9. Dezember 2019

Finding Picasa Web Albums

Don’t try the original human-interpretable link with “Picasa”, like http://picasaweb.google.de/Fritz.Joern/Hooge. It leads nowhere since Google took over.
   Gives an Error 404, “not found”








Finding the album – They are NOT lost!

Look at your complete list of Google Photo Albums.






Open your personal Google Photo (or »Foto«) account, klick Albums (Alben) at the left side, and wait and scroll patiently all the way down and down.






There you’ll find the missing albums chronologically under their original name, in this case »Hooge«.







If you see gray squares at the very end, never mind, these are albums without content (“no elements”, »keine Elemente«), probably produced by mistake.







Former blog entry to this subject (Summer 2018):
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/06/picasa-to-google-photo-albums-after.html


Permalink to this blog entry (“post”)
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/12/finding-picasa-web-albums.html
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Ransmayrs Weg nach Surabaya

Christoph Ransmayr
Der Weg nach Surabaya
ISBN: 9783596142125
Umschlagbild (Teil) Hubert Scheibl
Mein Freund Martin schenkte mir das Buch zum Geburtstag. Von einem Österreicher an einen Österreicher. Es ginge um Kaprun. Ja, das kenne ich, mein Stiefvater aus Oberalm bei Hallein bei Salzburg hatte dort eine Baustelle, in Vorzeiten.
   Kaum fang’ ich’s Lesen an, bin ich aber auf Hallig Hooge. Das kenne ich noch besser, hatte mich doch ein noch älterer Freund, der Schorsch, eines Winters dorthin verführt auf eine Woche Anderswelt. Dank meines miserablen Gedächtnisses sind mir nur lange Wanderungen, ein einfaches Quartier, ein Mittwochnachmittag geöffnetes Lebensmittelgeschäft und Gedanken über die Welt in Erinnerung, sodass wir wieder bei Melancholie und dem Buch sind.
   Also frühmorgendliche Recherche.
   Surabaya klingt mir nach einer Operettenmelodie und ist hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Surabaya. Am End’ der Welt also. Da lasse ich mich noch überraschen. Hooge ist nicht am Weg dorthin, denn Hooge ist auf garkeinem Weg.
   Gegoogelt fällt’s mir wieder ein. Ich kenne Surabaya aus dem Schiffbauerdammtheater, damals in Ostberlin, »Hauptstadt der DDR«, wo ich gerne hinging, als Österreicher, jederzeit.
Nennt sich »Sehnsuchtsort«, und versteckt sich hinter aktueller Werbung, Kerkeling und meiner »Ostalgie« nach Erich Engel, dem bescheidenen Großvater meiner lebenslang Geliebten, rip.
   Nun zu meinem Hooge. Google-Desktop (gibt’s nimmer neu) findet mir mein Hooge.pdf, 2007, schon aus volldigitaler Zeit (mir Thinkpad und Lumix “Travelzoom”); ich stell’s euch später auf www.Siebenfahr.com/Hooge.pdf. Dazu sei gesagt: Steffi ist mit ihren Kindern ausgewandert, Herr Schuldt inzwischen gestorben, und Google hat meinem Picasa-Webalbum http://picasaweb.google.de/Fritz.Joern/Hooge ohne Vorwarnung hinterrücks eine neue, selbst für mich schwer zu findende Adresse verpasst: https://get.google.com/albumarchive/107484383993159578524/album/AF1QipNCGL8NJnQj7Pao_jzNnozGXgUhTbUJHovOndgS .
   (Fortsetzung folgt.)

Links:
   Picasa-Alben wiederfinden

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4. Dezember 2019

ct-Ligatur

Gefragt, wie man eine bestimmte Ligatur (Buchstabenverbindung), die angeblich »bedingte Ligatur« ct, in einen Word-Text bekommt, möchte ich es hier mit – laut meinem alten Tipp http://www.joern.de/tipsn128.htm – mit der HTLM-Eingabe in den Blog probieren, um ersteinmal zu sehen, ob dieser damals private Unicode-Vorschlag noch im Unicode steht. 
   ct als Ligatur würde man heute nur mehr zur Schriftverschönerung nutzen, in der Mitte das c zum t-Querstrich hin verlängern, unten aber nicht. Was im Mittelalter war, weiß ich nicht, nur, dass man mit dem Platz sparen musste, siehe auch das ſ für s. Im Digitalen rate ich von solchen Feinheiten ab, weil man beim Suchen nicht findet, also einen Schlüſſel nicht als Schlüssel, meist nichteinmal einen Schlüßel. Aber bitte.
   Also ab in den HTML-Kode hier im Blogeintragsentwurf.  Zwischen senkrechten Strichen: || – und zurück ins »Verfassen«. Es zeigt sich: nichts, ein buchstabengroßes rechteckiges Kästchen als Platzhalter: 
Screenshot, stark vergrößert, von Unicode E708

Also stimmt mein Tipp nicht, ’s ist nicht »«, sondern eins darunter, aber egal, traurig ist, dass es das gewünschte Zeichen dort nicht gibt, denn auch mit 95143 bekommt man nur .
   Und was sagt die aktuelle Unicode-Tabelle im Netz? Auf https://charbase.com/e707-unicode-invalid-character finde ich:
Wieder nichts, ein “unassigned character” (unzugordneter Buchstabe) zur “private use” (Eigennutzung). Irgendwo – vermutlich in Japan – wird einem ein Emoji »ein Tränentropfen« angeboten, traurig. Die Uni Frankfurt versteigt sich zu einem modifizierten kleinen u mit Tilde und Rückwärtspfeil drüber. Wo die das herhaben? – Von Latex
   Eine private Gruppe, die Medieval Unicode Font Initiative (MUFI), versucht »private« Unicode-Zeichen für Frakturen zu verwenden, hier nachzulesen. Klingonische Zeichen gibt’s da auch.
   Weiter also bei MUFI: https://skaldic.abdn.ac.uk/m.php?p=mufi&i=956 . Alle – im jeweiligen Browser zu sehenden – Buchstaben hier. Das zeigt mir aber nur wieder, dass mein Firefox das E707 nicht kann. In der Verbundbuchstabentabelle kommt eine Ligatur ct allerdings nicht vor (dort nach LIGATURE suchen). Wie auch immer.
   Selbst wenn es einen aktuellen Vorschlag für ein Unicode-ct gäbe, müsste es die jeweils am Bildschirm und am Drucker eingesetzte Schrift geben, die diesen Buchstaben auch hat. Manche von uns haben das am € erlebt. Welche Schriften Mufi-Kodes »können« schreibt Mufi hier.
   In der Schriften Fedra Sans D Heavy (Grotesk) und Minion Pro (Antiqua) fand ich das Ligatur-ct mit einem Verbundstrich oder -häkchen:

Aus der Übersicht bei http://www.typovia.at/index.php/typografie/grundlagen/ligatur , übrigens auch für »mein« fj wie in meinem selbstgemachten blauen Navicon. Ob es dafür einen Kode gibt? Vermutlich nicht, und man muss Latex verwenden. Mehr dazu auf einer interessanten Diskussion über Qu als Ligatur.  
   Speziell zu Microsoft Word berichtet die Wikipedia:
Bei den meisten Microsoft-Programmen wie Word (bis Version 2007) müssen Ligaturen noch als Sonderzeichen eingefügt werden und verwirren daher die Rechtschreibprüfung. Das Emulieren mancher Ligaturen aus mehreren Einzelzeichen gelingt besser, wenn das Schriftdesign des Fonts darauf bereits angepasst ist. Microsoft Word 2010 ist die erste Version von Word, die OpenType-basierte Ligaturen offiziell unterstützt. Hier wird erklärt wie . Eine Fummelei. Hier beschreibt’s Microsoft.

   Verwendet man Ligaturen im durchgehenden Text, sollte man prüfen, ob sie jeweils erlaubt sind – gewiss nicht z.B. bei Wortfugen, wie die Wikipedia an »Kaufleuten« zeigt, wo eben fl nicht verbunden werden darf. Beinerts Typolexikon bringt das Beispiel »Schilfinsel«. Zum sicheren Trennen fügt man einen Bindehemmer ein, einen
zero width non-joiner.

Link hierher http://j.mp/360Ribe
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/12/ct-ligatur.html

Oesterles Europaerwachen

Umschlag des Buches.
Aquarell von Eugen Kucher
»An der Westfront« (1916)
Es geht um den Roman von 2019

Kurt Oesterle (geb. 1955)
Die Stunde, in der Europa erwachte
ISBN 978-3-7496-1004-4, 32 Euro

In drei Nächten oder so hab’ ich den Roman gelesen. Spannend also ist er, und leicht liest er sich, das ja.
   Nur ist er mir Altem (geb. 1941) zu »politisch korrekt« mit seinem »Europa«. Das verkauft sich gut heutzutage. Und doch hat der Roman mit Europa, das gemeinhin inzwischen für die EU steht, nichts zu tun, auch nicht mit Europa als »a Ganzes«. Wenn uns heute New York (seit etwa 1610) näher liegt als die Mark Brandenburg (geg. 1157), dann zeigt das, wie leer uns Begriffe wie »Deutschland«, »Europa«, ja »Amerika« und »Asien« sind, in dieser »globalen Welt«. Außerdem wacht sowas nicht in einer Stunde auf, sondern ist jedem sein eigener Begriff, für einen mehr, für andere nichts als heißgeredete Luft. Doch darum soll’s mir hier nicht gehen; und das ginge auch zu weit hier.
   Die Story ist gut erdichtet, wie für ein Bühnenstück, Bert Brecht, an einem Schauplatz und mit wenig Kulissen spielbar. Das macht’s gut zu lesen.
   Was mich irritierte, ist der Versuch alten Stil und vor allem alte Rechtschreibung einzusetzen. Der alte Stil – ich kenne ihn von den Büchern meines sel. Großvaters, etwa hier –, den fand ich ja noch ganz witzig und »chronistisch« im Sinne von zeitgerecht. »Rasch hatte sich bei einem Glas Sherry, wie es schien, die alte Vertrautheit eingestellt, und Elsie begann ihren Bericht, ohne mit Häme oder Schadenfreude zu rechnen. Ernst und neugierig lauschten die beiden anderen, keine von ihnen unterbrach sie« (Seite 55 auf 56). In einem erdachten Zitat aus der Zeit mag das hingehen: »Doch mittendrin lebt ein großes, seelenstarkes Kind« (Seite 225). Liest sich das nicht glatt wie von der Goltz1.
   Gestört hat mich die alte Rechtschreibung, an der selbst ich inzwischen stocke – an Stellen, die des Stockens nicht wert sind2. Das kann der Zweck eines Schriftsatzes nicht sein. Klöpfer, Narr, der Verlag hätte von mir aus in Fraktur setzen können, das wäre noch zeitgerechter gewesen; die Auflagenhöhe (wird nicht genannt) allerdings wohl geringer. Dabei ist’s gar nicht durchgehend nach alter Schreibung gesetzt, weil die bald keiner mehr kann, vor allem nicht die modernen Silbentrennprogramme3. Was soll das? Ich vermute eine Marotte des Verlags5.
   Interessant finde ich das ganz aktuelle Thema Trauma, das sehr einfühlsam und korrekt – und ohne es beim neuen Namen zu nennen – eingeführt wird. Recherchiert hat Oesterle gut und genau, danke. 
   Schön, ein Juwel fast, ist die Geschichte von Gorm, dem Hund. Auch sie moderner, schon fast modischer Bewusstseinsauffassung  folgend. 
   Ein spannender, den Krieg gehörig grausig beschreibender, kurzer Roman. 
   Wer Grausiges aus dem zweiten Weltkrieg lesen will, nicht Erdichtetes, ganz persönliches, der lese  http://blogabissl.blogspot.com/2017/11/dann-kam-mit-all-seiner.html

–– · ––
Link zum Verlag 
http://www.kloepfer-narr.de/die-stunde-in-der-europa-erwachte/

PS. Für den vermurksten Schriftsatz in diesem Blogeintrag bitte ich um Entschuldigung.


Links
• »Das unsichtbare Denkmal. Zehn Jahre später an der Westfront« fand ich für ab 15 Euro bei Amazon. »Zehn Jahre später an der Westfront. Dieses Buch enthält 200 in Kupfertiefdruck wiedergegebene Original-Fotographien von dem heutigen Zustand der Kampfstätten an der ehemaligen Westfront. 198 S. Folio. Frundsberg Verlag. Berlin. 1928.«
• Der “Song of the Mud” hier: https://www.poetryfoundation.org/poems/57329/at-the-somme-the-song-of-the-mud

• Otto Wiener https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Wiener_(Physiker)


Link hierher j.mp/fj2Psk8L9
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/12/oesterles-europaerwachen.html

   Fußnoten
1) Freifrau Bertha von der Goltz schrieb zum Beispiel »Im Banne des Einen« (eine Art klassischer Lore-Roman), Erstausgabe 1918 bei Bettenhausen.
2) Rechtschreibung siehe zum Beispiel https://blogabissl.blogspot.com/2014/11/rechtschreibreform-letzte-auffuhrung.html

3) Seite 62 Mitte zu-ckenden neu getrennt, statt alt zuk-kenden
4) Das Verb schüttern (seite 227) gibt’s.
5) Überhaupt der Schriftsatz. Selbst hier finde ich Trenn- statt Gedankenstriche, Seiten 252, 255. 


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26. November 2019

Tempora, Tempestas

Vor 1554 erweiterte Caspar Huberinus das Motiv Ovids, 
berichtet die Wikipedia:
   Tempora labuntur, tacitisque senescimus annis;
   Tempora mutantur, nosque mutamur in illis.


Langsam wird man alt, kann ich nur sagen. Wird pingelig. Das ist doch eine Passivkonstruktion, die Zeiten ändern sich nicht aktiv, non mutant, sie werden geändert, sed mutantur! Deshalb wohl ist der Klimawandel auch »ununtrennbar« mit dem Adjektiv menschengemacht verbunden. Oder haben Sie in letzter Zeit vom Klimawandel je »nur so« gehört oder gelesen, ohne das »Menschengemacht«, das diesen Wandel begleitet wie das Wohlverdiente den Ruhestand? Pustekuchen, beides.
   Zurück zu den Zeiten, zum Wandel, der Natur und dem Menschen.
   Die Natur ändert sich. Hier sterben Wesen aus, dort kommen andere, neue. Seit so den Achtzigerjahren haben wie Borkenkäfer in den Alpen, ich kann das bezeugen, und immer weniger Mücken auf den Windschutzscheiben, das auch. »Neophythen« wachsen bei uns am Berg, Akazien etwa, und wir haben sie sogar gepflanzt, weil sie Rutschgebiete (alte Muren) stabilisieren, was inzwischen verpönt ist, wie Douglasien. Nur nichts Fremdes. Die Natur will sich anpassen, der Mensch will, dass alles beim Alten bleibt, bloß das HIV soll aussterben. Dabei will die Natur gar nichts, sie kennt weder freien Willen noch überhaupt Planung und Ratio. Sie lebt nach Darwin und lässt den Fittesten überleben. Was übrigens sehr langsam geht.
   Der Mensch, der sich dank seines Geistes als Nicht-Natur, zumindest als Antagonist zu selbiger empfindet, als »Übertan«, der will das Gegenteil. Weil die Wirtschaft von staatlicher Förderung und gesellschaftlicher Meinung abhängt, wird am meisten und rasch investiert, wenn Altes abgerissen und Neues gebaut wird. Kaum hatte man die Laufzeiten der umweltfreundlichen Atomkraftwerke verlängert, wurden sie wieder »gewendet«. Jetzt sind die Kohlekraftwerke dran, und wenn sie noch so sicher sind und neu. Alle Energie soll direkt von der Sonne kommen und dem Wind. Dass Sonne und Wind nicht so recht regelbar sind, ist noch nicht aufgefallen. Kommt noch.
   Also: 
• Der Mensch will, dass die Natur gleich bleibt, oder besser noch, kühler, wie im letzten Jahrhundert.
• Die Natur will sich anpassen.
• Der Mensch will, dass Technik sich wandelt, von Atom zu Kohle, von Kohle zu Licht und Luft.
   Merke: Wenn was menschengemacht ist, kann das auch vom Menschen wieder rückgängig gemacht werden, genauso, nur umgekehrt. Hybris. Kein Merkstatz sondern Prämisse.

Ein Bekannter hat mich jüngst gefragt, wie sich denn vierzig Millionen Fahrzeuge allesamt über Nacht werden am deutschen Stromnetz laden werden können? Allein die Vorstellung! Ich konterte hybrid, und mit Wasserstoff. Dabei ist die Stromspeicherung in flüssigem Wasserstoff von allen »Akkumulatoren« (im weitesten Sinn) die mit dem schlechtesten Wirkungsgrad. Aber bitte: Sonne und Luft kosten ja nichts, und die Kredite für die Anlagen staatlicherseits auch nichts, weil ja die Zentralbank das Geld druckt. 
   Nur, dass wir noch keine Wasserstoffautos haben. Wie schwer die werden? Wie teuer?
   Strom ist entropiemäßig die edelste Form der Energie, hab’ ich gelernt, weil sich Strom leicht in jede andere Art von Energie umwandeln lässt. Also je weniger Zwischenträger wir zwischen Strom und Fortbewegung haben, desto besser, ja sogar direkt von Sonne und Wind zu Bewegung, das wäre optimal. Segelschiffe. 
O-Bus in Schaffhausen, Foto Stefan Baguette 2005, Wikip.
   Im Ernst: Für die Städte Oberleitungsbusse statt Akkus auf Rädern, für die Autobahnen am liebsten gleich auch. (Gyrobusse haben sich nicht durchgesetzt.) Und Privatleute Bahn fahren lassen, mit ihrem eigenen Auto.
   Und in die Stratosphäre Dreck.
   Und weniger menschengemachtes Bevölkerungswachstum
Erster deutscher O-Bus 1901 in Eberswalde
 ––––––––––––––––––––––––––––––––– für A.S.
Link hierher http://j.mp/2QPhS2K
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/11/tempora.html
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Denken und Meinen

Si vis veritatem, fuga opinionem

Obwohl ich spontan si vis veritas, fugi opinionem gesagt hätte, klingt das zwar besser, ist aber falsch.
   Ganz ähnlich verfälscht eine frühe Meinungsbildung, ein schnelles Meinen die Wahrheit des erst einmal schnell Beurteilten. Der Trend zum Meinen, zum Beurteilen, Abschätzen, ästhetisch und politisch korrekt Einordnen, vielleicht sogar polemisch Überspitzen, gut Sagen, klasse Ausdrücken verfälscht, brutal. Wir kennen das aus der Physik: Da beeinflusst jede Messung das Gemessene, ein Effekt, den es zu minimieren gilt.
   Seit ein paar Jahren – so zwanzig etwa – fällt mir auf, dass Meinung, meist moralische Meinung, im Kommen ist. Sie kommt viel schneller als das Wissen, schon gar das Verstehen, das Einfühlen in eine Zeit. Das ist Absicht. Nachrichten berichten möglichst bereits vor den Ereignissen darüber, etwa »Wie wird Trump über Zölle entscheiden?« bis zu Herumgemeine über Bayern München. Erstmal Abwarten, das ist unsere Sache nicht.
   Am ärgerlichsten wirkt sich »Meinen vor Denken« bei der historischen Betrachtung aus, etwa des Holocaust. Inzwischen werden alle, die damals lebten, zu Nazis. Dabei hätten sie doch alles verhindern können, etwa indem sie Hitler nicht gewählt hätten, ihm nicht zugejubelt hätten. Sonderbarerweise werden aber nicht allen Ostdeutschen die Schüsse an der Mauer vorgeworfen. Ich weiß, der Holocaust – der Name kam hier erst 1978 auf – war ein singuläres Ereignis, ein einmaliger Gipfel der Grausamkeit, mit nichts vergleichbar.
   Doch auch das ist schon ein Urteil, das eigentlich nichts zur Sache tut, wenn ich einmal den Holocaust eine Sache nennen darf, was Anstoß geben mag. Ich bedauere das und sollte gleich aufhören.

Link hierher http://j.mp/2XO9r9l
 =  https://blogabissl.blogspot.com/2019/11/denken-und-meinen.html
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– Besucherzaehler
NZZ 26.6.2019
Bild aus dem Artikel. (Credits dort)
Interview mit einem Prager Historiker und Juden in Palästina, Yehuda Bauer, 93, es schließt damit:
»In Israel ist das Verständnis des Holocaust sehr begrenzt. Im Publikum haben sich Ansichten entwickelt, die völlig falsch sind. Viele Leute glauben zum Beispiel, Hitler habe den Holocaust schon seit dem Ersten Weltkrieg geplant, doch der Holocaust entwickelte sich: 1940 wussten die Deutschen noch nicht, dass sie die Juden ermorden werden. Es ist schrecklich schwer, all dies dem Publikum beizubringen.«
http://j.mp/2LiVZ9h
= https://www.nzz.ch/feuilleton/der-historiker-yehuda-bauer-schlimmer-nationalismus-blueht-ueberall-auf-der-welt-oftmals-ist-er-religioes-gepraegt-ld.1486369
   Siehe »Replik« vom 2.10.2019 int. http://j.mp/2n971UO
   Siehe auch Berliner Zeitung, ausführlicher, persönlicher:
https://www.berliner-zeitung.de/politik/historiker-yehuda-bauer--es-ist-nicht-wie-1933----aber-es-ist-gefaehrlich-31463672

20. November 2019

Automatisches Speichern … wird verzögert – nervt


Word 2003: »Automatisches Speichern für – Name der Datei.doc – wird verzögert

 Ursache
   Word speichert zwischendurch sicherheitshalber periodisch den Stand der Word-Datei. Man braucht das also nicht immer selbst zu machen, was nur alten Hasen Gewohnheit ist: Alt-D für Datei und dann S, Speichern.
   Wo Word – und andere Office-Programme – diese »Wiederherstellen-Dateien« speichern, sieht man mit Extras, Optionen, hier blai markiert:

Word speichert also nach C:\irgendwo. Wo? Das findet man heraus, wenn man diesen »Speicherort ändern« wählt:


Leider ist aber gerade dieser Ordner nicht zugänglich für den Benutzer, und damit auch nicht für’s Word:

Also ändert man diesen verschlossenen Ort zu Sonstwo. Ich habe einen Ordner »Temp« dazu:



Ab jetzt müsste’s anstandslos klappen.
   Ein anderer Trick scheint die Dos-Ebene (Start, cmd, schwarze Box) und md %temp% zu sein, wobei MD für make directory steht. 

Link hierher http://j.mp/2pEeAUS
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/11/word-2003-automatisches-speichern-fur.html

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19. November 2019

Bonn. Shiraz, Schiras, Šīrāz. erstes Essen

Bonn, Friedrichstraße 27. Regen. Die großen neuen Scheiben spiegeln den, der reinschauen will. Innen dann schönes Licht und Blick nach draußen, fast wie aus einem Straßencafé. Leise Klimpermusik, Zither vielleicht, Leiergesang, arabisch? Wer hört’s?
Shiraz Bonn. Aus Datenschutzgründen ohne Speisende. Foto Jörn
Der Chef, Mori Bahzad, freundlich-professionell. Hinter der Theke steht sein Vater, denkt vielleicht zurück an seine Heimatstadt Shiraz, die es schon zweitausend Jahre vor Christus und noch viel länger »vor Mohammed« gegeben hat. Nun ist er hier, Christ, Protestant. Und die vielen Juden aus Shirhaz, fort auch sie. Wie ältere Deutsche spricht er nur leise und respektvoll über Juden, als seien sie das Salz der Erde (Mt 5,13). Dann wechselt er Thema und preist den Rotwein, den Shiraz oder Syrah, Georgien …
Zereschkpolo                                          Foto Jörn

In der Speisekarte ist einem ’s Essen unbekannt: Grillspezialitäten, Eintopfgerichte, Salate. Ich bestelle dann »Zereschkpolo [Berberitzenreis], Hähnchenkeule aus dem Ofen mit Reis und Berberitzen«, in Safran geschmort, mehr dazu hier. Das Gericht schmeckte leicht und lecker, die Berberitzen wie kleine Rosinen herausstechend, schön frisch und zitronig.
   Das Interieur ist wie erwartet orinentalisch-barock, die vielen bunten Bilder wie man sich Tausendundeinenacht vorstellt. Es »feet«, sag’ ich mal.
   Und an diesem einen Tag, einem Mittag schon mehr Gäste als in einer Woche im vormaligen afrikanischen Restaurant oder gar in dem vom georgischen Träumer aus Wuppertal noch davor!
   So war’s, und ich bin’s zufrieden.

Das Restaurant Shihaz
   https://persische-restaurant-shiraz.business.site/

Ein paar Fotos von mir
   http://j.mp/3455maI – aber erst einmal 2 abziehen (substrahieren), dann erst klappt der Kurzlink! Das »maI« ist ein kleines Emm, Ah, großes Ih. Dient alles dem Datenschutz …

Die ferne Stadt …
  Der Garten Persiens »… liegt etwa 700 km südlich von Teheran im südlichen Zāgros-Gebirge auf etwa 1500 m. Das Klima ist relativ angenehm und mild«. 
   https://de.wikipedia.org/wiki/Schiras 

Musik, z.B.
   Nei und Avas: https://www.bia2.com/music/31339
   Shafa-Musik: https://www.youtube.com/channel/UCyrvmyFolcei_36-mMYIS8g, https://en.wikipedia.org/wiki/Shaqa

Früher das Restaurant in der Altstadt, das war anders
   https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g187370-d9829815-Reviews-Restaurant_Shiraz-Bonn_North_Rhine_Westphalia.html  

Selbst Waßmuß war in Shiraz!
   https://en.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Wassmuss#The_Lawrence_of_Persia_against_British%E2%80%93Russian%E2%80%93Persian_coalition_before_WWI
   Waßmuß in meinem Blog: https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/wilhelm-wamu.html


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Dieser Blogeintrag auf http://j.mp/2OqD6RF
= https://blogabissl.blogspot.com/2019/11/bonn-shiraz-schiras-siraz-i-essen.html

Persien mit Teheran im Norden, Schiraz in der Mitte und Isfahan im Süden blau markiert. Karte von 1906
 

18. November 2019

Get rid of, delete Campaign Notifier Malware

Campaign Notifier, also CampaignNotifier in one Word, even CampaignNotifierWindow… as here (shown in Windows 7): 


This “notifier” is an uncalled for piece of software in Windows or in a browser. I tried a number of recipes to get rid of it. None worked for me. 
   As you see, I started the task manager with Ctrl-Alt-Del, looked at running applications, and killed Campaign… .
   (The thing may also be under running services, as LogiOptions… , see below.)

Now details. 

I became aware of Notifier with my old old program from 1996 by http://www.jddesign.co.uk to switch tasks (programs, running apps) with Alt-Tab: Tab2desk . It showed a program I had never called in, and I couldn’t switsch to it. Strange.  
· Notifier was not present in the browser as add-on.
by easyvirusremovalsols., see http://j.mp/32ZxxyO
· Notifier was not an installed program in the control panel as indicated here (Systemsteuerung\Programme\Programme und Funktionen)
· Notifier did not get detected by Kaspersky, by F-Secure, or by Microsoft Security Essentials. Kaspersky for example just calls nuisances like notifier “malvertizing” …
· So far I can see, notifier has as yet done no harm here.

In the registry I found "notifier" at 
· Computer\HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\RADAR\DiagnosedApplications/LogiCampaignNotifier.exe
· HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\RADAR\HeapLeakDetection\DiagnosedApplications\LogiCampaignNotifier.exe
· HKEY_USERS\S-1-5-21-3473372434-2520376616-3695111064-1000\Software\Logitech\SP6 (SP stands for set point.)

   I use a Logitech mouse and I’m happy with it.
   The solution from November 1, 2019, I found at Reddit:
That’s from Logitech SetPoint - to disable it go to SetPoint Settings -> Tools -> SetPoint Options (icon with tools) -> uncheck Analytics & Promotions. Also above it there is Web Updates Configure button - click on it and disable auto updates if you want.

   By Start, msconfig, Systemstart, I found 


Logitech SetPoint is seen here as last line with a parameter “launchGaming”. 
   Looking with the file manager under Programs I found this:
And here is the “LogiCampaignNotifier.exe”. At C:\Program Files\Logitech\SetPointP\Campaign

Click off the check mark, and that should do it – however: Set point notifies you of a low battery in the mouse, and allows all sorts of mouse behavioral training, so: Why not leave it in? 

On September 9, 2019, a Robert comments: In a Win 7 setup, having had Logitech Setpoint installed, the problem persisted until I uninstalled Logitech Setpoint. It used to pop up several times per day eating a lot of memory, if left alone easily consumed over 1.2Mb [of RAM] Has not reappeared once since I removed the Logitech Setpoint application.

As this notifier reappears after each system start, I’ll remove from the autostart. I’ll let you know what happens. 
   Another reversible avoidance trick would be to rename folder Setpoint or its LogiCampaignNotifier.exe, see last screenshot. Then you don’t see it as task.

Permalink to here http://j.mp/2pr8Duc
 =
https://blogabissl.blogspot.com/2019/11/get-rid-of-delete-campaign-notifier.html

Persien mit Teheran, Isfahan und Schiraz, von Nord nach Süd, blau markiert

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17. November 2019

Sehnsucht nach Moral

In einem durchaus technischen Gespräch über Treibhausgase kam mir mein Gesprächspartner zuletzt mit frommer Christenpflicht. Dabei meinte und meine ich nur, wenn schon »Klimamaßnahmen«, dann bitte effiziente, wirkungsvolle.
   Hinterher dachte ich mir: Haben wir Moral und Sitte nicht in Schulen, Gesprächen und Argumentationen seit fünfzig Jahren hintangestellt, verdränt, tabuisiert, um ja niemandem zu nahe zu treten. Kreuze raus aus den Klassenzimmern, Schulgebete erst recht! Wir haben alle Vorschriften sachlich begründet, oft mühsam, etwa »fahr nachts um vier nicht über eine rote Ampel, es könnte blitzen«, statt »sowas tut man nicht!« 
RQ-4 Global Hawk, Foto Bobbi Zapka
Hatten wir noch in der Schule – ich mag’ gar nicht sagen, wie lang das her ist! – diskutiert, ob kriegerisches Kamikazefliegen moralisch erlaubt sei, so tolerieren wir heute Drohnen und »Kollerateralschäden« und andere Schweinereien ohne mit der moralischen Wimper auch nur zu zucken. 
   Abfall, Zigarettenstummel auf den Boden werfen, da mahnt keiner: »Das muss doch dann wieder wer aufkehren!« Vielleicht weil das Straßenkehren (langsam) das Nationalprodukt erhöht, meine ich sarkastisch. Wir wollen dem Anderen (und inzwischen sogar der Anderen) nicht dreinreden. Unsere Wegschaugesellschaft.
   Und doch moralisieren wir andauernd, allerdings abstrakt (wie hier). 
   Ich führe das auf einen Hunger nach Moral zurück – bei sich und ausgeprägter immer beim Anderen.
   Dabei ist Moral fremdgeprägt, von Zeitungen, Lobbyisten, Trends, Populisten und Populistinnen … Selber drüber nachdenken, sich sozusagen die Herkunft einer Moralvorschrift abzuleiten, bleibt aus. 
   Ich erinnere mich noch der Boatpeople während des Vietnamkrieges. Da fühlte ich mich, ehrlich, schuldig dafür, dass auf den freien Meeren nicht die deutsche Kriegsmarine ausrückt und die Flüchtlinge rettet, selbst wenn bloß weit weg »die Völker aufeinander schlagen«. Später haben wir dann Deutschland am Hindukusch (Struck 2002) verteidigt, und tun’s Jahr für Jahr wieder. 
   Heute bin ich gegen Rettungsaktionen im Mittelmeer mit Ablieferung in der EU, Motto: Einen extra unvorsichtigen Bergsteiger fliegt der Hubschrauber auch nicht erst noch hinauf zum Gipfel.
   Wenn schon neues Moralisieren, dann sollte nun auch das Wann und Wie, das Warum oft und offen besprochen werden, vom Kirchen, Besserwissern, in der Schule und in der Politik. Statt das Schwadronieren nur Rechten zu überlassen.
   Moral muss sein!

Link hierher http://j.mp/2rNhEOZ

 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/11/sehnsucht-nach-moral.html 

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