als witziger, gmögiger Lobbyist, als Bürgerlicher, der auch mit Linken kann, als Schwergewicht mit Einfluss in allen Fraktionen.«
   Der Mann ist vermögend. Damit hat aber gmögig nichts zu tun. Das kommt von mögen. Man mag ihn; leicht ist er zu mögen. Schön. Auch das Wort, das man auf Anhieb versteht.
   Trotzdem bitte ich um Vorsicht im Gebrauch: Wollen Sie gmögig nicht herausragen lassen aus dem Satz, dann nehmen Sie’s nicht. Bei einer so erfreulichen Eigenschaft darf man das aber gerne hervorheben, den Leser innehalten und schmunzeln lassen.

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BesucherzaehlerLink hierher https://bit.ly/fj33dAEq2
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/gmogig.html

22. November 2020

Google-Gesichtserkennung

 

Google suggests the young Rococo-Lady for the hand held garden gnome.
Google schlägt eine Freundin meiner Tochter als Gartenzwerggesicht vor …

Permalink https://bit.ly/fj2UVWFEV
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/google-gesichtserkennung.html

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21. November 2020

Corona: App-Versagen todbringend

Nicht, was Sie denken. Die App wäre ja ein kleiner Schritt. Bloß den tun wenige.
   Eine Diskussion bei Anne Will lässt fernöstlichen Umgang mit Corona links liegen, ein Dialog bei Teltarif bringt wieder die abfällige Meinung über Technik vs. Demokratie.
   Herrgottsakra, dass die Nachverfolgung nicht klappt, kostet hier Leben!
   An der App liegt es nicht, es liegt am Apparat, wieder einmal am Staatsapparat. Statt frühem und konsequentem (ja: digitalem!) Infektionsketten-Nachverfolgen »hinkt in Europa die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen stark hinterher«, schreibt die NZZ in einem deutlichen Gastkommentar https://www.nzz.ch/meinung/unterdrueckung-statt-ausmerzung-warum-den-europaeern-in-sachen-corona-das-lernen-von-ostasien-so-schwer-faellt-ld.1587172 (= https://bit.ly/fj2UNuaJC). 

Jeden Sonntag vor der Messe auszufüllen.
Stattdessen müsste die App bei Rein und Raus
einen QR-Kode scannen, überall!

Die Zettelchen, die man im Restaurant, in der Oper oder zur Messe in der Kirche ausfüllen muss, sind eine digitale Nullnummer, zum Lachen, für die Katz’, wie sich gezeigt hat. Wo wir uns anstecken, das wissen wir immer noch nicht, nicht als Gesellschaft, nicht als Person. Wieviele uns statistisch anstecken könnten aus unserer Umgebung, Straße, Supermarkt, Familie, keiner kann’s sagen. Schlimm.
   »„Weg von der Einzelkontakt-Nachverfolgung hin zur Cluster-Nachverfolgung wie in Japan.“ Virologin Eckerle plädiert dafür, über den Tellerrand hinauszuschauen: „Einige asiatische Länder, aber auch Australien und Neuseeland haben es besser gemacht“, sagt sie. Dort wurde die Pandemie mit drastischen Maßnahmen erfolgreich bekämpft.« – Quelle https://www.merkur.de/politik/coronavirus-hart-aber-fair-ard-tv-talk-impfstoff-tschentscher-lauterbach-henssler-kubicki-plasberg-90095406.html

Hier ein NZZ-Artikel über gelingende Nachverfolgung:
https://www.nzz.ch/wissenschaft/wie-bewegungsdaten-von-smartphones-bei-der-eindaemmung-der-coronavirus-pandemie-helfen-koennen-ld.1586316 = https://bit.ly/fj3kKEgpp .
   Zitat: »Was bis anhin fehlt, das sind robuste, umfassende Daten darüber, wie hoch das Infektionsrisiko an bestimmten Orten ist. Diese Lücke verspricht ein Forscherteam aus den USA zu schliessen, indem es ein mathematisches epidemiologisches Modell (SEIR) mit umfangreichen Bewegungsdaten kombiniert. Die Arbeit erscheint im renommierten Fachblatt «Nature». Die Ergebnisse der Studie seien auch als Werkzeug für politische Entscheidungsträger gedacht, betonte Jure Leskovec von der Stanford University, leitender Autor des Papiers, am Dienstagnachmittag an einer Pressekonferenz. Er hoffe, dass seine Methode dabei helfe, Einschränkungen zu minimieren, ohne dabei den Schutz vor einer Infektion zu vernachlässigen.« 

Genug. Ich will mich nicht in Rage reden, wie beinahe auch Frau Bundeskanzlerin in ihrer ausführlichen, sehr sehenswerten Corona-Pressekonferenz am 2.11. https://youtu.be/o-qP72V0sOU (Text auf https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressekonferenz-von-bundeskanzlerin-merkel-zur-corona-pandemie-1807048 .

Bleiben Sie gesund in diesem Dunkel, in unserer allgemeinen Ærosol-Umnachtung, die so nicht hätte sein sollen. Deutschlands stolzes Fazit wie immer: »Wir haben es besser gemacht«: Medien-Fake, »Wellenbrecher«, zum Brechen.

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Link hierher https://bit.ly/fj3nWfULp
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/corona-app-versagen-todbringend.html

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18. November 2020

My Virtual Vineyard

My remote vineyard is in California, in Napa Valley, high up in the western hills of St. Helena on the road to Santa Rosa. Thanks to Google I can count the rows of wines from space, and thanks to e-mail I even know that they survived the Glass Fire :

The sun rising over the vineyard for a hot summer day. Tuesday 20.6.2017, 6.03 am. Photos Jörn

“Raindrip” irrigation valve

When I visited my friends from many decades back there in 2017, probably the very last time, I picked up a souvenir, a drip irrigation valve lost on the ground. I’m a technician, unfortunately without any specific idea of wine. But I have friends.
   Since then this little valve accompanies me in my satchel with the medicines I take, along with the pills in their blister packs. Only now I realize that one plastic valve is worth seven Dollars, so I really should have asked …
   My little water valve with my daily virtual melancholy, positive memoirs of good times past, turn out to be my best medicine.

Permalink to here https://bit.ly/fj38TPLIA
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/my-virtual-wineyard.html
(Sorry, to a German it’s a wineyard, Weingarten, with w. And a winery in no Weinerei, constant sobbing, but a Weinkellerei.)

This is a tiny 6½ cm (2½") mouth organ, a “Puck” by Hohner, without its broken away covers.
It sounds good, and resides as well in my medicine satchel, reminds me of my little † daughter Svea.


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12. November 2020

Blogger-Kommentare als E-Mail ankündigen

Mein Freund rief mich an, warum sein Kommentar zu einem meiner Blog-Posts nicht erschienen ist? Ich fand dann massig unbearbeitete uralte Kommentare. Peinlich:

Klickt man hier auf »Kommentare«, bekommt man die lange Latte (= Smartphone-gerecht) präsentiert, bei meinem »Blogabissl« gerade eben »Alle (331)«

Das hilft natürlich – pardon – keiner Sau.
   Doch hoppla und neumodisch: Die Details stecken hinter dem Aufklapppfeilchen! Überhaupt hilft weiteres Geklicke dort:

So, da haben wir’s. Ich war gerade fleißig: Es stehen jetzt keine Kommentare mehr zur Moderation an.

Wie aber bekomme ich Mailbenachrichtigungen, wenn wieder wer zu kommentieren versucht?

Dazu muss man zurück und runter auf »Einstellungen« (hier im Screenshot rot). Dort finden sich die Einstellungen zu den Kommentaren. 


Hier kann man unter »Kommentare«, »Moderationsanfragen per E-Mail senden an« seine E-Mail-Adresse angeben, und wird dann hoffentlich benachrichtigt.

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10. November 2020

Reichskristallnacht

Magdeburg – Zerstörtes jüdisches Geschäft
nach der »Reichskristallnacht« am 9.11.1938.–
Bekleidungsgeschäft mit zerbrochenen Glasscheiben.
Aufnahme: H. Friedrich, Hannover. Bundesarchiv

Die Kristallnacht. Das schreckliche Ereignis kenne ich noch unter dem alten Namen »Reichskristallnacht«. Ich höre da förmlich das Klirren der berstenden Fensterscheiben (»Kristall«), das Gejohle des zum Teil herangekarrten »Volkes«, den Aufruhr, knallende Stiefel, nächtliche Kommandos, und ich fühle den starren Schrecken der Bewohner, sehe nun die endgültige Recht- und Machtlosigkeit deutscher Juden, ihre Entehrung. Das Geschehen war so ungeheuerlich, so provokativ, dass … Nun, ich kann es mir nicht vorstellen. Wir Nachkriegsgeneration mögen Naturkatastrophen kennen, menschliche wie Kriege kennen wir nicht wirklich. Kriege sind uns Bundesbürgern »hinten, weit, in der Türkei, [wenn] die Völker aufeinander schlagen« (siehe unten). Wir kennen Krieg hier im Westen nur vom Hörensagen, aus Bildern, früher der Wochenschau, heute aus Krimis und James-Bond-Filmen. Die nächtlichen Raketen auf Bagdad, die zogen 2003 fern wie ein Feuerwerk auf der anderen Seite des Flusses über den Bildschirm.
   Auch Juden kennen wir nicht mehr. Mein sel. Großvater, bei dem ich als Kriegswaise liebevoll aufwuchs, sprach noch ganz natürlich und ohne zu Zögern von seinen jüdischen Freunden, Jude war ihm ein Begriff wie Mann oder Frau, wie Deutscher oder Italiener in Südtirol. Alle paar Jahre kam uns die befreundete Familie Wechsberg aus Amerika mit ihrem Buick besuchen, der mich Jungen sehr beeindruckte. Inzwischen ist »Jude« aus unserem Charakterisieren eines Mitmenschen furchtsam und »politisch korrekt« verschwunden wie das »Fräulein« seligen Angedenkens.
   Für andere »Minderheiten« hat die heutige Sprachübung immer wieder wechselnde Bezeichnungen erfunden: Neger wurden zu Schwarzen, Schwarze zu Farbigen, dann zu Afroamerikanern. Zigeuner – der Ausdruck hat für uns nichts Böses – sind nun Sinti und oder Roma, doch beliebter wurden sie nicht dadurch. Begrifflich blieben Juden wenigstens standhaft Juden, wandelten sich nicht. Solche Sprachbewegungen gab es auch sonst: Schwerbeschädigte sind heute Behinderte und bald wohl begrifflich noch unscheinbarer (vielleicht Inklusionierte?). Den Begriff Holocaust verwenden wir erst seit 1978. Davor nannte man den Tod in Auschwitz drastisch und klar Vergasen.
   Ich selbst bekam nur mehr durch Zufall mit, wenn einer ein Jude war, nicht nur bei Wechsbergs. So haben wir im Internat einmal einen wenig sympathischen Mitschüler eine kurze Zeit lang ziemlich krass gemobbt – mit Klopapiergirlanden und dem Spruch »Haut ihm den Zinken zu Kapusta«. Mit dem Zinken meinten wir seine etwas dominante Nase, Kapusta klang einfach matschig, ist aber Kohl im Polnischen – wir hatten einen Lehrer dieses Namens. Bis dann unser Erzieher, Herr Braunbeck, darauf hinwies, dass der Spruch als Antisemitismus gedeutet werden könnte. Da hörten wir (etwa 13-Jährige) erschrocken gleich auf. Ich weiß, ich war damals Kameradschaftssprecher und musste die Angelegenheit diskret absagen. Der jüdische Junge ist dann bald weg von unserer Schule und heute nach einem tüchtigen Managerleben Professor emeritus.
   Meine Hochschätzung von Juden ist eigentlich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gestiegen. Ein Schlüsselerlebnis war mir eine Europareise der Handelskammer von San Franzisko, für die ich in Wien und Genf Teilereignisse organisierte. Doch die Elite sind für mich Prager Juden! Sie sind Vergangenheit, und das alles ist Philosemitismus, und den verkneife ich mir öffentlich. Hören Sie sich dazu Frau Machleit an: https://youtu.be/DZaFsITh1BA und generell https://www.zeitzeugen-portal.de/personen/zeitzeuge/frau_machleit .
   Sonderbar, dass wir so sehr Minderheiten fördern, aber versuchen, sie nicht zu erkennen, nicht hervorzuheben. Multikulti ist zu einem Einheitsbrei geworden, zu Integration, mit der Folge, dass zwar einzelne Schandtaten wie islamistische Anschläge bestimmten Gruppen zugeordnet werden, dass man sich aber scheut, positive Eigenschaften zu nennen, eine Gruppe hervorzuheben, herauszukennen, ehrend, hochachtend, bewundernd. Darf man sagen, dass die Russen (und Ukrainer) unter uns besonders fleißig sind, wunderbar Klavier spielen können oder dergleichen? Das fällt unter Rassismus. Wenn’s ein Lob ist, positiv konnotiert, dann sicher nur als argumentative Vorbeugung gegen ein gleich darauf folgendes Aber. Aber nichts!
   Vorsichtshalber weiche ich lieber auf Schwule aus. Wir kennen sehr viele hier sehr freundschaftlich. Doch die meisten verheimlichen sich nach wie vor; es geht ja auch niemanden etwas an, was man privat tut.
   Eine eigenartige Gebücktheit, ein Herumdrucksen ist an die Stelle offenen Umgangs miteinander getreten. Schade. Nicht einmal nach der Herkunft fragen soll man …

— · —

Sollten Sie an diesen Ausführungen oder Teilen davon Anstoß nehmen, so schreiben Sie mir bitte. Ich weiß wohl, dass Schweigen Gold ist, ich finde nur: Es bringt keine Zinsen.

• Großvaters Memoiren zum Thema http://joern.de/hoedl.htm#Judenfrage
• Link zu meiner Studie über den Begriff Neger https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/neger.html
• Die Geschichte von Pierre Mendell, 1929—2008, liebevoll aufgezeichnet von Wolfgang Beinert https://www.typolexikon.de/mendell-pierre/
https://de.wikipedia.org/wiki/Prager_Deutsch 
• Faust I, Zeile 860
Andrer Bürger.
Nichts bessers weiß ich mir an Sonn- und Feyertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrey,
Wenn hinten, weit, in der Türkey,
Die Völker auf einander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man Abends froh nach Haus,
Und segnet Fried’ und Friedenszeiten.
• Bombardierung Bagdads 20.3.2003 https://youtu.be/2fclmvIsubk zehn Minuten
• Zur Frage »Woher kommst du?« die Süddeutsche Zeitung
   https://www.sueddeutsche.de/politik/herkunft-diskriminierung-bohlen-1.4350327

Zum Vergrößern klickbar.
Micky Maus Nr. 37, 6.9.1989,
DM 2,50, Seite 27, Ausschnitt
 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nennung eines »Bankiers Grünspan« wäre heute vermutlich nicht mehr opportun. 


Link hierher https://bit.ly/fj3eKuC4w
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/reichskristallnacht.html

 Besucherzaehler

Lesen Sie auch das Schicksal von Rudolf Margolius, hier: https://www.nzz.ch/feuilleton/rudolf-margolius-slansky-mord-prozess-antisemitismus-antizionismus-sowjetunion-stalin-gottwald-ld.1812103 . Sollten Sie Probleme haben, können Sie sich gerne bei mir melden, Fritz@Joern.De

8. November 2020

Wir gründen uns eine westkatholische Kirche

Weihe der ersten katholischen Priesterinnen am Pfingstmontag 1996 in Konstanz.
Quelle https://alt-katholisch.net/2011/06/06/katholische-priesterin-sein/

Mir hat geträumt, wir gründeten uns eine westkatholische Kirche als weitere Ergänzung zur römisch-katholischen. 

• Das Bistum Rom verliert seine Vormachtstellung, wird aber gerne gehört, wie alle anderen Bistümer auch. Politische Enzykliken werden allerdings ungern gesehen, besonders wenn sie wirtschaftliche Tatsachen einseitig deuten. Dazu brauchen wir keine Kirche, ein virtueller Stammtisch genügt.

• Unfehlbarkeit hienieden entfällt.

• Der Katechismus, »die Moral«, fußt ganz auf Christi Gebot der Nächstenliebe (samt Selbstliebe), besonders in der Sexualmoral. Was in Liebe geschieht, das sei wohlgetan vor Gott. 

• Der Mensch bewahre die Natur, zum Beispiel dadurch, dass er sich nicht massenhaft vermehrt. Verantwortungsvolle Verhütung ist da durchaus angesagt.

• Männer und Frauen sind im Gottesdienst gleichgestellt. Die Wandlung erfolgt durch Glauben, also wie heute schon der Segen oder die Sündenvergebung im Konjunktiv. »Gott segne dich …«, auch das ist nur ein frommer irdischer Wunsch; ob Gott einen wirklich segnet, ist einerseits seine Sache und hienieden Glaubensauffassung. Westkatholiken glauben einfach an den Leib Gottes.

• Gottesdienste werden von Priestern oder Priesterinnen geleitet. Die Wandlung von Wein in Jesu Blut entfällt. Notfalls können auch »alte«, früher geweihte Hostien aus dem Tabernakel ausgeteilt werden, wie das ja heute auch passiert. (Siehe etwa die katholische Wort-Gottes-Feier.) 

• Da der Glaube entscheidet, brauchen die Priester und Priesterinnen und die Kommunizierenden dabei nicht ohne Sünde zu sein. Gott weiß selbst, welchen Segen er in wem entfacht. (Das ist meines Wissens auch heute schon so.)

Das ist alles zu den Westkatholiken. Sie können aufhören, weiterzulesen. ’s wird eh nichts.
Link hierher zum Weitergeben:
 https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/wir-grunden-uns-eine-westkatholische.html

Dann bin ich aufgewacht, aufgestanden und bin frisch rasiert um halbelf in die gewohnte Messe gegangen. Zur Corona-Zeit ist sie zu einem traurigen Ereignis verkommen; da beschlägt es mir die Brille. Der arme Organist darf als einziger singen. Selbst Klingeln bei der Wandlung ist nicht mehr.
   Lesung und Evangelium waren heute ausnahmsweise schön und nicht unsinnig, die Deutung der klugen Jungfrauen als unfähig, ihr Öl zu teilen, mir neu, weil ihr Öl ein inneres Feuer war. Nun denn.

Fette Hervorhebungen von mir.
Lesung vom 23. Sonntag im Jahreskreis am 8. November 2020 Weish 6,12–16

Weish 6,12Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; / wer sie liebt, erblickt sie schnell, / und wer sie sucht, findet sie.
Weish 6,13 Denen, die nach ihr verlangen, / gibt sie sich sogleich zu erkennen.
Weish 6,14 Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, / er findet sie vor seiner Türe sitzen.
Weish 6,15 Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; / wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei.
Weish 6,16Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; / freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen / und kommt jenen entgegen, die an sie denken. 

Evangelium Mt 25,1–13 aus der Bergprdigt


Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen


Mt 25,1 Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Mt 25,2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
Mt 25,3 Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,
Mt 25,4 die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.
Mt 25,5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Mt 25,6 Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!
Mt 25,7 Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Mt 25,8 Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.
Mt 25,9 Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.
Mt 25,10 Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
Mt 25,11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Mt 25,12 Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Mt 25,13Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.    

Link hierher https://bit.ly/fj38phi4E
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Besucherzaehler 

PS. Hier ging’s christlich zur Weisheit. Um die Gelegenheit geht es im Post
https://blogabissl.blogspot.com/2015/08/gelegenheit-und-reue.html 

»Die Sachen sind nicht mir!«

Klicken zum Vergrößern                           © Disney
Im Micky-Maus-Heft Nr. 17 vom 27.4.1982 erschien die damals schon sechsundsiebzigjährige Frau Dr. Erika Fuchs noch als Chefredakteurin, wie bis 1988. Doch so genau wird sie da nicht mehr hingeschaut haben. Erika Fuchs stammte aus Hinterpommern, wie die Wikipedia liebevoll erzählt, aus Belgard an der Persante, und dort war ein »Das ist mir!« wohl genauso ungewöhnlich, ja falsch gewesen, wie heute überall im gepflegten Norden Deutschlands. Sowas sagen höchstens die aus dem Süden – allerdings selbst die Bonner, wie ich bezeugen kann.

Warum auch nicht? Sagt man: »Das gehört mir!«, so ist das grammatikalisch richtig, sagt man: »Das ist mir!«, so soll’s auf einmal falsch sein? Einen logischen Grund für diese Absonderlichkeit gibt es – wie bei vielem Sprachlichen – nicht. In der Tat schrieb Grillparzer – auch so ein Österreicher – 1813 in »Des Meeres und der Liebe Wellen« energisch: »Noch ist mir meines Vaters Helm und Schwert« und meinte damit »gehört mir«. Ich hab’ das von einem ausführlichen Artikel über sein als besitzanzeigendes Pronomen, hier: https://grammatikfragen.de/showthread.php?285-Sagt-man-quot-Das-ist-mir-quot-oder-quot-Das-ist-meins-quot-Ich-wurde-im-Norden-Deutschlands-entsetzt-angeschaut-als-ich-sagte-quot-Das-ist-mir-quot-.-Woran-liegt-das-Danke-im-Voraus !

Die Grimm-Brüder schreiben (in ihrer durchgehenden Kleinschreibung): »eine weitere gruppe für sich bilden die ausdrücke für ein besitz- oder eigenthumsverhältnis. hier verwendet die deutsche sprache den genitiv und den dativ«. Zum Dativ schreiben sie: »diese nicht gerade häufige fügung entspricht genau der lat. mihi est«. http://woerterbuchnetz.de/DWB/call_wbgui_py_from_form?sigle=DWB&lemid=GS25448&hitlist=&patternlist=&mode=Vernetzung – Stichwort SEIN verb. esse, Unterpunkt 13) – eine weitere Gruppe …  a) der Dativ-Fall. 

Die Lösung steht bei den »Grammatikfragen«: Erlaubt ist beides, mir auch. Doch wie immer setze man Sprache bewusst ein, im Blick auf den Leser, mit Auffälligkeiten, wo man sie als Autor setzen will, und nicht bloß als Gag zur Ablenkung.

Links:

https://grammatikfragen.de/showthread.php?285-Sagt-man-quot-Das-ist-mir-quot-oder-quot-Das-ist-meins-quot-Ich-wurde-im-Norden-Deutschlands-entsetzt-angeschaut-als-ich-sagte-quot-Das-ist-mir-quot-.-Woran-liegt-das-Danke-im-Voraus

Belgard: https://de.wikipedia.org/wiki/Bia%C5%82ogard  

https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Fuchs (1906—2005)

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Grillparzer 

Link hierher https://bit.ly/fj32rBhMe
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