24. November 2020

gmögig

Gmögig: Ein schweizer Wort, wie innert. Man mag es mit Vorteil auch im Hochdeutschen nutzen, es fällt aber auf.
   Ich lese gmögig heute zum ersten Mal, in einem Portrait über Casimir Platzer in der NZZ, »Die Belle Èpoque des Casimir Platzer«. Der gute Mann wird beschrieben als, bitte im ganzen Satz: »Platzer gilt unter den Parlamentariern in Bern als witziger, gmögiger Lobbyist, als Bürgerlicher, der auch mit Linken kann, als Schwergewicht mit Einfluss in allen Fraktionen.«
   Der Mann ist vermögend. Damit hat aber gmögig nichts zu tun. Das kommt von mögen. Man mag ihn; leicht ist er zu mögen. Schön. Auch das Wort, das man auf Anhieb versteht.
   Trotzdem bitte ich um Vorsicht im Gebrauch: Wollen Sie gmögig nicht herausragen lassen aus dem Satz, dann nehmen Sie’s nicht. Bei einer so erfreulichen Eigenschaft darf man das aber gerne hervorheben, den Leser innehalten  und schmunzeln lassen.

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BesucherzaehlerLink hierher https://bit.ly/fj33dAEq2
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22. November 2020

Google-Gesichtserkennung

 

Google suggests the young Rococo-Lady for the hand held garden gnome.
Google schlägt eine Freundin meiner Tochter als Gartenzwerggesicht vor …

Permalink https://bit.ly/fj2UVWFEV
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21. November 2020

Corona: App-Versagen todbringend

Nicht, was Sie denken. Die App wäre ja ein kleiner Schritt. Bloß den tun wenige.
   Eine Diskussion bei Anne Will lässt fernöstlichen Umgang mit Corona links liegen, ein Dialog bei Teltarif bringt wieder die abfällige Meinung über Technik vs. Demokratie.
   Herrgottsakra, dass die Nachverfolgung nicht klappt, kostet hier Leben!
   An der App liegt es nicht, es liegt am Apparat, wieder einmal am Staatsapparat. Statt frühem und konsequentem (ja: digitalem!) Infektionsketten-Nachverfolgen »hinkt in Europa die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen stark hinterher«, schreibt die NZZ in einem deutlichen Gastkommentar https://www.nzz.ch/meinung/unterdrueckung-statt-ausmerzung-warum-den-europaeern-in-sachen-corona-das-lernen-von-ostasien-so-schwer-faellt-ld.1587172 (= https://bit.ly/fj2UNuaJC). 

Jeden Sonntag vor der Messe auszufüllen.
Stattdessen müsste die App bei Rein und Raus
einen QR-Kode scannen, überall!

Die Zettelchen, die man im Restaurant, in der Oper oder zur Messe in der Kirche ausfüllen muss, sind eine digitale Nullnummer, zum Lachen, für die Katz’, wie sich gezeigt hat. Wo wir uns anstecken, das wissen wir immer noch nicht, nicht als Gesellschaft, nicht als Person. Wieviele uns statistisch anstecken könnten aus unserer Umgebung, Straße, Supermarkt, Familie, keiner kann’s sagen. Schlimm.
   »„Weg von der Einzelkontakt-Nachverfolgung hin zur Cluster-Nachverfolgung wie in Japan.“ Virologin Eckerle plädiert dafür, über den Tellerrand hinauszuschauen: „Einige asiatische Länder, aber auch Australien und Neuseeland haben es besser gemacht“, sagt sie. Dort wurde die Pandemie mit drastischen Maßnahmen erfolgreich bekämpft.« – Quelle https://www.merkur.de/politik/coronavirus-hart-aber-fair-ard-tv-talk-impfstoff-tschentscher-lauterbach-henssler-kubicki-plasberg-90095406.html

Hier ein NZZ-Artikel über gelingende Nachverfolgung:
https://www.nzz.ch/wissenschaft/wie-bewegungsdaten-von-smartphones-bei-der-eindaemmung-der-coronavirus-pandemie-helfen-koennen-ld.1586316 = https://bit.ly/fj3kKEgpp .
   Zitat: »Was bis anhin fehlt, das sind robuste, umfassende Daten darüber, wie hoch das Infektionsrisiko an bestimmten Orten ist. Diese Lücke verspricht ein Forscherteam aus den USA zu schliessen, indem es ein mathematisches epidemiologisches Modell (SEIR) mit umfangreichen Bewegungsdaten kombiniert. Die Arbeit erscheint im renommierten Fachblatt «Nature». Die Ergebnisse der Studie seien auch als Werkzeug für politische Entscheidungsträger gedacht, betonte Jure Leskovec von der Stanford University, leitender Autor des Papiers, am Dienstagnachmittag an einer Pressekonferenz. Er hoffe, dass seine Methode dabei helfe, Einschränkungen zu minimieren, ohne dabei den Schutz vor einer Infektion zu vernachlässigen.« 

Genug. Ich will mich nicht in Rage reden, wie beinahe auch Frau Bundeskanzlerin in ihrer ausführlichen, sehr sehenswerten Corona-Pressekonferenz am 2.11. https://youtu.be/o-qP72V0sOU (Text auf https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressekonferenz-von-bundeskanzlerin-merkel-zur-corona-pandemie-1807048 .

Bleiben Sie gesund in diesem Dunkel, in unserer allgemeinen Ærosol-Umnachtung, die so nicht hätte sein sollen. Deutschlands stolzes Fazit wie immer: »Wir haben es besser gemacht«: Medien-Fake, »Wellenbrecher«, zum Brechen.

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Link hierher https://bit.ly/fj3nWfULp
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18. November 2020

My Virtual Vineyard

My remote vineyard is in California, in Napa Valley, high up in the western hills of St. Helena on the road to Santa Rosa. Thanks to Google I can count the rows of wines from space, and thanks to e-mail I even know that they survived the Glass Fire :

The sun rising over the vineyard for a hot summer day. Tuesday 20.6.2017, 6.03 am. Photos Jörn

“Raindrip” irrigation valve

When I visited my friends from many decades back there in 2017, probably the very last time, I picked up a souvenir, a drip irrigation valve lost on the ground. I’m a technician, unfortunately without any specific idea of wine. But I have friends.
   Since then this little valve accompanies me in my satchel with the medicines I take, along with the pills in their blister packs. Only now I realize that one plastic valve is worth seven Dollars, so I really should have asked …
   My little water valve with my daily virtual melancholy, positive memoirs of good times past, turn out to be my best medicine.

Permalink to here https://bit.ly/fj38TPLIA
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/my-virtual-wineyard.html
(Sorry, to a German it’s a wineyard, Weingarten, with w. And a winery in no Weinerei, constant sobbing, but a Weinkellerei.)

This is a tiny 6½ cm (2½") mouth organ, a “Puck” by Hohner, without its broken away covers.
It sounds good, and resides as well in my medicine satchel, reminds me of my little † daughter Svea.


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12. November 2020

Blogger-Kommentare als E-Mail ankündigen

Mein Freund rief mich an, warum sein Kommentar zu einem meiner Blog-Posts nicht erschienen ist? Ich fand dann massig unbearbeitete uralte Kommentare. Peinlich:

Klickt man hier auf »Kommentare«, bekommt man die lange Latte (= Smartphone-gerecht) präsentiert, bei meinem »Blogabissl« gerade eben »Alle (331)«

Das hilft natürlich – pardon – keiner Sau.
   Doch hoppla und neumodisch: Die Details stecken hinter dem Aufklapppfeilchen! Überhaupt hilft weiteres Geklicke dort:

So, da haben wir’s. Ich war gerade fleißig: Es stehen jetzt keine Kommentare mehr zur Moderation an.

Wie aber bekomme ich Mailbenachrichtigungen, wenn wieder wer zu kommentieren versucht?

Dazu muss man zurück und runter auf »Einstellungen« (hier im Screenshot rot). Dort finden sich die Einstellungen zu den Kommentaren. 


Hier kann man unter »Kommentare«, »Moderationsanfragen per E-Mail senden an« seine E-Mail-Adresse angeben, und wird dann hoffentlich benachrichtigt.

Link zu diesem Post https://bit.ly/fj35nWgkX
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/blogger-kommentare-als-e-mail-ankundigen.htmlBesucherzaehler

10. November 2020

Reichskristallnacht

Magdeburg – Zerstörtes jüdisches Geschäft
nach der »Reichskristallnacht« am 9.11.1938.–
Bekleidungsgeschäft mit zerbrochenen Glasscheiben.
Aufnahme: H. Friedrich, Hannover. Bundesarchiv

Die Kristallnacht. Das schreckliche Ereignis kenne ich noch unter dem alten Namen »Reichskristallnacht«. Ich höre da förmlich das Klirren der berstenden Fensterscheiben (»Kristall«), das Gejohle des zum Teil herangekarrten »Volkes«, den Aufruhr, knallende Stiefel, nächtliche Kommandos, und ich fühle den starren Schrecken der Bewohner, sehe nun die endgültige Recht- und Machtlosigkeit deutscher Juden, ihre Entehrung. Das Geschehen war so ungeheuerlich, so provokativ, dass … Nun, ich kann es mir nicht vorstellen. Wir Nachkriegsgeneration mögen Naturkatastrophen kennen, menschliche wie Kriege kennen wir nicht wirklich. Kriege sind uns Bundesbürgern »hinten, weit, in der Türkei, [wenn] die Völker aufeinander schlagen« (siehe unten). Wir kennen Krieg hier im Westen nur vom Hörensagen, aus Bildern, früher der Wochenschau, heute aus Krimis und James-Bond-Filmen. Die nächtlichen Raketen auf Bagdad, die zogen 2003 fern wie ein Feuerwerk auf der anderen Seite des Flusses über den Bildschirm.
   Auch Juden kennen wir nicht mehr. Mein sel. Großvater, bei dem ich als Kriegswaise liebevoll aufwuchs, sprach noch ganz natürlich und ohne zu Zögern von seinen jüdischen Freunden, Jude war ihm ein Begriff wie Mann oder Frau, wie Deutscher oder Italiener in Südtirol. Alle paar Jahre kam uns die befreundete Familie Wechsberg aus Amerika mit ihrem Buick besuchen, der mich Jungen sehr beeindruckte. Inzwischen ist »Jude« aus unserem Charakterisieren eines Mitmenschen furchtsam und »politisch korrekt« verschwunden wie das »Fräulein« seligen Angedenkens.
   Für andere »Minderheiten« hat die heutige Sprachübung immer wieder wechselnde Bezeichnungen erfunden: Neger wurden zu Schwarzen, Schwarze zu Farbigen, dann zu Afroamerikanern. Zigeuner – der Ausdruck hat für uns nichts Böses – sind nun Sinti und oder Roma, doch beliebter wurden sie nicht dadurch. Begrifflich blieben Juden wenigstens standhaft Juden, wandelten sich nicht. Solche Sprachbewegungen gab es auch sonst: Schwerbeschädigte sind heute Behinderte und bald wohl begrifflich noch unscheinbarer (vielleicht Inklusionierte?). Den Begriff Holocaust verwenden wir erst seit 1978. Davor nannte man den Tod in Auschwitz drastisch und klar Vergasen.
   Ich selbst bekam nur mehr durch Zufall mit, wenn einer ein Jude war, nicht nur bei Wechsbergs. So haben wir im Internat einmal einen wenig sympathischen Mitschüler eine kurze Zeit lang ziemlich krass gemobbt – mit Klopapiergirlanden und dem Spruch »Haut ihm den Zinken zu Kapusta«. Bis dann unser Erzieher, Herr Braunbeck, darauf hinwies, dass das als Antisemitismus gedeutet werden könnte. Da hörten wir (etwa 13-Jährige) erschrocken gleich auf. Ich weiß, ich war damals Kameradschaftssprecher und musste die Angelegenheit diskret absagen. Der jüdische Junge ist dann bald weg von unserer Schule und heute nach einem tüchtigen Managerleben Professor emeritus.
   Meine Hochschätzung von Juden ist eigentlich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt gestiegen. Ein Schlüsselerlebnis war mir eine Europareise der Handelskammer von San Franzisko, für die ich Teilereignisse organisierte. Doch die Elite sind für mich Prager Juden! Sie sind Vergangenheit, und das alles ist Philosemitismus, und den verkneife ich mir öffentlich.
   Sonderbar, dass wir so sehr Minderheiten fördern, aber versuchen, sie nicht zu erkennen, nicht hervorzuheben. Multikulti ist zu einem Einheitsbrei geworden, zu Integration, mit der Folge, dass zwar einzelne Schandtaten wie islamistische Anschläge bestimmten Gruppen zugeordnet werden, dass man sich aber scheut, positive Eigenschaften zu nennen, eine Gruppe hervorzuheben, herauszukennen, ehrend, hochachtend, bewundernd. Darf man sagen, dass die Russen unter uns besonders fleißig sind, wunderbar Klavier spielen können oder dergleichen? Das fällt unter Rassismus. Wenn’s ein Lob ist, positiv konnotiert, dann sicher nur als argumentative Vorbeugung gegen ein gleich darauf folgendes Aber. Aber nichts!
   Vorsichtshalber weiche ich lieber auf Schwule aus. Wir kennen sehr viele hier sehr freundschaftlich. Doch die meisten verheimlichen sich nach wie vor; es geht ja auch niemanden etwas an, was man privat tut.
   Eine eigenartige Gebücktheit, ein Herumdrucksen ist an die Stelle offenen Umgangs miteinander getreten. Schade. Nicht einmal nach der Herkunft fragen soll man …

— · —

Sollten Sie an diesen Ausführungen oder Teilen davon Anstoß nehmen, so schreiben Sie mir bitte. Ich weiß wohl, dass Schweigen Gold ist, ich finde nur: Es bringt keine Zinsen.

• Großvaters Memoiren zum Thema http://joern.de/hoedl.htm#Judenfrage
• Link zu meiner Studie über den Begriff Neger https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/neger.html
• Die Geschichte von Pierre Mendell, 1929—2008, liebevoll aufgezeichnet von Wolfgang Beinert https://www.typolexikon.de/mendell-pierre/
• Faust I, Zeile 860
Andrer Bürger.
Nichts bessers weiß ich mir an Sonn- und Feyertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrey,
Wenn hinten, weit, in der Türkey,
Die Völker auf einander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man Abends froh nach Haus,
Und segnet Fried’ und Friedenszeiten.
• Bombardierung Bagdads 20.3.2003 https://youtu.be/2fclmvIsubk zehn Minuten
• Zur Frage »Woher kommst du?« die Süddeutsche Zeitung
   https://www.sueddeutsche.de/politik/herkunft-diskriminierung-bohlen-1.4350327

Zum Vergrößern klickbar.
Micky Maus Nr. 37, 6.9.1989,
DM 2,50, Seite 27, Ausschnitt
 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nennung eines »Bankiers Grünspan« wäre heute vermutlich nicht mehr opportun. 


Link hierher https://bit.ly/fj3eKuC4w
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/reichskristallnacht.html

 
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8. November 2020

Wir gründen uns eine westkatholische Kirche

Weihe der ersten katholischen Priesterinnen am Pfingstmontag 1996 in Konstanz.
Quelle https://alt-katholisch.net/2011/06/06/katholische-priesterin-sein/

Mir hat geträumt, wir gründeten uns eine west-katholische Kirche als weitere Ergänzung zur römisch-katholischen. 

• Das Bistum Rom verliert seine Vormachtstellung, wird aber gerne gehört, wie alle anderen Bistümer auch. Politische Enzykliken werden allerdings ungern gesehen, besonders wenn sie wirtschaftliche Tatsachen einseitig deuten. Dazu brauchen wir keine Kirche, ein virtueller Stammtisch genügt.

• Unfehlbarkeit hienieden entfällt.

• Der Katechismus, »die Moral«, fußt ganz auf Christi Gebot der Nächstenliebe (samt Selbstliebe), besonders in der Sexualmoral. Was in Liebe geschieht, das ist wohlgetan vor Gott. 

• Der Mensch bewahre die Natur, zum Beispiel dadurch, dass er sich nicht massenhaft vermehrt. Verhütung ist durchaus angesagt.

• Männer und Frauen sind im Gottesdienst gleichgestellt. Die Wandlung erfolgt durch Glauben, also wie heute schon der Segen oder die Sündenvergebung im Konjunktiv. »Gott segne dich …«, das ist auch nur ein frommer irdischer Wunsch; ob Gott einen wirklich segnet, ist einerseits seine Sache und hienieden Glaubensauffassung. West-Katholiken glauben einfach an den Leib Gottes.

• Gottesdienste werden von Priestern oder Priesterinnen geleitet. Die Wandling von Wein in Jesu Blut entfällt. Notfalls können auch »alte«, früher geweihte Hostien aus dem Tabernakel ausgeteilt werden, wie das ja heute auch passiert. (Siehe etwa die katholische Wort-Gottes-Feier.) 

• Da der Glaube entscheidet, brauchen die Priester und Priesterinnen und die Kommunizierenden (wie heute praktisch der Fall) dabei nicht ohne Sünde zu sein. Gott weiß selbst, welchen Segen er in wem entfacht.

Dann bin ich aufgewacht, aufgestanden und bin frisch rasiert um halbelf in die gewohnte Messe gegangen. Zur Corona-Zeit ist sie zu einem traurigen Ereignis verkommen; da beschlägt es mir die Brille. Der arme Organist darf als einziger singen.
   Lesung und Evangelium waren heute ausnahmsweise schön und nicht unsinnig, die Deutung der klugen Jungfrauen als unfähig ihr Öl zu teilen mir neu, weil ihr Öl ein inneres Feuer war. Nun denn.

Fette Hervorhebungen von mir.
Lesung vom 23. Sonntag im Jahreskreis am 8. November 2020 Weish 6,12–16

Weish 6,12Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; / wer sie liebt, erblickt sie schnell, / und wer sie sucht, findet sie.
Weish 6,13 Denen, die nach ihr verlangen, / gibt sie sich sogleich zu erkennen.
Weish 6,14 Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, / er findet sie vor seiner Türe sitzen.
Weish 6,15 Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; / wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei.
Weish 6,16Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; / freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen / und kommt jenen entgegen, die an sie denken. 

Evangelium Mt 25,1–13 aus der Bergprdigt


Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen


Mt 25,1 Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Mt 25,2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
Mt 25,3 Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,
Mt 25,4 die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.
Mt 25,5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Mt 25,6 Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!
Mt 25,7 Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Mt 25,8 Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.
Mt 25,9 Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.
Mt 25,10 Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
Mt 25,11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Mt 25,12 Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Mt 25,13Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.    

Link hierher https://bit.ly/fj38phi4E
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/wir-grunden-uns-eine-westkatholische.html

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»Die Sachen sind nicht mir!«

Klicken zum Vergrößern                           © Disney
Im Micky-Maus-Heft Nr. 17 vom 27.4.1982 erschien die damals schon sechsundsiebzigjährige Frau Dr. Erika Fuchs noch als Chefredakteurin, wie bis 1988. Doch so genau wird sie da nicht mehr hingeschaut haben. Erika Fuchs stammte aus Hinterpommern, wie die Wikipedia liebevoll erzählt, aus Belgard an der Persante, und dort war ein »Das ist mir!« wohl genauso ungewöhnlich, ja falsch gewesen, wie heute überall im gepflegten Norden Deutschlands. Sowas sagen höchstens die aus dem Süden – allerdings selbst die Bonner, wie ich bezeugen kann.

Warum auch nicht? Sagt man: »Das gehört mir!«, so ist das grammatikalisch richtig, sagt man: »Das ist mir!«, so soll’s auf einmal falsch sein? Einen logischen Grund für diese Absonderlichkeit gibt es – wie bei vielem Sprachlichen – nicht. In der Tat schrieb Grillparzer – auch so ein Österreicher – 1813 in »Des Meeres und der Liebe Wellen« energisch: »Noch ist mir meines Vaters Helm und Schwert« und meinte damit »gehört mir«. Ich hab’ das von einem ausführlichen Artikel über sein als besitzanzeigendes Pronomen, hier: https://grammatikfragen.de/showthread.php?285-Sagt-man-quot-Das-ist-mir-quot-oder-quot-Das-ist-meins-quot-Ich-wurde-im-Norden-Deutschlands-entsetzt-angeschaut-als-ich-sagte-quot-Das-ist-mir-quot-.-Woran-liegt-das-Danke-im-Voraus !

Die Grimm-Brüder schreiben (in ihrer durchgehenden Kleinschreibung): »eine weitere gruppe für sich bilden die ausdrücke für ein besitz- oder eigenthumsverhältnis. hier verwendet die deutsche sprache den genitiv und den dativ«. Zum Dativ schreiben sie: »diese nicht gerade häufige fügung entspricht genau der lat. mihi est«. http://woerterbuchnetz.de/DWB/call_wbgui_py_from_form?sigle=DWB&lemid=GS25448&hitlist=&patternlist=&mode=Vernetzung – Stichwort SEIN verb. esse, Unterpunkt 13) – eine weitere Gruppe …  a) der Dativ-Fall. 

Die Lösung steht bei den »Grammatikfragen«: Erlaubt ist beides, mir auch. Doch wie immer setze man Sprache bewusst ein, im Blick auf den Leser, mit Auffälligkeiten, wo man sie als Autor setzen will, und nicht bloß als Gag zur Ablenkung.

Links:

https://grammatikfragen.de/showthread.php?285-Sagt-man-quot-Das-ist-mir-quot-oder-quot-Das-ist-meins-quot-Ich-wurde-im-Norden-Deutschlands-entsetzt-angeschaut-als-ich-sagte-quot-Das-ist-mir-quot-.-Woran-liegt-das-Danke-im-Voraus

Belgard: https://de.wikipedia.org/wiki/Bia%C5%82ogard  

https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Fuchs (1906—2005)

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Grillparzer 

Link hierher https://bit.ly/fj32rBhMe
 = https://blogabissl.blogspot.com/2020/11/die-sachen-sind-nicht-mir.html

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1. November 2020

Explorer aus – und wieder ein

Wenn in Windows (hier 7) die Task-Leiste nicht mehr sichtig verschwindet, muss man den Windows-Explorer-Prozess abwürgen.
   Das mancht man mit dem Task-Manager. Der Task-Manager erscheint auf Knopfdruck: Man tippt gleichzeitig Strg, Shift (Hochstellen) und Esc.

Im Task-Manager geht man auf den zweitern Reiter, Prozesse, wie hier zu sehen. Dort findet man eine »explorer.exe«, die für die Task-Leiste verantwortlich ist. Die »schießt man ab« – Maus drüber und rechts unten »Prozess beenden«.

Schon ist die klemmende Taskleiste weg, und man kann mit voller Bildschirmansicht weiterarbeiten.

Wie aber bekommt man den Explorer wieder zum Laufen?

Dazu im Task-Manager (der vermutlich sogar noch da ist und über Alt-Tabulator Anwendungs-wechselnd erreicht werden kann, sonst mit Strg-Shift-Esc) zurück auf den (ersten) Reiter »Anwendungen« (also eigentlich Programme, Tasks, Apps) und unten rechts mit »Neuer Task« ein freies Feld erzeugen, um damit den »Neuen Task erstellen« zu können. Jetzt dort bitte »explorer.exe« eingeben, »exe« dabei nicht vergessen. Voilà.

 

Permalink hierher http://j.mp/3kNZxzf
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Quelle: Verschiedene englische Anleitungen

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30. Oktober 2020

Moral, Markus Gabriel und Donald Duck

»Moralische Tatsachen sind so real wie Naturtatsachen, nur sind sie davon abhängig, wie wir auf sie reagieren«, meint Markus Gabriel in einem Interview mit der NZZ, hier https://www.nzz.ch/feuilleton/der-philosoph-markus-gabriel-ueber-corona-wahrheit-und-moral-ld.1583000.
   Ich weiß zwar nicht, was »moralische Tatsachen« sein sollen, vielleicht Ereignisse, die dann moralisch beurteilt werden? Im Micky-Maus-Heft vom 2. Juni 1999, das ich mir gestern für fünfzig Cent statt für drei Mark zwanzig geleistet habe, geht’s auf Seite 36 auch um Moral, und zwar gleich im Aufmacherbild der Donald-Duck-Geschichte D 97128 »Der Schwachkopf der Woche«:

»Da machen sie einen armen, ahnunugslosen Menschen vor aller Welt zum Trottel, und du findest das auch noch lustig, Donald«, kommentiert seine Freundin das Fernsehgeschehen (allerdings ohne Komma vor dem und).
   Doch Donald meint lachend: »Ach Unsinn, ausschütteln würd’ ich mich vor Lachen. Das ist doch alles bloß ein harmloser Spaß!«

Da haben wir’s, ganz harmlos, die Differenz über eine menschliche Tat, die ja wohl landläufig der »Moral« unterliegt. Unterschiedliche Urteile. Die Geschichte entfaltet sich dann auch recht phantasievoll bis zur Blamage der beiden Fernsehmoderatoren.

Soll ich mit einer ganz ernsten Geschichte dienen, bei der es sich um Moral dreht? Weltanschauungen und Religionen verkünden Moral, als sei sie von ihrem jeweiligen Gott gegeben. Da hat Moses die zehn Gebote auf dem Berg gepflückt. Mein Beispiel: Die »Berufung zur Keuschheit« im gültigen katholischen Katechnismus, siehe http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P8B.HT . Absatz 2352 geht dann ins Volle, und Masturbation wird als schwere Sünde »gebrandmarkt«, weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert" (CDF, Erkl. „Persona humana" 9). Ich kann das nachvollziehen.

»So real wie Naturtatsachen« finde ich zwar die Sache selbst, nicht aber ihre moralische Einordnung, ihre Moral. Man könnte so fortfahren. Man kann es aber auch sein lassen, die katholische Kirche »einen guten Mann«, und sich wundern, dass ihr die Leute weglaufen. 

… Markus Gabriel ist Professor für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn und ständiger Gastprofessor an der Sorbonne in Paris. Er zählt zu den führenden jungen Philosophen der Gegenwart, die sich in den letzten Jahren für einen neuen Realismus starkgemacht haben. Jüngste Veröffentlichungen: «Warum es die Welt nicht gibt» (2013), «Ich ist nicht Gehirn» (2015) und «Der Sinn des Denkens» (2018). Demnächst erscheint bei Suhrkamp «Fiktionen» und bei Ullstein «Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten».

Und was ist »Erkenntnistheorie«? Dazu meint wiederum die Wikipedia in ihrer unübertreffbaren Akademizität: »Die Erkenntnistheorie (auch Epistemologie oder Gnoseologie) ist ein Hauptgebiet der Philosophie, das die Fragen nach den Voraussetzungen für Erkenntnis, dem Zustandekommen von Wissen und anderer Formen von Überzeugungen umfasst. Dabei wird auch untersucht, was Gewissheit und Rechtfertigung ausmacht und welche Art von Zweifel an welcher Art von Überzeugungen objektiv bestehen kann«.
   Weiter erzählt die Wikipedia über das Denken und Reden über das Denken und Wissen: »Gegenüber alltäglichen Überlegungen gewinnen die erkenntnistheoretischen im selben Moment oft eine kaum ernstzunehmende Dimension. Wittgenstein sprach das 1951 in seinen Überlegungen Über Gewißheit (erst nach seinem Tode 1969 veröffentlicht) mit Humor an:

„Ich sitze mit einem Philosophen im Garten; er sagt zum wiederholten Male: ‚Ich weiß, dass das ein Baum ist‘, wobei er auf einen Baum in der Nähe zeigt. Ein Dritter kommt daher und hört das, und ich sage ihm: ‚Dieser Mensch ist nicht verrückt: Wir philosophieren nur.‘“[7]

Richtig beginnt auch das Zürcher Gespräch von René Scheu mit Markus Gabriel mit dessen Feststellung: »Wir befinden uns gerade in Zürich, während wir hier reden. Dieser Satz ist wahr. Wir könnten nun der falschen Meinung sein, wir seien nicht in Zürich, dann sitzen wir einem Irrtum auf. Das kann passieren, wenn man verwirrt ist, aber eigentlich nicht, wenn man in Normalform ist.«
   In der Erkenntnistheorie, so Wikipedia, »werden Galileo Galileis „Eppur Si Muove“ [in den Bart gemurmelt: »Und sie bewegt sich doch!«, Anm. fj] ähnlich tradiert als Hinweise auf die gesellschaftliche Brisanz des erkenntnistheoretischen Nachdenkens«.
   So geht’s dann seitenweise weiter, na ja, nicht seitenweise, denn das Internet kennt sie nicht und nur den ewig langen Fluss bestenfalls entlang einer Schiebeleiste am Bildschirm. Zwischendurch einnern sich »aktuelle Debatten« des Dialektischen Materialismus’, »den philosophische Lexika der Ostblockstaaten propagierten« und wir in Bayern noch brav in der Schule gelernt haben – und nichts verstanden haben davon. Aus These und Antithese was Höheres, erinnere ich mich noch. Wieso?
   Des weiteren verstehe ich kein Wort, Erkenntnis-praktisch null.
   Am Ende geht’s sogar um künstliche Intelligenz, die für mich alten Informatiker am Ende Programme sind, ob man sie nun digital, Apps, Siri oder KI nennt. »Alan Turing notierte in einer erkenntnistheoretischen Wendung bereits in den 1950er Jahren das Problem, auf das die Entwicklung zuschreitet, auf Seiten des Beobachters: Ob man weiß, ob der Mensch, mit dem man kommuniziert, mit einem Bewusstsein ausgestattet ist (so wie man selbst)«. So Progrämmchen haben wir »Systemanalytiker« schon recht früh gehabt; es ging aber nicht um die Frage nach Bewusstsein, sondern konkret über Menschsein. Ist der, die oder das Gegenüber ein Mensch oder eine Maschine? Ein Beispiel ist 1966 Joseph Weizenbaums Eliza, die sich erfolgreich grad so dumm anstellt wie ein Mensch … Ob und wieviel Bewusstsein, speziell Selbstbewusstsein ein Gegenüber hat, das wissen wir nicht einmal von unserem Hund. Bei einer Maschine nehmen wir selbstbewusst an, sie hätte gar keines. Allerdings erinnere ich mich aus der Steuerung von Überwachungssystemen spätestens in den Achtzigerjahren, dass unsere Minicomputer einen Hardware-Interrupt zum Power-fail-autro-restart hatten, also ihr eigenes Dahinscheiden gerade noch erkennen konnten, auf dass sie bei einer Wiederbelebung flott und skrupellos weitermachen konnten, Kosten viertausend Mark, Einbau »nur im Werk« (factory upgradable, nur damit keiner merkte, dass die Schaltkreise beim HP 2116 schon an Bord waren und durch einen Streifen Tesafilm reaktiviert werden konnten.) Ist denn so eine Wiedergeburt kein Bewusstsein …? 

Ich ende. Für mich ist das alles teuer erwärmte Luft. Denken ist wenigstens abgasfrei. Es gibt immer noch zuwenig »menschenmachtes Denken«.

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Eliza (englisch): https://www.masswerk.at/elizabot/

Sie können gerne kommentieren. Ich lerne gern zu. 

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