20. März 2025

Telefon kaputt – und der Amtsschimmel bei der Telekom wiehert …

»Festnetz« – Immer alles besetzt
 
Nach ein paat Tagen bin ich draufgekommen, dass mein Festnetztelefon hier mitten in Bonn nicht ging. Egal, wen ich vom Festnetztelefon anwählte, es kam immer besetzt, besetzt, besetzt …
   Dann habe ich mich mit meinem Handy mal selbst angerufen: besetzt – manchmal antwortette auch die Mailbox.
   Mein »Anschluss« war keiner, er kannte nur besetzt. Abrufen von der Mailbox, angeblich vom Anschluss selbst über 0800 33 02424, ging nicht, auch immer besetzt. In Italien ruft man einfach vom Festnetz die 187 an, und schon »wird man geholfen«, allerdings nur in Italienisch, selbst in Südtirol.
   Also nichts ging. Dann wollte ich meinen Anschluss einmal über das Internet prüfen: https://www.telekom.de/hilfe/hilfe-bei-stoerungen?samChecked=true . Kurz gesagt: Da kommt man in den Wald. Zwischendurch soll man wo einloggen; es wird einem aber nicht einmal gesagt, wo denn jetzt. Dann geht natürlich die Fragerei nach dem Passwort an, dessen Neueingabe, und so weiter. Aufgegeben habe ich, als ich bei Vodafone landete. Für einen Telekom-Anschluss gewiss die falsche Waldwiese. Immerhin hatte ich den starken Verdacht, dass man ohne seine Kundennummer (siehe letzte Rechnung) eine Störung nicht melden kann. Wieso, warum? Das Telefon war kaputt, nicht der Teilnehmer, nicht ich. Die gestörte Nummer lief über meine Frau, und die war auf Dienstreise! Ich wollte nur den Anschluss repariert, nichts sonst ändern.
   Wenn nichts hilft – geh’ selbst hin. Das ist meine Devise. Die Telekom-Filiale in der nahen Sternstraße wurde mir empfohlen, und da ging ich hin. Zwei nette Mitarbeiter, und sogar »Mitarbeitende«, als sie sich um mich kümmerten. Ihre Kundennummer? Geburtsdatum? Ja, da sei eine Störung. In drei Tagen würde ein Entstörer zu uns kommen, geht das? Ich: Nur vormittags, bitte, sonst darf er nicht in die Straße fahren. Also zwischen acht und zwölf – Ja, gut. (Dass Chip schreibt: »Laut der Telekom werden Störungsmeldungen, welche werktags eingehen, innerhalb von 24 Stunden (Entstörungsfrist) beseitigt.«, ist historisch.)

Lampen der Fritz-Box bei Störung v.l.n.r.:
Power/DSL (leuchtet hier grün),
Internet (aus, DSL nicht bestellt),
Festnetz (aus da gestört),
WLAN (leuchtet grün), Info (rot da gestört)

Technische Zwischenbemerkung. Alle unsere Telekom-Telefonanschlüsse sind seit Jahren »digital«. Vorher waren sie hundert Jahre lang »analog«, einfach wie ein Lautsprecheranschluss über zwei Drähte. Zwischendurch kam ISDN, vulgo Ist das denn nötig?, da konnten über die zwei alten Anschlussdrähte zwei Telefonnummern arbeiten, nicht bloß eine, etwa eine Faxnummer dazu. Die brachten der Telekom etwas mehr Gebühren, und dem Kunden einen extra Kasten ins Haus, mal Modem, mal Router genannt, meist eine Fritz-Box von AVM aus Berlin wie im Bild. Aus dem Modem kam dann bald auch W-Lan heraus, wenn auf der Zuleitung auch noch DSL bezahlt und aufmoduliert war (Digitale Subscriber Line, Digitalanschluss). Aus der Fritz-Box kommen dann neben Telefon noch LAN (Local Area Network, lokales Netz) und W-Lan heraus (das Lan wireless, drahtlos). – So: Auf diesem verstaubten Router unter dem Bett leuchtete ein Lichtlein aufdringlich rot, selbst nach einem Neustart: Stromstecker raus, räuspern, wieder rein. Das hatte ich noch nie gesehen. Heller als Pölarlicht. Störung.
   Also pünktlich um acht rief mein Entstörer an. Erst prüfte er, ob in der Straße alle Anschlüsse ausgefallen waren: Gottseidank nicht. Dann ging er zum Verteilerkasten. In dem sind all die vielen Drähte aus dem dicken runden Kabel unter der Straße herausgezogen und ordentlich mit den Einzelleitungen in die Häuser verbunden. Wo hier dieser Kasten steht, weiß ich nicht. Jedenfalls war ein Drähtchen, eines von »meinen«, lose. Aha. Wieder angesteckt, und alles ging, auch mein Anschluss. Der gute Mann rief mich wieder an, ich bestätigte volle Funktion, und fertig war’s! Den Entstörer selbst habe ich gar nicht gesehen – aber Trinkgeld ist eh aus der Mode gekommen, wie das ganze »Festnetz«, das ausnahmsweise einmal lose gewesen war.
Sofort kam noch eine triumphale SMS der Telekom:
»Erledigt! Wir haben die Störung am Anschluss … Störungsnummer … behoben. Wussten Sie schon? Zukünftige Probleme können Sie schnell und einfach mit der MeinMagenta App lösen: www.telekom.de/zur-repara-tur Viele Grüße, Ihre Telekom«. Antworten kann man auf diesen Schmarren nicht. Aber immerhin wird man noch gesiezt! Danke.
   Das mit der App ist natürlich Unsinn. Keine App – reine Software – kann ein loses Drähtchen sehen, und schon gar nicht wieder anklemmen.
   Ich vermute, dass die ganzen Bemühungen der Telekom bei Gelegenheit einer schlichten Reparatur auf meine Daten zuzugreifen oder mir eine App aufzudrängen nur den Zweck hatte, mir weitere Vertragsoptionen verkaufen zu können … 
 
 
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