28. April 2021

Warum dürfen wir nicht? Politische Pandemie

Krass. Ausgangssperre. Für alle. Ob fertiggeimpft oder nicht, ob schon einmal erkrankt und überstanden oder nicht, ob getestet oder nicht, ob verpartnert oder nicht, Familie, Kind, egal. Verbotten! 

»Vorderbänkler«. Pult dreier Bundestagsabgeordneter der CDU-CSU-Fraktion.
Mikrofone, Telefone und Abgeordnete in Ruhelage.
Abgestimmt kann wohl mit Knöpfen unter dem weißen Feld werden.
Foto Tobias Koch, 10.9.2014, Wikipedia

Dann saßen vorgestern, am Montag 26. April 2021, »Bund und Länder« zusammen und haben wieder einmal das selbstgesetzte Ziel nicht erreicht, den Leuten ihre Rechte »schnellstmöglich wiederzugeben«.

+++ Dienstag, 27.04.2021 +++

Bundeskanzlerin Merkel: „Ziel ist es, allen Menschen alle Lebensmöglichkeiten, sprich die Grundrechte und Nutzungen ihrer bekannten Lebensmöglichkeiten, schnellstmöglich wiederzugeben, also die Einschränkungen möglichst geringzuhalten.“
  
Zudem sprachen Bund und Länder über Erleichterungen für Geimpfte und Genesene. „Genesene sind den Geimpften dann gleichzustellen, wenn entweder die Erkrankung noch nicht länger als sechs Monate zurückliegt oder aber die Genesenen eine Impfdosis plus 14 Tage für die Herausbildung des Immunschutzes haben. Dann sind Genesene den Geimpften gleichzustellen“, erklärte Merkel. So sollen diese etwa beim Einkaufen oder beim Friseurbesuch keinen negativen Corona-Tests vorlegen müssen. Die Bundeskanzlerin: „Es ist klar, dass da, wo als Zugangsberechtigung Schnelltests erwartet werden, Geimpfte und Genesene diese Tests nicht beibringen müssen.“ Auch die Pflichtquarantäne nach der Einreise aus dem Ausland solle für Geimpfte wegfallen. Ziel sei es, so schnell wie möglich zu der bekannten Lebensweise zurückzukehren – „aber das wird so schnell nicht gehen“.

Quelle https://www.deutschland.de/de/news/bundesregierung-und-corona-krise 28.4.2021 

Ja, warum denn nun nicht? Warum »wird das so schnell nicht gehen«? Am guten Willen der Beteiligten liegt es gewiss nicht. 

Das Verfahren ist verfahren

Denn es liegt am »Format« der Veranstaltung. Politik wird heute im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Talkshows gemacht. Das ist kein Entscheidungsgremium. Auch ein Treffen von »Bund und Ländern« ist kein Entscheidungsgremium. 

Dabei haben wir Entscheidungsgremien, demokratisch gewählte, siehe Bild. Für die Gesundheit sind meines Wissens die Länder zuständig, auch für die Schulen; für die Verteidigung, für Autobahnen ist’s der Bund und für den Atomausstieg. So sehe ich das praktisch.

Der Fehler war also, dass sich die Bundesregierung die Verantwortung für die Pandemie-Maßnahmen holte, um deutschlandweit Einheitlichkeit zu erreichen. Einheitlichkeit? Ist das ein Staatsziel? Ein so hohes Ziel, dass Grundrechte dafür eingeschränkt werden müssen? Wir haben die Deutsche Einheit. (Na ja, nicht ganz, es fehlt mir Österreich, das nur etwa halb soviele Einwohner hat als Nordrhein-Westfalen. Doch ich will nicht in die Ferne polemisieren.)

Wäre alles gut gelaufen, effizient, geimpft, so hätte sich »die Bundesregierung«, sprich Frau Merkel, schöne Lorbeeren geholt. Ist es aber nicht. Jetzt haben wir den Salat und Klagen vor dem Verfassungsgericht.

Fritz Jörn

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https://blogabissl.blogspot.com/2021/04/warum-durfen-wir-nicht-politische.html

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»schnellstmöglich«? Da hätte Angela Merkel modischer »zeitnah« sagen sollen. 

Uberspannungsschutz

Zur Zeit sind LED-Lampen die effizientesten Lichtquellen.
   Licht-emittierende Dioden, LEDs, arbeiten mit Gleichstrom, weil sie Strom nur in einer Richtung durchlassen. Diese Eigenschaft war lange Jahre ihre hauptsächliche Funktion, zum Stromgleichrichten und zum Demodulieren (hörbarmachen) von Mittel- und Langwellenrundfunksendungen.

Hier eine – vielleicht eher optimistische – Vergleichstabelle, aus der man sieht, dass man 100-Watt-Glühlampenlicht aus 20-Watt-LEDs bekommen kann.  

Quelle https://www.ledmarkt24.de/Wie-hell-sind-LED-Lampen
Normale, alte Leuchtstoffröhren, deren Vorschaltgeräte zusätzlich Strom verbrauchen, sind effizienter als Glühbirnen und bringen angeblich 90 bis 120 Lumen je Watt. LED-Röhren sind effizienter, vora llem, weil sie nicht rundherum gleich abstrahlen, sondern das Licht in einem Abstrahlwinkel bündeln.
   April 2021. Meine 90-cm-LED-Röhren bringen nominell mit 12 W einen Lichtstrom von 1200 lm auf einen Winkel von 300 Winkelgrad. Dabei sind sie »warmweiß«, 3000 K. Mal sehen. 

Das Wort Diode stammt von altgriechisch δίοδος díodos „Durchgang“, „Pass“, „Weg“; das weibliche Substantiv setzt sich zusammen aus der Präposition διά diá „durch“, „hindurch“ sowie dem Wort ὁδός hodós „Weg“ – meint die Wikipedia.

Nun  aber zum Überspannungsschutz

LEDs sind empfindliche Teile. Waren Glühlampn empfindlich gegen mechanische Erschütterungen – dann riss der Glühfaden – mögen LEDs keine Überspannungen. Sie brauchen stets einen eingebauten Stromgleichrichter, dazu kommt, dass sie mit ein paar Volt Spannung arbeiten und nicht mit unserer hohen Netzspannung von 230 V. Das kommt davon, dass 1880 Edisons Glühbirnen am besten mit einem verkohlten Bambusfaden bei 55 V arbeiteten, zwei hintereinander also bei einigermaßen praktikablen 110 V. Europa hat das dann zu effizienteren 220 V verdoppelt und ab 1987 auf 230 angehoben. 
   Jedenfalls kommt auf die LEDs beim Einschalten eine Riesenspannung zu. Vor lauter Schreck gehen sie oft genau dann kaputt, ein relativ teurer Totalschaden. 

Dagegen hilft nur, den Strom langsam angehen zu lassen, sozusagen erst zu dekantieren.

a- Im einfachsten Fall macht das ein Kondensator über dem Schalter, siehe

http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/leuchtstoffrohren-schalten.html 

So sieht das dann in Wirklichkeit aus (rot). Der Lichtschalter von hinten:

b- Professioneller ist’s, wenn man diesen Stromzufluss mit einem Widerstand noch verlangsamt, also ein R-Glied (R wie resistance) hinter den Kondensator schaltet. Das gibt’s zu kaufen, 0,1 µF 100 Ω, etwa hier als »GL 4260 RC-Löschglied« bei Reichelt für € 4,40 plus Versand.

c- Noch vornehmer aber doppelt so teuer ist ein Einschaltstrombegrenzer durch einen NTC-Widerstand, einen Negativ-Temperatur-Koeffizient-Widerstand, zu Deutsch einem »Heißleiter«, der in Reihe geschaltet wird.
   Bessere Erklärungen finden Sie bei den jeweiligen Produktangeboten.

 

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https://blogabissl.blogspot.com/2021/04/uberspannungsschutz.html 

Siehe auch http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/leuchtstoffrohren-schalten.html
und
https://blogabissl.blogspot.com/2021/03/led-lampe-auseinandergenommen.html

6. April 2021

Ikea-Lampe fixen

Einer der sechzehn Arme meiner schönen, alten Ikea-Niedervolt-Kerzenlampe war wackelig geworden. Das sah nicht gut aus. Ich musste unten die Befestigungsmutter wieder anziehen. Jetzt ist alles wieder gut.

Unsere Ikea-Kerzenlampe. 16 Stück 12-V-Lämpchen
Schraubt man die Lampe am Boden mit den drei Schrauben auf, so sieht man ein Kabelgedränge. Es geht eng zu. 
Ikea-Lampe teils geöffnet.
Rechts der Netzteil 230 V auf 12 V mit einem Stecker
von schwarz auf die weiße Leitung, gesichert mit einem Spagat

 Der kleine Beutel rechts enthält Ersatzlämpchen,
die ich einmal gekauft und dort unten verstaut habe


Die meisten Stäbe sind angeschraubt, manche nur im Blech fest.
Manche haben halbtransparente Isolationshütchen, manche nicht.
Es geht eng zu.

IKEA Typ nr: B0007 16 × max 0,4 W / 12 V / ES 

Die Lämpchen oben – Modelleisenbahnlämpchen tun’s gut – haben zuweilen einen Wackelkontakt.
Wer weiß noch den Ikea-Namen der Lampe?

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5. April 2021

»Mein Algorithmus und ich«

In dem kleinen Büchlein bei Klett-Cotta in der Reihe »Stuttgarter Zukunftsreden« beschreibt Daniel Kehlmann, wie er zusammen mit einem Computerprogramm versucht, kurze Texte zu schreiben. Daniel Kehlmann wurde durch seinen Roman »Die Vermessung der Welt« weltberühmt. Ich habe mich über das 63-seitige Büchlein (€ 12) zu Corona-Ostern II riesig gefreut. Für einmal blieb’s kein nur teilgelesenes Buch. Vielleicht, weil mich Algorithmen seit mehr als fünfzig Jahren begleiten und interessieren.

Da denke ich bezüglich künstlicher Intelligenz an Joseph Weizenbaums »Eliza« aus dem Jahr 1966, das damals Furore machte. Beim Dialog von Mensch und Maschine (eben mit Eliza), versuchte sich die Maschine mit Floskeln und Gegenfragen über Wasser zu halten. Man kann es inzwischen z.B. auf der österreichischen Site https://www.masswerk.at/elizabot/ ausprobieren, Muster (der YOU war ich):

Doch zurück zu Kehlmanns Bericht über seine Reise nach Kalifornien, um ein Programm »CTRL« von Bryan McCann auszuprobieren. McCann ist Mitbegründer und Chief Technology Officer der Suchmaschine You.com (mehr über ihn auf Linkedin). Das Programm schreibt aus der Erfahrung von Big Data und bemüht sich statistisch Nachfolgendes zu finden, den Text fortzusetzen. Anders als bei Eliza hier oben beginnt der Mensch. »Seed«, Saat, nennt man das, etwa bei der Berechnung von Wahrscheinlichkeitswerten, wenn sie nicht immer unweigerlich dieselbe Reihenfolge bringen sollen. Ich gestatte mir ein Beispiel Kehlmanns herauszugreifen. Ctrl kann nur Englisch richtig:

»I was looking for an apartment«, beginnt Kehlmann. Darauf Ctrl: »The first thing he said to me was, »Hey man, you have a nice ass and you’re not afraid of anything.« Das ist natürlich weit aus dem Zusammenhang, und scheint statistisch von Anzüglichkeiten überredet. Da ist selbst Eliza mit einer schlichten rhetorischen Nachfrage kreativer: 

Doch zurück zum Buch, zu Anmerkungen. Kehlmann frönt freilich der modernen meinungsmachenden Schreibweise. Er ist ein Romancier, kein scharfdenkender Computerfreak, schreibt – für mich – nett und gelegentlich polemisch.

· Seinem Ausflug in Bewusstseinserkenntnis würde ich nicht folgen. Jeder Hund hat Bewusstsein, aber nicht ganz unseres. Mit Bewusstsein haben weder Eliza noch Ctrl was zu tun.

· »Dass der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung systhematisch zerstört wird« (Seite 19), ist platte Polemik. Es gibt jetzt halt CDs und Schallplatten, Festnetz- und Mobiltelefon, und massiv neue Jobs dadurch.

· Das Silicon Valley beherrscht bei Kehlmann die Welt, mit »Druck, Qual und Anstrengung« (Seite 20f). Er kann sich nicht vorstellen, dass sich Arbeit auch »mühelos und nebenbei erledigte«: Nebenbei nicht, aber gewiss mühelos. Ich habe – allerdings in den vergangenen Siebzigerjahren – selbst in Cupertino gearbeitet und viel Freude daran gehabt. Macht mir die Welt nicht mies! Polemik bis Kapitelende.

· Seite 29. Ein »Navigationsprogramm hat als Basis all die Menschen, die durch die Straßen fahren« und »Foto-Gesichtserkennung beruht auf Abermillionen Bildern, die wir mit unseren Telefonen machen und in die Cloud hochladen« ist falsch. Navigation beruht auf gespeicherten Landkarten und Gesichtserkennung an Biometrie. Alles andere ist technisches Gegrusele.  

· Seite 50. Es geht um Evolution. »Die höhere Stufe muss sich nicht organisch aus der niederen entwickeln, sie kann auch von der niederen technisch, schöpferisch hervorgebracht werden.« – Versteh’ ich nicht. Die Evolution glaubhaft nur aus Darwin zu erklären, fällt mir angesichts der hochkomplexen Formen schon schwer.

· Seite 54. Da meint Kehlmann, er habe in Ctrl »eine nichtmenschliche Intelligenz wirklich kennen gelernt«. Finde ich nicht. Die findet er eher in seiner Katze, so er eine hat. Ich würde meinen Computer, mit und ohne Programme, nicht als »intelligent« bezeichnen, auch Google nicht oder eine Bankkarte. Da ist dann schon ein sanftschließender Klodeckel »intelligent«. Eine Seite später meint er, Ctrl könne ihm Informationen geben, und auch das stimmt nicht. Im Gegenteil! Die Wikipedia schon, aber ein »prädikatives« Programm gerade eben nicht; das phantasiert.

· Im Nachwort »erwarten viele Bürgerinnen und Bürger im besten Fall, dass die nahe Zukunft doch nicht so schlecht werden könne wie befürchtet«, Seite 60, denn »seit dem Ende der großen Fortschrittsutopien hat sich unser Bild der Zukunft eingetrübt«. Auf solche Sprüche haben wir noch gewartet … nichts für ungut.

Link hierher http://j.mp/fj2OmNspN
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https://blogabissl.blogspot.com/2021/04/mein-algorithmus-und-ich.html

Andere Rezension: https://netzpolitik.org/2021/mein-algorithmus-und-ich-kehlmanns-reise-zu-den-technologiegoettern/

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24. März 2021

Impfpraxis 2021, speziell NRW »Gruppe 2«

Update Sonntag, 11. 4. 2021 


Juhu, geimpft! Jedenfalls ein erstes Mal, mit einer »Comirnaty«-Impfdosis von Biontech-Pfitzer, im »Impfzentrum Bonn, kreisfreie Stadt, im Auftrag des Landes NRW«, gestern nachmittag. Nachwirkungen: leichter Schmerz an der Einstichstelle, Müdigkeit wie immer. War nett und ging schnell. Auf den tröstenden – doch unbedachten – Spruch der Impfärztin, dass das ja alles keiner wissen konnte, antwortete ich Besserwisser: »Doch, der Bundestag, 2012!«, siehe Ärzteblatt und die Original-Bundetagsdrucksache vom 3.1.2013. Sie kannte das dann auch. Sie fragte mich noch freundlich nach meiner Herkunft, was man bei weißen Alten poltisch korrekt ja darf. Wo Brünn ist, wusste sie nicht.


Hier das Impfzentrum Bonn, das skandalumwobene WCCB für zweihundert Millionen Euro, allerdings nicht wie gestern bei Regen:


Das World Conference Center als Impfzentrum. Die hochmütige »Bundesstadt Bonn« wird zur bloß »kreisfreien Stadt«.
Foto StagiaireMGIMO – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=98106718

Gestern bei Kälte und leichtem Regen kam ich mir vor wie Familie Robinson nach der Landung auf Alpha Prime in Lost in Space. Alles mit viel Personal bestens organisiert, Hallen neben Hallen, überall behindertengerecht (Astronauten und Alte sich schwach auf den Beinen) lange Rampen statt Treppen, Säle himmelhoch, holzegtäfelt und nach irdischen Locations benannt, Nairobi (543 m²) neben Wien (348 m²). Filmen und Fotografieren verbotten.

Im Impfzentrum gut sichtbare
Dachkonstruktion über dem
Foyer des Kongresszentrums.
Foto Hans Weingartz
Nach einem wortwörtlich blitzschnellen und berührungslosen Irisscan (gute Idee für allfällig digital Kommendes!) ein paar Minuten in einem großen Saal Warten in Fünferreihen, jeweils auf einem oder zwei blankweißen Stühlen. Ein Begleiter kann jeweils mitkommen und bekommt dann zum Zeichen ein rotes Band um den Hals. Mein Freund, dessen Sohn mir den Termin zusammen mit seinem ergattert hatte, wurde am Eingang separiert, und landete sozusagen im Warteraum II. Klasse. Denn er bekommt »bloß« Astrazeneca, ich »Biontec«, im selben Saal zwar; dort sind ein paar Kabinen, in denen Astrazeneca verabreicht wird, mit rotweißen Flatterband abgetrennt … Warum mein Freund das bekommt, weiß ich nicht; hernach grummelt er bissl und hält’s für ungerecht.
   Alle sind feundlich und gänzlich undigital, der mehrseitige Fragebogen wird in zweifacher Ausfertigung gegengezeichnt. Das gelbe Impfbüchlein (seit 1969) ist nach wie vor einzig angesagt und enthält hernach das rechtlich gültige Impfpapperl.

Update Mittwoch nach Ostern, 7. 4. 2021
   Meine Frau und meine Tochter agieren ganz vorschriftsmäßig als meine zwei Betreuerinnen und sind jetzt geimpft, von der Hausarztpraxis! Ich hoffe, dass mein Termin am Samstag beim »Zentrum« klappt.

Update Dienstag nach Ostern, 6. 4. 2021
   Am Ostermontag war ich einmal, abends, durchgekommen. Da hieß es: »Rufen Sie morgen wieder an, wie’s im Brief steht. Heute kriegen Sie noch keinen Termin«. Systemwartung.
   Am Dienstag – ab acht Uhr – war schon wieder immer besetzt und kein Durchkommen. Allerdings rief am Vormittag mein Nachbar an, sein Sohn habe beim zweiten Versuch online einen Termin für mich bekommen, jetzt in vier Tagen am Samstag! Dann rief nachmittags auch meine Hausarztpraxis an, um mir einen Termin zu geben. Weil die Praxen wenig Impfdosen haben, blieb ich aber beim Impfzentrum.
   Später rief die Hausarztpraxis wieder an und hatte einen Termin für meine Frau, schon morgen nachmittags! Nur die Tochter, erst 19, muss warten. Warum nicht gleich die Hausärzte dranlassen? Und warum ihnen nur so stiefmütterlich Impfdosen geben? Weil Ärzte 150 Euro die Stunde beim Impfzentrum bekommen?

Update Ostersonntag, 4. 4. 2021
   Die “Hotline” nach wie vor unerreichbar. Der brave Sohn meines zweiundsechzigjährigen Nachbarn hat den ganzen Samstagvormittag pausenlos gewählt; der hat jetzt einen Termin. (Das ist Demokratie: wählen.) Zum Schluss hat er’s wohl digital gemacht. Na, vielleicht bitte ich Frau Oberbürgermeisterin, mich zurückzurufen.

Elektronisch wollte ich mich nicht anmelden, dort geht das immer nur für eine Person. Zusatzerkrankungen werden nicht berücksichtigt. Da wollte ich wegen meiner mitzuimpfenden jüngeren Frau nachfragen. Inzwischen sieht’s dort ohnehin voll besetzt aus – alle planbare Daten weg.



Update Karfreitag, 2. April 2021
   Gestern am Gründonnerstag, 1. April, kam der erste Brief der Stadt an mich, von Katja Dörner, der »Oberbürgermeisterin«, grün, passt: Als 1941 geborene Bonner Bürgerin oder Bürger kann ich mir ab 6.4. einen Termin im Impfzentrum geben lassen, für mich und sogar »ggf. meine Lebenspartnerin oder Lebenspartner«, Anruf an 0800 116 117 01.
   Freilich habe ich’s unter der mir bekannten 116117 Nachwahl 1, 2 schon Karfreitag früh versucht. Da ging noch nichts, Systemwartung. Morgen am Samstag soll’s aber klappen. Nett, aber halt auch wieder »kommste später!«.
   Übrigens schreibt Frau Dörner noch: »Sollten Sie aufgrund Ihrer Zugehörigkeit zu einer mit Priorität zu impfenden Bevölkerungsgruppen [sic!] bereits geimpft sein, bitte ich Sie, meinen Brief als gegenstandslos zu betrachten.« – Die Stadt weiß scheint’s nicht einmal, wer schon geimpft ist, nun denn.

Update Montag, 29. 3. 2021
   Meine Bonner Arztpraxis sagt, sie habe keinen Impfstoff und wisse auch nicht, wann sie welchen bekommt.
   Einen Link zum
"Online-Buchungstool der Stadt" haben sie auch nicht.
   Die Stadt (tel. 77-0) verweist auf eine Sondertelefonnummer 7175, die mit leicht gelangweiligter aber klarer Stimme verkündet: Versuchen Sie es später einmal!

Update Palmsonntag, 28. 3. 2021
   Der Bonner General-Anzeiger jubelt auf https://ga.de/bonn/corona-impfungen-in-bonn-stadt-impfte-im-nrw-vergleich-bislang-die-meisten-buerger_aid-57036531 : "
Bonn rangiert bei der Anzahl der gegen Corona geimpften Bürger auf Platz eins in NRW. Die Impfaktion soll in der Bundesstadt jetzt zusätzlich Fahrt aufnehmen, verspricht Feuerwehrchef Jochen Stein." Gruppe 2, konkret 79-Jährige mit Vorerkrankung, werden laut Bonner General-Anzeiger vom Wochenende bereits geimpft. Wie? Geht nicht. Telefon 116117-1-2 (NRW) verweist auf die Stadt Bonn. Die Stadt Bonn (77-0) amtiert aber erst wieder Montags ab 7 Uhr. Im Internet schreibt sie allerdings auf https://www.bonn.de/themen-entdecken/gesundheit-verbraucherschutz/coronavirus.php : »Die Stadt hat die niedergelassenen Ärzte bereits entsprechend informiert. Personen, die zu dieser Personengruppe zählen, können sich an ihre Arztpraxis wenden. Von ihr erhalten sie ein entsprechendes Attest und einen Link zum Online-Buchungstool der Stadt. Die Impfungen beginnen am Montag, 29. März 2021.«

Stand heute, 24. März 2021 (vor Ostern, Corona-Jahr II):

116 117 ist die Telefonnummer des allgemeinen ärztlichen Notdienstes.

Jeweils einstellige | Nachwahlen, die man mit der Tastatur
bereits in der laufenden Ansage eingeben kann:

116 117 | 1 Corona, Dienst für ganz Deutschland – nicht auf der Höhe bezüglich best. Bundesländern

116 117 | 1 | 2  Corona-Dienst für NRWoder 0800 116 117 01

Am Computer:

https://www.116117.de bundesweite Online-Anmeldung

https://termin.corona-impfung.nrw/ Onlineanfrage in NRW

Es erscheint eine Seite der kassenärztlichen Vereinigung »Nordrhein«.   

Die Möglichkeit, sich mit
Vorerkrankungen einzutragen, geht nicht
. Kommt auch nicht.

Ü80. Zurzeit und nach wie vor werden
nur über Achtigjährige angenommen (»Gruppe 1»).  

»Hinweis: Die Onlinebuchung bis auf weiteres nicht verfügbar«.
»In Nordrhein-Westfalen sind die Städte und Kreise für die Organisation und Logistik der Impfungen zuständig. Die Kassenärztlichen Vereinigungen des Bundeslandes kümmern sich um das medizinische Personal, die Terminvergabe und die Durchführung der Impfungen.« Quelle https://www.116117.de/de/corona-impfung.php#content1043

Gruppe 2 ist noch nicht dran, egal ob mit oder ohne Vorerkrankung. Ich soll in einer Woche wieder probieren, also Ende März Anfang April. Oder amtlich: »Ende März 2021: Personen mit bestimmten chronischen Vorerkrankungen«, Quelle https://www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf

Man wird (dann schon) benachrichtigt, wenn man dran ist.

Ich bin Gruppe 2 – nur 79 – und fragte, ob bestätigte Vorerkrankungen »helfen«? Nein.

Dann fragte ich, ob man ohne Termin in Impfzentren vorsprechen kann und warten, bis jemand ablehnt.
Antwort: Einzelne Impfzentren führen Wartelisten. Welche das sind, ist den Hotlines nicht bekannt.

Soweit, so …

Stadt Bonn zum Thema: https://www.bonn.de/themen-entdecken/gesundheit-verbraucherschutz/impfzentrum.php

Direktlink hierher http://j.mp/fj2NPrzz9
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https://blogabissl.blogspot.com/2021/03/impfpraxis-2432021-speziell-nrw-gruppe-2.html

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23. März 2021

»Klimaneuralität« werden wir uns nicht leisten können

Ich beziehe mich auf den NZZ-Artikel vom 17. März 2021 von Björn Lomborg, Kopenhagen, Autor des Buches “False Alarm: How Climate Change Panic Costs Us Trillions, Hurts the Poor, and Fails to Fix the Planet”:

»Die Zukunft ist gelb – die hohen Kosten einer forcierten Klimapolitik könnten zu sozialen Unruhen führen und die Stabilität der Gesellschaft gefährden.«

Will man bis 2050 kohlenstoffneutral werden, so muss man dafür jährlich rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufwenden. Genau ausgerechnet hat sich das erst Neuseeland (und kam im besten Fall auf 16 %).
   Hier zum schnellen Vergleich in verschiedenen Ländern die Ausgaben für Bildung, größenordnungsmäßig rund fünf Prozent. Eine Kohlenstoffneutralität würde uns etwa das Dreifache kosten

2017. Ausgaben für die Bildung bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Prozent
Quelle https://de.statista.com/infografik/15423/bildungsausgaben-gemessen-am-bip/

Naturgemäß muss bezw. müsste dieses »Sozialprodukt« wo herkommen, von anderen »Produkten« abgezweigt werden. Wir würden (und werden) ärmer, zumal wir nicht alle Jahre 15 % mehr arbeiten wollen. Lomborg wörtlich: »D
eutsche Verbraucher mussten im vergangenen Jahr [2020?] 31 Milliarden Euro zahlen, um vermeintlich billigere grüne Energie zu finanzieren [BIP D 3310 Mia. €, also knapp 1 %]. Der Uno-Klimarat stellt fest, dass alle der untersuchten 128 klimapolitischen Massnahmen uns ärmer gemacht haben. – Bezeichnenderweise hat der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, kürzlich zugegeben, dass die Klimapolitik so kostspielig sei, dass sie ohne enorme Schutzzölle eine ›Frage des Überlebens für unsere Industrie‹ werde.«
   Lohnte sich diese exorbitant teure »Klimapolitik«? Die Abschottung von der Welt? Lomborg: »
Darüber hinaus haben diese Massnahmen wenig Wirkung. Wenn alle OECD-Länder ihre Kohlenstoffemissionen morgen und für den Rest des Jahrhunderts auf null reduzierten, wäre der Mangel an Energie für die Gesellschaften verheerend. Doch nach dem Standard-Klimamodell der Uno würde diese Anstrengung bis 2100 nur eine fast unmerkliche Reduzierung der Temperaturen um 0,4 Grad bewirken.«

Meiner persönlichen Meinung nach ist die Erderwärmung nicht durch CO2-Neutralität zu erreichen, und wird so auch nicht erreicht werden. Schon der Begriff »klimaneutral« für CO2-neutral ist reines Marketing. Die Frage ist, inwieweit der Mensch die Ursache des gesamten Kohlenstoffdioxyds ist, ob einzig CO2 an der Erwärmung Schuld ist, und ob der Erderwärmungsprozess überhaupt reversibel ist. Es bräuchte Geoingeneering, was aber auch extrem teuer wäre. Für mich ist also Anpassung das Gebot der kommenden Jahre und Jahrzehnte, sofern nicht massenhaft Vulkane ausbrechen und die Erde verdunkeln. Dazu muss die meines Erachten tieferliegende Ursache der Erderwärmung erwähnt werden: unsere maßlose Überbevölkerung. Ein Leserbrief (C.B.B.) meint folgerichtig: »die Umweltzerstörung und die Probleme werden garantiert durch keinerlei Massnahmen geändert werden, solange die Menschheit immer noch wächst. Fast 8 Milliarden Menschen heute, angeblich 10 Milliarden in naher Zukunft!«

Zur Weltbevölkerung siehe  https://blogabissl.blogspot.com/2018/07/nzz-artikel.html#MasseMensch)

Link hierher http://j.mp/fj3lGj5qz
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https://blogabissl.blogspot.com/2021/03/klimaneuralitat-werden-wir-uns-nicht.html

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15. März 2021

Kochkunst in der Schörgau, umami

Gregor Wenter und Mattia Baroni, Schörgau
Quelle https://www.art-redaktionsteam.at/de/kunden-text-bildarchiv/bad-schoergau

Anzusehen über die Servus-TV-Mediathek
https://www.servustv.com/videos/aa-24xkvg8811w12/

Aus der Serie Heimatleuchten.
Start Schörgau ab 17:37, also Minute 17 und 37 Sekunden, Ende 22:44, also etwa fünf Minuten.

Es geht um Lammfleisch vom Bock.

Gefeatured werden Gastwirt Gregor Wenter und sein Koch Mattia Baroni aus Limone am Gardasee. Gregor ist der Sohn der Seniorchefin Rosi Wenter, »der mit Egon Heiss das gemütlich familiär geführte Hotel mit viel Liebe zum Detail führt«, ja, und mit seinen Schwestern Sabine und Steffi. Baroni hatte den Kochumba gleich Kombucha, siehe unten, auf die Haselburg gebracht.

Schörgau-Link https://www.bad-schoergau.com/de/essen  

Ein Garum ist eine römische Würzsauce, siehe Wikipedia

Zum fünften, umstrittenen Geschmack umami (nicht unami. Lehnwort »von japanisch うま味 umami ›Schmackhaftigkeit‹, zu うまい umai ›schmackhaft, würzig‹ und 味 mi ›Essenz‹«) gibt es auf Fit for Fun einen verständlichen Artikel . Selbst die englische Wikipedia schreibt einfach: “It [the taste] can be described as a pleasant "brothy" or "meaty" taste with a long-lasting, mouthwatering and coating sensation over the tongue”. Die deutsche Wikipedia doziert: »Der Umami-Geschmack verstärkt sowohl den Appetit als auch das Sättigungsgefühl. Umgangssprachlich vereinfachend wird von „Glutamat“ gesprochen«. Glutamate kommen vielfach natürlich vor. »Besonders reichlich sind Glutamate vorhanden in vollreifen und insbesondere getrockneten Tomaten, Fleisch, getrocknete Shiitake, Käse (insbesondere Parmesan), Würzmitteln und -saucen (z. B. Sojasauce, Fischsauce, Brühe, Fond, Fleischextrakt, Hydrolysate von Proteinen, Hefeextrakt, Maggi-Würze, Selleriesaat) sowie in der menschlichen Muttermilch
   »Die Bezeichnung umami geht zurück auf den japanischen Chemiker Kikunae Ikeda, der aufgrund eigener Geschmackserlebnisse neben den vier Empfindungsvermögen für Ausprägungen des Süßen, Sauren, Salzigen und Bitteren einer Speise noch eine fünfte Grundqualität des Geschmacks vermutete‹. 1909 schlug er ›Umami‹ als Benennung für diese vor, nachdem er als deren wesentlichen Geschmacksträger Glutaminsäure identifiziert hatte … « (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Umami#Geschichte ). 

Speichelfluss in Prozent im Vergleich zu normal. Quelle Geschmacksstudie: https://flavourjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/2044-7248-4-10/figures/4
(Was issn p?)

Dass dieses Geschmacksempfinden neunzig Sekunden lang und nicht nur zehn nachwirkt, konnte ich nirgends nachlesen. Der Speichelfluss ist jedenfalls länger wirksam. Im Video ist’s die finale Pointe von Baroni (auf 22:23) …
   Umami lässt einem einfach das Wasser im Mund zusammenlaufen.
   Wer alt ist und einen trockenen Mund hat, wenig Appetit, dem empfiehlt die Studie fermentierten Tee: “We propose the use of Japanese Kobucha (kelp [Blatttang] tea: tea made of powdered tangle seaweed) [auch Kochumba , kalt und moussierend], which is rich in MSG [Monosodium Glutamate, Mononatriumglutamat], as a remedy for dry mouth-related hypogeusia [Schmeckschwäche].”

Kurzlink zu diesem Blogeintrag hier: http://j.mp/fj3eyj1Ym
 = https://blogabissl.blogspot.com/2021/03/kochkunst-in-der-schorgau-umami.html

Vierzig-Sekunden-Kurzvideo von Mattia Baroni, italienisch mit englischen Untertiteln:
https://youtu.be/0vzosTdsJE0 

La fuga ist wörtlich die Flucht, hier soll’s für future gastrononomy stehen. Na ja.

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6. März 2021

Arbeit gibt Würde

März 2021. Corona. »Lockdowns« seit einem Jahr. Ein Ende nicht in Sicht. Die Folgen: vermutlich einschneidend, für manche mehr, für andere weniger; die ganze Welt wird wie Afrika, wo man nicht weiß, was sicher ist, wer sicher, den Augenblick leben muss. Eine Menschheitskatastrophe, heute, hier.
   Diskutiert wird  aktuell über die Stimmung der Bevölkerung, über die örtliche Gefahr im Land, nicht aber die Persönlichkeitsrechte, die Grundrechte. Am ehesten über die Kinder.
   Ich lebe im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, das doppelt so viele Einwohner hat als das heimatlich Österreich. Beide sind für mich Länder, aber keine »Nationenen«. Aus dem Internet, Corona:

Quelle: https://news.google.com/covid19/map?hl=de&mid=%2Fm%2F09ksp&gl=DE&ceid=DE%3Ade 6.3.2021 abends. – Einwohnerzahl: 17.947.221 (31. Dezember 2019)

»Die Würde des Menschen ist unantastbar« – Der Staat nimmt sich heraus sie anzutasten, wohlmeinend für das Leben aller, zwangssolidarend. Arbeit bringt Würde. Arbeit wird beklatscht, bei Pflegern, doch viel Arbeit wird verboten, der Geschäften, den Wirten, vorgeblich wegen Infektionsnachverfolgbarkeit und Krankenhausbettenkapazitäten. Dabei wird 1. gar nicht richtig nachverfolgt und 2. sind hier die Krankenhäuser nicht voll. Ein statistischer »Inzidenzwert« wird zum alleinigen Indikator, auf eine Kommastelle genau genannt, dazu montags eine exkulpatorische Wochenendfloskel. (Wikipedia-Kritik hier).
   Doch so langsam erkennt die Regierung ihre sinkende Popularität, einen Stimmungswandel im Glauben an den allseligmachenden jeweiligen Staat. Als ob es nur um Stimmung ginge, um Wählerwünsche.
   Dass es ohne Produktion in weiten Bereichen der Wirtschaft nicht lange gut geht, dass Zwangsuntätigkeit nicht bloß Menschen- sondern vor allem Warenkreisläufe austrocknet, faul macht und verdirbt, dass Schulden das Geld kaputt machen müssen, und man Klopapier nur einmal benützen kann, das bedenkt keiner.

Ein Gastwirt, sein Leben lang fleißig, erfolgreich, investierend, »geht jetzt stempeln«, wie man früher  sagte. Er ist zwangs-arbeitslos. Der Mann ist tief gekränkt, innerlich, was er aber nicht vor sich herträgt, weil er sich schämt. Das hat ihm »sein« Staat angetan, Leute mit festen Gehältern und guten Pensionen. Wenn die einen Fehler machen, werden sie höhstens »in den vorzeitigen Ruhestand versetzt«. Erhobenen Hauptes erzählen sie uns wie in den jeweils nächsten Wochen alles besser wird, von Jahreszeit zu Jahreszeit. Beim ersten Lockdown am 13. März 2020 wollte man zu Ostern (2020) wieder aufmachen; heuer wird das eher nicht wiederholt.
   Lockdown – das ist deutsch übersetzt eine Hinunter-Sperrung, Dichtmachen, ist Enteignung und Berufsverbot. Da kümmert man sich parlamentär um Gendergerechtigkeit, Lieferketten, Datenschutz, brint eine zwang- und zahnlose »App«. Wir Alten bekommen von der Bundesdruckerei Masken-Bezugsscheine zugeschickt. Sonst habe ich persönlich noch nichts gehört von den Behörden. Konkurrenz und Privatwirtschaft darf nichts tun, die Apotheken nur Masken herausgeben gegen eine Eigenbeteiligung des Bezugsberechtigten von zwei Euro. Jetzt sollen sie impfen, doch keiner weiß wie das gehen soll, wer was bezahlt, und wann und wem. Hilflosigkeit.

Genug selbst geklagt.
   Eben las ich einen Gastkommentar in der NZZ: »Deutschland verschiebt die Freiheit auf unbestimmt« von Susanne Gaschke, die für die Welt schreibt. Dort eine Merkel-Karikatur und jede Menge weiterer Meinungszitate wie »Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist das Leben der Menschen ausserhalb von Gefängnissen so strikt reguliert worden wie in der Corona-Zeit«, von Heribert Prantl in der «Welt» und von »fortdauernder Grundrechtseinschränkungen – betroffen sind unter anderem die Freiheit der Berufsausübung, die Unverletzlichkeit der Wohnung, die Versammlungsfreiheit, der Schulbesuch und persönliche Kontakte in der Familie.«
   Am Wochenende schrieb Chefredaktor Felix Serrao aus Berlin im Wochenendleitartikel: »Das Versagen der Corona-Verwalter: Deutschland erstickt an seiner Bürokratie. Der Versuch, alles bis ins Kleinste mit Vorschriften zu regeln, lähmt das Land schon seit langem. In der Pandemie zeigt sich nun auch die zerstörerische Kraft der deutschen Regulierungswut.« https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/deutschland-erstickt-an-seiner-buerokratie-ld.1605048 

Permalink hierher http://j.mp/fj3bqcsVy                                                                      für B.
 = https://blogabissl.blogspot.com/2021/03/arbeit-gibt-wurde.html

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2. März 2021

LED-Lampe auseinandergenommen, disassembled

Auf der Suche nach einer möglichst kleinen, möglichst hellen und trotzdem warmweißen Lampe für das Wohn- und Arbeitszimmer fand ich neben eher altmodischen Halogenlampen moderne LED-Lampen.
   Eine Leuchte ist der ganze Apparat mit Lampenschirm, eine Lampe das Innere, das leuchtet. Die begriffliche Trennung zwischen Lampe und Leuchte ist allerdings nicht immer konsequent; so ist eine Taschenlampe eigentlich eine Leuchte. LED steht für Light Emitting Diode, Leuchtdiode. Dioden, erfunden 1874, gibt es seit den Dreißigerjahren, zum Demodulieren von Mittel- und Langwellenradio. Eine Diode lässt den Strom nur in einer Richtung durch, braucht also Gleichstrom, Plus (+) und Minus (-). Dioden sind normalerweise nicht dimmbar. (Halogenlampen sind dimmbar, werden aber sehr heiß und verbrauchen viel Strom). Ich fand LEDs – sehr sparsam im Stromverbrauch! – für 12 Volt und für 230 Volt. Im Haushalt brauchen die 12-V-Lampen einen Transformator (»Trafo«) 230 V auf 12 V, immer Wechselstrom. Ich suchte Lampen mit Stiftsockel, weil die Fassung so war. 

Die stärkste LED für 12 V war ein »Onever 12V GY6.35 72-LED-Birnen-Licht-7W SMD2835 Silicon Warm White entspricht 60W Halogenlampe für Home Shop Office Beleuchtung (1 piece), Energieklasse A++«, hier, für fünf Euro (Anfang 2021). Sie zieht angeblich sieben Watt und leuchtet wie eine alte 60-Watt-Halogenlampe so hell, dabei »warmweiß« mit 350 bis 380 Lumen.
   Diese Lampe war uns zu schwach.

Die stärkste LED für 230 V – also Netzspannung ohne Transformator – ist »BQHY GY6.35 6W 90-265V G6.35 LED Bi-Pin Silikonhülle, äquivalentes 75W Halogen, Abstrahlwinkel 360 Grad, Warmweiß 3000 K. Nicht Dimmbar (2er Pack)«, hier.
   Diese Lampe war uns hell genug! Ich musste nur den Transformator umgehen und die volle Netzspannung einsetzen (Vorsicht!). 

Eine 230-V-LED hatte nach einer Woche ihr Leuchten eingestellt, das Modell von Ymm (»Ymm Neueste G6.35 GY6.35 LED 6W Birne Leuchtmittel. Hohe Helligkeit Äquivalent zu 75 Watt Halogenlampe, 95V-240V Warm Weiß 3000K (2-Packs), Energieklasse A+«.
   Da war die Spule abgerissen oder schlecht angelötet gewesen. Die habe ich dann auseinandergenommen. Bilder finden Sie in einem Bilderalbum auf http://j.mp/fj304bTud = https://photos.app.goo.gl/jcpfeHXuTfL8rqiJ6

ACL/ACN MB6S ist der »Brückengleichrichter1-phasig 600V, 500mA SOIC, 4-Pin«. AC steht für Wechselstrom (Alternate Current) und L für line, N für neutral. Mehr hier.

Die Fassung ist eine (Bipin-)Stiftfassung. Man muss auf Vertikal-Stabilität achten, damit die Leuchten nicht herunterrutschen. Wenn der Glasschirm zu schwer ist; eventuell sichern. Hier eine Fassung, angeblich mit Schraubbefestigung , oder hier. Man braucht eine Aufsteckkappe dazu, etwa hier, und einen Schraubring.
   Mehr zu den Lampensockeln auf https://de.wikipedia.org/wiki/Lampensockel#Stiftsockel_f%C3%BCr_Halogenlampen_%28Bipin%29 .  

Notfalls kann man eine passende zweipolige Lusterklemme nehmen – oder zum Testen sogar ein C7-Euro-Anschlusskabel wie links im Bild.

Eine typische (dimmbare) Halogenlampe (»Halogen-Stecklampe 35W 630 Lumen (eher nur 520) 12V dimmbar warm weiß 2900 Kelvin Fassung GY6,35 «) sehen Sie hier oder hier.

Technische Details zur geöffneten Lampe im Bilderalbum

JW1792 ist der LED-Treiber, JW steht für die Firma JoulWatt, die das Patent hat, ein Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor (MOSFET), siehe z.B. auch SOP-8 LED Drivers RoHS. Mit Überlast- und Übertemperaturschutz.

Link hierher zu diesem Blogeintrag http://j.mp/fj3bSXK8D
 = https://blogabissl.blogspot.com/2021/03/led-lampe-auseinandergenommen.html

Link zu den Bildern http://j.mp/fj304bTud
 = https://photos.app.goo.gl/jcpfeHXuTfL8rqiJ6

Siehe auch https://blogabissl.blogspot.com/2021/04/uberspannungsschutz.html

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15. Februar 2021

Wissen und Wissenschaft

1  Ansaugen des brennbaren Gemisches
2  Verdichten und Zünden
3  Arbeiten, »Exposion«, Ausdehnung
4  Rauch Ausstoßen
Gifs aus der Wikipedia
 

 

 

 

 

Links: Das ist, wie jeder aus der Fahrschule weiß, das Modell eines Viertaktmotors.
   »Der Österreicher Christian Reithmann hatte am 26. Oktober 1860 mehrere Patente auf einen Viertaktmotor erhalten«, ein Uhrmacher, schreibt die Wikipedia, aus der auch das Diagramm ist.

Und rechts? Hier dreht sich ein moderner Elektromotor, ebenfalls in der Wikipedia.
   Dieser »Synchronmotor« läuft mit Drehstrom, wie er aus der Steckdose kommt. Doch schon die Erklärung ist nur etwas für Fachleute: »Ein Synchronmotor ist eine Einphasen- oder Drehstrom-Synchronmaschine im Motorbetrieb, bei der ein konstant magnetisierter Läufer (Rotor) synchron von einem bewegten magnetischen Drehfeld im Stator mitgenommen wird.« – Verstehen Sie das? Ich weiß, die Wikipedia ist gerne hochgestochen. Hier versucht sie versucht nicht einmal, das blaue Fähnchen im Bild zu erklären. Also was sieht man da? Als Laie: nichts! Ich auch nicht, bin allerdings nur »Nachrichtentechniker«(1).

Reales

Gas aus Benzin, Auspuffgase eines Verbrennungsmotors, die kann man wenigstens noch sehen, sogar riechen, »schmecken«. Da ist Substanz. Aber elektromagnetische Felder? Die sieht man nicht, und spüren tut man sie erst recht nicht, jedenfalls nicht normalerweise.
   Wir haben keinen Kompass im Kopf. Für elektromagnetische »Wellen« oder »Strahlen« haben wir kein Sinnesorgan. Diese Strahlen (gleich Wellen) schäumen nicht wie Wellen im Meer, sie wämen nicht wie Sonnenstrahlen – außer vielleicht in der Mikrowelle. Weshalb jetzt die halbe Menschheit Angst vor Handymasten hat.
   Dennoch: Knallendes Gas unter der Motorhaube und drehende Motoren im Staubsauger sind unbestritten, sind Wirklichkeit, Realität. Sie be-»wirken« was (oder laufen im Leerlauf). Das sieht man. Und notfalls zeigt sich die menschliche Macht der Abstraktion, des Denkens, der Theoriebildung, höherer Mathematik vielleicht am Physiklehrer.
   Für den Elektrotechniker sind elektromagnetische Felder genauso real wie Auspuffgase. Die Ausbreitung von Wellen in metallischen Hohlleitern – mathematisch fürchterlich kompliziert – lässt sich punktgenau berechnen. Man kann sie vorhersagen und messen. Im Automotor dagegen wirbelt Gas in den Zylindern herum, im Einzelnen unberechenbar wie ein Tiefdruckgebiet über Norddeutschland. Egal. Technik, Naturwissenschaft sind Fakten. 

Irreales

Auftritt des homo sapiens, des Menschen. Er will lernen, über die Natur hinaus. Weil das Denken soviel Freude macht, hat die Wissenschaft angefangen, freilaufend weiter und weiter und weiter zu denken, zu imaginieren, zu forschen, zu spintisieren – gelegentlich sogar einfach nur zu glauben, wie an die Himmelfahrt Mariæ. Ich finde das gut und schön, ich mache da voll mit, sonst hätte ich das hier nicht geschrieben.
   Platon hat sich, lange vor Christi Geburt, ein »Höhlengleichnis« ausgedacht. Es ist einfacher zu verstehen als der Elektromotor. Und doch ist es nur ein Gedankenexperiment. Es hat Wirkungen gehabt auf weitere Gedanken, auf Philosophie und Wissenschaft. Es wird gelehrt im Gymnasium. Das Höhlengleichnis ist eine phantastische Geschichte – aber es ist »nur« eine Vorstellung, ein Gleichnis, einen Gedanken, die Geschichte existent nicht in der Wirklichkeit, ist nicht real, und nicht denkbar ohne den Denkenden. Es ist Gedankenspiel, Philosophie.

Wissenschaft ist Denkerei – bloß oder meistens, heute

Denken macht uns soviel Spass. Unser Gehirn ist (relativ) so groß, dass Wissenschaft sich verselbständigt hat. Also gibt es »Naturwissenschaften« und »Geisteswissenschaften«, dazu neuerdings noch »Sozialwissenschaften« – im Wust der Gedanken bleibt diese Unterscheidung meist unberücksichtigt.
   Man promoviert egal in welcher Wissenschaft durch eine »besonders vertiefte wissenschaftliche Arbeit« mit »einer selbstständig verfassten wissenschaftlichen Arbeit« (wieder laut Wikipedia). Ich will das nicht kleinreden: Aber das ist »einfach« nur noch mehr Denken, mehr von etwas, was real oder irreal sein kann, kausal oder empirisch, mit viel Literatur; Wissenschaft für Wissenschaft, ist Selbstbeschäftigung wie diese Gedanken hier. 

Technik ist Wirklichkeit

Ich stelle mir dagegen vor, naturwissenschaftlich, man müsste zum Promovieren, zum Vorwärtsbewegen der Welt (nicht bloß zum Weiterdenken) ein Patent bekommen, etwas noch nicht Dagewesenes erfinden, einen wirklichen Schritt tun nach vorne, oder von mir aus auch seitwärts.
   Das geht mir so, seit hier »Technologie« die althergebrachte »Technik« ersetzt hat, die ohne »Logie«, seit Grenzen verschwimmen zwischen Wirklichkeit und Gedankenwelt. Seit es einen »Nobelpreis« für Wirtschaftswissenschaften gibt, siehe hier. Geisteswissenschaften sind Meinungswissenschaften, Irrealwissenschaften. 

Beispiele Wirtschaftswissenschaften, Psychologie

Ich schätze zum Beispiel Liberalismus, Friedrich Hayek . Doch wenn ich noch so sehr seiner Lehre anhänge, Fakten sind das nicht.
   Schon als Internatsschüler war mir aufgefallen, dass man menschliche Verhaltensweisen kausal plausibilisieren konnte (z.B. Kränkung führt zu Trauer), allerdings auch genau gegenteilig (Kränkung bringt ein »jetzt erst recht!«). Nichts kann wahr sein, wenn auch das Gegenteil stimmt …

Übetriebene »Wissenschaftlichkeit« führt zu Leerlauf 

Sturm der Entrüstung! Ich gestatte mir schnell einen Szenenwechsel.
   In seinem Bestseller »Kollaps« macht sich Jared Diamond Gedanken, warum in der langen Geschichte der Menschheit – so in den letzten zehntausend Jahren – manche Gesellschaften überlebten, andere nicht. Am Ende sind es da immer die Einstellungen, die Gewohnheiten, Glaubensgrundsätze und Gedankengebilde, die Gesellschaften prosperieren lassen oder eben untergehen. Zwei Beispiele aus seinem Buch:
   1. Die Osterinsel entvölkerte sich, nachdem verschiedene Stämme mit immer größeren Monumenten um die Gunst der Götter wetteiferten, und dazu alle Bäume auf der Insel aufbrauchten. Moderner gesagt (Quelle): »Es ist heftig umstritten, wo die Wurzeln für diesen Kulturverfall zu suchen sind. Die Mehrzahl der Forscher geht jedoch heute davon aus, dass die Probleme von den Insulanern selbst verursacht wurden. Populär ist die von Jared Diamond publizierte These des Raubbaus an den natürlichen Ressourcen, der zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes auf der isolierten Insel geführt hat.«

Die Osterinsel heute. 360°-Panorama aus der Wikipedia

   2. Seit Menschengedenken leben Eskimos (Inuit) auf Grönland. Norweger aber verhungerten dort nach 450 Jahren Besiedlung, unter anderem, weil sie nicht fischen wollten. Sie verhungerten, so Diamond, »in Anwesenheit reichlicher, ungenutzter Nahrungsressourcen«.

Am Ende kann Spinnerei fatal sein

Was will ich damit sagen? Je mehr wir um Worte streiten, Gedanken tabuisieren, Unwichtiges (wie Cookies) thematisieren, real Wirkungsloses zu Dünnbrettern auswälzen, Luftschlösser illustrieren, uns verlassen auf andere, auf Beamten und ihre Staaten, auf völlig indirekte Demokratien, auf Meinungen von »Influencern«, Untätiger, kurz auf andere und nicht auf den eigenen Verstand und den eigenen Willen, desto wissenschaftlicher, desto schöner, desto politisch korrekter werden wir – dem Ende entgegengehen. Denken muss scharf sein. Reagieren rasch. Verantwortung Folgen haben.

Aktuelle Beispiele:
· Das Bevölkerungswachstum (besonders in Afrika) wird nicht thematisiert.
 (siehe https://blogabissl.blogspot.com/2018/07/nzz-artikel.html#MasseMensch)
· Dem »Klimawandel« soll durch eine CO2-Steuer auf Benzin entgegengewirkt werden.
· Geoengineering wird tabuisiert
· Europa will »gentechnikfrei« bleiben; herkömmliche Züchtungen sind aber erlaubt.
   Übrigens: Covid-Impfstoffe sind nicht »gentechnikrei« …
· Wir erbauen uns an »Solidarität«, statt rechtzeitig Impfstoff zu kaufen und einzusetzen.
· Den Staat lassen wir alleine machen, konkurrenzlos, obwohl wir in einer Marktwirtschaft leben.
· Gegen Meinungen wird demonstriert statt argumentiert (»Kampf gegen rechts«).

• NZZ-Artikel »Philosophieren heisst über die Grenzen des Denkens hinausgelangen: was Platon mit der modernen Physik verbindet« von Julia Hänni: https://www.nzz.ch/feuilleton/jens-halfwassen-was-platon-mit-der-modernen-physik-verbindet-ld.1600683. Die Zeichnung von Markus Maurer (1996) stammt aus dem Artikel.

• »Sind die Schlauen zu mächtig?« fragt Martin Beglinger in der NZZ und kommt auf das Buch zu sprechen “The Road to Somewhere” von David Goodhart, deutsch »Kopf, Hand, Herz. Das neue Ringen um Status«, Penguin Random House, München 2021. 400 Seiten, zwanzig Euro. Dabei erklärt Beglinger den Trend normaler Bürger – die somewhere brav vor sich hin arbeiten – zu heimlichem oder offenem Radikalismus, ja zum Aufstand gegen hippe Anywheres. Sogar von einen kuriosen Versuch im Schweizer Nationalrat 2015, »die Zahl der Studienplätze in der Geistes- und Sozialwissenschaften zu halbieren«, berichtet er. Ein handfester Artikel: https://www.nzz.ch/gesellschaft/sind-die-schlauen-zu-maechtig-ld.1603614  . 

Das Ende der Intellektuellen naht von Peter Kurer, hier: https://www.nzz.ch/feuilleton/intellektuelle-ihr-ende-naht-ld.1605123 . 1. Experten auf allen Medien, auch wenn sie nicht vom Fach sind, werden pausenlos gelesen, gesehen, talken und argumentieren. – Bei mir nicht, muss ich sagen. 2. Trends und Ideen florieren – schon besser. Kurer erwähnt den Disput der Griechen zwischen einer realistischen und einer idealistischen Weltsicht. Doch Experten haben Scheuklappen: »Experten denken weder in grossen normativen Entwürfen noch in philosophischen Gesamtzusammenhängen. Sie fokussieren vielmehr auf Gegebenheiten in der realen Welt und konzentrieren sich dabei auf ein enges Fachgebiet wie ein Virus oder die Digitalisierung.« Und schließt: »Wir sind kompetent, glauben an untrügliche Daten und kennen alle digitalen Tricks. Gleichzeitig sehen wir die Zusammenhänge nicht mehr, fühlen uns in der Deutungslosigkeit verloren, ängstigen uns permanent vor irgendwelchen Risiken und werden zunehmend intolerant.
  
Auf dem Höhepunkt ihrer technischen Kompetenz hat sich, so scheint es, die Welt von der Aufklärung verabschiedet.«

Lesen Sie dazu auch von Toni Stadler »Der Pyrrhussieg des Meinens über das Wissen« in der NZZ:
https://www.nzz.ch/meinung/der-pyrrhussieg-des-meinens-ueber-das-wissen-ld.1601018 . Er zitiert Kant: »Meinen ist ein mit Bewußtsein sowohl subjektiv, als objektiv unzureichendes Fürwahrhalten.«

Permalink hierher http://j.mp/fj3b3xUyq
 =
https://blogabissl.blogspot.com/2021/02/wissen-un-wissenschaft.html 

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Fußnote 1.
   Ich versuche den elektrischen Synchronmotor einmal zu erklären. Dazu muss man wissen, dass aus den heutigen Haushalts-Stromnetzen Wechselstrom kommt, Strom, dessen Spannung fünfzigmal in der Sekunde gleichmäßig von Plus nach Minus die Richtung wechselt, der Strom also hin- und hergeht. In ganz Europa von Norwegen bis in die Türkei haben wir sogar immer gleich drei solcher Wechselströme im Haus, die 360°/3 = 120° hintereinanderherlaufen (»Drehstrom«), siehe https://blogabissl.blogspot.com/2018/02/stromausgleich-im-netz.html. In den drei grau gezeichneten Spulen des Motorschemas oben laufen die drei Maxima also reihrum hintereinander her, hier gegen den Uhrzeigersinn. Der Innenteil des Motors versucht dann wie eine Kompassnadel ihnen nachzulaufen, immerzu. Ein Hase-und-Igel-Spiel mit drei Igeln. (Bei nur zweien könnte die Sach’ nach hinten losgehen.)
   https://de.wikipedia.org/wiki/Synchronmaschine#Geschichte : »1887 entwickelten Friedrich August Haselwander und der US-Amerikaner Charles Schenk Bradley [beide Elektrotechniker] unabhängig voneinander den dreiphasigen Synchrongenerator.«