16. Januar 2022

Eine 32-prozentige Buchbesprechung »Bergland«


Ich bin nur bis Seite 63 gekommen, im ersten Roman von Jarka Kubsova: »Bergland«. Frau Kubsova »wurde 1977 in Tschechien geboren, seit 1987 lebt sie in Deutschland«. Da war sie zehn. Nach Studium und Volontariat folgen Arbeit für die Financial Times, den Stern und die Zeit, freie Arbeiten. Dann »lebte Jarka Kubsova sieben Monate lang auf einem Bergbauernhof in Südtirol« (Klappentext), dem Ortlerhof im Ultenal bei Familie Staffler (Danksagung), knapp 1500 Meter hoch. Alles sehr gerade und fleißig sich lesend. Hochachtung. Der Roman ist auch soweit spannend, und aus einer anderen Welt.

Mein Problem ist, dass ich zwar auch »in Tchechien« – für mich genauer in Mähren – geboren bin, aber schon als Zweijähriger nach Tirol und als Fünfjähriger nach Südtirol gekommen bin. Dann war ich neun Jahre in einem oberbayrischen Internat. Ich spreche also bayrisch, kann sarnerisch, und bin als Vielschreiber saukritisch bezüglich Sprache. Bücher lese ich nur mit Bleistift hinter dem Ohr. Ich finde überall Fehler. Neige zum Kritteln.

Der »rote Hahn« ist eine südtiroler Dachorganisation für »Urlaub am Bauernhof«: »Unter 1.600 Bauernhöfe [sic!] findet jeder seinen Traumhof, garantiert!« Kubsova, die die Namen der Beteiligten ändert, schreibt kritisch von einem »goldenen Huhn«. 

Seite 66. »Neulich hatte der alte Paul Tumpfer ihn mit dem Ellenbogen in die Seite gestoßen. ›Du, meine Frau meint, dass das Hemden sind, die man nicht mehr plätten muss … ‹«. Da war ich, wie man hier heroben im sprachbildenden Raum Köln sagt, »geplättet«, »platt«. Fernsehdeutsch hat sich längst über Südtirol gebreitet, ja über den ganzen alemannischen Raum. Mir aber stößt es auf. In Kubsowas Roman besonders, alle paar Seiten wieder. Die Sprache im Süden ist langsam, rauh, zuweilen altmodisch mit schweren Schritten gehend. Was nördlich des Weißwurstäquators klasse klingt, ist im Süden eine »preußische« Sprachsünde, für mich halt. 

Linguistisch erklären kann ich das nicht. Auf Wikipedia das inzwischen übliche Geschwurbel: »Insgesamt beharrt der niederdeutsche Norden sowohl im Bereich der Konsonanten als auch im Bereich der Vokale auf altem Sprachzustand. Der alemannische Südwesten vollzieht nur die lautlichen Veränderungen im Bereich der Vokale nicht; der bairische Südosten trägt zur deutschen Sprache die Diphthongierung bei, vollzieht aber die Monophthongierung nicht.« Lauter Bereiche.

Ich will sagen: Bei uns plättet man nicht, man bügelt. 

Frau Kutzowa hätte sich vielleicht einen Lektor aus der Gegend nehmen sollen. Sie bringt viele Dialektausdrücke schön richtig, sogar die Schreibweise von Namen, und dann wieder zucke ich zusammen (wie ein andermal, als ich den Film »Wer die Nachtigall stört« aus dem Jahr 1962 wieder ansah, siehe meinem Blog von 2018).

Ob »Bergland« – ich merke, dass mich selbst dieser Ausdruck stört, weiß aber nicht warum*) – nun gut und schön oder Kitsch und Krampf ist, historisch aufklärend (es kommt eine Menge italienische Zeit vor) oder romantisierend, das mögen Berufenere meinen. 

»Das Dunkle zog die Sonne an und weckte die schlafende Erde auf. Es war Zeit, den Acker zu bereiten« (Kapitelede Seite 46). Klingt doch schön. Ich aber mäkle wieder, als alter Depp: Was haben die denn dann am Acker »bereitet«?  

Ca. 1950. Pfügen am Oberen Lehen, aus Ackerbau . Rechts die »große Kastanie«.
Bild meiner sel. Großmutter

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

*) Doch. Bergland klingt mir künstlich wie »Naturland«, »Heumilch« (€ 1,90 der Liter + 6.95 Versand) oder »Weidemilch« und »Wiesenmilch« vom »Bioland-Bauern«. Auch Begriffe verbrauchen sich.

Link hierher: https://bit.ly/fj3qzDDoN
 
= https://blogabissl.blogspot.com/2022/01/eine-32-prozentige-buchbesprechung.html

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12. Januar 2022

PIN-Tan ist tot

Für eine Online-Banküberweisung brauchte man in den letzten fünfundviezig (45) Jahren nur ein Btx-Terminal oder einen PC für den Zugriff auf sein Bankkonto und ein Handy. Bevor es Handys gab, hatte man eine Tan-Liste. Tans sind Transaktionsnummern. Manche von uns haben sich daran gewöhnt, gerade weil es so einfach war und verständlich. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionsnummer#Geschichte .

Seit es Smartphones gibt – die ein Vielfaches von Handys kosten und nicht jedermanns Sache sind – möchten alle Organisationen dort Apps ablegen, um visuell präsent zu sein und dort herumzugschafteln.

Nun haben die Banken es hinbekommen, das Pin-Tan-Verfahren für unsicher zu erklären, angeblich vom »Gesetzgeber« ultimativ so gewollt. Wer der Gesetzgeber ist, vor allem, wie man sich dort über den Unsinn beschwert, bleibt unerfindlich.
   Wir sind überhaupt von Gesetzgebern umgeben, die beispielweise anordnen, wieviel eine Krankenkasse für eine Plombe im Zahn zahlen darf, der Rest – etwa die Hälfte und über fünfzig Euro – zahlt der Zahnträger. Der Gesetzgeber ist demokratisch, soviel weiß man. Aber wer der ist, eher nicht. Genug geklagt.
   Warum Pin-Tan jetzt unsicher ist und es 45 Jahre lang nicht war, wissen die Götter.

Beim jetzt abgeschalteten Pin-Tan-Verfahren mussten Sie für jede Überweisung eine neue Bestätigungs-Tan im Handy als SMS lesen und händisch in den PC mit der Überweisung tippen. Zwei getrennte Wege, beide verschlüsselt: PC–Bank und Bank–Handy. Die SMS enthielt Angaben über den Betrag und als Reklame den immer auffällig großgeschriebenen Begriff SEPA. Die Tan war zuletzt sechsstellig. Sicher.

SMS mit der Tan vom Pin-Tan-Verfahren

Und wie geht’s mit dem neuen Verfahren? Ich habe unter exzellenter telefonischer Anleitung auf meinem Iphone 6 eine App namens Secure-Go-Plus installiert, wobei das Plus das Wichtigste daran ist, wie bei DAB+, sonst spielt’s nicht. X Megabyte und ein Passwort, das jetzt zur Abwechslung »Freigabekode« heißt und mindestens acht Stellen lang sein muss mit Groß- und Kleinbuchstaben und Ziffern. Smileys werden nicht genommen, oder?
   Die App können Sie für Ihr Konto, Ihre Kreditkarte und für andere Banken benutzen, mein’ ich.

Hier die Volksbank, Zitat:

  • Sie führen eine TAN-pflichtige Transaktion, zum Beispiel eine Überweisung im Online-Banking oder in der VR BankingApp, durch. [Die Banking-App ist was anderes als die Secure-Go-plus-App! fj]
  • Sie erhalten eine Push-Nachricht [push heißt stoßen, auf Ihr Handy drauf, ohne Ihren Abruf] auf Ihr Smartphone, dass ein Auftrag zur Freigabe vorliegt. (Hinweis: Sind mehrere Geräte für VR SecureGo plus registriert (maximal drei), erhalten Sie die Nachricht auf allen Geräten gleichzeitig.)
  • Bitte prüfen Sie die angezeigten Daten auf Richtigkeit und bestätigen Sie den Vorgang mit dem von Ihnen gewählten Freigabecode (ggf. biometrisches Merkmal [dem Fingerabdruckknopf]).
  • Die Transaktion im Online-Banking bzw. in der VR BankingApp [der anderen App] wird automatisch freigegeben, eine manuelle TAN-Eingabe ist nicht erforderlich.
    (Hinweis: Bei bereits bestehenden OnlineBanking-Anwendungen bzw. FinTS-Software ist ggf. eine manuelle Eingabe einer TAN erforderlich; VR SecureGo plus zeigt in diesem Fall statt der Direktfreigabe eine TAN an.)
  • Sie erhalten eine Bestätigung, dass die Transaktion ausgeführt wurde.
So schaut die App »SecureGo plus« bei der Volksbank aus.
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So. Link hierher zum weitersagen: https://bit.ly/fj3I2mV74
 = https://blogabissl.blogspot.com/2022/01/pin-tan-ist-tot.html
Diese »ungebrandete SecureGo plus geht genauso!
Für eine Marke sagen die Amerikaner brand, sprich bränd. Weil das Rindvieh früher mit einem eingebrannten Zeichen herumlaufen musste. Inzwischen ist branded einfach »einer Marke zugeordnet«.
 
PS. Eben lese ich die zugehörige Phishing-Mail:
»An: design@jorn.de«
»Betreff: Neuigkeiten im Onlinebanking«

Sehr geehrte Damen und Herren

Am 25.10.2021 sind in der Europäischen Union Änderungen an der „Payment Services Directive 2“ (PSD2) in Kraft getreten.
Mit Einführung der PSD2 ist die Volksbank verpfichtet, eine Zwei-Faktor Authentifizierung für den Login in das Online-Banking verpflichtend einzuführen.
Wir haben bereits, wie alle Finanzdienstleister in der Europäischen Union, die Aktualisierungen an den Sicherheitsbestimmungen der zweiten Zahlungsdienstleisterrichtlinie „Payment Services Directive 2“ (PSD2) umgesetzt.
Die höchste Sicherheit Ihres Volksbank Online-Bankings ist unser Anspruch. Durch einen geplante Überprüfung ist uns aufgefallen, dass Ihr Online-Banking noch nicht für die.
Nur durch vollständige Umsetzung aller Maßnahmen kann die Volksbank in Zukunft für noch mehr Sicherheit im digitalen Banking sorgen.
Um die geänderte PSD2 - der sogenannten "Payment Service Directive 2" der Fassung 2021 und die damit einhergehende noch sicherere Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) auch für ihr Volksbank Online-Banking zu aktivieren, ist eine zusätzliche Verifizierung Ihrer Daten und die Verifizierung durch einen Volksbank Service-Mitarbeiter zwingend erforderlich.
Beachten Sie, dass die Umstellung bis zum 31.Dezember 2021 notwendig ist, da wir ansonsten den Login zu Ihrem Volksbank Online-Banking sperren müssen.
Wir bitten Sie, die notwendigen Maßnahmen und den damit verbundenen Aufwand zu entschuldigen.

Weiter

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und einen schönen Tag Volksbank-Raiffeisenbank Security Service


2021 Security Team der Volks und Raiffeisenbanken

 
 

Vielen Dank für Ihre Mitarbeit

Jetzt wieder ich: Phising entdecke ich durch scheinbares Antworten im Nur-Text-Format, wo dann die wahren Link-Destinationen in Klammern aufscheinen:

Von: Volksbank Raiffeisenbank [mailto:financeiro@autopecasbitencourt.com.br]
Gesendet: Donnerstag, 13. Januar 2022 12:59
An: design@jorn.de
Betreff: Neuigkeiten im Onlinebanking
Wichtigkeit: Hoch


       <https://i.imgur.com/aN2A58E.png>          
      Update im Finanzportal          
      Sehr geehrte Damen und Herren

Am 25.10.2021 sind in der Europäischen Union Änderungen an der „Payment Services Directive 2“ (PSD2) in Kraft getreten.
Mit Einführung der PSD2 ist die Volksbank verpfichtet, eine Zwei-Faktor Authentifizierung für den Login in das Online-Banking verpflichtend einzuführen.
Wir haben bereits, wie alle Finanzdienstleister in der Europäischen Union, die Aktualisierungen an den Sicherheitsbestimmungen der zweiten Zahlungsdienstleisterrichtlinie „Payment Services Directive 2“ (PSD2) umgesetzt.
Die höchste Sicherheit Ihres Volksbank Online-Bankings ist unser Anspruch. Durch einen geplante Überprüfung ist uns aufgefallen, dass Ihr Online-Banking noch nicht für die.
Nur durch vollständige Umsetzung aller Maßnahmen kann die Volksbank in Zukunft für noch mehr Sicherheit im digitalen Banking sorgen.
Um die geänderte PSD2 - der sogenannten "Payment Service Directive 2" der Fassung 2021 und die damit einhergehende noch sicherere Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) auch für ihr Volksbank Online-Banking zu aktivieren, ist eine zusätzliche Verifizierung Ihrer Daten und die Verifizierung durch einen Volksbank Service-Mitarbeiter zwingend erforderlich.
Beachten Sie, dass die Umstellung bis zum 31.Dezember 2021 notwendig ist, da wir ansonsten den Login zu Ihrem Volksbank Online-Banking sperren müssen.
Wir bitten Sie, die notwendigen Maßnahmen und den damit verbundenen Aufwand zu entschuldigen.

Weiter <https://www.google.com/url?un=8665204&fa=12595835&cz=37928598778&q=htTPs://c1r.at/6aQzdO8d&sa=D&usg=AFQjCNGsxewSJU-OgKIcZlVMzWZ8ojyJEw>

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und einen schönen Tag Volksbank-Raiffeisenbank Security Service

________________________________

2021 Security Team der Volks und Raiffeisenbanken
     
      Vielen Dank für Ihre Mitarbeit

 

Hier sieht man an den Adressen, dass eine eventuelle Antwort nach .br = Brasilien geht, und nicht an meine Bank.
   Außerdem sollte eine Nachricht ohne persönliche, korrekte Ansprache jeden gleich stutzig machen! Richtig wäre: »Sehr geehrter Herr Jörn,« – obwohl mich die echte App einmal per du angesprochen hat, was sich heute noch nicht gehört.

Personalisierte Kurzlinks aus bit.ly

Kürzere Links, Kurzlinks, statt Rattenschwänzen von nichtssagenden Zeichen, sind einfach zu nutzen. In Mails brechen lange Links nicht am Zeilenende auseinander und werden so ungültig. Nur aussagen tun sie nichts. Man weiß also nicht, wo man am Ende mit einem Kurzlink landet. Deshalb warnen viele davor. Manche Mailsystme weigern sich sogar, Kurzlinks in Mails zu übetragen. Weil sie uns besser schützen wollen, als wir’s wollen. Meht unten*).

Als Kurzlinkproduzent benutze ich – aus einer Auswahl von vielen – bit.ly . Dort habe ich mich kostenlos angemeldet und mir ein Konto gemacht. Die Ergebnisse sind spaäter aufrufbar als bit.ly/ oder j.mp/ .
   Bei bit.ly lande ich auf einer Übersichtsseite, die mir Aufrufstatistiken zu meinen Kurzlinks gibt. (Weil diese Inhalte auch direkt über Langlinks aufgerufen werden können, ist mir die Statistik unwichtig.)
   Rechts oben gibt’s ein rotes Feld CREATE (Hier im Screenshot mit dem Cursor), das dann LINK oder CAMPAIGN zur Auswahl gibt.

Richtig ist CREATE LINK. 

Ich »entere« den LONG LINK, zum Beispiel https://photos.app.goo.gl/Ns1QVwHRdZVhZskp6 und bekomme über CREATE unten den Kurzlink:

j.mp/3njumPF . Achtung: Groß- und Kleinschreibung beachten! (Um die Links kurz zu halten, werden auch Kleinbuchstaben genutzt.) Was ich weniger schätze, ist der Hinweis “This link … cannot be edited.”.

Jetzt der Trick: Ich lade die Seite neu.

Es erscheint der Kurzlink ohne den Hinweis, er könne nicht angepasst werden. Im Gegenteil: Es heißt: CUSTOMIZE BACK-HALF, und das tue ich auch, indem ich einfach ein fj eineditiere, Noch einmal auf CREATE, und fertig ist der personalisierte Kurzlink bit.ly/fj3njumPF gleich – noch etwas kürzer – j.mp/fj3njumPF .

–––––––––––––––––––––––––––––––
*) Unten: Haben Sie Angst vor einem Kurzlink, als sei’s der Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer, so gibt es für Kurzlinks »Auflöser«, die einem erst einmal unverbindlich sagen, wo es da hin geht, wenn man so will. Als Beispiel benutze ich www.ExpandURL.Net.   

Ich gebe in https://www.expandurl.net einmal den Link zu einem Google-Fotoalbum ein:

Im von mir einkopierten Originallink oben (siehe Pfeil) sehen Sie zwar, dass es sich um Google dreht, aber keineswegs das Thema des Albums (wie früher etwa bei Picasa). Als Kurzlink wird Ihnen einer Von Google angeboten: http://goo.gl/m9bn . Fein!

Geben Sie in Expand Short Link aber meinen (durch ein fj leicht personalisierten) Kurzlink ein:

So verrät Ihnen Expand Short Link:



Den Namen des Zieles, also etwas aus der Überschrift aus dem Album (Lebkuchenhäuser) und das volle, lange, kryptische Ziel – das Sie sich mit dem Kurzlink sparen.Fazit: Diesen Kurzlink können Sie gefahrlos nutzen.
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Link zu diesem Blogeintrag: https://j.mp/fj3GnEwWU
 = https://blogabissl.blogspot.com/2022/01/personalisierte-kurzlinks-aus-bitly.html

2. Januar 2022

Against the Grain – a bestseller

€ 15 and more
“Against the Brain” is a 2017 bestseller by James C. Scott. I took the title literally as a German without strong English background . So I thought Scott writes against the corn planting culture in old Mesopotamia, grain being its result. And I said: A silly title, but a fascinating book. 

The German title is even less attractive: Die Mühlen der Zivilisation, The Mills of Civilization.

Even the subtitle is a riddle: A Deep History of the Earliest States, in German: Eine Tiefengeschichte der frühen Staaten. What’s a deep history? Eine Tiefengeschichte? Never heard of. Diving?

Now here’s the solution. The title is actually quite clever:

or French:
  
by Google

Goole – quoted here with screenshots – knows it with most languages: 

Against common sense. That’s the title that makes you curious. A translator’s nightmare, as sayings in most languages are literally different. The double meaning can’t be taken into another language.
   Against the grain is not about cereals, it’s the German intellectual’s (including my) principle of Hinterfragen, asking behind the obvious, doubting a common standard explanation. Starting a reply to a not-asked question with “But …”. But in my opinion that’s different … Great for never ending controversies. The global heat is not a result of CO2
but of too many people flocking the globe, say.

Because Scott favours an unconventional view, argues logically, like a clever detective, the book became a bestseller. I can highly recommend it. – It took me two months ro read it, with pauses, and I read it in English. I don’t advise that. As the vocabluary is not that of a daily paper, I had to look up quite some terms. Reading “over” them would not be fair to the subject.
   What are yeomen? Never read. Or switters. Even Google apparently does’nt know:

Let’s have a look at Merriam-Webster and ask for swidden: 

With a bit of luck you’ll find (at https://übersetzung.cc/englisch-deutsch/swidden):

Unfortunately nobody knows, what a Schwende is. Looking it up in Duden says (at https://www.duden.de/rechtschreibung/Schwende): durch Brandrodung urbar gemachtes Stück Land. 

Finally you can deduce that switteres are: Brandroder.

To enjoy reading the book fluently get the German version!

Heute sind in der Weite der irakischen Wüste nur noch Mauerreste zu sehen. Aber die Gründung der Stadt Uruk am Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. bezeichnet den Anfang der Staatengründung in Mesopotamien. (Bild: Robert Harding / Imago) – Aus dem NZZ-Artikel https://www.nzz.ch/feuilleton/james-c-scott-erzaehlt-wie-die-ersten-stadtstaaten-entstanden-ld.1491744

PS. To translate sayings like “Against the Grain” a simulaneous translator – assuming he has enough time – would say: gegen den Strich (line) – oder wie die Amerikaner sagen: gegen das Korn (grain). If the speaker picks up the grain later on, the translator has prepared the audience for it, for the Korn.

BesucherzaehlerLink to this blog entry https://bit.ly/fj3pMYJQb
 = https://blogabissl.blogspot.com/2022/01/against-grain-bestseller.html

29. Dezember 2021

Feinsicherung flicken


Das ist eine »Feinsicherung«. Es handelt sich um eine Schmelzsicherung. Innen drin ist ein dünner Draht. Wenn da zuviel Strom durchfließt, wird er heiß und brennt (schmilzt) durch, der elektrische Strom kann nicht mehr fließen.  

Wann und wie die Sicherung durchbrennt, steht auf einer der beiden Blechkappen.
•  Erstens die Stromstärke in A, Ampere, und zweitens
•  die Geschwindidkeit, mit der die Sicherung »auslöst«,
    

    FF: Sehr flink
    F: Flink
    M: Mittelträge
    T: Träge
    TT: Sehr träge

Mehr zum Thema auf https://www.westfalia.de/static/informationen/ratgeber/technik/normen_und_kennzeichnungen/kennzeichnung_von_feinsicherungen.html

Ein Tutorial zu Strom spare ich Ihnen; sie sind eh im Internet. Gehen Sie bitte also z.B. auf https://www.teich-filter.eu/solartechnik/volt-watt-ampere-rechner/berechnen , und rechnen Sie sich aus, wieviel Strom eine alte 80-Watt-Birne gezogen hat. Lösung 0,35 A (Ampere). Dagegen eine LED-Leuchte, sagen wir mit sechs Watt (6 W): 26 mA, Milliampere, sozusagen nichts. Eine Vorsicherung für zwei dieser LEDs … Ich probiers später, wenn die Sicherungen kommen.   

Jedenfalls beruhten früher alle Sicherungen auf diesem Prinzip. Was ich hier schreibe, ist also auf alle Schmelzsicherungen anwendbar.

Meine Not-Flick-Anleitung ist aber nicht angeraten, oft sogar verboten. Ich übernehme keine irgendgeartete Verantwortung und distanziere mich völlig von soviel Leichtsinn.

Schon falsch, dieser Ansatz!

Was gar nicht geht, ist, die ganze Sicherung mit Alufolie aus dem Haushalt oder »Stanniolpapier« aus der Schokoladepackung einzuwickeln, und sie so wieder einzusetzen. 

Beschämend (für die »Sicherung«)!
Da können’s gleich einen Nagel nehmen …
No, no, no, nein halt halt!

Sie sichern dann nicht und nichts mehr. Im Störungsfall brennt stattdessen irgend etwas anderes durch, und zwar offen, nicht geschützt in einem Glasröhrchen.  

Man kann auch eine der Kappen der durchgebrannten Sicherung öffnen und Silberfolie hineinstopfen. Die Wirkung ist dieselbe: Eine Sicherung ist das dann nicht mehr, sondern Leichtsinn und Murks. Das zu Schützende im Gerät geht kaputt, und das ist gewiss teurer als die Sicherung.

»Dass man Sicherungen nicht einfach überbrückt, versteht sich von selbst. Damit würde man Menschenleben und Sachwerte gefährden und dabei grob fahrlässig bis vorsätzlich handeln – Schäden zahlen dann in der Regel auch Versicherungen nicht mehr.« – Zitat Westfalia

Die ist richtig, meistens, auch bei mir

So. Also erst reparieren, dann probieren. Und nicht mit einer überbrückten Sicherung.

Das Folgende ist also nicht empfohlen.

Der durchgebrannte Faden kann durch ein dünnes Stück Draht ersetzt werden, etwa eine Einzellitze eines Drahtes aus vielen Drähtchen. Wieviel Strom der durchlässt bis er aufgibt und schmilzt, das weiß man nicht. 

Am Einfachsten ist ein schmaler Streifen Alufolie, oder ein Lamettafaden.

Bei mir hat’s einmal funktioniert, da ist die Feinsicherung durchgebrannt (als Vorsicherung, in Reihe!), und die elektronische Zimmersicherung im Sicherungskasten der Wohnung ist nicht rausgeflogen. Die löst bei 16 A aus, das wären (W=V×A) 230 V × 16 A = 3860 W, mehr als eine Waschmaschine! Das ist in Deutschland so üblich. In Italien fliegt bei derart hohen Lasten die Hauptsicherung raus. So wird der Stromverbrauch des ganzen Landes geglättet, und der Strom kann billiger sein und ist es … Pfiat Gott Germania!

Zurück zum Thema. Mit einer Tabelle der richtigen Silberstreifenbreite kann ich leider nicht dienen. Gewiss  hängt die auch von den Wärmeabzugsmöglickeiten am Einsatzort ab. 

Ich empfehle, sich umgehend einen Satz richtiger, passender Feinsicherungen zu bestellen, etwa bei Pearl unter Bestellnummer NX-3881-913, für sechs Euro

AGT Sortiment Kleinteilebox:
Sortimentskasten Glassicherungen 6 × 30 mm, 5 - 30 A, 48-teilig. – Schade, die waren zu lang, …

Link zu diesem Post https://bit.ly/fj32Mks1i
 =
https://blogabissl.blogspot.com/2021/12/feinsicherung-flicken.html

 Besucherzaehler

12. Dezember 2021

Fernbedienung Lichterkette Anleitung

Bedienungsanleitung Fernbedienung (remote control)
GP Golden Power remote control
Ningbo Golden Power Electronic Co., Ltd.
made in China

8 … normales Dauerlicht normal continuous light


Hinterseite, rear side, verso, einer unbenutzten Fernsteuerung. Lieferstatus, mit transparentem Batterieschutz, unten glänzend. 

• Den Batterieschutz muss man vor Gebrauch herausziehen, damit die Batterie Kontakt kriegt. 

• Eine Fernbedienung steuert alle gleichen Lichterketten (oder -kränze). Keine individuelle Kodierung.  

Mehr vielleicht später. Viel Spass!

Besucherzaehler
Link hierher https://bit.ly/fj3m0qIcD
   =

https://blogabissl.blogspot.com/2021/12/fernbedienung-lichterkette-anleitung.html

Die Original-Betriebsanleitung habe ich Ihnen auf
www.Siebenfahr.com/Lichterkette.pdf 

gespeichert, deutsch und englisch. Im Englischen, zweites Blatt, finden Sie unter “Feature” genau “8 Lighting Modes”: “* The led string lights with 8 modes (Combination, Inwave, Sequential, Sloglo, Chasing, Slowfade, Twinkle, Steady on)”. – Wichtig ist, siehe oben, eigentlich nur die letzte Möglichkeit: steady on, Dauerlicht, und das ist dann durchgezählt die 8. Möglichkeit. Bittesehr. Spielen Sie sich ruhig mit den verschiedenen Blinkmodi von 1 bis 7, nach Lust und Laune. Zum normalen Dauer-An, Dauerleuchten, »Ruhe am Schiff« kommen Sie immer wieder mit der letzten Möglichkeit, der Acht. 

24. November 2021

Simpliciter Et de Plano Ac Sine Strepitu Et Figura Iudicii

Ich habe Ihnen diesen seltsamen lateinischen Satz hier vollständig zitiert, damit Sie ihn wenigstens ordentlich googeln können als solchen 

 a fragment

Simpliciter Et de Plano Ac Sine Strepitu Et Figura Iudicii 

This sentence is quoted in full, so you can google it all along.

I’m no historian, and no man of law, especially not of canon law of olden ages. So I’ll tell you quickly and s.e.e.o. (»salvo errore et omissione», except for error and omission) a story. It might be true.

Here is another key word from AD (anno domini, in the year of the Lord) 1306 and later in the Middle Ages:

saepe si contingit or sæpe si contingit

Clemens V – Wikipedia

saepe
is the name of one of the «Clementines» by pope Clement V (1264–1314 https://en.wikipedia.org/wiki/Pope_Clement_V ) and later popes. Clement V moved to Avignon, you remeber?(https://en.wikipedia.org/wiki/Liber_Septimus#Constitutiones_Clementinae,_1314

Deutsch findet sich hier eine weitere Erklärung: http://hwb-eup2009.mpipriv.de/index.php/Einstweiliger_Rechtsschutz#2._Ursprung_und_Erscheinungsformen

Let’s look at how processes went, back in the 13th century,

The Enciclopedia jurídica explains: Es el origen, respecto del tipo de proceso, de la primacía del proceso de plena cognición (proceso ordinario).
   El proceso antiguo era unitario, pues solamente existía un solo tipo de proceso, para decidir todas las cuestiones litigiosas que se presentasen; sin embargo, el solemnis ordo iudiciorum privatorum tuvo que tolerar el nacimiento o la aparición de nuevos tipos de proceso, en los cuales se esbozaba la diferenciación de tramitación o de procedimiento, por el impulso de nuevas necesidades prácticas; pero es en el derecho Romano-Canónico donde se interpreta en toda de la vida comercial y política del momento, estructurando al lado del solemnis ordo iudiciorum, otro proceso más simplificado y ágil: el proceso sumario (o plenario rápido), que la Clementina «saepe si contingit», concreta en la frase: simpliciter et de plano ac sine strepitu et figura iudicii. El proceso ordinario o común continúa en su primado, pero en ciertos casos, sin que ello importe reducir el conocimiento pleno del juez, se reducen o simplifican sus complicadas tramitaciones, sin limitar por eso las pruebas o la defensa.
   Pero este proceso sumario es de excepción, y solamente podrá recurrirse a el cuando el legislador expresamente lo autorice, y refuerza este carácter una norma de remisión por la cual todo litigio que no tenga señalada una tramitación especial, se regirá por las normas del proceso de plena cognición. La extensión analógica de las normas reglamentarias de éste a otro tipos de proceso refuerza enormemente el primado del proceso de plena cognición, pero tiende a la cristalización formalistica de los procesos sumarios; por otra parte, impide la agilitación de litigios de relativamente sencilla resolución.
   La Clementina «saepe si contingit» da carácter legal a una situación que existía positivamente en la vida jurídica del siglo XIII. Chiovenda dice: «por su parte, el papa, al delegar en los jueces para la decisión de las causas particulares, desde hacia mucho tiempo solía dispensarles de esta o aquella formalidad del proceso ordinario... ». No es raro encontrar antecedentes anteriores al año 1306, fecha de la Clementina «saepe», Ver Gr., En el consulado del mar, como señala fairen Guillén, y en general en el proceso mercantil cambiario a través de los títulos constituidos.

Also have a look at the
   Reflexiones doctrinales en torno a las Clementinas Dispendiosam y Saepe contingit
– el proceso sumario a la luz del utriusque iuris at https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=5845489

Summary procedure, resulting of extensive synergistic work carried out by the medieval legislators of both Laws, was an alternative process to the solemn, [was] more agile and faster. The Saepe Contingit constitution represents the paradigm that will reach its full scholarly maturation on the Bartolus de Sassoferrato’s study about the Constitution Ad Reprimendum. The article briefly explores the steps that lead to the appearance of the summary Rite on the medieval Ius Commune, highlighting the role of Canon law, and in particular the legislative interventions of Pope Clement V, in the making of this process, from the decretals Dispendiosam and Saepe Contingit up to the mentioned Bartolus’s study, as well as its reflection on the Italian statuti comunali

Story. Back in the late middle ages a catholic marriage was promised to be forever, like it is still today. As a result sometimes some of these marriages had to nullified, if a second marriage was on demand. We aren’t Muslims or Mormons. In many cases this demand was urgent: nine months were already too long. So court cases supposed to nullify the original marriage had to be sped up. Clement must have been a clever pope, pracital and common sense. In fact sæpe processes clarified trade disputes. They sped ap trade.
   The bilingual mercantile hub at Bolzano or Bozen boasted its USP: Disputes were cleared in three days, sometimes even by changing the original contracts, but always in good sense.

See the Mercantile Museum of Bolzano web site, auch in deutsch e italiano. They had “a special court founded in 1635 by the Archduchess of Austria Claudia de’ Medici. Its purpose was to resolve every commercial dispute that arose between the merchants during the four international trade fairs.” Normally in three days, even if the dispute continued at second level.
   And visit the museum, in case you come by! It’s in the very center of old town.
   The museum pointed me to the article of
Professor Andrea Bonoldi (Università degli Studi di Trento) «La presta espedittione [sic!] delle liti. Il magistrato mercantile alle fiere di Bolzano (1635–1850). Tra giustizia e mediazione.»
   Here the English summary:

ABSTRACT
This paper examines some issues concerning how controversies between merchants had been solved in the Middle Ages and Early Modern Age. In particular it points out how commercial players always tried to foster [fördern] courts with technical expertise as well as to encourage the adoption of simple and rapid processes. On the basis of literature which faced this topic from the point of view of economic history and history of law, this paper presents some results of a research project concerning the activity of the Fair Court
in Bolzano – the Magistrato mercantile, or Merkantilmagistrat – which operated from 1633 up to 1850. Starting from the analysis of a broad data-base of trial cases, this paper offers some reflections on the activity of this institution and how it worked.#

The article is stored for public access and download at https://www.academia.edu/44749173/Andrea_Bonoldi_La_presta_espedittione_delle_liti_Il_magistrato_mercantile_alle_fiere_di_Bolzano_1635_1850_tra_giustizia_e_mediazione

and locally by me (Joern) as own document (Eigene Dokumente) at
F:\\FA\Andrea_Bonoldi_La_presta_espedittione_de.pdf

Practically I was told: »Theoretisch dauerten die Verfahren in der ersten Instanz einen Tag und in der zweiten Instanz höchstens zwei weitere Tage. Oft wurde der Streit innerhalb der 14 Tage der Messe beigelegt, in Ausnahmefällen wurde er auf die nächste Messe verschoben.«

I summarized: » … Merkantilmagistrats, eines Sondergerichts, das 1635 von der Erzherzogin von Österreich Claudia de' Medici für die Schlichtung von Streitfragen eingerichtet wurde, die während der überregionalen Jahrmärkte unter den Kaufleuten auftraten. Die Verfahren dauerten planmäßig nur einen Tag in der ersten Instanz, notfalls noch zwei weitere Tage in der zweiten. Jedenfalls wurde versucht, einen Streit noch während der laufenden vierzehntägigen Messe zu beenden. Nur selten musste eine Streitigkeit bei der nächsten Messe wieder aufgegriffen werden.«
   Theoretisch dauerten die Verfahren in der ersten Instanz einen Tag und in der zweiten Instanz höchstens zwei weitere Tage. Oft wurde der Streit innerhalb der 14 Tage der Messe beigelegt, in Ausnahmefällen wurde er auf die nächste Messe verschoben.

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https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/YB5HG7LRTTX3AU7WRJT7NSKJTUCT4Y3L

https://books.google.de/books?id=0IasfxMzCIAC&pg=PA189&lpg=PA189&dq=Simpliciter+et+de+plano,+ac+sine+strepitu+et+figura+iudicii&source=bl&ots=7qL_ZWmvwx&sig=ACfU3U32ZaV8IydKjzEJrEaJWOeb8DX6Rw&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwihofOCqoT0AhUa_rsIHRNBA1AQ6AF6BAgNEAM#v=onepage&q=Simpliciter%20et%20de%20plano%2C%20ac%20sine%20strepitu%20et%20figura%20iudicii&f=false

http://www.enciclopedia-juridica.com/d/solemnis-ordo-iudiciorum-privatorum/solemnis-ordo-iudiciorum-privatorum.htm

https://diccionario.leyderecho.org/simpliciter-et-de-plano-ac-sine-strepitu-et-figura-iudicii/ 

In short. I think: Pope Clement had given a “Clementine” (today a fruit only), as divorces went too slow and the fatherless children came faster. The speedy process was later applied in civil rulings. Having people of the trade as judges sped up and made rulings realistic. Would be a good idea for today.
   To speed up criminal cases in Italy I think you can accept all charges and let the judge just set the punishment. But that’s another subject. Fritz Jörn

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9. November 2021

Gendern usw. Duden

Meine Damen und Herren!

Gleich als erstes die Damen anzusprechen, wie hier, ist Höflichkeit. Auch aus dem Mantel darf man ihnen helfen. Nur ein Handkuss geht heutzutage nicht mehr, und ging früher auch nur korrekt, wenn die Dame saß. Tritt eine Dame in den Raum, so stehen die Herren »gefälligst« auf. Die Hand zum Gruße, wenn überhaupt, reicht immer zuerst die Dame. Sonst ist eine kleine Verneigung richtig, mit dem Gedanken im Hinterkopf: »Meine Verehrung, Gnädigste!«. Ob heutige Frauen das wollen?

Jetzt die Rede, egal ob von einer Frau oder einem Mann gehalten. »Meine Damen, meine Herren!« Damit ist aber auch genug, genug der Floskeln. Die Rede soll überzeugen, erinnern, loben, erklären, auffordern – was auch immer. Wer sich angesprochen fühlt, bestimmt nicht der Redner. Manche Zuhörer schlafen ja auch ein.

Gendern verdünnt die Aussage

Bei einem verehrten Prediger lese ich: »Christinnen und Christen sind Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Gesellschaft, in der sie leben.« Ja schon, aber das klingt windelweich herumgeeiert. »Christen gehören zur Gesellschaft, in der sie leben«, oder »sind Teil der Gesellschaft«, das wäre eine klare Ansage. Oder, von mir aus: »der bürgerlichen Gesellschaft«. Gerade die Bibel mahnt in der Bergpredigt zu Kürze, allerdings im Zusammenhang mit Schwören, was die Bibel nicht mag. Stattdessen empfiehlt sie, etwa bei Luther (Mt. 5,37) : »Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel«. Modern klingt das noch kürzer: »Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.«
   Wer »gendert« lenkt die Aufmersamkeit auf Geschlechtsunterschiede, auf eine zweigeteilte Gesellschaft, und damit natürlicherweise weg von der Sache selbst. Meiner Meinung nach denkt der Mensch meist nur einen Gedankengang, entlang einem »roten Faden«, er oder sie »multitaskt« nicht im Gehirn (selbst wenn er vielleicht zwei Sachen gleichzeitig machen kann). Also fehlt der eine Gedanke, wenn ein anderer betont wird. Oder? Zudem berücksichtigt der Gendernde meist nicht die »Diversen«, die in Deutschland seit 2018 anerkannt sind, geschätzt
⅓ ‰ der Bevölkerung.
   »Ich geh’ mal beim Bäcker Brötchen holen«, das ist ein ganz normaler Aussagesatz. »Beim Bäcker oder der Bäckerin« wäre doch geschraubt. Und selbst »in der Bäckerei«, die grammatikalisch weiblich ist, gginge eine Sprachnuance verloren, die zwischen einem Bäcker und einer Bäckerei differenziert. Meist ist mit einem Bäcker eine Bäckerei gemeint. Für mich backt der Bäcker Brot und die Bäckerei – die mir immer nach Feinbäckerei klingt – die Plätzchen. Aber bitte: Feinheiten werden in »gendergerechter« Sprache weggehobelt, Hauptsache man wird der präsumptiven Selbstwahrnehmung des »zarten Geschlechts« gerecht. Ja, woher weiß denn der sprachwählerische Redner, wer im Publikum sich wie angesprochen fühlt. Frauen, hört nur auf die weibliche Form?
   Ich selbst, eher männlich, fühle mich bei der Endung -innen jedenfalls überhaupt nicht angesprochen. Warum sollte ich das?
   Das generische Maskulinum ist da zu weit weg, obwohl es im Deutschen erst einmal generell gilt, immer schon sehr praktisch war und ist, aktueller Gebrauch hin oder her. Auf Wikipedia kann man ausufernde Kontroversen dazu lesen. Kein Ausländer findet Sternchen und ausschließlich weibliche Formen im Lexikon. Muss er sich von einer Chirurg*in operieren lassen?
   Sprache ist, was einer sagt und der andere versteht, ist keine definierte Mathematik, wo 2 + 2 = 4 gilt. Ein Gendersternchen * ist kein Malzeichen, ×. Höchstens ein altmodischer Verweis auf eine Fußnote.

Pierre, Irène, Marie Curie
©Corbis

   Ich hoffe, dass das Gendern eine Modeerscheinung bleibt. Marie Curie bekam ihre zwei Nobelpreise nicht, weil damals Gendern angesagt war. Ich bezweifle, dass Gendern Frauen etwas bringt, aber bitte, das ist Ansichtssache. Die Sprache jedenfalls verhunzt’s.  

BesucherzaehlerLink hierher https://bit.ly/fj3H9iV5a
 =  https://blogabissl.blogspot.com/2021/11/gendern-usw.html

Man könnte unendlich viel sagen zu Gendern und zu modernen »Verbesserungen« von Texten, vom falschen Gebrauch einer Tätigkeitsform wie bei »Studierenden«, die vielleicht mehr feiern als studieren, von »Lehrlingen«, die keine sein dürfen, von ganz harmlos gemeinten Negern oder Zigeunern. Sehen Sie sich meine Neger-Studie an: https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/neger.html .
   Lesen Sie das NZZ-Interview mit Elke Heidenreich vom 10.11.2021 https://www.nzz.ch/feuilleton/elke-heidenreich-ueber-shitstorms-literatur-und-gendersprache-ld.1654095 . Sie sagt deutlich: »Man kann nicht alle Menschen in jedem Satz erwähnen und glücklich machen. Diese Betroffenheitskultur finde ich völlig falsch« und meint konkret: »Das Wort ›Schriftsteller:in‹ ist idiotisch – akustisch, aber auch in schriftlicher Form ist es grammatikalisch falsch. Da schlägt die Hysterie gerade sehr weit aus. Ich glaube aber, dass sich das nicht durchsetzt, denn das ist eine bestimmte Gruppe, die das macht. Das Gendern ist nicht in der Bevölkerung verankert.«

Bei James Scotts “Against the Grain” blieb ich hängen an einem

Dass es im Deutschen ein vielgebrauchtes generisches Maskulinum gibt, übergeht hier Google. Erschrocken über das Gegendere, habe ich dann flugs auch den zugehörigen “hunter” aufgesucht:


Na schön (doch warum ist der Hunter groß? Weil ich’s so eingegeben hatte.) Sie können sich selbst vorstellen, was »Jäger und Sammler« dann heißen müsste, in Genderdeutsch. Nur gut, dass das Google nun doch nicht mitmacht:

Der richtige englische Ausdruck für Jäger und Sammler scheint hunter-gatherer zu sein.

Den On-line-Duden können Sie vergessen 

Der Duden, der dem Sprachgebrauch folgt und für viele damit verbindlich wird, hat seinen Umfang aufgebläht. Nicht, dass ich ein Duden-Beobachter wäre. Aber Schlagzeilen wie »Der Duden schafft das generische Maskulinum ab« fallen selbst mir auf, etwa hier: https://www.stern.de/gesellschaft/duden-schafft-generisches-maskulinum-ab--warum-das-anmassend-ist-9560662.html  . Das kann er nicht und das darf er nicht, weil er die Sprache (und damit die deutsche Rechtschreibung) nur dokumentieren soll, statt daran herumzuschrauben. Er schafft nichts an und nichts ab. Etwas Demut täte diesen Sprachexperten gut.

Wenn ich sage: »In gehe zum Bäcker Brötchen holen«, dann wissen alle, was ich vorhabe. Nur der Duden nicht. Der definiert den Bäcker ausschließlich als »Handwerker, der Backwaren für den Verkauf herstellt (Berufsbezeichnung)«, siehe https://www.duden.de/rechtschreibung/Baecker , sprachliche Häufigkeit 2/5. Dass man mit Bäcker auch eine Bäckerei meinen kann, das weiß er nicht. 

Dieser Kasten, in dem einem ein Licht aufgehen soll, steht wohl bei jedem generischen Maskulin. Dazu kommt dann noch die weibliche Bezeichnung, die im Gegensatz zur »männlichen« nicht beides, ja alle meinen kann: Männlein und Weiblein und Diverse etc. Die Bäckerin ist grammatikalisch und genderlich – sagt man so? – immer weiblich. Sie ist im Duden eine »Handwerkerin, die Backwaren für den Verkauf herstellt (Berufsbezeichnung)« – freilich ohne Warnhinweis, ob sie divers sein darf. Häufigkeit 1/5.

Der Duden sollte sich da heraushalten. Er ist nicht dazu da, mir als Schreiber zu sagen, wie eindeutig ein Begriff ist oder wie flexibel. Vieles in der Sprache ist doppeldeutig, vom Föhn bis zum Messer. Wir sind doch nicht doof. 

Beim Reh sind Natur und Duden noch intakt: https://www.duden.de/rechtschreibung/Reh  

Probieren Sie statt dem Duden einmal das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache: https://www.dwds.de/wb/B%C3%A4cker 

Im Übrigen ist der Duden zwar seit weit über hundert Jahren bekannt und beliebt – seit der Rechtschreibreform 1996 ist aber nichtmehr er, sondern das »amtliche Regelwerk« verbindlich, allerdings nur in »offiziellen Kontexten« wie »Schulen, Behörden usw.«, siehe https://gfds.de/duden-verbindlichkeit/ .
   Ich empfehle, sich direkt beim Rat für deutsche Rechtschreibung, https://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/ schlau zu machen. Soweit ich das verfolgt habe, sind Sternchen oder andere opportunistische, Aufmerksamkeit heischende  Andersschreibungen wie Binnenmajuskeln – nicht zugelassen. Ämter, die dergleichen anwenden, tun das gegen das Gesetz. Mehr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Binnenmajuskel#Schreibregeln . Das amtliche Wörterverzeichnis finden Sie hier: https://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_Woerterverzeichnis_2016_veroeffentlicht_2017.pdf 

Wenn wir schon die Gesellschaft bei allen Glegenheiten spalten in Männlein und Weiblein, so könnten wir sie mit viel mehr Fug und Recht in Junge und Alte trennen. Ich hab’ das einmal durchgerechnet, siehe https://blogabissl.blogspot.com/2019/07/alte-und-junge-gesellschaftsteilung.html .