14. Januar 2019

Narrativ

Was bitte ist ein »Narrativ«? Es müsste als Eigenschaftswort »erzählerisch« bedeuten, deutsch substantiviert also vielleicht »Story«. Ironisch lese ich Narrativ gleich deutsch als »Narr aktiv«, aber das ist ganz gemein. »Narretei« wäre eine politisch korrektere Assoziation.
   Trotzdem: Wir erzählen uns ja nicht gegenseitig unsere Geschichtsgedanken. Wir reden viel über Politik, meist nur kurz bis zur Erregung, und richtig nachdenken (oder gar vorausdenken) tun wir eher auch nicht.
  Was uns am Sonntag den 13.1.2019 der Kultursoziologe und Leibnitzpreisträger Andreas Reckwitz zu sagen wusste, hier nachzulesen, fand ich dennoch recht anregend.
   Nach meiner Erinnerung hatten wir nach dem Wiederaufbau so um 1960 weltweit enorme Hoffnungen auf die Zukunft. Dann kamen die 68er und staubten unter den Talaren ab, was ich als eher rück- und seitwärtsblickend empfand und nicht zielorientiert in die Zukunft. Nach der Mondlandung am 29. Juni 1961, die noch ein Akt direkter Anstrengung gewesen war (Kennedy 1962: “We chose to go to the moon”), kam kein Ziel mehr, schon gar nicht in Deutschland.
   Pragmatische Politik ja, schnelle Wiedervereinigung beim Zusammenbruch der DDR, »Willkommenskultur«, wenn die Massen schon vor Passau stehen, aber kein klares Ziel – außer »sozialer Gerechtigkeit«, passend zu neuem Neid nach »mimetischer« Theorie (René Girard), für mich ein Hygienefaktor, um auch einmal ein Fremdwort zu platzieren. Keine Vorstellung, wie und was die Gesellschaft sein soll, wie groß (Stadtviertel, Ort, Region, Bundesland, Deutschland, Europa, der Globus?), verbunden in Sprach- und Heimatgruppen oder solidarisch mit allen und jedem, realiter isoliert doch digital verbunden, sozialmedial, national nur beim Sport, doch europäisch bei der Niederlassungsfreiheit – wohlgemerkt wieder eine »Freiheit«, gesellschaftlich ein Geschehen-Lassen und kein aktives Herbeiwünschen oder daran Arbeiten. Politisch korrekt darf man sich nicht einmal mehr Russlanddeutsche und weniger Roma wünschen, man muss sie nur gleichermaßen brav »integrieren«. Was heißt das? Zum Kindergeburtstag mit einladen? Drei Putzfrauen aus Bonn, die dreißig Jahre hier friedlich gelebt hatten, wurden nach einem aufwändigen Gerichtsverfahren mit Dolmetscher und Sachverständigen abgeschoben, im Namen des Volkes. Das liegt mir auf der deutschen Seele.
   Wir wissen nicht, was wir wollen, sind lasch geworden, satt, ziellos und bequem; auch ich. Der Staat ufert aus und murkst (Anis Amri), BER). Sogar Ethik und Moral kommen nicht mehr vor, nicht in der scheinbar immer empathieloser (weniger nächstenliebend) werdenden Gesellschaft, nicht in der Kirche, der leerlaufenden, die nur vom lieben, lieben Gott erzählt als sei’s Bepanthen (Werbeslogan: »Für eine heile Welt«).
   Wobei wir wieder beim Narrativ sind. Wir sind alle zu dick geworden – das wäre mein erster Gedanke zum Erzählen von heute, und wir alle wollen abnehmen. Dagegen sind Ziele wie Digitalisierung, Wissensgesellschaft, Gerechtigkeit und Integration aller: Mumpitz, folgeloses Geschwafel. Schon vor über zehn Jahren hätte ein Ruck durch Deutschland gehen müssen. Doch ruck-zuck waren wir wieder beim alten Schlendrian.
   Und ich schreite jetzt (unsportlich, unwillig, aber brav) zum »betreuten Gerätetraining« und »bin mal weg«.

PS. War gut! Badenweiler, 14.1.2019

Permalink hierher: http://j.mp/2QNRjHw
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/01/narrativ.html
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Sonntag, 13.1.2019 17.05 Uhr
Kulturfragen
Debatten und Dokumente
   Kultur, Gesellschaft, Digitalisierung – Der Mensch in der Spätmoderne. Der Kultursoziologe und Leibniz-Preisträger Andreas Reckwitz im Gespräch mit Karin Fischer
https://www.deutschlandfunk.de/programmvorschau.281.de.html?drbm:date=13.01.2019

https://www.deutschlandfunk.de/kulturfragen.910.de.html 
https://www.deutschlandfunk.de/soziologe-andreas-reckwitz-die-krise-des-westens.911.de.html?dram:article_id=438072

In westlichen Gesellschaften hat sich ein Gefühl zunehmender Unsicherheit etabliert. Globalisierung und Digitalisierung werden als Bedrohung empfunden. „Der Glaube an die Fortschrittserzählung ist erschüttert“, sagte der Kultursoziologe Andreas Reckwitz im Dlf. Andreas Reckwitz im Gespräch mit Karin Fischer
   „Das westliche Fortschrittsnarrativ gilt nicht mehr …

11. Januar 2019

Blauärgern mit Blau

Mit einem kleinen, alten »mobilen Router« versuche ich unterwegs, für meinen Laptop und mein halbsmartes Phone (einen Blackberry Q10) ins Internet zu kommen. Das sollte dann überall gehen, wo Netz ist, und noch fürs Smartphone vom Kind und ein bis zwei ihrer Freundinnen reichen. Alles happy – oder was?
   Für meinen geplanten Krankenhausaufenthalt hab’ ich mir von Blau – so heißt der »Provider« – eine Pre-paid-Sim-Karte geleistet, Original-Slogan: »Karte registrieren, ins Smartphone oder Tablet einlegen und loslegen.« Die meisten Berichte im Netz waren gut. Das Angebot ist von Telefonica, genutzt wird das Mobilfunknetz von O2, und im Ausland soll’s auch gehen ohne Aufschlag. Konkurrenz ist Aldi-Talk, früher oft Fonic, immer wieder neue, egal.
   Inzwischen kann man bei Blau für zwanzig Euro in einem (knappen) Monat vier Gigabyte Daten aus dem Internt holen oder hineinschicken – jedenfalls habe ich das so vom Blau-Service empfohlen bekommen ( – und werde das Gefühl nicht los, dass einem im Einzelfall je nach Aufgewecktheit mehr oder weniger verrechnet wird. Tarife hier. Auch der Monat scheint flexibel zu sein: »Lieber Blau Kunde, für Sie wurde aktiviert: Blau Allnet L. Laufzeit: 08.01.2019 bis 04.02.2019.«)
   Aber.

Das »Registrieren« der Sim-Karte ist ein Albtraum. Die Sim-Karte ist das kleine Stück Plastik mit Goldkontakten, das man ins Handy oder Smartphone schiebt oder ins Tablet, bei mir in den handtellergroßen mobilen Router. Der W-Lan-Router hat ein Mobilfunk-Datenmodem drin.
   Blau kann nichts dafür. Unsere allregulierende Hoheit, der Staat, schreibt vor, dass die Mobilfunkgesellschaft – hier also Blau – den Besitzer der Sim-Karte kennt. Er oder sie oder es muss sich zeigen, mit Ausweis, und beim Akt der Registrierung persönlich mitwirken. Ich war schon im Krankenhaus, da wollte meine Frau das für mich machen. Das ging nicht.
   Diese Registrierung lässt sich ganz modern über ein Service-Zentrum von Blau machen. Man braucht aber eine Videotelefonieverbindung, damit der »Blaue« den Menschen und seinen Ausweis sehen kann. Also Kamera an, am PC, am Handy, und einmal auf weit gestellt für den homo sapiens und einmal nah für den Ausweis mit seinem untätigen Chip. Das ist ein böser Murks. Ich habe diese Prüfung nur ganz knapp geschafft (»Heben Sie nochmal den Kopf bitte!«), und erst nach dem zweiten Anlauf. Dauer insgesamt eine Stunde Fummeln.

• Ist die Karte erfolgreich registriert, so beginnt schon unweigerlich die Laufzeit für die Daten. Das mag ja schön sein. Ich wusste das nicht und hab’ mir die Gigabytes aufgespart für später (1 GByte = 1000 MByte = tausend Millionen Byte. Ein Foto ist wenige Megabyte groß.) – Das geht nicht! Wenn der Monat herum ist, sind die Gigabytes weg.
   Kurz zuvor schickt Blau eine SMS: »Lieber Blau Kunde, Ihre 10 MB Inklusivvolumen sind fast verbraucht. Ihr Blau Team« (02.01.2019 21:46:15)
· Diese SMS geht auf die Blau-Sim-Karte, und die steckt irgendwo, jedenfalls nicht im normalen Handy. Ich habe sie erst viel später gesehen. – Blau könnte einem vielleicht dieselbe Nachricht als E-Mail schicken, oder als SMS in sein normales Handy, und dazuschreiben, wie man den Kundendienst erreicht.
· Antworten kann man auf diese SMSen nicht.
· Schon eine Minute später kam: »Lieber Blau Kunde, Ihr Guthaben ist fast aufgebraucht! Bitte laden Sie Ihr Guthabenkonto auf. Ihr Blau Team« (02.01.2019 21:47:26)
Und noch eine Minute später: »Lieber Blau Kunde, Ihre 10 MB Inklusivvolumen sind verbraucht. Ab jetzt surfen Sie zu 0,24 Euro/MB. Ihr Blau Team« 
   Wieso 10 MB Inklusivvolumen, hab’ ich mich gefragt, ich hatte doch ein paar Gigabyte gekauft! Egal. Jedenfalls hätten mich »ab jetzt« 5 GB = 5000 MB die bescheidene Summe von 5000 × 0,24 € =  € 1200 gekostet, zwölfhundert, nicht zwölf! Oder? Hoppla.

• Von der kostenlosen Blau-Servicenummer 0800 4040410 bekam ich dann gesagt, dass ich zuwenig Kleingedrucktes gelesen hatte: Mein Guthaben war, ohne dass ich ein Byte verbraucht hatte, einfach weg, ab- und weggelaufen. Ich solle doch € 19,99 nachzahlen, dann ging’s wieder, als »Allent L«. (Eine weniger teure Variante bringt weniger Volumen.)
   Der Anruf brach dreimal ab, bevor ich beim vierten Mal durchkam. Man nehme sich ein Handy mit Lautsprecher, um die Wartezeit von (bei mir) zwanzig Minuten freihändig zu überbrücken.

Aufladen ist mühsam. Bar konnte ich im Schwarzwald kein Guthaben kaufen. Ich musste also ins Internet (was ich nur anderswo konnte!), um Guthaben zu überweisen. Über Blau ging das nicht, da hätte ich mich wieder erst identifizieren müssen. Nut gut, dass meine Volksbank Handy-Aufladen nur mit Angabe der Telefonnummer der Sim-Karte und dem Anbieter möglich macht.
   (Dass sich € 19,99 nicht laden lassen, sondern »nur« glatte 20, entspricht unserer großzügigen Zeit.)
   Später gingen – wieder nur auf der »blauen« Sim-Karte ein paar SMS ein, bis si voll war. Hier mal alle (Die Zeiten stimmen nicht, die Blau-Uhr geht 20 min vor!):


05.01.2019 12:56:00 »Lieber Blau Kunde, Ihr/e Blau Allnet L wurde leider noch nicht aktiviert! Bei Aufladung binnen 48 Stunden erfolgt die Aktivierung automatisch. Ihr Blau Team«

08.01.2019 16:38:51 »Lieber Blau Kunde, Ihr neues Guthaben beträgt: 20 ¬ und ist gültig bis 09.01.2020. Ihr Blau Team«

08.01.2019 16:39:03 »Lieber Blau Kunde, Ihr Guthaben ist fast aufgebraucht! Bitte laden Sie Ihr Guthabenkonto auf. Ihr Blau Team«

08.01.2019 16:39:17 »Lieber Blau Kunde, für Sie wurde aktiviert: 
Blau Allnet L. Laufzeit: 08.01.2019 bis 04.02.2019. Ihr Blau Team«

Verstehen Sie das? 

Der Vertrag ufert aus ins Unermessliche.
   Denn zugegeben: Ich hatte am 05.01.2019 13:11 eine ausführliche Bestätigungsmail mit vier knapp 500 MByte großen PDF-Anhängen zu lesen bekommen, seitenlang Kleingedrucktes. Allein die Preisliste ist 14 Seiten lang, »Fußnoten Seiten 11–14«. Daraus ging hervor, dass mein »Allnet L Fußnote 9« 4 GB »Inklusiv-Datenvolumen Fußnote 25« bringt. 
   Bittesehr, die Fußnoten:
»9) Blau Allnet L: 19,99 €/28 Tage. Option verlängert sich jeweils um weitere 28 Tage, sofern genügend Guthaben vorhanden oder sie nicht abbestellt wurde. Gilt erst nach Erhalt der Einrichtungs-SMS. Min./SMS Flat in dt. Fest- u. Mobilfunknetze. Inklusiveinheiten und Min.-/SMS-Preis gelten nur für nationale Standardverbindungen, nicht für Rufumleitungen ins In- und Ausland, Konferenzverbindungen, Mehrwertdienste und Sonderrufnummern oder SMS-Mehrwertdienste mit Premium-Billing. Weiter enthalten sind 4 GB Datenvolumen/28 Tage mit bis zu 21,6 Mbit/s im Download (Durchschnitt 14,4 Mbit/s) und bis zu 11,2 Mbit/s im Upload (Durchschnitt 8,8 Mbit/s); nach Ausschöpfen des Volumens bis zu 64 kBit/s. Zur Verfügung gestelltes Datenvolumen gilt für paketvermittelte Datennutzung innerhalb Deutschlands. Nach 24 Std. kann jeweils eine automatische Trennung der Verbindung erfolgen. Nicht verbrauchte Einheiten/ Datenvolumen verfallen am Ende der Optionslaufzeit und sind nicht auf die Folgelaufzeit übertragbar. Ruht die Option (z.B. mangels ausreichendem Guthaben) oder wurde abbestellt, gilt der Basistarif Blau 9 Cent mit 9 Cent pro Min/SMS sowie 24 Cent/MB (Taktung: 60/60 Sekunden bzw. 10 kB). Mit ausreichender Guthabenaufladung wird eine ruhende Option reaktiviert (Info-SMS abwarten). Die Leistungen/Konditionen dieser Option können auch im EU-Ausland genutzt werden. Bei übermäßiger Nutzung der Leistungen im Ausland werden Aufschläge gemäß der EUFair-Use-Policy erhoben. Infos hierzu siehe Seite 7«
»25) Die Leistungen/Konditionen des Tarifs/Packs (Sprachverbindungen, SMS, Datennutzung) können auch in der Ländergruppe 1 (EU-Ausland, Norwegen Island, Liechtenstein) genutzt werden. Dies gilt nicht für Leistungen, die nur im Telefónica Mobilfunknetzes zur Verfügung gestellt werden (z.B. „Onnet-Flats“). Die Nutzung wird durch Regelungen der angemessenen Nutzung (Fair-UsePolicy, „FUP“) begrenzt. Bei übermäßiger Nutzung der Leistungen im Ausland werden Aufschläge gemäß dieser erhoben. Infos hierzu siehe Seite 7.«
   Und so geht’s weiter in die Tiefe. Ein andermal vielleicht mehr.

• Dann kamen technische Probleme. In meinem Router, der sich freilich nicht vollautomatisch auf Blau einstellte, musste ich »Verbindung auch bei Roaming automatisch einstellen« Der Router wechselt dann fröhlich zwischen HSDPA (2G) und 3G, wobei mir erstaunlicherweise HSDPA reicht mit etwas mehr als einem Megabit je Sekunde beim Upload. In diesem »Funkloch« hier habe ich bur einen Strich Feldstärke.
   Pings klappen bei HSDPA (2G), nicht aber bei 3G. Sie bringen miese bis phantastische Zeiten, wobei die miesen richtig, und die phantastischen falsch sind, worauf ich aber erst unten komme.











Mein Problem war nun, dass das Internet es ein paar Minuten lang 1a geklappt hat, dann aber um’s Verrecken nicht wieder.

Sieht traurig aus, gell.
   Ich hab’ dann wieder beim Blau-Service angerufen. Die wussten nicht einmal, was ein mobiler Router ist, und erklärten mir, dass bei mir zu Hause keine Störung gemeldet sei. Ich darauf: »Aber ich bin nicht zuhause, das ist ein Mobil-Funk!«  Dann musste ich die genaue Straßenadresse angeben, doch auch da kategorisch: Kein gemeldeter Fehler. Bis zu einem helfenden Techniker drang ich nicht vor. Zwischendurch meinte sie, meine Einstellungen seien wohl falsch, die richtigen stünden auf www.Blau.De/Service/ Hardware-Logistik Reparatur unter manuelle Konfiguration. Ich erkläre ihr, dass ich nicht ins Internet komme, sodass ich da nicht drankomme … Unerfreulich.

Dann habe ich einfach nachgedacht: Ich bin im Netz, das zeigte mein Router an, ich komme aber nirgends hin. An keine Web-Adresse. Also liegt’s nicht an Blau, sondern an der Adressauflösung, Namensauflösung, dem DNS, dem Domänennamenserver, der z.B. aus Joern.De 217.160.223.53 macht, siehe erster Ping. Macht die 192.168.0.1 den DNS, so ist das offensichtlich eine W-Lan-interne Adresse (192.168.2.2—192.168.2.99), also ganz falsch für den Ping, und es kein Wunder, dass der Ping dann in 2 ms klappt. Da pingt er einen Server im Rechner an.
   Da ist schon besser, er sagt gleich, dass er mit der Adressauflösung nicht weiterkommt:




Laut Appdated gibt man bei Blau keine DNS an. »Sufstickvergleich« meint das auch, siehe hier links. Ipconfig /all zeigt mir auch nur eine interne Adresse für den DNS, 192.168.0.1.
   Vielen hat Googles schneller DNS geholfen: IP-Adressen 8.8.8.8 als primären DNS und 8.8.4.4 als sekundären DNS. Aber wie gesagt, wenn man das überhaupt selbst einstellen kann. Einiges dazu und viel Reklame drumrum in der PC-Welt.
   Ein Daaron meint 2014: »Der Fehler steckt in der IPv6-Auflösung. Sobald man im Windows IPv6 abschaltet, läuft alles wieder wunderbar. Alternativ hilft es auch, in den Windows-Einstellungen für IPv6 den DNS fest einzutragen, primär den Speedport (fe80::1) und sekundär n anderen IPv6-DNS (z.B. Google: 2001:4860:4860::8888 & 2001:4860:4860::8844)«
   Mein mobiler Router meldet mir bei schönstem Blau-Betrieb (unter Support, Fehlerbehebung, Diagnose) meine IP-Adresse 10.208.57.71 und als DNS-Server 194.25.2.19; sekundär 0.0.0.0  Die Adresse gehört der Telekom in Ulm.

Einloggen in »Mein Blau« und Statusabfrage
Der Krampf beginnt schon bei der Frage nach der Rufnummer beim Anmelden (nicht mit Freischalten zu verwechseln!). Gnadenlos und ohne die geringste »künstliche Intelligenz«, ohne Musterbeispiel, verlangt Blau die Nummer in der Form (Formal) 176…, nicht als +49176…, nicht als 0176… schon gar nicht als 0176-69670466, wie Blau selbst schreibt, wenn man erstmal drin ist. Bekanntlich können Computer keine Leerstellen vertragen oder selbst herausnehmen! Der Mensch passe sich gefälligst an. Mein Blau sähe anders aus.
   Zur Verbrauchsabfrage müssen Sie runterscrollen! Webseiten sind heute für Smartpones gemacht, nicht für PCs.

• Wenn das Datenkontingent alle ist, der »Monat« aber noch nicht
• Wenn der Monat rum ist, und kein Guthaben eingezahlt
– wird fortgesetzt –

Permalink hierher http://j.mp/2FpA11j
   = https://blogabissl.blogspot.com/2019/01/blauargern-mit-blau.html

Ganz nett aber eher unspezifisch schreibt Justin Pietsch auf Handytarif-Test.
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10. Januar 2019

Meine Stinkwanze

Ich darf doch bitten: Meine Stinkwanze ist keine Stinkwanze, und stinken tut sie auch nicht. Meine ist eine Amerikanische Kiefernwanze, ein Leptoglossus occidentalis. Steht hier in der Wikipedia.


Das schlanke Tier ist mit dem Begriff »Wanze« schon geschlagen genug, es mit der gemeinen Stinkwanze, einem simpel grünen oder braunen, gedrungenen, schildförmigen, stinkigen Vieh zu verwechseln, ist eine Gemeinheit! Und wie elegant und vorsichtig sich die Dame – wenn’s eine war – fortbewegt, jedenfalls bei mir, in fremder Umgebung, halbtot vor Hunger, Herbst und Alter, das sieht man hier:


Zugegeben: Es handelt sich um eine Wanze. Die haben Drüsen und können Sekret aussondern. Und es ist eine Baumwanze, eine aus den Pentatomidæ. Weil es allein in Europa geschätzte dreitausend Wanzenarten gibt, in Deutschland vielleicht achthundert, ist es kein Wunder, dass meine Wanze meist falsch eingeordnet wird. Wer ist schon Wanzenkenner? Na ja.
   Die schöne Kiefernwanze ist wie die Marmorierte Baumwanze, die Halyomorpha halys, ein Neubürger (Neophyt, Neozoon). Das ist der Horror für klassische Naturfreunde, die sich schon über Akazien im »deutschen Wald« aufregen und Douglasien in hiesigen Nadelwäldern ablehnen, obwohl sie gegen den »Klimawandel« resistenter sein sollen. Die Marmorierte Baumwanze ist kurz und gedrungen und stammt aus Ostasien, wanderte wohl erst nach Amerika aus und kam dann zu uns. Genaues berichtet die Wikipedia:
   »Die Art ist natürlich verbreitet im Osten Asiens, Nachweise liegen hier vor aus Ostchina, Japan, Korea und der Insel Taiwan.
   Mit Erstnachweis 2001 in Pennsylvania wurde die Art aus China nach Nordamerika eingeschleppt. Von dort aus hat sie sich massiv ausgebreitet und erreichte bereits 2004 Oregon und damit die Pazifikküste. Seit 2012 ist sie auch in Kanada (Ontario) heimisch.
   Der erste europäische Nachweis war 2007 im Großraum Zürich in der Schweiz (allerdings wurde später bekannt, dass sie bereits 2004 in Liechtenstein in Lichtfallenfängen aufgetreten, aber nicht erkannt worden war). Seither breitet sich die Art auch hier aus, wobei städtische (urbane) Habitate bevorzugt werden. 2007 konnte eine unabhängige Einschleppung mit Transportkisten nach Bremerhaven durch sofort eingeleitete Bekämpfungsmaßnahmen noch an der Etablierung gehindert werden; 2011 erfolgte der erste deutsche Nachweis in Konstanz. 2017 wurde die Art im Raum Stuttgart nachgewiesen; nach einem entsprechenden Zeitungsbericht Mitte September 2018 in Freiburg erfolgten viele Sichtmeldungen. Im Landkreis Lörrach gab es z. B. in Fischingen erste Schäden.
   In Südtirol erfolgte der Erstnachweis 2016; die italienische Region Friaul-Julisch Venetien stellte im März 2017 für ihre Obstbauern insgesamt 3,5 Mio. Euro als wirtschaftlichen Schadensausgleich für die Zeit bis Ende 2020 bereit.«
   Ob das wirklich alles auf die »marmorierte« zutrifft und nicht auf mein »Kiefern«-Modell, da wäre ich mir nicht so sicher! Ordentlich schreibt das Göttinger Tagblatt 2018: »Bei den diesjährigen Wanzen handelt es sich je nach Region vornehmlich um eine der folgenden Arten:
• Rötlich-braune Zapfenwanze
• Gräulich-braune Feldwanze (auch Gartenwanze genannt)
• Grüne Stinkwanze
• Marmorierte Baumwanze«

Also der Reihe nach:
• Die Rötlich-braune Zapfenwanze – der Name deutet ihre schlanke Gestalt an – ist meine Kiefernwanze, ein Leptoglossus occidentalis, und die duftet höchstens nach Kiefernnadeln oder nach edlen Äpfeln, was ja recht beliebt ist. Ich habe meine leider nicht (ab)geschmeckt.
• Die Gräulich-braune Feldwanze, Rhaphigaster nebulosa, auch Gartenwanze genannt, entäußert sich bei Bedrohung eines »stark riechenden« Sekretes.
• Die Grüne Stinkwanze, Palomena prasina, Graphosoma lineatum, in Österreich angeblich auch »Gochl« genannt*), scheint durch ihren echten Gestank der Gruppe ihren deutschen Namen gegeben zu haben, siehe hier.
• Die Marmorierte Baumwanze Halyomorpha halys habe ich oben beschrieben.
• Die Streifenwanze Graphosoma lineatum ist übrigens auch eine Baumwanze. Sie gilt als schönste Wanze hier. Wie sie stinkt wird angesichts ihrer Schönheit nicht berichtet.

So, genug gewanzt!

*) Gochl = Schafgarbe in den einschlägigen Lexika. Von der Stinkwanze keine Rede.

Links
• Mehr zum Gestank der Stinkwanze
https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Gr%C3%BCne_Stinkwanze#Stinkendes_Sekret 
https://www.hr3.de/themen/so-koennt-ihr-gegen-stinkwanzen-vorgehen,stinkwanze-baumwanze-loswerden-100.html
http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Wissen/Wanzen-Plage-2018-Wie-wird-man-Stinkwanze-und-asiatische-Wanze-wieder-los

Link hierher: http://j.mp/2RiCuSl
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/01/meine-stinkwanze.html

9. Januar 2019

Damit die Hose nie vom Bügel rutscht

Kleiderbügel. Hosenbügel; die haben unten ein waagrechtes Querholz. Wenn sie gut sind, hat der Querbügel für die Hosenbeine noch eine Rutschbremse, vielleicht einen Streifen aus Gummi oben eingelassen oder wenigstens einen klebrigen Anstrich am Plastik, sozusagen etwas Klettverschluss ohne Klettenseite. Je nachdem. Zwei Materialien passen aber oft nicht zusammen, machen den Bügel teurer. Für Drahtbügel nach Art chemischer Reinigung gibt’s einfaltbare Pappendeckelaufleger mit einseitigem Anti-Rutsch-Belag – wer aber hat die schon auf Reisen dabei?
   Ich musste mir voriges Jahr für teuer Geld in Bozen Hosenklemmer kaufen, weil am Hof keine waren. Ich hätte mich mit einer Wäscheklammer aus dem Zimmerhüttl, wo wir die Wäsche trocknen, behelfen können; die aber hinterlässt Abdrücke in Kniehöhe, unschön für meine feine Gabardine-Sonntagshose.
   Normalerweise rutschen die Hosen vom Bügel, besonders, wenn die Taschen nicht ganz leer (und damit leicht) sind, oder der Gürtel dranbleibt. Früher hatten Hosen unten Umschläge – fürs Gleichgewicht am Kleiderhaken … (und war alles besser!)
   
Autoklemmbügel

Damit bei einfachen Bügeln die Hose nicht rutscht, nehme man zwei. 

                                                                                  201901Thinkpad/Hosen-Halter (1).jpg

Der obere Bügel hält ganz normal die Hose hoch. Der zweite verhindert das Rutschen und hängt wie die Hose nach unten. 

   

                                                                                  201901Thinkpad/Hosen-Halter (3).jpg

Dabei zieht das Gewicht der Hose den zweiten Hosenbügel an den ersten heran. Die Hosenbeine werden eingeklemmt. Die Hose kann nicht herunterrutschen und auch nicht seitlich verknittern.
   Den Trick hat man sofort heraus.

Link hierher http://j.mp/2CZcoeh
 = https://blogabissl.blogspot.com/2019/01/damit-die-hose-nie-vom-bugel-rutscht.html