10. September 2011

Kalligraphie?

“It seems too ideal and luxurious a concept for today’s children to lead a serene and relaxed life in which they can enjoy the gifts of nature and the arts. When students are forced to bend over desks for hours doing homework, they seem to be forced into becoming part of the rat race that most of the grown-ups have come to enjoy. “ China daily über neue Schönschreibkurse in der Schule.

拼音 Ist das nicht ein wunderschöner Kommentar, Edelsozialismus? Kinder, die ein »ernstes und gelassenes« Leben führen mögen, Erwachsene, die die Hast schätzen? Bei uns ist Schönschreiben in den Volksschulen längst abgeschafft. »Schönschreiben ist Kultur« betiteln die Chinesen ihren Kommentar. Ha! Hier wäre schon das politisch wenig korrekt, könnte eine gute Schrift doch soziale oder sonstige Altersunterschiede aufzeigen. Schreibschrift lernt man bei uns nur mehr freiwillig, und wenn, so in vielen Varianten. Ausgangsschrift ist die Druckschrift (NRW). Nur dass bei uns kein Pinyin am PC (siehe Zeichen am Absatzbeginn) sondern die allgemeine Pekwemlichkeit der Pildungskonzäpte dran schuld ist. Mehr als eine halbe Stunde Hausaufgaben darf es in den ersten beiden Klassen gar nicht geben, schreibt das Kultusministerium vor, eines von 17 deutschen Kultusministerien (Länder plus Republik). Gehen wir unsere Zukunft entspannt wie die Chinesen an. Schreiben tun die Computer.

Posten – Bloggen – Twittern – und sonstige »Gesellschaftsmedien«

Ich bekenne: Die “Social Media” habe ich alter Digitaltechniker noch nie kapiert, erst recht nicht verinnerlicht. Seit mich Facebook so vera… hat, dass ich erst eine Glosse schrieb und dann mühsam ausgetreten bin (Anleitung), habe ich nur mehr einmal zustimmend geklickt, bei Google +. Daraufhin bekam ich irgendeine Meldung zu meinen vielen Bilden mit so treffenden Aussagen wie: »Alben, die Sie geteilt haben, können wiederum von anderen getaggt und geteilt werden.« Gänzlich unerklärt. Welche Alben hab’ ich »geteilt«? Ein Album gehört für mich immer noch zusammen, das reiße ich nicht nachträglich auseinander. Schön aber, dass andere sie taggen können, womit wohl tackern gemeint ist, oder? Doch ich stelle mich blöd; des Englischen mächtig frage ich mich, ob mit geteilt »ge-shart« (sprich geschert, aber nicht bayrisch) gemeint ist? Tu ich auch nicht. Im Gegenteil: Meist kann alle Welt meine Alben sehen, sogar über meine »Familienseite« finden.

Wenn ich mehr als 140 Zeichen zu sagen habe (wie hier), dann schreibe ich das innen Blog. Habe ich nur einen Hinweis, dann wird’s ein Twit – sagt man so? Leider hängen Blog und Mikroblog (so nennt die Wikipedia Twitter) nicht zusammen. Wohl deshalb sind viele Twits (richtig?) bloß Hinweise auf eigene Sprüche, meist hinter einer kryptischen Linkverkürzung versteckt, Motto: Lesen Sie meinen Artikel auf www.sowieso. Wie auch immer: Gelegentlich erreichen mich E-Mail-Nachrichten der Aussage: »Krethi bei Plethi folgen Ihnen nun auf Twitter«. Ich hoffe, ich beleidige da niemanden, aber was soll mir das oder “so what?”, um’s angelsächsisch zu sagen. Bei meinen Blog-Seiten weiß ich ja auch nicht, wer sie sich anguckt, und bei meinen Zeitungsartikeln erst recht nicht. Leset, Menschheit, oder auch nicht, aber deshalb mache ich keine Gemeinde auf. Followts mir oder nicht, oder anderen, die Welt ist frei, das Internet sogar “free”, sprich gratis!

Als moderner Netzbetrachter kann man sich einen Newsreader installieren oder annehmen, das weiß ich wohl, und dann bekommt man die Feeds (dessen Fressen) bingo-bongo zugeschickt und eingefügt und angezeigt. Wer’s mag. Dann kann, wer will, dies hier ganz gleich eingeblendet bekommen – vielleicht meldet sich mal einer und bestätigt mir das. Meine Twitter-Aperçus kriegt er deshalb noch lang nicht. Blöd. Meine Senf-dazu-Portiönchen findet man über www.Joern.De/Twitter.

Ich selbst bevorzuge seit Jahren Watchthatpage.com, den kostenlosen Dienst einer vermutlich kleinen norwegischen Firma: Wenn sich eine beliebige, anzugebende Webseite ändert, schicken die einem eine reguläre E-Mail mit den Änderungen. Da braucht man nichts zu installieren, und zu sehen sind die Änderungen selbst in einem darstellungsarmen Blackberry. Der Webseitenautor kriegt davon nichts mit, und es geht mit jeder konventionellen Webseite. Hier in der linken Spalte unten können Sie’s probieren, der blaue Knopf. Erfahrungen?

Und wenn ich mit Engelszungen redete und wüsste all die Namen derer, die’s lesen, so sähe ich dennoch nicht ihre Meinung dazu. Social Media? Man bleibe mir weg mit dieser Privatvereinsbildung, »sozial« genannt.

Stellen Sie sich vor, ich tät’ als Klassenkassenwart die Eltern einer Klasse in eine »Gemeinschaft« zwingen. Sicher, das Datenschutzproblem wäre ich los, denn wer mitmacht, ist dann selber schuld. Kompliziertheitshalber täte aber wohl keiner mitmachen. Ich bin schon froh, wenn die Eltern E-Mail haben, und ich ihnen ein Rundschreiben schicken kann. Doch zu dieser Datenschutzirrealität ein ander×.

9. September 2011

Faszination der Plakate
Plakat
Rasch ein Seitenblick. Seit Jahren freue ich mich, wenn ich von Guido Tön aus der Schweiz die bebilderte, sozusagen klein »plakatierte« Anküdigung einer Plakatauktion bekomme – auch wenn ich eigentlich nie mitbeite. Zu sehen

im Web als www.poster-auctioneer.com

Wie ich auf Guido Töns Postverteiler gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls sind sie immer eine Augenweide, diese alten Plakate, von denen da zum Beispiel sechs klein und fein abgedruckt sind. Zum Ausschneiden schön, gut als Lesezeichen. Erst der volle Katalog kostet dann zum Beispiel € 30 samt Versand.

8. September 2011

Blackberry-Systemnachrichten stoppen

Ich hab’ da so ein Progrämmchen, heutzutage tät’ man’s Äpp nennen, das macht mir aus jeder SMS, die im Blackberry ankommt, eine E-Mail an mich selbst. Dann habe ich alle Nachrichten in der Mail versammelt, schön mit »Lookout Search« suchbar usw. Das Programm SMS2Mail stammt von »bfi« und war langezeit gratis. Es läuft heute noch brav.

Aber bei jeder auf Mail gewandelten SMS kam auf einmal mindestens eine Systemmeldung von Papa Rim an seinen Spross Blackberry. Hier ein Beispiel:

Von: network@etp2102.etp.eu.blackberry.net
Betreff: RIM_bca28a80-e9c0-11d1-87fe-00600811c6a2
Anlagen: ETP.DAT (390B)

This message is used to carry data between the BlackBerry handheld and an associated server. Please do not delete, move or respond to this message - it will be processed by the server.
AYj9OjAAAAAAIBAIMjVkOTgwYWIgDkZyaXR6QEpvZXJuLkRlACTS1/BQBUNNSU1FA0CAgICB
agAAMEQyN0U5NzY2K0crMQDuTA8gVAbMMN6F8M22aN5JABmWt8DugGIkNaTuPAB4LO9sHcnh
k1OTlc4gf8/TR1uRnJ3WnSd7WmqDUwHJawjOk/Lvqyhh1pWoaKV0/7F7g8EGms0KnqoE4Y66
fEQ2ZCxHvJaq4OQ1IcFbdFnP3jD1dsrKU3k/DSNudFVWmOLcg8R5u89QSCfId24ZhLaItMMM
n/dn1XR82Mq5op6oqKSd3+OQzhMQbmydEN8tWN944e0Vrdws1L3tLo8D2AyA+DyjV/kH4QPe
mWkWGBvZ5kR1j/cn2co4eTjFmA!!

Das nervte. Ein guter Freund bei Rim hat mir dann geholfen, vielen Dank nochmals! Ich musste in meinem Blackberry über

Einstellungen, Gerät, Erweiterte … auf Servicebuch gehen,
dort fanden sich unter anderen CMIME und CICAL.
Die hab’ ich gelöscht (mit der del-Taste), und bingo, a Ruah war!

5. September 2011

Blocken

Ich hatte gebeten, einen »Termin zu blocken«. Als Antwort kamen eine fröhliche Zusage und Gedanken zum Wort: »Blocken kommt - natürlich mit seiner Nähe zum Blockieren - aus der Eisenbahnerwelt, habe ich nachgeblättert, ein wunderbares altes Kraftwort also, über das sich gewiss auch mancher Blog schreiben ließe, wäre man da nicht längst und irgend-s-wie geblockt.«

Geblockt bin ich nicht, halt eher ein Blogmuffel. Zum Block. Die alleswissende Wikipedia definiert ihn mehr oder weniger als Trumm – natürlich schöner gesagt. Und dann kommen über dreißig Einzelanwendungen, vom Wohnblock über Blocksatz (igitt!) bis nach Block City in Tennessee.
Nègres ào tronco – aus der Wikipedia
Schwarze Sklaven im Block, Brasilien, ca. 1830, aus der Wikipedia

Das Wort kommt aus dem althochdeutschen bloh, Klotz, Bohle, vielleicht von indogermanisch bhlugno, meint Wahrig. Der (alte Ost-)Duden ist schon vorsichtiger, da kommt Block aus dem Mittelniederdeutschen (»Was ist nachher dies?«) als blok gleich Holzklotz, -stamm. Im neuen kleinen Duden ist dem Block ein Block (Kasten) gewidmet. Wo das Wort herkommt, interessiert keinen mehr, höchstens, dass man Blöcke jetzt als Blö-cke trennt und nicht mehr als Blök-ke. Einen einzelnen Block müsste man demgestalt Blo-ck trennen, das aber gibt’s nicht, das »demgestalt«, schon weil’s halt ein Trumm ist. Und Mist, meinen Wahrig finde ich nicht mehr.

Zurück zum Blog also. Der kommt ausnahmsweise nicht von Block oder Blok, sondern vom Log wie Logbuch. Oder? Gefehlt: Auf dem Umweg übers Englische kam das maritime Log – ein »Messgerät« für die Geschwindigkeit eines Schiffes, ein Holzklotz: engl. log – schon wieder vom Block!

PS. Der populistische »Verein Deutsche Sprache« (Deutsche schreibt der selbst groß, obwohl’s hier ein Eigenschaftswort ist) mag einen Blog also getrost weiter »Internettagebuch« oder »Netztagebuch« nennen – gewiss knappe und selten treffende Bezeichnungen. Merke: Ob Deutschwort, ob Fremdwort, man schreibt für den Leser, setzte alle Wörter bewusst ein!

1. Juli 2011

Nickelodeon oder larmoyante Gedanken im Alter

Es gehört sich nicht, darüber zu reden. Und doch denken vermutlich viele über 65 täglich kurz an den Tod. Schadet ja nichts, und merken tuts auch keiner. Für morgendliche Depressionen oder Gefühle, die das sein sollen, ein gefundenes Fressen. Alle sind aus dem Haus, um mich herum nur mehr etwas Geschirr, das ich wegräumen muss, vielleicht das Bett noch zu machen, und sonst der ganze liebe junge Tag vor mir. Zu tun gibt’s genug, mehr als genug, und doch bietet die morgendliche Anfangspause einen angenehm praktischen Tiefpunkt für Pessimismus. Wieviel geht da verloren, wenn ich nicht mehr sein werde!

Heute kam ich beim Wort Nickelodeon drauf, egal warum. Nickel, so erklärte ich geistig einem lauschenden Jüngeren, Carla vielleicht oder sonst jemandem, der sich die Weisheit meines Alters anhört, Nickel, das ist die kleinste Scheidemünze in Amerika, fünf Cent. Und wenn ich dann nicht verzweige zum Theme Scheidemünze, so geht’s weiter mit: »Odeon« wurden Kinos gerne genannt, volkstümliche Theater und so, ganz nach antikem Vorbild. Groschentheater würd’ ich sagen. Selbst mein Kino in Bozen hieß Odeon. Man sieht: Ich weiß sowas aus dem Stegreif (ohne h, das hätte ich fast vergessen). Ich weiß so viel: wie man einen Fahrradreifen flickt oder wie es sich anfühlte, wenn ich mir am Salzburger Bahnhof am Prägestreifenautomaten kleine Namensschilder aus Aluminium machte, so zirka 1955, wie eine Lenkradschaltung ging und ein paar Gedichte von Morgenstern, lauter so Zeugs, das dann ganz, oder einfach noch ein bisschen mehr vergessen ist, wenn ich nicht mehr bin. Eigentlich schade, denke ich dann, leicht larmoyant mein eigenes Nimmer-da-Sein antizipierend.

Und dann gehe ich hinauf zu meinem PC hier, gebe ein paar dieser Stichwörter in die Wikipedia ein, und siehe da, alles da. Ich kann getrost weitermachen, hier oder anderswo.

Die Bilder sind übrigens klickbar und geben dann ihre Quelle preis.

20. Mai 2011

Frank O’Connor – Stories The old 1963 Penguin book, reprinted in 1974, came to me by pure chance, carefully hand laminated but nevertheless discarded from Düsseldorf univerisity library: “My Œdipus Complex & Other Stories”, ISBN 0 14 00.1956 1. The picture here shows the writer “as a young man”. Frank O’Connor’s stories are exceptionally dense, with a deeply felt sympathy and humour. One better than the other. I just read The Ugly Duckling and was remined of Proust’s sensitivity and insight (*). O’Connor instead is real, to the point. Not Proust’s mere and endless hovering. An example: Because of some inadequacy in themselves – poverty or physical weakness in men, poverty or ugliness in women – those with the gift of creation built for themselves a rich interior world; and when the inadequacy disappeared and the real world was spread before them with all its wealth and beauty, they could not give their whole heart to it. Uncertain of their choice, they wavered between goals; were lonely in crowds, dissatisfied amid noise and laughter, unhappy even with those they loved best. The interior world called them back, and for some it was a case of having to return there or die. (p 93) For more on Frank O’Connor see Wikipedia or directly the Irish site http://frankoconnor.ucc.ie. There he even reads one of his popular short stories, First Confession. (*) Marcel Proust, Sept. 1892, « La mer fascinera toujours ceux chez qui le dégoût de la vie et l’attrait du mystère ont devancé les premiers chagrins, comme un pressentiment de l’insuffisance de la réalité à les satisfaire. … » – Pleasures and Regrets 1895 XXVIII “The Sea will always fascinate those who have known the disgust of life and the lure of mystery even before their first sorrows, like a presentiment of the inadequacy of reality to satisfy them. …” or “those to whom world-weariness and the lure of mystery have already brought early …” – »Das Meer wird immer diejenigen faszinieren, die sich, bevor sie noch den ersten Kummer erlebten, vom Leben angewidert und vom Mysterium angezogen fühlen, als Vorahnung, dass die Wirklichkeit sie nicht werde befriedigen können.…« PS. Even learned a new word, umbrage, in Don Juan’s Temptation. (And a fine British phrase site too!) ‘… And the women you are knocking around with? Aren’t they romantic either?’ – ‘Not since they were your age,’ he said mockingly. – ‘You needn’t rub it in about the age,’ she said without taking umbrage. ‘It’ll cure itself soon enough. …’ 

PS: https://m.youtube.com/watch?v=PXQh9jTwwoA The song by Charles Trenet

Link to here: https://blogabissl.blogspot.com/2011/05/frank-oconnor-stories-old-1963-penguin.html

21. April 2011

Geld – woher es kommt, wohin es geht

Hier sieht man eine griechische Euro-Münze. Doch um Münzgeld geht es mir nicht, nicht einmal um Papiergeld. Es geht um Geld, das in Form von Guthaben und Schulden, als »Papiere« aller Art um den Globus kreist. Geld, das man meint zu haben, weil es auf einem Bankauszug erscheint, oder das man als Schulden langsam abzutragen versucht.

Ich will das als Techniker mechanisch erklären, so wie ich mir’s vorstelle, möglichst ohne Polemik.

Geld läuft um. Mal hat’s der eine, mal der andere. Das wenigste Geld steckt in Kopfkissen, Banksafes oder Tresoren. Die Vorstellung von Dagobert Duck, schwimmend in seinem Geld, ist Unsinn. Sein Geld würde sich so nie vermehren. Dazu mehr hier.

Was ist Geld? Ein Versprechen auf Leistung, auf Ware, auf Gegenwert. Vor allem muss das Versprechen geglaubt werden, dann funktioniert auch Geld. Die Menge des Geldes steigt, weil immer mehr Menschen mehr arbeiten, mehr aufsammeln, mehr haben. Das ist ganz in Ordnung. Steigt die Menge des Geldes stärker als das, was man sich dafür kauft oder verspricht, so wird es automatisch weniger wert. Das ist dann die »Teuerung«, oder banaler gesagt: »Inflation«.

Inflation oder Deflation muss nicht allein von schlechter Steuerung der Geldmenge kommen. Meist wird etwas aus ganz anderen Gründen teurer, etwa die Energie, die wir alle konsumieren, weil auf einmal ein gehöriger Anteil der Kraftwerke abgeschaltet wird, oder eine Revolution in Libyen macht Öl teuer, oder aus Russland kommt kein Gas (nebenbei: Wäre es nicht praktischer, gleich den Strom aus Russland zu importieren?). Die Sachen können auch billiger werden, Technik zum Beispiel. Darauf will ich aber nicht hinaus.

Ich will die Geldschwemme erklären, die die Welt, jedenfalls die ökonomische, bald wird untergehen lassen. Wir alle haben gern viel Geld. Am liebsten haben Staaten Geld, weil sich die zuständigen Politiker davon ihre Wiederwahl versprechen. Es genügt, wenn sich der Staat das Geld leiht. Angeblich ist er ein sicherer Schuldner, der seine Schulden ganz gewiss zurückzahlen wird. Allerdings macht er dazu neue, noch höhere Schulden, aber da sind die betreffenden Politiker schon wieder gewählt, und dann mag die Schuldensintflut ruhig kommen. Unter »Neuverschuldung« versteht man nicht, wieviel der Staat diesmal schuldet, sondern wieviel er diesmal mehr schuldet als letztlich (genaugenommen »Nettoneuverschuldung«).

Der Staat leiht sich das Geld ähnlich wie ein Häuslebauer von der Bank. Nur, dass er dafür nichts verpfänden muss, keine Hypotheken aufnehmen, keiner weiteren Sicherungen bedarf. Am liebsten hat er eigene Banken, bis hinunter zu »Landesbanken«.

Ja, und wo hat die Bank das Geld her?

Zu meinen, von der Bank verliehenes Geld stamme von Sparern, ist ein Irrglaube. Soviel könnten wir beim besten Willen nicht sparen, wie die Bank ausleiht. Dass die Bank den Kredit aus ihrem »Eigenkapital« nimmt, das stimmt auch nicht, obwohl pro forma das Eigenkapital eine gewisse Begrenzung der Bankkredite darstellt: Nicht etwa im Verhältnis eins zu eins, sondern im Verhältnis eins zu fündundzwanzig! Genau gesagt: »Bisher müssen Institute der Kreditwirtschaft eine Kernkapitalquote von 4 Prozent der bankaufsichtlich relevanten Risiken vorhalten. … Nach den neuen Basel-III-Regeln müssen Banken künftig deutlich mehr Eigenkapital vorhalten: Die Kernkapitalquote muss bis 2015 schrittweise auf 6 Prozent erhöht werden.« – Quelle.

Ich bin der Frage intensiv nachgegangen: »Wieviel Geld dürfen Banken schöpfen, wieviel Kredite dürfen sie geben?« Ich habe sogar bei der Bundesbank nachgefragt. Antwort, wörtlich: »Eine Bank kann so lange ihre Kreditvergabe ausweiten (Geld schöpfen), wie es ihre Bilanzstruktur erlaubt. Allein die Bilanzstruktur der Banken begrenzt die Kreditvergabe, da die Bank den Grundsatz der Solvenz und Liquidität einzuhalten hat. Solange diese Prinzipien eingehalten werden, und die Bank somit über ausreichend Sicherheiten verfügt, um sich beim Eurosystem refinanzieren und die Mindestreserveverpflichtung erfüllen zu können, kann sie Kredite vergeben. Daher stellt nicht die Mindestreserve an sich die effektive Beschränkung der Geldschöpfung dar, sondern die Bilanzstruktur der Banken.« Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (»Bafin«) schrieb es mir noch deutlicher: »Ein Kreditinstitut könnte theoretisch unbegrenzt Kredite vergeben, solange es bei der Kreditvergaben die geltenden Eigenkapital- und Liquiditätsregeln berücksichtigt, das heißt genügend Eigenkapital und Liquidität vorhält.«

Diese Regeln sind technisch festgelegt, und dennoch stellen sie immer noch keine wirkliche Begrenzung dar. Ich vereinfache: Liquidität einer Bank heißt, dass sie genug Bares für die Geldautomaten hat. Der Bedarf an Bargeld steigt mit »papierenen« Krediten nicht weiter stark an, also ist »Liquidität« keine Begrenzung für Kredite. »Gute« Kredite bringen der Bank gute Sicherheiten, die sie wiederum verpfänden kann. Sie kann Kredite weiterverkaufen. Damit dreht sich die Spirale weiter. Die »Blase« füllt sich noch mehr. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass es keinen Mechanismus gibt, der die von Banken geschöpfte Geldmenge wirklich eindeutig und klar begrenzt. (Die »Geldmengen« sind nicht einmal einheitlich definierte Größen, siehe Wikipedia.) Schon gar nicht hat die Bundesbank eine echte Handhabe, die Geldmenge zu regulieren; kleine Ausschläge lassen sich zum Beispiel über den Zinssatz steuern (siehe Geldpolitik). Damit hat es aber bald ein Ende (siehe z. B. quantitative easing). Ein »Herumreißen« der Geldmengensteuerung und damit einer möglichen Inflation ist nicht möglich. Ich meine sogar: Der Staat dürfte keine Schulden machen, er müsste bei Bedarf vorher abkassieren.

Genug.

Was passiert, wenn die »Blase« platzt? Dann müssten eigentlich die Banken, die sich zu weit vorgetraut haben, die zu viele Kredite vergeben haben, die müssten »Pech« haben und ihre Kredite eben abschreiben. Das wäre auch weiter nicht schlimm, steht das von der Bank geschöpfte Geld doch nur in deren Büchern. Niemand hätte wirklich einen Verlust …

Inzwischen aber hat sich die Bankwirtschaft so stark verflochten, so viele staatliche und halbstaatliche Stellen brauchen (und missbrauchen?) die Banken, dass Banken angeblich »systemrelevant« geworden sind. Welche Banken das sind, das bestimmen Bundesbank und Bafin. Eine Liste systemrelevanter Banken – ich habe nachgefragt – gibt es allerdings nicht.

Statt nun Banken oder gar ganze Länder pleite gehen zu lassen, und den Schaden so zu begrenzen, werden solche Banken »gestützt«. Danach beginnt dann das Lamento, der Steuerzahler hätte die Miesen bezahlen müssen, die Gewinne hätten andere abgeschöpft. Falsch: Die Gewinne von Staatspapieren haben wir alle eingestrichen, sofern wir unser Geld so angelegt haben; und dass wir die Banken scheinbar gerettet haben, das taten wir meines Erachtens ohne Notwendigkeit. Nehmen wir Griechenland: Die Griechen konnten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Also hat man ihnen noch mehr Geld geliehen, zu besseren Konditionen. Würden Sie einem Freund, der seine Schulden nicht zurückzahlen kann, noch mehr Schulden aufbürden? Entweder würden Sie ihn wegschicken, oder ihm seine Schulden erlassen, gleich schenken.

Ich habe sogar eine Idee, wie unsere Staaten die horrende Staatsverschuldung lösen werden. Darüber aber ein andermal. Heute empfehle ich wärmstens den Artikel von Markus Kerber »Die Stunde des deutschen Parlaments. Agiert der [deutsche] Bundestag als Ja-Sager, wird die EU weiter in Umverteilung und Verantwortungslosigkeit abgleiten.«, NZZ nat. 20. 4. 11, int. 21. 4. 11.

12. April 2011

Aufkleber entfernen, Sticker abmachen, Glasmalerei zerstören –
das ist alles nicht so einfach. Schon nach ein paar Tagen picken die Dinger an den Fensterscheiben, dass es der Hausfrau graust und dem Herrn des Hauses bald einmal später.

Wie Aufkleber entfernen?

Mit Benzin geht es nicht. Mit Terpentin geht es nicht. Mit Wasser schon gar nicht. Das Zeug ist und war eine Gummimasse, die sich mit dem Fensterglas innig verbunden hat. Dieses Gummizeug ist spröde und hart, wenn es kalt ist, und weich und schmierig, wenn es heiß ist. Darauf beruht dessen Vernichtung.

Bestes Verfahren: Wenn es kalt ist, die Bilder Stückchen für Stückchen mit einem Spachtel, einen breiten Schrau­ben­zie­her oder not­falls einem Messer abplatzen lassen. Vorher probieren, ob das das Glas verkratzt. Bei mir nicht. Dann Schraubenzieher flach ansetzen und schrubben. Vorteil: keine Reste. Video: http://www.youtube.com/watch?v=Ejk6aQfuvfo

Zweitbestes Verfahren: Heiss machen. Das geht mit dem Föhn und viel Geduld, besser mit einem kleinen Gasfeuerwerfer. Wenn man sehr geschickt ist, weicht man die Masse gerade soweit auf, dass sie sich abziehen lässt. Meist aber kann man sie nur mehr oder weniger wegschieben. Dann bleiben Kle­be­res­te. Die gehen endlich mühsam mit Fen­ster­rei­ni­ger weg. Vorteil: Geht auch bei Auf­klebern, funktioniert an krummen Flächen, am Auto zum Beispiel, oder wo Gefahr besteht, die Oberfläche zu verkratzen. Im Bild das todgeweihte Schneewittchen mit Blick auf den Mini-Flammenwerfer (ohne Flamme). Siehe Video http://www.youtube.com/watch?v=6JSILLr_J_8

Bittesehr!

30. März 2011

Altgewohnte Software neu installieren
Loading Blackberry Applications

Was für ein Graus. Gerade Sachen, die man selten tut, machen einem die schlauen Softwareentwickler schwer. Und von einem Blackberry auf einen anderen wechselt man nicht alle Tage. Also soll es Herrn Kunde oder Madame Anwenderin leicht gemacht werden. In der »BlackBerry® Desktop Software« – die man freilich erst einmal installiert haben sollte (gibt’s hier) – findet man in einem Untermenü unter »Gerät« dafür extra einen Punkt »Geräte wechseln«. Juhu. (Hat man sich an ältere Verbindungssoftware gewöhnt, so wird man enttäuscht, siehe links.)

Folgt man den Anweisungen zum Gerätetausch, dann klappt – fast alles. Jedenfalls werden alte Mails, Termine, Adressen und dergleichen übertragen. Selbst die Bilder sind da. Sogar meine trickreichen Eingabekürzel für ä und ö und ü und … Nur leider nicht die gewohnten kleinen Helferlein. Ob das etwas mit dem »integrierten Gerätespeicher« zu tun hat, der nun (statt im neuen Gerät oder auf dessen extra Mini-SD-Speicherkarte zu liegen) in einem Kabinett (.cab) irgendwo tief im PC ruht, siehe hier oben? So ein Kabinett lässt sich entzippen, wenn man’s weiß, und offenbart dann alte Inhalte wie Bilder, aber eben keine Anwendungen, was man halt heut’ so Apps nennt.

Übrigens muss man noch der Quelle aller Blackberry-Mails, bei mir instantemail.t-mobile.de, Bescheid geben. Auch dort gibt’s einen »Wechsel des Geräts« mit überraschenden Fragen wie: »Geben Sie das Kennwort für jede E-Mail-Adresse ein, und klicken Sie auf Überprüfen …«. Es klappt dann aber.

Weiter mit den zwei kleinen Applikationen, die uns lieb geworden waren. Als erstes SMS2Mail, eine direkte Weiterleitung eingehender SMS an die eigene E-Mail-Adresse. Ungeheuer praktisch und ordentlich. Weil wir das Programm partout nicht aus dem alten Blackberry herausbekommen konnten – man könnte sich ja selbst eine Anwendung raubkopieren, oder? – machten wir uns auf die Suche im Netz. Da gibt es dieses Programm nicht mehr, jedenfalls nicht gratis. Nur gut, dass wir besonders kleine Downloads gerne am PC halten, geordnet, selbst kommentiert, und die sms2mail_final.zip noch fanden, 25 Kilobyte. Entzippt gibt sie vier Dateien, darunter eine ALX-Datei. Die sind’s, die Blackberry mag.

Zurück zur modisch dunkel wirkenden Blackberry-Anschlusssoftware. Den Blackberry dran. Links oben »Anwendungen« angeklickt. Bald zeigen sich nach gehörigem Suchen seitenweise schöne Anwendungen, von Galizisch bis Klondike, mal mit einem ×, mal mit +. Nur unser liebes SMS to Mail hat nicht die Kurve ins neue Gerät gefunden, obwohl Platz wie Heu ist. Aber wir haben’s ja, im PC! Wie lädt man denn aber nun neue Anwendungen da in den angekoppelten Blackberry hinein? Das heißt dann rechts oben, wo sonst nichts steht: »Dateien importieren«. Auf einmal sind Anwendungen nur mehr Dateien.

Und es passiert – nichts. Die neuen (alten) Anwendungen werden als Dateien importiert, der Kommentar dazu »Installation ausst…« bleibt standfest stehen. Kein Warten hilft. Jetzt muss man ganz unten rechts »Anwenden«. Erst dann kommt die wirkliche Installation in Gang. Wenn immer noch nicht, muss man vorher oben neben der Applikation aufs Plus-Zeichen zum »Installieren« gedrückt haben …

Ich schließe, denn es geht so weiter. Ab jetzt allerdings hoffentlich selbsterklärend. Wir haben dann noch frisch Klicktel geholt. Fertig. Völlig? Wer weiß. Wieder einmal Sachen gelernt, die ich nicht lernen wollte.

Fritz@Joern.De

PS, PS, PS.
1. Wenn sich beim USB-Verbinden des Blackberrys mit dem PC nichts tut, kann das am erst einmal zu bestätigenden Spruch liegen: »Das an Ihr Blackberry-Gerät angeschlossene Ladegerät kann nicht zum Aufladen Ihres Akkus verwendet werden.« Zweimal bestätigen, erst dann geht’s weiter zur Datenverbindung. – Wenn der Computer beim Einstecken des Blackberrys immer meckert: »Ein an diesen Computer agngeschlossenes USB-Gerät funktioniert nicht richtig und wird nicht erkannt.« und es dann wie hier links zu einem »Unbekannten Gerät« weitergeht: Blackberry aus- und wieder einschalten.
2. Wo befindet sich die neue Anwendung am Blackberry? Großes Gesuche. Erstmal im Hauptmenü mit Alt-Knöpfchen »Alle anzeigen«. Dann den Ordner »Herunterladen« öffnen. Da isses. Jetzt mit Alt-Knöpfchen »Verschieben in Ordner« »Startbildschirm«.

Und auf Nokia? Da ist’s noch toller. Man muss die Applikation mit Endung .SIS (wie Symbian Installations System) mit dem Windows-File-Explorer ins Handy laden, am besten vielleicht in einen eigenen Ordner wie TempFJ.

Nokias aufdringleiche OVI-Suite vorher wegdrücken, die ist noch zu grün dazu, und kennt überhaupt keine Applikationen, nur Kontakte, Fotos, Mitteilungsverwaltung und Musik. Und selbst da geht Inhalt hinzufügen nur als Synchronisation mit überwachten Ordnern, nicht als schlichte Übertragung von hier nach da. Das geht aber gut im normalen Explorer. Das Handy ist einfach ein angeschlossener Massenspeicher, wie ein USB-Stick. Hat man einmal die Anwendung (Sis-Datei) am Handy, findet man sie über My Media, Ordnername à la TempFJ. Klickt man dann auf die Installationsdatei, bekommt man gesagt: »Dateiformat nicht unterstützt«.

Mit der OVI-Suite installiert man Anwendungen offiziell angeblich so: »Sollten Sie ein Programm finden, das Sie auf Ihrem Gerät installieren möchten, doppelklicken Sie auf die Datei des Programms oder ziehen Sie die Installationsdatei auf das Bild des Geräts im Gerätebereich. Klicken Sie dann in dem anschließend angezeigten Dialogfeld auf OK. Hierdurch starten Sie die Installation des Programms.« – Ganz intuitiv, nicht wahr? Nur wissen müsst’ mans’s halt. Das Endergebnis ist allerdings hier wie dort gleich: »Ihr Gerät unterstützt keine SIS-Dateien.«