23. Januar 2017

Leuchtstoffröhren schalten

Vorschaltgeräte, induktive Last, Leuchtstoffröhren, Induktivität, Spule, Drossel, Vorschaltdrossel, Lichtschalter, Schalter, Funke, Schaltlichtbogen, Funkenentstörung (vs. Funkentstörung), Funkenlöschung, Funkenlöschkondensator, Funkenentladung, Vorschaltgerät, induktive Last (als AC-3 bezeichnete Lastart), Schaltschütz, Schutzbeschaltung, Kondensator, RC-Glied, usw. – alles Stichworte zu diesem Thema. 
   Spezifischer: »Gasentladungslampen benötigen immer ein Vorschaltgerät. Dieses enthält oft eine Drossel, die durch ihren Blindwiderstand den Strom begrenzt und zum anderen bei Leuchtstofflampen mit Hilfe eines zusätzlichen Starters die notwendige hohe Zündspannung erzeugt.« (Wikipedia).

Konkret war bei uns in der Küche schon nach rund dreißig Jahren der vielbenutzte Lichtschalter kaputtgegangen. Ursache waren die dort eingesetzten drei Leuchtstoffröhren, besonders ihre Vorschaltgeräte. Nachdem wir beim Einschalten eine Zeit lang Funkengeräusche gehört hatten, ging bald gar nichts mehr. Der Kippschalter war durchgebrannt. Innen sah das so aus:


Der linke Kontakt, dort, wo’s im Foto besoders glänzt,
war der Kontaktstreifen durchgebrannt und vor der Aufnahme entfernt worden.
Die Schaltwippe, die dort drin steckt, hier links herausgenommen, hatte auf einer Seite gar keine Kugel mehr. Die war weggeschmort. 
   Kein Wunder, dass das Licht nicht mehr anging.
   Ich hab’ dann (von woanders im Haushalt) einen nicht gebrauchten Schalter ausgebaut und damit den kaputten ersetzt. Irgendwann muss ich auch den ersetzten, suche aber einen baugleichen, damit die historischen Schalterabdeckungen noch passen …

Die Ursache war der Strom, der nach dem Ausschalten oft partout noch weiter fließen möchte und notfalls als Funke über die sich trennenden Kontakte überspringt, blitzschnell, wie ein Passagier, der meint, doch an Land bleiben zu müssen, und von der abfahrenden Fähre schnell noch an Land hüpft. Sowas sollte man nicht tun, das ist immer gefährlich. Elektrisch hängt der Funke vom zufälligen Zeitpunkt der Wechselstromphase ab, was ich aus purer Angabe hier erwähne.
   Dagegen hilft ein Kondensator, der diesen überschüssigen Strom bezw. dessen Elektronen aufsaugt wie ein Schwamm das Wasser. Eigentlich gehört sich noch ein Widerstand in Reihe mit dem Kondensator, aber ein Kondensator allein tut’s auch:
Den hab’ ich dann eingebastelt. Hier links schön rot der Kondensator – der muss nur die Netzspannung und etwas mehr aushalten, hier 1000V=, die 680 µF hat der »Elektroladen meines Vertrauens« geschätzt – eingebaut hinter den Schalter. Die Lusterklemme musste ich zwischenschalten, weil mir nicht zwei Drähte in ein Loch am Schalter hineinpassten, ind der Klemme schon. Die Verbindung von der Klemme zur Buchse im schwarzen Schalter durch einen kurzen steifen Draht ist nicht zu sehen.
   Wie immer gibt’s für diesen Einbau von mir weder irgendeine Haftung noch gar eine Empfehlung. Bis der Schalter jetzt wieder kaputt geht, dauert es vermutlich knapp hundert Jahre. Grüße meinem Nachmieter!

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/leuchtstoffrohren-schalten.html

(Bei mir Bilder/201612/Schalter… /201701/Lichtschalter… )

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