17. März 2019

Fahrrad Pumpe Reparatur

Bycicle Pump Repair Reparieren Fahrradpunpe Velo Reifen Luft Druck Ventil usw.

1. Einfache Pumpe, Handpumpe


Eine gewöhnliche Fahrradpumpe. Oben ist in den Griff ein kurzer Schlauch eingesteckt, im Bild schon halb herausgezogen, der zum Pumpen in das andere Ende der Pumpe eingeschrubt werden muss. Erst dann kann man den Schraubverschluss, im Bild ganz rechts, auf das Fahrradreifenventil aufschrauben. Dabei sollte man aufpassen, dass man die ganze Pumpe dabei mitdreht, statt das Schläuchchen unten ein und oben auszuschrauben …


Ob die Pumpe funktioniert? Dazu hält man sie am unteren Ende zu und pumpt. Es muss sich deutllich Druck aufbauen. Der Pumpenkolben darf nicht einfach leer hinein und hinaus gehen.
Die Pumpe pumpt nicht? Wohl lange nicht benützt? Na, dann schrauben wir sie auseinander.



Bittesehr: Da ist vorn ein Kolben aus Gummi auf den Kolben geschraubt, aus Gummi, Weichplastik, Leder, was weiß ich. Der Kolben muss Luft ansaugen, wenn man ihn herauszieht, und dicht schließen, wenn man hinein pumpt. Dazu muss die Dichtung (der Kolben) etwas elastisch sein. Liegt die Pumpe lang unbenutzt herum, wird das Ding hart und tut’s nicht mehr.




Dann fettet man’s ein wenig ein. Professionell mit dickem Fett, »Staufferfett« mit drei f, notfalls geht auch Margarine …




2. Fußpumpe

So Fußpumpen – hier von schräg vorne unten gesehen – haben am Ende der Kolben- und Röhrchenkonstruktion einen Schlauch dran, dess Ende man dann auf das Ventil klemmen kann.
   Dieser Schlauch geht gerne ab oder schließt nicht mehr dicht an der Pumpe. Dann bleibt der Druck weg beim »Pumpen«.
   Zu erkennen ist das Leck durch pfeifend entweichende Luft.
   Sicherheitshalber zieht man den Schlauch ab, hält zu, und dann muss sich Druck aufbauen.
   Man schneidet ein Stück vom vielleicht ausgeleierten oder mit der Zeit unelastisch gewordenen Schlauch ab und steckt ihn frisch auf.

Am besten hat man sich eine Schlauchschelle gekauft und klemmt den Schlauch damit ordentlich fest, siehe Bild. Die Schlauchschelle ist ganz vorne zu sehen. (Als Laie hatte ich Schlauchklemme gesagt, für den Fachmann ist das aber etwas anderes. Schlauchschellen nennt man auch Schlauchbinder, in der Schweiz meist Briden oder Schlauchbriden.)
   Man mag auch einen Kabelbinder fest herumspannen.
   Zur Not tut’s universeller Gartendraht (Bindedraht, Blumendraht, Pflanzendraht), aber festgedreht, festgezwirbelt.
   Nachher vorn zuhalten und druckprüfen.

Link hierher http://j.mp/2UFIoKV
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/fahrrad-pumpe-reparatur.html

16. März 2019

Zeitläufte – mit zwei t


Quelle Wikipedia, reversiert von mir
Zeitläufte finde ich nicht im Online-Duden. Gegoogelt findet’s sich noch beim Spiegel’schen Zwiebelfisch. Da kommentiert schon vor zehn Jahren ein 
   Carl 07.02.2009, 10:56 24336. Hyperschwurbel:
   Zitat von Gunhild Simon »Thomas Mann gebraucht es in den Josephsromanen*). Mir ist die Textstelle nur vage präsent. Jedenfalls wären die Zeitläufte nicht austauschbar gegen Zeitläufe. In dem Zusammenhang muten sie eher wie etwas Übergeordnetes, Ewiges, Nicht-Menschengemachtes an. So ähnlich empfinde ich das auch; es schwingt das Schicksalhafte mit, dem der Mensch unterworfen ist.« Als Bild schwebt mir ein großes Wassermühlenschaufelrad vor, das im ewigen Kreislauf aus dem Strom des Laufs der Dinge schöpft, sammelt und kanalisiert. (Na ja, ich geb's zu, reichlich verschwurbelt, mein Bild, aber vielleicht ahnt man, was der Verfasser uns damit sagen will...)
   Doch genauer. Hier lese ich:
»Einen kleinen Stolperstein offenbart die Frage, ob es Zeitläufe oder Zeitläufte mit ›t‹ heißen müsse. Obwohl es so klingt, als habe Friedrich der Große seine ausgemusterten Soldaten als Schulmeister auf die Dorfjugend losgelassen, heißt der Ablauf der Zeit und der Jahre hochsprachlich nach wie vor Zeitläufte. Bei -läufte handelt es sich um den Plural der heute nicht mehr gebräuchlichen Substantivbildung der Lauft (Lauf). Kluges Etymologie und der Wahrig zum Beispiel kennen nur den Plural ›Zeitläufte‹ mit ›t‹, aber der Duden wäre nicht der Duden, wenn er nicht für jede Sprachschluderei in seinen Publikationen doch noch eine Verwendung fände. Er definiert den Begriff Zeitläufe für Wettkämpfe, bei denen die Teilnehmer einzeln starten und die Reihenfolge später nach der erzielten Zeit festgestellt wird.« 
*) Denn schon Abrahm soll gesagt haben: »Jahwe el olam«, »Jahwe ist der Gott aller Zeitläufte«, trotz den Namens Jahwe Unaussprechlichkeit bei den Juden (Quelle hier). Doch das übersetzt wohl nur der wortgewaltige Thomas Mann so. Und vielleicht auch nicht. Im Online-Roman finde ich keine ›Zeitläufte«.

Peter Schmachthagen zu den Zeitläuften

Mein Gefühl: tempora labuntur tacitisque senescimus annis... hier mehr

Die Zeitläufte im Wiktionary  
• Zeitläufte im digitalen Wöterbuch der deutschen Sprache 
• Bei der Wortbedeutung brav dabei 
• Nicht im »großen Wörterbuch der deutschen Sprache«. Dort soll der Wahrig verbaut sein
• Nicht im Pons  

Link hierher http://j.mp/2Uz3KJU
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/zeitlaufte-mit-zwei-t.html

14. März 2019

Sozialneid-Statistik

Quelle: Neue Zürcher Zeitung, 13.3.2019 (internationale Ausgabe)
Nachzulesen online auf http://j.mp/2UCsBg6 =

1. Frage: «Ich fände es gerecht, wenn die Steuern für Millionäre stark erhöht würden, auch wenn ich dadurch persönlich keinen Vorteil hätte» Ja – Nein
2. Frage: «Ich wäre dafür, die Gehälter von Managern, die sehr viel verdienen, drastisch zu kürzen und das Geld an die Angestellten der Unternehmen zu verteilen, auch wenn diese dadurch vielleicht nur ein paar Euro im Monat mehr bekämen» Ja – Nein
3. Frage: «Wenn ich höre, dass ein Millionär mal durch ein riskantes Geschäft viel Geld verloren hat, denke ich: das geschieht dem recht». Ja – Nein

Sündenbockfrage: 
   «Superreiche, die immer mehr Macht wollen, sind schuld an vielen Problemen auf der Welt, etwa an Finanzkrisen oder humanitären Krisen.» (Hervorhebungen durch mich.) Ja – Nein


Permalink hierher: http://j.mp/2UIlAdm
   =  https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/quelle-neue-zurcher-zeitung-13.html

Dazu auch etwas Dagobert Duck: http://j.mp/2JouHKb =
    http://blogabissl.blogspot.com/2008/03/reichtum.html

12. März 2019

Wetterdirekt-Wetterstation ausgefallen

Auf gute Stromversorgung achten!
 
So sehen sie aus, die Wetterstationen, oder so ungefähr. Außer der tatsächlichen Innen- und Außentemperatur zeigen sie eine Prognose für die nächsten vier Tage in der Region, in der man ist.
   Dazu empfangen sie ein terrestrisches Signal mit diesen Daten, die angeblich über Satellit an die Sender kommen, von denen die einzelnen prophetischen  Haushaltsgeräte dann zehren. Also sind Wetterstationen von Wetterdirekt.com irgendwie satellitengesteuert – nur halt höchstens indirekt.
   Bei Wetterdirekt liest sich das so: »Die Prognosen der Wetterdirekt-Stationen berechnet das Meteorologenteam von WetterOnline aus globalen Wetterdaten. Mehrmals täglich wird die Entwicklung für 50 deutsche Wetter-Regionen per Satellitentechnik über ein nationales Funknetz kostenlos und vollautomatisch auf die Station gesendet, ausführlich und immer aktuell.« (Früher waren 60 Regionen angegeben.) So weit, so gut.
   Mein erster Bericht über die Technik erschien 2007, hier. Die angezeigte Zeit kommt allerdings nicht aus Mainflingen. Hier: »Die Uhrzeit wird mit den Wetterdaten empfangen. Ein direkter DCF-Zeitzeichen-Empfang ist nicht gegeben. Durch diese Art der Zeitübertragung kann die Uhr der Wetter-Datenstation bis zu 2 Minuten von der DCF-Zeit abweichen«. Antworten auf weitere Fragen hier. Und hier ist die Betriebsanleitung. Wichtig ist nur:

Die Station kann aufgrund des lokalen Funknetzes nur in Deutschland betrieben werden.

Meine Station gab jüngst den Geist auf, als ich die Batterien wechselte, zwei dicke »Baby«-Zellen (Größe C). Es kam nur immer die Laufschrift. Sonst tat und tat sich nichts. Ich wechselte den Standort, ich ließ die Batterien eine Zeitlang draußen, nichts half. Nach ein paar Tagen waren nur die Batterien leer, und ich hatte nichts davon gehabt, sechs Euro futsch.
   Aha: Bei der anfänglichen Suche nach dem zugehörigen Sender braucht die Station viel Strom. Wenn da die Spannung zu schwach ist, dann findet die Station ihren Sender nicht.
   Ich habe die Station dann mit einem billigen Netzgerät ordentlich versorgt, und sie ging wieder, wie zuvor mitten in der Wohnung. Erfahrungsgemäß – aber wie stets ohne Haftung – schadet kurzzeitig falsche Polung nicht, da passiert halt nur nichts. Doch die Spannung sollte nicht allzuhoch sein, nominal 3 V.

Laut Bedienungsanleitung sollte die Uhrzeit nach 30 Minuten angezeigt werden. Die übertragene Uhrzeit entspricht der Genauigkeit einer normalen Quarzuhr (maximale Abweichung +/- 2 Minuten). Nach 6 Stunden sollten erstmalig Wetterdaten empfangen werden.

Gestern lief das so ab:
UHRZEITEMPFANG
Nach fünf Minuten hatte er die Zeit, zeigte sie kurz, und schaltete dann auf
WARTEN AUF EMPFANG DER WETTERDATEN
Und das dauert dann … gestern bis heute früh!
   Danach noch beim zugehörigen Außentemperaturfühler kurz eine Batterie ausklinken, dann ihm wieder Strom geben, und alles sollte wieder laufen. – Tut’s aber nicht immer. Bedienungsanleitung: »Werden die Außenwerte nicht empfangen, erscheint „- -“ auf dem Display. … Bitte beachten Sie, dass während des Erstempfangs von Wetterdaten und Uhrzeit der Außensender vorübergehend nicht empfangen wird.… Beachten Sie, dass Sie für den Neustart immer die Batterien in Sender und Empfänger innerhalb von einer Minute einlegen müssen«. Wie soll das gehen, wenn der Prozess Stunden dauert? 
   Die Geschichte ist komplizierter. Aus den FAQs: »Bitte beachten Sie hierbei, dass ein vorübergehender Verlust des Außensenders nach der Inbetriebnahme normal ist. Zum Empfang von Wetterdaten, Datum und Uhrzeit wechselt der Empfänger der Station zu einer anderen [Empgangs-]Frequenz. Erst wenn diese Daten erfolgreich empfangen wurden, erscheint die Außentemperatur wieder auf dem Display. … Ein IT-Funkaußensender lässt sich nur innerhalb von 4 ½ Stunden nach seiner Inbetriebnahme einpflegen. Ein Batteriewechsel beim Basisgerät oder auch beim Sender sollte daher immer zusammen mit einer Neuinbetriebnahme beider Geräte durchgeführt werden.« –
   Bei mir zeigte sich nicht einmal OUT --, immer einfach nur die INnentemperatur.
 
Erfahrungsgemäß: 
   Erst Gerät einschalten (Strom geben), warten, bis es nach der Uhrzeit sucht, dann Außensender einschalten (Batterie heraus und wieder hinein), danach durch Drücken von DISPLAY gucken, ob eine »Außentemperatur« (OUT) angezeigt wird (kommt gleich nach IN).

Link hierher: http://j.mp/2Uy5GlZ
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/wetterdirekt-wetterstation.html

11. März 2019

Wenn katholische Bischöfe Frauen zu Priestern weihten?

Bonn, 10.3.2019 abends in St. Remigius. Kardinal Woelki,
der neue Bonner Stadtdechant Dr. Picken,
der bislang kommissarische Dechant Kemmerling.
Siehe http://j.mp/2Uweedc – Foto Jörn
Gestern Abend sprach der Kölner Kardinal Woelki nach der feierlichen Einführung von Dr. Picken als Bonner Stadtdechant noch lang mit Besuchern, unermüdlich, danke!
   Ich fragte ihn, was denn passieren würde, wenn er einmal eine Frau zum Priester weihen würde? Er meinte, dann wäre das wohl ungültig. Ob das schon einmal passiert sei, fragte ich nach. Daverwies seine Eminenz auf geheime Weihen in der kommunistischen Tschechoslowakei. Wir haben dieses informelle, freundliche Gespräch nicht weiter vertieft. Er zeigte sich gut informiert, und ich hatte die Anregung platziert.
Inzwischen weiß ich mehr über die tschechischen Priesterinnen, jedenfalls über die Brünnerin Ludmila Javorová, deren Leben in der englischen Wikipedia beschrieben ist, samt der Problematik ihrer Priesterweihe: “The Catechism of the Catholic Church states that an ordination ceremony performed on a woman would be invalid as well as illicit” – ungültig und unerlaubt. Schon Thomas von Aquin soll das so gesehen haben. Die Weihe erhielt sie von Bischof Felix Maria Davídek.
   Die Weihe war am 28. Dezember 1970. Insgesamt sollen etwa fünf Frauen ordiniert worden sein. Javorová ist die einzige, die nachher öffentlich bekannt wurde.


Links

http://www.wir-sind-kirche.at/artikel/entstehen-ziele-und-leben-der-verborgenen-kirche-der-tschechoslowakei
»Aus einer vertrauenswürdigen Quelle 103) [›die ich ohne ihre Zustimmung nicht zitieren darf‹] wissen wir, dass der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger [der spätere Papst Benedikt], es 2002 abgelehnt hat, den Zweig der geheimen Kirche von Davídek gerade wegen der Weihe von Frauen zu Priesterinnen und verheirateter Männer zu Bischöfen zu rehabilitieren. Und so sind heute viele ›Treuen‹ ins Abseits geraten 104).«
   Die Priesterweihen sollten ein sicherstellen, dass unter allen Umständen selbst heimliche Riten möglich bleiben Und Frauen wurden ordiniert, weil sie weniger suspekt waren als Männer.
   Die Nachfolge Christi, Lehre, Sakramente sieht die Kirche wohl als Nachfolge der Jünger Jesu – alle männlich, gelöst von ihren Familien. (Wie keusch sie waren, ist vermutlich nicht überliefert.)
 
• Roman “Out of the Depths: The Story of Ludmila Javorova, Ordained Roman Catholic Priest

Hans Küng zeichnet 2011 Ludmila Javorová aus:
http://www.wir-sind-kirche.at/sites/default/files/pr11_feier_widm_ludmila_de.pdf

• Theologisches Plädoyer für die Frauenordination aus dem Jahr 2016:
https://www.feinschwarz.net/frauenordination-notwendendes-zeichen-der-zeit/

• Zur Rolle der Frau bei Aquin

• Der römisch-katholische Katechismus zur (Priester)weihe, Absatz 1577 ff
http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P53.HTM

»1577 „Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann [vir]" ( [link] CICcan1024). Jesus, der Herr, hat Männer [virigewählt, um das Kollegium der zwölf Apostel zu bilden [VglMk 3,14-19; Lk 6,12-16], und die Apostel taten das gleiche, als sie Mitarbeiter wählten [Vgl. 1 Tim 3,1-13; 2 Tim 1,6; Tit 1,5-9], die ihnen in ihrer Aufgabe nachfolgen sollten [VglKlemens vRomKor. 42,4; 44,3]. Das Bischofskollegium, mit dem die Priester im Priestertum vereint sind, vergegenwärtigt das Kollegium der Zwölf bis zur Wiederkehr Christi. Die Kirche weiß sich durch diese Wahl, die der Herr selbst getroffen hat, gebunden. Darum ist es nicht möglichFrauen zu weihen [VglMD 26-27; CDFErkl. „Inter insigniores"].«
»1579 Mit Ausnahme der ständigen Diakone werden alle geweihten Amtsträger der lateinischen Kirchenormalerweise aus den gläubigen Männern gewählt, die zölibatär leben und den Willen haben, den Zölibat ›um des Himmelreiches willen‹ (Mt 19,12) beizubehalten

Da hilft keine Berufung, Frauen dürfen nicht einmal Diakone werden! Siehe auch http://j.mp/2pJxfeh.
»Wer Anzeichen wahrzunehmen glaubt, dass Gott ihn zum geweihten Dienst beruftmuss seinen Wunsch demütig der Autorität der Kirche unterbreiten, der die Verantwortung und das Recht zukommtjemanden zum Empfang der Weihen zuzulassen

• Link hierher  
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/wenn-katholische-bischofe-frauen-zu.html

10. März 2019

linguistisch – Eigenbezeichnung, Fremdbezeichnung

Am Anfang stehe ein Zitat aus dem Online-Duden:

Die Bezeichnung Neger gilt im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend und wird deshalb vermieden. Als alternative Bezeichnungen fungieren Farbiger, Farbige sowie Schwarzer, Schwarze; letztere Bezeichnung ist z. B. in Berichten über Südafrika vermehrt anzutreffen, wohl um eindeutiger auf die schwarze Bevölkerung (etwa im Unterschied zu Indern) Bezug nehmen zu können. In Deutschland lebende Menschen mit dunkler Hautfarbe wählen häufig die Eigenbezeichnung Afrodeutscher, Afrodeutsche, die zunehmend in Gebrauch kommt.

Soweit, so gut, Schwarzer also. Meine Gedanken zum Konnotationswandel von »Neger« findet man hier. Generell entstehen und wandeln sich Wörter mal gar nicht (Jude), mal öfters (175er, Schwuler), mal ganz oft (Mohr …). Es lässt sich vielleicht eine linguistische Wortherkunft dazu finden, den Konnationswandel bestimmen aber die Beteiligten und das dann meist aus Nachahmung.

Heute geht’s mir um den Begriff und die Verwendung einer »Eigenbezeichnung«, Synonym »Selbstbezeichnung«. Die Eigenbezeichnung, Selbstbezeichnung oder das Autonym ist wie sich der Benannte selbst nennt, etwa: »Ich bin ein Südtiroler«. Südtiroler ist da die Eigenbezeichnung, die hier praktischerweise gleich dem »Gegenteil«, der Fremdbezeichnung, dem Xenonym ist. Doch schon ein Mailänder (Fremdbezeichnung) nennt sich anders: Milanese (italienische Eigenbezeichnung).
   Genaugenommen ist eine Eigenbezeichnung nicht die eines einzelnen zur jeweiligen Gruppe gehörenden Sprechers – ein Südtiroler kann auch ein Italiener sein, staatsbürgerlich (also sportlich) ist er das sogar in der Regel immer –, und ein Südtiroler italienischer Muttersprache würde ich vielleicht Alto-Atesino nennen, oder weniger pointiert sagen: « Sono dall’ Alto Adige », ich komme aus Südtirol. (Wenn ich Italienisch spreche, sag’ ich das so. In der Bozner Volksschule mussten wir 1948 noch »Hochetsch« zu Südtirol sagen! Heute ist der Begriff meines Wissens ausgestorben.)
   Die Eigenbezeichnung bezieht sich gemeinhin auf Sprecher der örtlichen Sprache. Man lese dazu bei https://de.wikipedia.org/wiki/Volksbezeichnung das kluge Kapitel Bildung und Problematik.

Variante A. Politisch korrekter Sprachgebrauch will es, dass sich auch der »fremde« Sprechende oder Schreibende möglichst an die Eigenbezeichnung hält. Ein deutliches Plädoyer dafür hier: »Meine Meinung ist dazu ganz klar: In dem Moment, in dem sich jemand durch einen Begriff gekränkt fühlt, ist dieser tabu.« (Der Schreiber ist dadurch fremdbestimmt.) Die Frage, ob der Beleidiger oder der Beleidigte daran »Schuld« ist, wird meines Erachtens immer im Einzelfall abgewogen werden müssen. 
   Doch weiter: Die Eigenbezeichnung kann dann je nach Sprache des Schreibers leicht abgewandelt werden, ums auch dem Leser gefälliger zu machen, etwa grammatikalisch. »Wir nennen uns uruguayos oder orientales«, schreibt das aktuelle NZZ-Magazin in einem Artikel über eine Weinbar in Montevideo. Warum wird dort auch erklärt. Also würde man im Deutschen wohl Uruguayer oder Uruguayaner wählen, und höchstens in Kreuzworträtseln Orientale, schon weil bei uns die Bezeichnung für einen »Bewohner des Orients« (Duden) traditionell was anderes bedeutetMan muss ja nicht mir jedem Wort ein Fass aufmachen …
   
Variante B. Kommunikationstechnisch optimal ist eine Bezeichnung, die der Leser oder Hörer leicht versteht, die er üblich kennt und verwendet. Kein Mensch spricht von einem Fernsprecher, wenn er telefoniert.
   Ich könnte Ihnen einen Vortrag geben über Wortwahl – immer den vermuteten Leser im Auge, und wie er was auffasst, welches Wort »aufgedotzt« werden soll, was ironisiert werden soll, vielleicht, historisierend (Abort für WC), gelegentlich tatsächlich etwas abfällig, aber nicht persönlich gemeint (Quotenfrau, Pflichtneger als Figur in einem Stück, nicht als Schauspieler), etwas affektiert-gebildet (Autonym). In einem technischen Artikel verwendet man zum sicheren Verständnis immer denselben Begriff für dasselbe, in einer Erzählung mag man variieren (variatio delectat …), und so weiter. Ich plädiere effizient für eine bewusste Wortwahl beim Schreiben. Das mag überholt sein, weil inzwischen mehr geschrieben als gelesen wird: Da mag der (seltenere) Leser selbst herausfinden, was ihm da gesagt werden soll.

Links


• Wikipedia-Liste von Eigenbezeichnungen [Synonym: Selbstbezeichnungen] ethnischer Gruppen – wohlgemerkt nicht anderer Gruppen, von Adivasi bis Unangan (Bild Wikipedia)
• Thema Volksbezeichnung bei der Wikipedia. Synonym für Volksbezeichnung ist Demonym.
• Schönes Beispiel: die Ladiner.

Link hierher http://j.mp/2UzVauF
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/linguistisch-eigenbezeichnung.html

6. März 2019

1962: »Neger«?

English summary. Colored used to be the correct word in America, but Neger in Germny, back in the 1960s. Example: the film “To Kill a Mockingbird” and its German version.
 
Die Kinder lauschen.
Charles Baker “Dill” Harris
(John Megna)
berichtet von oben.
Wer sich heute den alten Film mit Gregory Peck ansieht, »Wer die Nachtigall stört«, deutsch, wird nach 23 Minuten erschrecken. Der Junge auf der Räuberleiter, Charles Baker “Dill” Harris, gespielt von John Megna, berichtet aus dem Gerichtssaal: »Jetzt seh’ ich eueren Vater und einen Neger …«. Weiterhin wird konsequent von »Neger« und »Negern« gesprochen, ohne sich dabei etwas zu denken.
   Die Geschichte spielt in den Dreißigerjahren. Der Film entstand 1962, ebenso die deutsche Synchronisation, was alles gut in der Wikipedia nachzulesen ist, deutsch und auch englisch.
   Heute »gilt der Ausdruck ›Neger‹ als stark diskriminierend«, warnt der Duden, und die Wikipedia lässt sich auf lange Erklärungen ein wie: »Einher gingen diese Konstruktion einer Rasse und die Etablierung des Begriffs ›Neger‹ mit dem großen politischen und wirtschaftlichen Faktor des transatlantischen Sklavenhandels.« Der Stern belehrt uns im April 2015: »Beim Wort Neger sind sich alle einig: Es hat in der deutschen Sprache nichts zu suchen«.
   Ich erinnere mich noch daran, den Schwarzweißfilm als Student gesehen zu haben. An Rasse oder Sklavenhandel hatten wir damals gewiss nicht gedacht, an Diskriminierung schon. Es war um Apartheit und Gleichberechtigung gegangen, weshalb dieser Film so wichtig war.
   Also wollte ich jetzt dem offensichtlichen Bedeutungswandel des Begriffes »Neger« nachgehen. Mir scheint, es ging ihm wie mit vielen Begriffen: Sie nutzen sich ab, verändern sich, werden von neunen Sprachmoden überholt, »politisch«. Die Wikipedia wählt sich zum Beleg ihrer Meinungen nach Geschmack passende Zitate aus. Eigene Recherchen (wie diese) macht sie nicht; das muss man wissen. Mir – als Techniker – fällt auf, dass publizistisch immer öfter mit Quellen und Meinungen Dritter statt mit direkten Erfahrungen und eigenen Überlegungen argumentiert wird: sehr akademisch, stets aber sich selbst aus der Sache heraushaltend, schein-neutral. Die subjektive Zitatauswahl des Berichtenden bildet dann die Meinung der »Nachricht«, die dann eigentlich keine mehr ist.
   Doch das möge jeder sehen, wie er mag.
   Mich hat noch interessiert, was damals in Amerika die korrekte Bezeichnung für einen Afroamerikaner war. Dazu habe ich einen akademischen Freund aus Kalifornien befragt und die Originalversion des Films angesehen. “Negro” war in Amerika damals schon nicht korrekt, man sagte “colored”, farbig. Inzwischen gilt:  “… the word we use most often nowadays in the US is black. Some people use African American, but we do not use colored or negro.” – Ein Beispiel Pressemitteilung von Facebook im Juli 2018. Zu Schwarzer siehe unten.
   Hier die Filmausschnitte, englisches Original, dann deutsch (Ich hoffe, dass mir keine »Filter« in die Quere kommen.):


Nun deutsch:

Link zu diesem Post: http://j.mp/2UqG4aA
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/neger.html

Mehr zu Eigenbezeichnung und Fremdbezeichnung im Blog hier.

Zur Bezeichnung Schwarzer schreibt der Duden (März 2019):
Die Bezeichnungen Schwarzer, Schwarze sollten außer als Eigenbezeichnung nur verwendet werden, wenn in bestimmten Kontexten die Hautfarbe relevant ist (wie z. B. in Bevölkerungsstatistiken). In Deutschland lebende Menschen mit dunkler Hautfarbe wählen zunehmend die Eigenbezeichnung Afrodeutscher, Afrodeutsche .
Eine Eigenbezeichnung liegt vor, wenn ein Schwarzer sich selbst als Schwarzen bezeichnet; andere dürfen das nicht.
   Während der Duden also einen »Menschen mit dunkler Hautfarbe« (so wohl p. korrekt) für einen oder eine sich selbst als Schwarze oder Schwarzer Bezeichnende oder Bezeichnenden sieht, wagt sich die Wikipedia schon weiter vor und erklärt: »Die Bezeichnung Schwarze deutet auf eine sehr dunkle Hautfarbe der so bezeichneten Menschen hin. Vielfach werden jedoch Menschen mit allen möglichen Varianten der Hautpigmentierung von dunkelsten bis zu sehr hellen Hautfarben einbezogen, einschließlich Albinos. Daher ist die Bezeichnung ›Schwarze‹ kein Indikator der Hautfarbe, sondern einer rassentheoretischen oder ethnischen Einteilung.«
   Ich persönlich möchte stets so schreiben, dass der Leser, der Adressat gleich und ohne zu stolpern versteht, was ich meine, unabhängig von der »Eigenmeinung« der oder des Bezeichneten. Und da sind uns alte Bezeichnungen oft gewohnter und somit verständlicher als neuere Konstrukte. Die »Konntotation« hängt vom Konnotierenden ab, und neue Konstrukte sind oft unnötig spezifisch einschränkend (etwa Sinti und Roma – ja was denn nun? Sinti und oder Roma? – für Zigeuner oder Afrodeutscher für Schwarzer, der ja vielleicht ein Afroösterreicher ist).
   Siehe auch
  https://blogabissl.blogspot.com/2012/03/fremdbezeichung-vs.html = http://j.mp/2UsSj6v

»Neger« strafbar? Eine Polemik hier.
Ein leicht übertriebenes Plädoyer gegen »Neger«: »Warum ich das nicht mehr hören will ›Neger‹«. Zusammenfassung: »Jemand kann mir zwar erklären, wie es [Neger] gemeint war, aber er muss auch akzeptieren, wie es beim Adressaten ankommt. Das entscheidet nicht der Absender.«

Was man früher als exotische Kuriosität gesehen hat oder als Rollenspiel (Indianerspiele der Kinder, Klub der »Hunkpapas« in Frankfurt) – siehe Völkerschauen – wird inzwischen als absolut ungehörig empfunden.
   Ich habe die »Hunkpapas« noch selbst in den Niddaauen zirka 1980 erlebt. Zitat: »Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte wurde die Ausrichtung des 22. “Indian Councils” an Pfingsten 1972 in Zusammenarbeit mit den beiden ebenfalls in Frankfurt ansässigen Western-Clubs “Wyoming” und “Hunkpapa” auf dem Gelände der letztgenannten [Hunkpapas]. Es wurde mit ca. 1500 Teilnehmern eines der größten in der langen Geschichte des deutschen Western-Hobbys.«

Black Goofy – Pippo Nero

English summary. Mickey Mouse as Dr. House, and the story of the colored MD there.




Korrekt gegoogelt ist »Goofy schwarz« ein stapelbarer Terrassenstuhl mit schwarzem Textilgeflecht für knapp achtzig Euro plus Versand von »Objektmöbel« in Sonnefeld.
   Mir als altem Topolino-Leser geht’s hier aber um eine neue Figur in der Micky-Maus, erstmals von mir entdeckt im Lustigen Taschenbuch (LTB) »Gute Besserung« in der langen, ziemlich unsinnigen Geschichte »Dr. Maus und seine Patienten« aus dem Jahr 2009 Nummer J-2775-1, J-2776-1 usw. von Fausto Vitaliano (Story) und Alessandro Perina (Zeichnungen). Alles also zehn Jahre alt …
   Genannt wird hier der – vermutlich zunächdt der politischen Korrektheit geschuldete Akademiker – »Dr. Goofman«, was diesen »Pflichtneger« eher ab- als aufwertet: Nur mit einem Buchstaben, einem D statt G, wird er zum »Doofman«, krass.
»Goofy« ist wenigstens noch lieb. Goofmans Aussehen ist bis auf die braune Gesichtsfarbe Goofy-gleich, was das Zeichnen erleichtert und nur den Kolorierer betrifft. Die Hände bleiben weiß, was aber den Handschuhen aller Beteiligter geschuldet ist, und keinem Versehen. Haut zeigt Dr. G. sonst keine, und wenn, so war sie immer schon schwarz. Gesicht-Kolorieren in Schwarz ist ja heute ganz tabu, in der Oper, im Karneval oder Fasching.
Erstveröffentlicht wurde die Geschichte im Topolino 2775 vom 3.2.2009. Im Original heißt Dr. Goofman dort « Dott. Fuoriman » – so ungefähr also Dr. Raus-Mann, was mit seinem italienischen Phantasienamen allerdings nichts zu tun hat. Roberta in ihrem Blog weiß mehr: Die ganze Geschichte sei eine Parodie auf die amerikanische Fernsehserie “Dr. House – Medical Division”. Die heißt etwas anders: “House, MD”, also Dr. med. (Medical Doctor) House, deutsch Dr. House. Sie spielt im erfundenen Princeton-Plainsboro Teaching Hospital in Princeton. Dr. Eric Foreman, auch schwarz, aus der TV-Serie wird im Topolino zum Dott. Fuoriman und zu Dr. Goofman in deutsch, schade.
   Wenn man weiß, dass sich Dr. House (Hugh Laurie) in einem Werbespot für Mediaset Premium über Micky Maus lustig macht – siehe Bild –, so geschieht ihm diese Parodie ganz recht. Das Topolino-Original-Titelbild spielt darauf an.
   Im 45-Sekunden-Spot ganz zum Schluss zu sehen ab Sekunde 42.


Link zu diesem Blog-Eintrag: http://j.mp/2UiKpN6
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/black-goofy-pippo-nero.html

PS. Im Französischen heißt der Mann Dr. Goreman,
 siehe den (deutschen) Blog »Dr. House... äh... Mouse«, letztes Bild.

See also «Gambadilegno«:  http://j.mp/2UmJaMV (english)
and about LTBs in general: http://j.mp/2JrYced