24. Februar 2022

Fix Hyphens in DeepL

DeepL ist ein super Übersetzer, nur für die »Gänsefüßchen« (Anführungszeichen, hyphens) nicht. Die werden alle zu geraden Anführungszeichen ("). Ein Entropiegewinn und ein Verlust von Diversität, weil zwei unterschiedliche Zeichen zu einem gemacht werden. 

Hier der Fix, gezeigt an einem kurzen Text aus der New York Times.

Der Originaltext:

He enjoys the fresh air and morning quiet — until loudspeakers on the other side of the fence, strung with “Keep Out” signs in Polish, English, German and Russian, start blasting “The Star -Spangled Banner” at high volume. “I don’t know anyone who has ever been inside there,” Mr. Czescik said, pointing across the fence toward a cluster of haze-shrouded buildings in the distance. 

1. First change all opening quotes to #

He enjoys the fresh air and morning quiet — until loudspeakers on the other side of the fence, strung with #Keep Out” signs in Polish, English, German and Russian, start blasting #The Star -Spangled Banner” at high volume. #I don’t know anyone who has ever been inside there,” Mr. Czescik said, pointing across the fence toward a cluster of haze-shrouded buildings in the distance. 

2. Only now translate with DeepL

Er genießt die frische Luft und die morgendliche Ruhe - bis auf der anderen Seite des Zauns Lautsprecher mit #Keep Out"-Schildern in Polnisch, Englisch, Deutsch und Russisch in hoher Lautstärke #The Star -Spangled Banner" schmettern. #Ich kenne niemanden, der jemals dort drinnen war", sagte Herr Czescik und deutete über den Zaun hinweg auf eine Ansammlung von dunstverhangenen Gebäuden in der Ferne.
Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version) 

3. Ersetze alle # durch Anführungszeichen auf („ oder » bezw. « in der Schweiz) und alle geraden Anführungszeichen (") durch Anführungszeichen zu (“ oder « bezw. »). 

Ergebnis: 

Er genießt die frische Luft und die morgendliche Ruhe - bis auf der anderen Seite des Zauns Lautsprecher mit „Keep Out“-Schildern in Polnisch, Englisch, Deutsch und Russisch in hoher Lautstärke „The Star -Spangled Banner“ schmettern. „Ich kenne niemanden, der jemals dort drinnen war“, sagte Herr Czescik und deutete über den Zaun hinweg auf eine Ansammlung von dunstverhangenen Gebäuden in der Ferne. 

Sie haben nun die unterschiedlichen Anführungszeichen gerettet.

4. Es bleiben nur Verfeinerungen durch Lektorieren und oder kleine Suche-ersetze-Korrekturen. Hier also Leerstelle-Leerstelle zu Leerstelle–(also Gedankenstrich)Leerstelle und die Leerstelle aus Star -Spangled raus, die mir irgendwie hineingeschlüpft war:

Er genießt die frische Luft und die morgendliche Ruhe – bis auf der anderen Seite des Zauns Lautsprecher mit „Keep Out“-Schildern in Polnisch, Englisch, Deutsch und Russisch in hoher Lautstärke „The Star-Spangled Banner“ schmettern. „Ich kenne niemanden, der jemals dort drinnen war“, sagte Herr Czescik und deutete über den Zaun hinweg auf eine Ansammlung von dunstverhangenen Gebäuden in der Ferne. 


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Am Tag als der Krieg begann … und Österreich?

Stand am 1. Tag vormittags, 24,2,2022 – Bild dpa u.a.
Trotz vieler Verhandlungen in vielen Formaten und an kleinen oder langen Tischen: Putin ist in der ganzen Ukraine eingedrungen, nicht nur im Donbas (Südosten um Luhansk und Donezk).

Wie im Brexit hatte sich »Europa« unnachgiebig und undiplomatisch gezeigt.

Jetzt die Testfrage: Ist Österreich in der Nato? – Die meisten werden das nicht wissen.

Österreich ist bevölkerungsmäßig mit knapp neun Millionen Einwohnern etwa halb so groß wie Nordrhein-Westfalen (knapp 18 Millionen, Bayern 13 Millionen).

Sucht man nach Österreich und Nato im Netz, so vermeldet das rotweißrote Bundeskanzleramt eine »Zusammenarbeit Österreichs mit der NATO im Rahmen der Sicherheitspolitik: Politischer Dialog, militärische und zivile Zusammenarbeit im Bereich friedensunterstützender Maßnahmen im Rahmen der Partnerschaften ›Partnership for Peace (PfP)‹ und ›Euro-Atlantische Partnerschaftsrat (EAPC)‹«. Der einleitende Satz »Österreich ist nicht in der Nato« fehlt g’schamig. Nur schöne, lange Worte.

Wie kam das? Wikipedia:

Mit der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955 durch Leopold Figl für die Bundesregierung Raab I und durch Vertreter der vier Siegermächte und mit dem formal davon unabhängigen (also im Staatsvertrag nicht verankerten) Bekenntnis zur Neutralität sowie der Verpflichtung, keinen erneuten Anschluss an Deutschland anzustreben, erlangte die Republik am 27. Juli 1955 ihre volle Souveränität.

Am 26. Oktober 1955, nach dem Abzug der Besatzungssoldaten, erfolgte vom Nationalrat der Beschluss über die immerwährende Neutralität Österreichs; dieser Tag ist seit 1965 österreichischer Nationalfeiertag. Die Neutralität (heute besser: Bündnisfreiheit) ist eine militärische und bedeutete von Anfang an keine Äquidistanz zu den Wertesystemen von West und Ost.[67] Bedingt durch die Neutralität konnten aber sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half. 

Österreich wurde dank seinem Versprechen immerwährender Neutralität 1955 seine Besatzer los, das viel größere und wichtigere Westdeutschland entschied sich damals für Westintegration und wurde nicht wie Österreich wiedervereinigt. Wieder die Wikipedia

Mit der Integration in die entgegengesetzten Militärbündnisse von NATO und Warschauer Vertrag erhielten sie [beide deutsche Staaten] 1955 ihre formale Unabhängigkeit (siehe Pariser Verträge, Souveränitätserklärung der UdSSR für die DDR). Voraussetzung dafür war, dass im Juli 1951 die drei Westmächte die formelle Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland beschlossen; die Sowjetunion erklärte dies erst im Januar 1955, worauf weitere Staaten im östlichen Europa folgten.[118] Den Alliierten verblieben die Verantwortung für Deutschland als Ganzes und ihre Rechte in Berlin.

Am Sonntag 13. August 1961 kam die Mauer. (Ich war dabei.) Sie fiel am 9. November 1989. Dann erst kam die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990, 35 Jahre nach der Österreichs. 

Damalige Stimmen meinten, Österreichs Außenminister Figl hätte mit den Russen wegen seiner Trinkfestigkeit so gut verhandeln können.

Hätte man nicht der Ukraine Neutralität empfehlen können? Schon weil – wenigstens jetzt – ihr Nato-Beitritt im Westen nicht »auf der Agenda steht«, d.h. einstweilen chancenlos wäre … ?

Länder in schwieriger Lage sollten versuchen, sich mit ihren Nachbarn zu arrangieren – am Beispiel Israel sieht man, wie’s nicht geht. Den Frieden bewahren heißt zuweilen nachgeben …

PS. Ich meine, das hätte Putin 2022 auch nicht mehr umgestimmt. Man hätte lange vorher schon Russland ernst nehmen müssen und nicht mit »Strafen« ärgern. Dergleichen hatte man sich vor dem Fall des eisernen Vorhangs nie erlaubt.

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13. Februar 2022

Herr, ich bin schon würdig, dass du eingehest unter mein Dach …

Christus und der Hauptmann von Kafarnaum
Schule von Lorenzo Lippi (1606–75), Öl auf Leinwand 80 × 133.5 cm


Der Hauptmann von Kafarnaum


Lk 7,1 Als Jesus diese Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.
Lk 7,2 Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.
Lk 7,3 Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
Lk 7,4 Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst;
Lk 7,5 denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
Lk 7,6 Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.
Lk 7,7 Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.
Lk 7,8 Auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Lk 7,9 Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
Lk 7,10Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.   

Von dieser Bibelstelle leitet sich angeblich der Spruch vor der Kommunion ab: »Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.« Der fromme Katholik klopft sich dabei reuig auf die Brust, knieend. Ja wirklich, siehe beispielsweise die Auslegung von Ralf Staymann von der Altkatholischen Kirche .

Ich hatte mich einfach gewundert, warum gleich zu Beginn der Messe um die Vergebung der Sünden gebetet wird, eine halbe Stunde später aber – in der Messe – die Seele schon wieder so sündig sein soll. Dabei ist der Mensch Gottes Ebenbild, ja sogar als Gläugiger (heute: »Glaubender«) vereint mit ihm. Warum macht uns die Kirche so schlecht? Sack und Asche!

Könnte es sein, dass uns die Kirche »ganz klein mit Hut« haben wollte, vor hunderten von Jahren, wo sie sich nicht über eine automatisch eingezogene Kirchensteuer (in Deutschland jetzt so), sondern über Ablässe finanzieren musste? Und dass das dann bequemlicherweise so geblieben ist? »Also ich bete das nicht!«, verriet mir ein frommer Mann heute …Besucherzaehler

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8. Februar 2022

Am Blutdruckmessgerät BP101U die Zeit einstellen




Von Pearl gibt’s dieses gute, klassische Blutdruckmessgerät für zurzeit 23 Euro, hier. Es kommt wohl aus Amerika, weil im Datum – links unten – der Monat (hier 02 für den Feber) vor dem Tag steht (08 = bürgerlich 8, also heute, dem 8. Februar 2022).

Aber der Reihe nach, für Google. Pearl nennt seine medizinischen Produkte “newgen medicals”, na ja, und auf diesem steht drauf: BP101U. Es nennt sich »Medizinisches Oberarm-Blutdruck-Messgerät«, hat einen Speicher für 2 × 90 Messungen (für zwei Personen je 90), und läuft mit drei gewöhnlichen AA-Batterien (den normal dicken), lang und prima. Gemessen wird wie gewohnt während dem Ablassen des Drucks; dabei hört das Gerät, wann das Blut wieder in den Adern fließt.

Irgendwann kam mir aber dessen innere Uhr durcheinander. Weil ich im Internet nicht fand, wie man die Uhr einstellt, hier wie’s geht. Ein Stück aus der Anleitung, Seiten 12 und 13. (Lord Copyrightbewahrer verzeihe mir.)  

Also nochmal im Klartext:

Datum und Uhrzeit einstellen,
eventuell Einheiten (bloß nicht!)
1.
Halten Sie die SET-Taste – links, die kleine, rechteckige – vier Sekunden lang gedrückt. Die Jahres-Anzeige – die man sonst nicht sieht, etwa 20 22 – im Display blinkt.
2.
Stellen Sie mit der MEM-Taste (rechts) das aktuelle Kalenderjahr ein. Mit jedem Druck der MEM-Taste erhöhen Sie die Anzeige um ein Jahr (2014-2015-...-2050-2014). Sollten Sie einmal zu oft gedrückt haben, halten Sie die Taste gedrückt, bis 2050 im Display erscheint (Glückwunsch für ein langes Leben!). Drücken Sie die MEM-Taste dann wiederholt, bis die korrekte Jahreszahl angezeigt wird.
3.
Drücken Sie die SET-Taste. Die Monats-Anzeige blinkt. Etwa 02/08 am 8. 2.
4.
Stellen Sie mit der MEM-Taste den aktuellen Kalendermonat ein. Mit jedem Druck der Taste erhöhen Sie die Anzeige um einen Monat (01-02-...-12-01).
5.
Drücken Sie die SET-Taste. Daraufhin blinkt die Tages-Anzeige.
6.
Stellen Sie mit der MEM-Taste den aktuellen Kalendertag ein. Mit jedem Druck der MEM-Taste erhöhen Sie die Anzeige um einen Tag (01-02-...-31-01).
7.
Drücken Sie die SET-Taste. Die Stunden-Anzeige blinkt.
8.
Stellen Sie mit der MEM-Taste die aktuelle Stundenzahl ein. Mit jedem Druck der Taste erhöhen Sie die Anzeige um eine Stunde (00-01-02-...-23-00).
9.
Drücken Sie die SET-Taste. Die Minuten-Anzeige blinkt.
10.
Stellen Sie mit der MEM-Taste die aktuelle Minutenzahl ein. Mit jedem Druck der Taste erhöhen Sie die Anzeige um eine Minute (00-01-02-...59-00).

Jetzt hören Sie am besten auf
und drücken die große, runde START/STOP-Taste
zum Speichern und fertig.


11.
Drücken Sie die SET-Taste. Das Zeitformat wird groß angezeigt, Standard ist 24 Stunden. Mit der MEM-Taste wechseln Sie zwischen dem 12-Stunden-und dem 24-Stunden-Format.
12.
Drücken Sie die SET-Taste. Die Maßeinheit vom Blutdruck wird ganz klein im Display angezeigt. Mit der MEM-Taste wechseln Sie zwischen den Einheiten mmHg (Millimeter Quecksilbersäule, üblich) und kPa (Kilopascal, exotisch. Google rechnet einem das notfalls auch um: 1 mmHg = 0,133322 kPa usw.) Voreingestellt sind mmHg.
13.
Speichern Sie die Einstellungen mit der großen, runden START/STOP-Taste.

Die Einstellungen können zu jeder Zeit mit der START/STOP-Taste gespeichert werden. Falls Sie z.B. nur das Jahr korrigieren mächten, drücken Sie nach Eingabe des Kalenderjahrs die START/STOP-Taste.

Das war’s. Bleiben Sie gesund!
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P.S. Wie man seinen Blutdruck notiert.
   Einfach untereinanderschreiben wie im Foto ist nicht so gut, weil die Tageszeit wichtig ist. Ideal wäre eine Tabelle mit, sagen wir, 12 Spalten, jeweils für zwei Stunden, in die man die Werte Tag für Tag an der richtigen Stelle einträgt. Dann sieht man gleich untereinander, wo’s hapert.
   Das Gerät zeigt links im Display obendrauf mit einem kleinen Balken an, wie gut der Blutdruck ist, siehe Bild (mittel).
   Interpretation nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation hier im Diagramm, rechts von den Pfeilen die drei fixen Balken am linken Rand des Blutdruckmessgeräts:

Der systolische Druck, waagrechte Skala, ist der höhere und wird zuerst angezeigt.
Das ist der Druck, mit dem das Herz Blut in die Adern hineinpumpt.
Mit dem niedrigeren diastolischen Druck, senkrechte Achse im Diagramm,
fließt es wieder ab, zurück. – Bis 140/90 ist normal. Hab’ ich mit 132/79, siehe oben.
(Seite 24 im Handbuch)

Das noch etwas preiswertere Handgelenk-Messgerät für 20 Euro zeigt’s bunter.


Die nächste Stufe der Blutdruckmessung ist dann gleich zehnmal so teuer, dafür stündlich und digitalisiert, von Attiika aus der Schweiz.

Die beste Methode, den Blutdruck runter zu kriegen,
ist m.E. weniger essen. Leider.

7. Februar 2022

Keuschheit

Mögen alle Bewohner der Erde nur die volle Wahrheit anerkennen und um sie wissen, dass wir in diese Welt nicht um des Haders und der Zwietracht willen gekommen sind – wovor Gott bewahre – und nicht um des Hasses, der Eifersucht, der Aufreizung und des Blutvergießens willen – was Gott verbiete.
Aus einem Friedensgebet jüdischer Tradition:
»Wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn« (Bonifatius, Paderborn 2017)

Als sich Ende Januar 2022 Kardinal Marx in Reaktion auf das Münchner Missbrauchsgutachten für ein mögliches Ende des Pflichtzölibats für Priester aussprach, siehe z.B. hier, da fiel mir dieses alte jüdische Friedensgebet ein. Wir beten es alle Samstage zur Mittagsandacht.
   Und da steckt so ein isoliertes Wort drin, noch eine Sache, für die wir nicht auf der Welt sind:

Die Aufreizung

Ich deute diese »Aufreizung« beim frommen Erdenbewohner ganz altmodisch als Unkeuschheit. Auch wenn ich da wiedereinmal typisch männlich sexistisch denke und historisch, jüdisch falsch liege: Bitte kommen Sie mit in meinen frommen Gedankengang.

Die Kirche möchte – oder wollte historisch – dass sich Priester ausschließlich mit ihren Diensten für Gott und Mensch beschäftigten, nicht mit Sex. Sehen wir im gültigen Katechismus nach, Suchwort "keusch" . Erster Treffer:

2337 Keuschheit bedeutet die geglückte Integration der Geschlechtlichkeit in die Person und folglich die innere Einheit des Menschen in seinem leiblichen und geistigen Sein. Die Geschlechtlichkeit, in der sich zeigt, daß der Mensch auch der körperlichen und biologischen Welt angehört, wird persönlich und wahrhaft menschlich, wenn sie in die Beziehung von Person zu Person, in die vollständige und zeitlich unbegrenzte wechselseitige Hingabe von Mann und Frau eingegliedert ist.  

Suchen Sie einfach weiter nach keusch. Sie finden da ein wenig Geschwurbel, bis zum starken Statement: 2347 Keuschheit verheißt Unsterblichkeit. Zur Verdeutlichung gleich ein Nachschlag: Keuschheit äußert sich besonders in der Freundschaft mit dem Nächsten. Freundschaft zwischen Menschen gleichen oder verschiedenen Geschlechtes ist etwas sehr Wertvolles für alle. Sie führt zu einer Gemeinschaft im Geist.

Und so geht’s weiter: 2348 Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen. Recht fromm auch 2350, der Rat für Brautleute.

Dann aber kommt endlich die Unkeuschheit 2351 Unkeuschheit ist ein ungeregelter Genuß der geschlechtlichen Lust oder ein ungeordnetes Verlangen nach ihr. Die Geschlechtslust ist dann ungeordnet, wenn sie um ihrer selbst willen angestrebt und dabei von ihrer inneren Hinordnung auf Weitergabe des Lebens und auf liebende Vereinigung losgelöst wird. 

Lesen Sie dann bitte allein weiter.
Ich aber fasse zusammen: Sex nur bei Kinderwunsch. 

Zur Homosexualität, mit Mitgefühl: 2358

Das schöne Gefühl im Hinterkopf, dass gleich etwas passiert, ist tabu. Der katholische Gott scheint als erstes zu fragen: Wann hattest du deinen letzten Orgasmus?

Ich schreibe später weiter …
… Hier bin ich wieder:

Warum ist der katholische Katechismus so streng?

Man sollte versuchen, jede Zeit aus sich heraus zu verstehen. Dieser Katechismus – eine Anweisung zu einem ordentlichen Leben – ist hundert Jahre alt, wenn nicht tausend. Aus Rechthaberei verbietet sich die katholische Kirche zu sagen: »Da lagen wir falsch.« Was einmal wahr war, muss ewig wahr bleiben …. Falsch!
   In grauer Vorzeit lagen sie ja richtig. Es gab keine Verhütung. Die ersten Kondome aus Gummi kamen 1850 auf den Markt, zwei Millimeter dick und handvernäht. Vor fünfzig Jahren kam die Pille
1910 Wikipedia.
auf. Das habe ich noch erlebt, eine Erlösung, der »Pillenknick«:
»Die Menschen in Deutschland reduzierten die Zahl ihrer Kinder in nur zehn Jahren von 2,5 auf 1,4 je Frau.«
   Die erste vollautomatische Waschmaschine gab’s in Deutschland 1951. 

Ein uneheliches Kind war eine Kathastrophe, bürgerlich. – Genug, wir werden’s nicht mehr verstehen.

Tatsache ist, dass man keusch leben kann. Angenehm ist es nicht. Eine große Portion Menschlichkeit fehlt. Die schönste Ablenkung ist verboten*).

Keuschheit vs. Friends with Benefits, FWB
oder »Freundschaft plus«

Gerade lese ich, wie sich in diesen Corona-Zeiten die Sitten geändert haben. »Der One-Night-Stand wurde durch Twelve-Night-Stands mit einem Bekannten ersetzt« und »Eine FWB-Beziehung ist weniger anstrengend als eine Nacht mit einem Fremden« meint die NZZ und bezieht sich dabei sogar auf eine englische Studie
   Längst ist es nicht mehr die Kirche, die Moral lehrt – Religionslehrerinnen dürfen das gar nicht, das Kultusministrium mag’s nicht –, sondern höchstens der staatliche Gesetzgeber, ein Beispiel hier: § 177 StGB  .
(Nicht § 175 , der ist weggefallen.)
  
Die staatlichen Gesetze sind noch zahlreicher als im Katechismus, allerdings im Gegensatz zum Katechismus demokratisch abgestimmt und sehr flexibel.
   Möchten wir mehr dieser staatlichen Gesetze in die Kirche bekommen, müssen wir die Kirchenverträge ändern, siehe https://blogabissl.blogspot.com/2022/02/die-konkordate-kundigen.html .
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Link hierher zum Weitergeben:
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*) Siehe die peinliche Geschichte mit dem Fünfmarkstück .

Die Mittagsandacht (Hore) im Bonner Stift hier.

»Etwa 83 Prozent der Amerikaner mittleren Alters glauben, so eine andere Umfrage, wahre Liebe in einer Ehe komme ohne Geschlechtsverkehr aus.« – aus dem NZZ-Artikel »Lieber einen Plasmafernseher als Geschlechtsverkehr«, hier.

5. Februar 2022

Die Konkordate kündigen

Die Struktur der katholischen Kirche ist autoritär. Die Kirche glaubt daran, dass das Oberhaupt Gott ist, und der Vertreter der Papst. Wie beim Militär. Man sollte das verstehen; nach dem Prinzip, dass die Menschen früher nicht schlechter waren als wir heute. Ohne Verständnis und christliche Nächstenliebe wird sich die Krise des Katholizismus nicht lösen lassen. Lösen ist wörtlich wie Zucker in den Kaffee, ein sanfter, steter – aber hoffentlich rascher – Vorgang.
   Die Kirche gibt es seit zweitausend Jahren. Damals hatte man das in Rom wohl noch nicht, die Demokratie, und wenn, so nicht mit heutigen Grundsätzen. Die Leute dachten, meinten, lebten anders als wir.

Wenn uns Bürgern heute die Kirche nicht passt, so müssen wir ihr eine Änderungskündigung schicken. Austreten hilft nicht. 

Mit der katholischen Kirche hat jedes Bundesland einen oder mehrere historische Verträge, völkerrechtlich korrekt zwischen dem Vatikanstaat und dem Bundesland abgeschlossen. Sie denken jetzt, ich träumte. Gucken Sie nach in der gottlosen Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatskirchenvertrag .

Die Konkordate sollten gekündigt werden

Wenn wir Landesbürger, sagen wir, wir Nordrheinwestfalen, finden, dass sich eine Kirche in unserem Land herausnimmt, Grundsätze unserer Landesverfassung zu missachten, dann müssen wir was tun. (Ja, jedes deutsche Bundesland hat eine eigene Verfassung, doppelt genäht hält besser, meinte man früher.)
   Im Konkordat sollte klarwerden, dass hier bei uns der Staat, der demokratische, um Gottes Willen der Chef ist, »vom Volk ausgeht«. Bis inzwischen auf die Republik, die Europäische Union mit großem E, die Vereinten Nationen und – umstritten – das flüchtige Naturrecht.
   Und wenn wir jetzt meinen, dass nicht bloß einmal geheiratet werden kann, oder dass Sex privat und oder vor der Ehe erlaubt ist, sofern ihm einvernehmlich beide Partner zustimmen, vielleicht sogar alle drei, dass Homosexualität seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts
erlaubt ist, dass Mann und Frau und Diverse ganz gleich zu behandeln sind – dann sollten wir das auch so durchsetzen.
   Also sollten wir der Katholischen Kirche, hier völkerrechtlich vertreten durch den Vatikan, kündigen. Zwei Jahre Zeit geben. Dann ein neues Konkordat im Landtag abstimmen. Fortan ging’s anders.

Originalunterschrift: Die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (r.) empfing Kardinal Rainer Maria Woelki als designierten Erzbischof von Köln. Er leistete am 18. September 2014 in der Staatskanzlei in Düsseldorf seinen Treueeid auf die freiheitliche demokratische Grundordnung. © KNA
Quelle: https://www.dbk.de/themen/kirche-staat-und-recht/konkordate-und-kirchenvertraege

Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten

Vermutlich kennen Sie weder Ihre Abgeordnete noch Ihren Abgeordneten. Das kann man (und »frau« und »divers«) herausbekommen. Und fragen Sie, wie er (grammatikalisch generisch gemeint) zum Konkordat steht. Wenn er (ebenso generisch) nicht dafür ist, wählen Sie einen anderen.
   Dann bewegte sich was, was jetzt in Carrara-Marmor gemeißelt erscheint.

Bissl googeln,
   und Sie finden als Bonner Landtagsabgeordneten Guido Déus . No, wenn der sich da nicht einmischen könnte! (Aber mit Namen soll man nicht scherzen, Verzeihung!)
   Zur Wahl am 20. Mai 2022 – alsbald, um nicht so hässlich zu sagen: zeitnah – informiert die Stadt hier https://www.bonn.de/service-bieten/wahlen/landtagswahl.php .
   Sollten Sie das überregional lesen – auch anderswo gibt es Katholiken und Konkordate, Abgeordenete und Abgeordnetinnen – so googeln Sie entsprechend. Google gibt’s weltweit, wie die Kirche.

Ich hoffe, die Idee ist verständlich geworden. Kommentare sind gern gesehen, werden aber vor Veröffentlichung von mir (oft »zeitfern«) gegengelesen. Gott mit euch!

Link zu diesem Eintrag https://bit.ly/fj3Hq5uO2
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https://blogabissl.blogspot.com/2022/02/die-konkordate-kundigen.html 

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PS. Bei der NRW-Landtagswahl am 14. Mai 2017 haben die CDU-Kandidaten Guido Déus im Wahlkreis 29, Bonn I, und Dr. Christos Katzidis im Wahlkreis 30, Bonn II, die beiden Direktmandate geholt. Für die FDP zogen Dr. Joachim Stamp und Franziska Müller-Rech über ihre Landesliste ein.(Quelle)

Link zum ARD-Bericht
»Wie Gott uns schuf«
(1 Stunde): https://bit.ly/fj3oopxVO 

Den hatte ich eben gestern Abend gesehen …

Ähnliche Gedanken samt Kommentaren z.B. vom April 2017 auf
   https://hpd.de/comment/24236#comment-24236 

Keuschheit
  
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PS. Ein Zitat (mit einem Fluch) aus einer Meinung zum Thema Missbrauch von Thomas Ribi, NZZ-Feuiletton.

Das Eigentliche muss man zwischen den Zeilen suchen, wenn von «Verführen eines anderen zu einer Sünde gegen das Sechste Gebot des Dekalogs» die Rede ist, oder von der «Sünde mit dem Beichtvater». Und das Ganze unter dem Titel «Straftaten gegen die Heiligkeit des Busssakraments» abgehandelt wird.

Man möchte laut aufschreien: Es geht, Herrgottnochmal, um Vergewaltigung, um sexuelle Handlungen, um das Ausnützen von Vertrauensverhältnissen. Um Verbrechen, mit denen die Täter anderen Menschen Leid antun. Solange die Kirche die Vergehen vor allem als Sünde vor Gott und erst in zweiter Linie als Verbrechen an anderen Menschen betrachtet, kann sie das Problem nicht lösen.

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Diese innerkirchliche Behandlung unter »ausschließlicher Zuständigkeit der Kongregation [im historischen Palast des Heiligen Offiziums (Palazzo del Sant’Uffizio) neben dem Petriano-Eingang der Vatikanstadt] als Apostolischer Gerichtshof« geht in der Tat aus einem Brief Joseph Kardinal Ratzingers vom 8. Mai 2001 hervor.
»Prozesse dieser Art unterliegen der päpstlichen Geheimhaltung.«
Palazzo del Sant’Uffizio in Rom – Wikipedia

Für mich liest sich das wie eine Aufforderung zu systhematischer Vertuschung. 

–––––––– · ––––––––

Im NZZ-Artikel »Über das Reformdesaster der Kirche« meint Martin Mosebach am 10.2.22, die Missbrauchsfälle hätten nach dem Vatikanum zugenommen. »Buchstäblich von einem auf den andern Tag wurde die Ordnung, die bis dahin das tägliche Leben eines Priesters geprägt hatte, über den Haufen geworfen«. Das kanonische Strafrecht sei entschärft worden.
   Die katholische Kirche versuchte es allen leicht zu machen, Priestern und Laien, um niemanden zu verlieren. Die Priester seien damals »aus einer klaren geistigen Aufsicht entlassen worden.«
   Um so wichtiger wäre m.E. der Vorrang bürgerlichen Rechts.

Die New Your Times berichtete im Februar 2019: “Pope Opens Meeting on Clerical Sex Abuse Under Great Pressure From Victims for Change” mit den Worten: « Ascoltiamo il grido dei piccoli, chi chiedono giustizia. » – Wir hören die Rufe der Kleinen, die Gerechtigkeit fordern.