15. September 2025

Gedanken zu Hellenbecks »Krieg wie kein anderer«

 

Diesen über fünfhundet Seiten langen Kriegsbericht (sogar ohne den Anhang gezählt) habe ich nur aus persönlichem Interesse gelesen. Von meinem Vater, den ich nie gekannt habe, ist überliefert, dass er sich über die der Front Nachfolgenden sehr abfällig geäußert hat. Außerdem habe ich einen dünnen Handordner von ihm gefunden über den Kuban-Brückenkopf (»Kampf-Erfahrungen«). Das ist noch weiter östlich als die Krim. Der Tod meines Vaters 1944 hier im Hürtgenwald hat mich viel beschäftigt (https://blogabissl.blogspot.com/2017/11/dann-kam-mit-all-seiner.html). Er war einer der Söhne eines protestantischen Predigers und Buchautors, dem frömmsten Mann, den ich als Schüler noch in Tübingen kennenlernen konnte.
   Das Rätsel, wie Deutsche, überhaupt Menschen so grausam sein konnten, hat sich mir durch die schwere Lektüre des »Anderen« nicht gelöst. Schade, dass wir nach dem Krieg nicht darüber gesprochen haben, höchstens über Erlebnisse auf der Flucht. Mein langjähriger Schulfreund Uwe hat sich mir im Internat anvertraut, traumatisiert (wie man heute diagnostizieren würde), und so weiß ich, dass er den Krieg als kleiner Junge nur überlebt hat, weil er die von seinem Vater verteilte Selbstmordpille im Keller heimlich nicht geschluckt hat.
   Über »Ein Krieg wie kein anderer« finden sich zahlreiche Rezensionen, die dessen Alleinstellung mehr oder weniger akzeptieren, die Details aufzeigen, die flüssige Lesbarkeit preisen – das Buch ist eine Übersetzung aus dem Englischen von Karin Hielscher – und natürlich die alle historisch besser gebildet sind als ich, der Techniker mit schlechtem Gedächtnis.
   Ich meine, dass mit Russland und Deutschland, anders als in vielen anderen Reichen, zwei Ideologien aufeinandergeprallt sind: Der Nationalsozialismus mit seinem Rassenwahn und dem gelebten Faschismus einerseits gegen den Kommunismus mit mehr oder weniger Antisemitismus andererseits. Es war der »Überbau«, der damit diesen Krieg einzigartig machte, ihn weit wegführte von normalem Kampf für »Volk und Vaterland«. Was hatten die Deutschen im fernen Russland zu suchen, doch nicht Lebensraum? Dasselbe aber gilt für die im Westen und Süden besetzten Gebiete. Insofern war der Krieg Hybris, überall. Die tiefe Verkommenheit, das wahre Verbrechen – im wörtlichen Sinn – rührt von der scheinheiligen Überhöhung durch Theorieen, der Ideologien, menschenfernen abstrakten Zielen, die man hatte fürchterliche Wirklichkeit werden lassen.

Link hierher
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/09/gedanken-zu-hellenbecks-krieg-wie-kein.html

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PS. Und jetzt begründet Putin seinen Krieg gegen die Ukraine mit Faschisten, die dort angeblich regieren.

10. September 2025

Licht – eine Taschenlampe – als Lesehilfe

Mit dem Alter werden nicht nur die Kniee steifer. Auch die Augen können sich nicht mehr so gut auf nah und fern umstellen. Das ist so bei allen, ob sie nun eine Brille tragen oder nicht.

Als Techniker am Fotoapparat denke ich mir da: Schärfe kriegste durch Abblenden. Genaugenommen nennt sich das so schön »Tiefenschärfe«. Die sagt einem, wie weit was weg sein kann, dann es auf dem platten Bild noch scharf dargestellt wird. Wer immer noch mehr wissen will, gucke in der Wikipedia unter Schärfentiefe, wo die Tiefenschärfe beschrieben wird, wie inzwischen üblich nur für Akademiker: »… Größe des Entfernungsbereichs, innerhalb dessen ein Objekt hinlänglich scharf abgebildet wird«.

Wer abblenden will, der muss auch Licht haben, das er dann abblenden kann. Wenn das zu Sehende hell beleuchtet ist, kann man mit einem Nadelloch als Objektiv scharf abbilden – die ersten Box-Kameras machten das so – , wo wenig Licht ist, üblicherweise, braucht man »viel Glas«, ein großes, schweres, lichtstarkes Objektiv. (Moderne Minikameras haben das übrigens nicht. Die behelfen sich mit elektronischer Überlagerung mehrerer Bilder, was das Endergebnis allerdings meist unschärfer macht). Genug Technik.

Sie können selbst mit einem kleinen Loch schärfer sehen, mit einem ganz kleinen, je kleiner, desto besser! Kringeln Sie einen Finger ganz eng zusammen, oder stechen Sie ein Loch in ein (vielleicht dunkles) Papier und gucken Sie auf einen Testtext wie diesen langen, sonst unlesbaren  Unsinn hier. Das ist aber auf die Dauer etwas unbequem.

Die praktischste Möglichkeit, ohne Lupe schärfer zu sehen, ist, das Objekt heller anzuleuchten. Das tun Sie mit einer Taschenlampe.

So eine mit drei LED-Lichtern habe ich immer bei mir in der rechten Hosentasche. Mein Taschenlampen-Lieblingsmodell heißt »Ultrabright«. Es arbeitet mit drei AAA-Batterien oder Akkus, und wenn die frisch geladen sind, ist die Helligkeit blended und ideal für selbst kleinste Schriften, ganz zu schweigen vom Lesen im Bett oder den Straßenbahnfahrplan am Halteplatz.

Inzwischen hatte ich in beiden Augen eine »Katarakt-Operation«, also vorn neue Linsen bekommen gegen den Grauen Star. Super! Leider können sie sich nicht verformen, also nicht auf nah stellen, und bei viel Licht auch nicht abblenden. Empfehlenswert ist also einerseits eine Gleitsichtbrille« mit keiner Korrektur oben und andererseits unten einem Feld zum Lesen. 

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https://blogabissl.blogspot.com/2025/09/licht-eine-taschenlampe-als-lesehilfe.html

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la Mora – was ist das?

Der Mohr in der Bonner Bonngasse, Foto Dickbauch,
siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_%E2%80%9EIm_Mohren%E2%80%9C#/media/Datei:Beethovenhaus_Shop_2_db.jpg

La morra, oder meist mora mit nur einem r.

Was das alles heißen kann! Außer Mohrin natürlich, das in unserer
einseitig assoziationsaffinen Zeit out ist, unwoke, weil’s wie Bezeichnungen mit -ing (Zögling, Flüchtling, Pfifferling) abschätzig gemeint sein hätte können, bei böswillig Universalmeinenden und aller Art Meinern allgemein. Für Neger habe ich das einmal nachgeforscht und nachvollzogen, siehe
https://blogabissl.blogspot.com/2019/03/neger.html . Sehenswert!
 Aus dem Mohr macht man am einfachsten eine Möhre, und ausgestanden ist der Wandelwunsch. »Gasthaus zur Möhre«: modern, vegetarisch, weltanschaulich neutral.

Also mora, wie in Rocco Granatas «Mia bella mora«, mit langem, tiefem o. https://youtu.be/i9-AtHiVHPo . Man kann’s auch mia amora lesen, etwas gepresst übersetzt: meine Geliebte.

la morra       
die Mora
    
la mora – donna di capelli o carnagione scura   
die Brünette  Pl.: die Brünetten
Eigentlich dann die mit dunklen Haaren, mein’ ich.
    
il moro | la mora   - di capelli   
der Dunkelhaarige | die Dunkelhaarige  Pl.: die Dunkelhaarigen
    
il moro | la mora   - di carnagione   
der Dunkelhäutige | die Dunkelhäutige  Pl.: die Dunkelhäutigen
    
la mora [WIRTSCH.] [JURA] [KOMM.] [JURA]   
der Verzug  Pl.
    
la mora [FINAN.]       
der Säumniszuschlag
    
la mora [FINAN.] [WIRTSCH.] [KOMM.] [JURA]   
der Zahlungsverzug  Pl.: die Zahlungsverzüge
    
il moro | la mora [HIST.]   
der Maure | die Maurin  Pl.: die Mauren, die Maurinnen
    
la mora [BOT.]   - di gelso   
die Maulbeere  Pl.: die Maulbeeren
    
la mora [FINAN.] [WIRTSCH.] [KOMM.] [JURA]   - somma   
der Verzugszins  Pl.: die Verzugszinsen
    
la mora [BOT.]   - di rovo   
die Brombeere  Pl.: die Brombeeren   - Frucht
    
mora del creditore [WIRTSCH.] [JURA] [KOMM.]       
der Gläubigerverzug
    
mora del debitore [WIRTSCH.] [JURA] [KOMM.]       
der Schuldnerverzug
    
mora della consegna [KOMM.]   
der Lieferverzug  Pl.: die Lieferverzüge
    
termine di mora   auch  [KOMM.] [JURA]   
die Nachfrist  Pl.: die Nachfristen
    
danno di mora [KOMM.] [JURA]   
der Verzugsschaden  Pl.: die Verzugsschäden
Weitere Substantive anzeigen (15 / 21)
Adjektive / Adverbien
    
moro, mora  Adj.   
schwarz
    
moro, mora  Adj.   - di capelli   
dunkelhaarig
    
moro, mora  Adj.   - di carnagione   
dunkelhäutig
    
moro, mora  Adj. [HIST.]   
maurisch
    
mora perlato  inv.   
perlbrombeer
    
more uxorio    
eheähnlich
Verben
    
essere in mora con qc. [KOMM.] [ADMIN.] [JURA]       
sich im Verzug mit jemandem befinden
    
mettere in mora qcn. [JURA]       
Jemanden in Verzug setzen
Phrasen
    
in Verzug
Orthographisch ähnliche Wörter
amor, bora, gora, kora, marà, mira, moca, moda, moka, mola, mona, more, moria, moro, morra, morsa, morta, Mosa, mota, mura, ocra, Ora, ora, orca, orda, orm

Adresse hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/09/mora.html

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29. Juli 2025

Dummer Datenschutz

Dies ist ein empörter Post. Weil ich zum x-ten Mal Blödsinn, ja sogar eine dicke Lüge unterschreiben soll: »Ich habe die Patienteninformation zum Datenschutz nach Artikel 13 und 14 DSGVO zur Kenntnis genommen.« Das soll ich unterschreiben, bevor mich Tante oder Onkel Doktor überhaupt anschaut. Wenn ich mir beim Metzger Wurst kaufe, braucht’s das nicht, selbst wenn ich mit Karte zahle. 
   Wo kommen wir da hin? Wo sind wir da schon? Entweder etwas ist gesetzlich erlaubt, dann braucht man keine »Verordnung« gegenzuzeichnen, oder nicht, dann eben nicht, dann sollte man’s sein lassen. Für mich ist das reine Wichtigtuerei! Dass ich den Text bloß »zur Kenntnis nehmen« soll, nicht auch lesen muss, ist ja noch gnädig. Denn das ganze Dokument besteht aus über 50.000 Wörten, in kleiner Schrift und voller Breite knapp 130 Seiten. Überzeugen Sie sich selbst. Hier:
   Die Wikipedia weiß das:
»Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO oder DS-GVO, englisch General Data Protection Regulation, GDPR) bezeichnet die Verordnung der Europäischen Union 2016/679, mit der die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch die meisten Verantwortlichen, sowohl private wie öffentliche, EU-weit vereinheitlicht werden. Dadurch soll einerseits der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union sichergestellt, und auch andererseits der freie Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes gewährleistet werden.
   Die Verordnung ersetzt die aus dem Jahr 1995 stammende Richtlinie 95/46/EG zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr

Und hier steht nun diese Verordnung, original und in voller Blüte:
  https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2016/679/oj/deu?locale=de  

Schluss. So lautet der letzte »Artikel« des Gesetzes: »

Artikel 99

Inkrafttreten und Anwendung

(1)   Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

(2)   Sie gilt ab dem 25. Mai 2018.

Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Geschehen zu Brüssel am 27. April 2016.

Im Namen des Europäischen Parlaments

Der Präsident

M. SCHULZ

Im Namen des Rates

Die Präsidentin

J.A. HENNIS-PLASSCHAERT «

– Mich stört da nur das »Geschehen zu Brüssel«, das m. E. »Gegeben zu Brüssel« heißen sollte. Wenn man schon altmodisch pathetisch ist, dann bitte richtig …

Und das soll ich alles schwuppdiwupp »zur Kenntnis nehmen«? Ein Ding der Unmöglichkeit. Eine Aufforderung zur Lüge, so sehe ich das. Einfach Quatsch. Ich bezweifle sogar, dass das rechtlich bindend sein kann. Was meinen Sie?

Direkter Link hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/07/dummer-datenschutz.html

 
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13. Mai 2025

Der Imperativ im Deutschen – beim modernen Duzen

»… Empfiehl mich der Barmherzigkeit« müsste es richtig heißen, mit i. Weil’s von empfehlen kommt, wird aber auch gern nur »empfehl« geschrieben. Leider falsch. Wie hier auf dem Marterl zu unserem Hof im Sarntal. (Im ursprünglichen, siehe 21. Juli 2013, war derselbe Fehler drin und noch einer.)
 

Ein modernes Beispiel:



Das stammt aus einer Anleitung zum speziellen Internet-Speedtest von Vodafone (https://speedtest.vodafone.de/). Persönlich mag ich lieber »Siezen« als Höflichkeitsform, also die Anrede mit Sie. Mündlich werden unbekannte Kunden in Geschäften hier nie geduzt. Siezen ist normal, höflich und immer noch korrekt. Das Duzen ist eine Frage der persönlichen Bekanntheit. Wie auch immer: Wenn ich schon geduzt werde, dann möchte ich dazu die richtige Verbform lesen.

Der Imperativ – von imperare, befehlen – ist eine eigene grammatikalische Form dazu. So wild, wie sich Imperator anhört, ist sie aber nicht. Es reicht ein Wunsch: »Iß bitte mit der Gabel!«, »Schneuze dich nicht in die Serviette!«, oft reicht auch nur ein Rufzeichen am Satzende! Doch »Ess mit der Gabel« ist falsch, was gut gegoogelt werden kann.

Gleich gesagt: Die Imperativ-Dialektforn ohne e am Wortende ist verständlich, aber meines Erachtens unhöflich. »Geh’ mir weg damit!«

Sehen wir uns das obige Beispiel an;

»Schalt Verbindungen aus« hört sich für mich salopp aus, wie aus dem Dialekt genommen. Schalte finde ich da passender.
   »Lauf schneller«, das schreib’ ich ohne e hinten, also nicht »laufe« schneller, obwohl das grammatikalisch auch stimmte. Überhaupt das e. Ich hole aus und sage ja auch nicht »hinter der Türe«, sondern »hinter der Tür«. Hier schleift sich die Sprache gerade ab, und nur das Thüre-h ist schon ganz weg: »hinter der Thüre« ist heutztage glatt falsch

»Stell sicher«, da würde ich zu »Stelle sicher« neigen, aber nicht unbedingt. Bei der kürzeren Form finde ich den Aufforderungscharakter etwas stärker, direkter.

Zu »Schließ« gehört, finde ich, das e hinten. Sonst klingt’s zu flapsig. Vielleicht solle man überhaupt eine Form, die längere mit e oder die kürzere ohne, konsequent durchhalten in einem Text. Das wirkt einheitlicher, wie aus einem Guss.

Beim »Nutz ein LAN-Kabel« kommt mir das Nutz so ungewohnt vor, wie ein Stolperwort so fremd. Auch da sollte man »Nutze« schreiben, oder »Benutze«. Dem Leser gibt das einen Moment mehr zu verstehen, was da gemeint ist.

Das Großschreiben von Du ist auch so eine Sache. Ist freiwillig. Alte Höflichkeit. Ich mache es nicht, bei mir bleibst auch du bescheiden klein. Sieht doch schöner aus, nicht?

Danke übrigens für den Bindestrich im LAN-Kabel. Überhaupt ist der knappe Text sehr gut. Ich hatte früher W-LAN, der Aussprache wegen, auch nur mit Bindestrich geschrieben, der ist da aber inzwischen nicht mehr üblich. Aus dem LKW ist längst ein Lkw geworden, dem LAN mag das auch bald passieren, weil Lan nicht so unnötig auffällt (wie überhaupt Versalien) im Text. – Du und Dein, die Anrede, schreibe ich mittlerweile auch nur noch klein, selbst auf der Geburtstagskarte für Tante Anna. 

Das war’s. Kritiker bitte melden.

Der Link hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/05/der-imperativ-im-deutschen-im-modernen.html  

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10. April 2025

America will never be Great Again


The "Kennedy" Rhine Bridge in central Bonn, Germany, five minutes from here. ©Fritz Jörn

On December 2, 1963, just ten days after the assassination of U.S. President John F. Kennedy, the bridge was renamed Kennedy Bridge in the presence of U.S. Ambassador George McGhee and Bonn's mayor, Dr. Wilhelm Daniels. Source https://en.wikipedia.org/wiki/Kennedy_Bridge_(Bonn)

Those were the times, the decennials of a highly respected USA. Today a morally weak American (to say the least) is President. His actions as state leader, I feel, are erratic, arrogant, and ruthless.
   He pardoned the mob that on January 6, 2021 stormed the Capitol, see https://en.wikipedia.org/wiki/January_6_United_States_Capitol_attack the parliament .

Jan. 6, 2021. Richard Morris "Bigo" Barnett (born May 1960) from Arkansas in Nancy Pelosis office ©Saul Loeb/AFP  

10. April 2025. Übrigens: Die EU und die kommende deutsche Regierung sind weniger despektierlich, aber einfach schwach und egoistisch.

 Permalink to here:
  https://blogabissl.blogspot.com/2025/04/america-will-never-be-great-again.html

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20. März 2025

Telefon kaputt – und der Amtsschimmel bei der Telekom wiehert …

»Festnetz« – Immer alles besetzt
 
Nach ein paat Tagen bin ich draufgekommen, dass mein Festnetztelefon hier mitten in Bonn nicht ging. Egal, wen ich vom Festnetztelefon anwählte, es kam immer besetzt, besetzt, besetzt …
   Dann habe ich mich mit meinem Handy mal selbst angerufen: besetzt – manchmal antwortette auch die Mailbox.
   Mein »Anschluss« war keiner, er kannte nur besetzt. Abrufen von der Mailbox, angeblich vom Anschluss selbst über 0800 33 02424, ging nicht, auch immer besetzt. In Italien ruft man einfach vom Festnetz die 187 an, und schon »wird man geholfen«, allerdings nur in Italienisch, selbst in Südtirol.
   Also nichts ging. Dann wollte ich meinen Anschluss einmal über das Internet prüfen: https://www.telekom.de/hilfe/hilfe-bei-stoerungen?samChecked=true . Kurz gesagt: Da kommt man in den Wald. Zwischendurch soll man wo einloggen; es wird einem aber nicht einmal gesagt, wo denn jetzt. Dann geht natürlich die Fragerei nach dem Passwort an, dessen Neueingabe, und so weiter. Aufgegeben habe ich, als ich bei Vodafone landete. Für einen Telekom-Anschluss gewiss die falsche Waldwiese. Immerhin hatte ich den starken Verdacht, dass man ohne seine Kundennummer (siehe letzte Rechnung) eine Störung nicht melden kann. Wieso, warum? Das Telefon war kaputt, nicht der Teilnehmer, nicht ich. Die gestörte Nummer lief über meine Frau, und die war auf Dienstreise! Ich wollte nur den Anschluss repariert, nichts sonst ändern.
   Wenn nichts hilft – geh’ selbst hin. Das ist meine Devise. Die Telekom-Filiale in der nahen Sternstraße wurde mir empfohlen, und da ging ich hin. Zwei nette Mitarbeiter, und sogar »Mitarbeitende«, als sie sich um mich kümmerten. Ihre Kundennummer? Geburtsdatum? Ja, da sei eine Störung. In drei Tagen würde ein Entstörer zu uns kommen, geht das? Ich: Nur vormittags, bitte, sonst darf er nicht in die Straße fahren. Also zwischen acht und zwölf – Ja, gut. (Dass Chip schreibt: »Laut der Telekom werden Störungsmeldungen, welche werktags eingehen, innerhalb von 24 Stunden (Entstörungsfrist) beseitigt.«, ist historisch.)

Lampen der Fritz-Box bei Störung v.l.n.r.:
Power/DSL (leuchtet hier grün),
Internet (aus, DSL nicht bestellt),
Festnetz (aus da gestört),
WLAN (leuchtet grün), Info (rot da gestört)

Technische Zwischenbemerkung. Alle unsere Telekom-Telefonanschlüsse sind seit Jahren »digital«. Vorher waren sie hundert Jahre lang »analog«, einfach wie ein Lautsprecheranschluss über zwei Drähte. Zwischendurch kam ISDN, vulgo Ist das denn nötig?, da konnten über die zwei alten Anschlussdrähte zwei Telefonnummern arbeiten, nicht bloß eine, etwa eine Faxnummer dazu. Die brachten der Telekom etwas mehr Gebühren, und dem Kunden einen extra Kasten ins Haus, mal Modem, mal Router genannt, meist eine Fritz-Box von AVM aus Berlin wie im Bild. Aus dem Modem kam dann bald auch W-Lan heraus, wenn auf der Zuleitung auch noch DSL bezahlt und aufmoduliert war (Digitale Subscriber Line, Digitalanschluss). Aus der Fritz-Box kommen dann neben Telefon noch LAN (Local Area Network, lokales Netz) und W-Lan heraus (das Lan wireless, drahtlos). – So: Auf diesem verstaubten Router unter dem Bett leuchtete ein Lichtlein aufdringlich rot, selbst nach einem Neustart: Stromstecker raus, räuspern, wieder rein. Das hatte ich noch nie gesehen. Heller als Pölarlicht. Störung.
   Also pünktlich um acht rief mein Entstörer an. Erst prüfte er, ob in der Straße alle Anschlüsse ausgefallen waren: Gottseidank nicht. Dann ging er zum Verteilerkasten. In dem sind all die vielen Drähte aus dem dicken runden Kabel unter der Straße herausgezogen und ordentlich mit den Einzelleitungen in die Häuser verbunden. Wo hier dieser Kasten steht, weiß ich nicht. Jedenfalls war ein Drähtchen, eines von »meinen«, lose. Aha. Wieder angesteckt, und alles ging, auch mein Anschluss. Der gute Mann rief mich wieder an, ich bestätigte volle Funktion, und fertig war’s! Den Entstörer selbst habe ich gar nicht gesehen – aber Trinkgeld ist eh aus der Mode gekommen, wie das ganze »Festnetz«, das ausnahmsweise einmal lose gewesen war.
Sofort kam noch eine triumphale SMS der Telekom:
»Erledigt! Wir haben die Störung am Anschluss … Störungsnummer … behoben. Wussten Sie schon? Zukünftige Probleme können Sie schnell und einfach mit der MeinMagenta App lösen: www.telekom.de/zur-repara-tur Viele Grüße, Ihre Telekom«. Antworten kann man auf diesen Schmarren nicht. Aber immerhin wird man noch gesiezt! Danke.
   Das mit der App ist natürlich Unsinn. Keine App – reine Software – kann ein loses Drähtchen sehen, und schon gar nicht wieder anklemmen.
   Ich vermute, dass die ganzen Bemühungen der Telekom bei Gelegenheit einer schlichten Reparatur auf meine Daten zuzugreifen oder mir eine App aufzudrängen nur den Zweck hatte, mir weitere Vertragsoptionen verkaufen zu können … 
 
 
Link hierher:  
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/03/telefon-kaputt-und-der-amtsschimmel-bei.html oder http://bit.ly/4kF9HSd
 
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1. März 2025

Böhmische Wörter

Böhmische Dörfer, ja, die kennt der deutsche Gebildete noch aus dem vorigen Jahrhundert. Oder eben gerade nicht, wie der Begriff uns sagen will. (Unlängst zeigte der Stern ganz groß eine Überschwemmung, ich meine in »Witkowize«». Das aber war und ist trotz böhmischer Bildunterschrift jetzt in Polen oder in Tschechien. Also schlau wird man nicht aus dem bloßen Begriff Witkowice oder Vitkowice. Sprache soll der Angesprochene verstehen, nicht der ferne Gemeinte.)

Pardon. Ich wollte über böhmische Wörter schreiben, genaugenommen über das umfassende Sudetendeutsche Wörterbuch. Nicht, dass ich’s besser kennte, oder die Sudeten und Böhmen und Mähren. Ehrlich gesagt: Ich spare mir diese zusätzliche »Gefühlsbaustelle«; ich bin zwar 1941 in Brünn geboren, meist gelingt mir aber diese doch recht ansehliche Stadt in der Meinung von jungen Staatsbeamtinnen nach Oberbayern zu platzieren und damit auf Ausweisen und so staatenlos wiederzugeben. Dazu … mehr hier: https://blogabissl.blogspot.com/2025/09/gut-in-brunn-geboren-zu-sein-und-nicht.html

Also das Sudetendeutsche Wörterbuch. da verweise ich auf den ausführlichen Wikipedia-Eintrag https://de.wikipedia.org/wiki/Sudetendeutsches_W%C3%B6rterbuch#Publikationsstand und die dorten aufgeführte digitale Version, scheint’s eine reine Bildfolge, nicht einfach digital durchsuchbar. <ich kam »in den Wald«, zum Beispiel auf https://bildsuche.digitale-sammlungen.de/index.html?c=suche_sim&bandnummer=bsb00043104&pimage=00013&einzelsegment=0&l=de

„dorten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dorten>, abgerufen am 1.3.2025

Ein interessanter Artikel zum Thema auf https://www.bohemia-online.de/index.php/bohemia/article/view/5238/8078

Link hierher;
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/03/bohmische-worter.html

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27. Februar 2025

Fraktur in Windows Micrografx PP10

 

Rechts unten im Bild steht in Fraktur »Stift«,
weil’s in der Bonner Stiftskirche aufgenommen ist, © Jörn. 

Erst also eine Fraktur in die Windows-Schriften einbauen. Das geht ganz standard.
Ich habe mir – völlig legal – von https://www.1001fonts.com/breitkopf-fraktur-font.html die schmucke »Breitkopf Fraktur« heruntergeladen.
   Da bekommt man eine gezippte Datei breitkopf-fraktur.zip, aber erst, wenn man den Adblocker ausschaltet, mein’ ich. Entzippt (öffnen) produziert diese Datei dann im selben Verzeichnis die Schrift BreitkopfFraktur.ttf, also eine übliche true type font. Klickt man drauf, so installiert sie sich und landet wie alle Schriften in C:\Windows\Fonts als »Breitkopf Fraktur Standard«. Kann man sich dort ansehen.
   In Word sieht man nach einem Neustart von Word die Fraktur zur Auswahl und kann gleich loslegen. Das frakturübliche lange ſ – ich hab’s mir auf AltGr s gelegt – ist hier auf  \ . (Wer will, kann’s lange ſ aber auch sein lassen, dann wird eben Oſtfriesland wieder zum gewohnten Ostfriesland und leichter zu lesen.)

Nun aber im klassischen Bildbearbeitungsprogramm Micrografx PP10, das zu Beginn unseres Jahrhunderts fast mit jeder Digitalkamera mitkam. Und da klappt’s erstmal nicht mit der neuen Schrift, der Fraktur. Geht man aber gaaanz rechts auf »Erweitert« und stellt dort seine Faktur ein, bingo, so geht’s dann doch!

Frakturschreibung im letzten Fraktur-Duden von 1941. Die Regeln finden Sie inzwischen auf https://de.wikipedia.org/wiki/Fraktursatz#%C5%BF%2C_s_und_%C3%9F . Ich persönlich finde, dass man zur leichteren Lesbarkeit heutzutage auf das lange s: ſ verzichten kann. Hauptsache kein Gendern mit Sternen!

Viel Spass! (Spass schreibe ich »süddeutsch«, weil man Spass dort mit kurzem a spricht. Merke: In vielen Sprachen werden nach einem lang gesprochenen Vokal einfache Konsonanten gesetzt, und nach einem kurz gesprochenen Vokal zwei, etwa in Razzia, rosso, Affe, und in blasen vs. blassen. Genug.

Permalink hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/02/fraktur-in-windows-micrografx-pp10.html

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6. Februar 2025

Probieren Sie einfach mal KI

Durch Zufall bin ich dazugekommen, Künstliche Intelligenz, KI, auszuprobieren. 
Ohne etwas zu installieren, ohne eine App zu laden oder Google zu KI zu animieren. Ganz einfach und aufschlussreich. Können Sie auch, oder du kannst das:

Hier ein Screenshot meines ersten KI-»Erlebnisses«

Ich hatte eigentlich nur online am Laptop die Telefonnummer meiner Änderungsschneiderin gesucht. Ich landete bei »das Örtliche«. Darunter versteht die digitale Welt das klassische Telefonbuch. Betrieben wird es unter anderen von einer Firma »Golocal«. Dort wurde ich gleich dazu aufgefordert, ein Foto beizufügen und »jetzt bewerten«:

Tausendfünfhundert Zeichen. Das müssen doch eine Menge »Erfahrungen« sein! Bevor ich loslegte, wurde ich gefragt, ob ich Hilfe möchte? Das passiert so (aus einem späteren Fall):

                           »Magst KI?« hätte der mich fragen können, wenn mir uns scho duzen …

(Auf diese Frage war ich gestern Abend übrigens nicht gekommen. Die KI schlief wohl schon.)

Also ich wählte mit Unterstützung. Eingegeben habe ich dann nacheinander zufrieden, die große auswahl, und als vierte von vier Fragen durcheinander an den Kassen. Als Sprachfreund hat mich gefreut, dass die KI nicht gegendert hat. Generische Männlich war noch voll gültig, die Sterne nur drumherum. Als Alter hätte ich’s gern per Sie gehabt, aber die KI war nett und freundlich. Also:

Danach ließ ich die Künstliche Intelligenz dran. Heraus kam:

Ich gestatte mir jetzt ein wenig Kritik, eine kleine Lektorierung:
   Sachlich falsch ist die Annahme, dass das »Personal« das Durcheinander an den Kassen »mit beeindruckender Gelassenheit managt« – im Gegenteil, ich wurde umhergescheucht und für dumm gehalten, als ich nach dem ersten Auflegen der Karte die Kassenanzeige »noch offen 0« für voll bezahlt hielt. Ich musste die Bankkarte nochmals an einer anderen Kasse auflegen. Bei der Bank abgezogen wurde dann korrekt nur einmal.
   Formal finde ich die Sprache etwas zu hoch gehoben, zu extra gebildet und schön, stilistisch gedrechselt: Biedermeier, Geschwafel, Schmonzes. Der ganz eigene Charme klingt gut, ist aber Schmarren. Und besonders das aus dem Amerikanisch kommende »Erlebnis« (experience). Ich gehe doch nicht zum Bäcker, um ein Erlebnis zu haben. Ich möchte Brötchen. Im Puff wäre das was anderes. Diese »Intelligenz« ist offensichtlich von einem Restaurantbeurteiler abgeleitet, wo’s Wiener Schnitzel mit Reis gibt? Dann: beeindruckend kommt zweimal knapp nacheinander vor.
   Ich erinnere mich noch an einen amerikanischen Touristen zu Sonnenuntergang am Südrand des Grand Canyon: mesmerizing hatte er gerufen, mesmerizing. Der war wohl älter, die Geschichte auch.

Permalink hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2025/02/probieren-sie-einfach-mal-ki.html

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Übrigens kommt das große K von KI im Namen, weil’s ein Eigennamen ist, was Bestimmtes gemeint ist. Ob Künstliche Intelligenz wirklich künstliche Intelligenz ist, darüber lässt sich dann streiten. Hier war’s nettes, hilfreiches Geschwafel.