11. September 2018

Idlib in Berchtesgaden

Foto Graser, von hier

Radikale Neonazis haben sich im Berchtesgadnerland breitgemacht. Hoch in den Bayrischen Bergen, im Zipfel an der Grenze nach Österreich – Fluchtmöglichkeit und Skigebiet – haben sich »Reichsbürger« festgesetzt, haben die Schulen umgekrempelt (auf Sütterlin) und die bayrische Ordnungsmacht, nutzen Kinder in Lederhosen als Nachrichtenkuriere und bärtige Alte für Selfies.
   Das sind natürlich fake news, oder, wie der Einheimische sagate: Ist ein Schmarrn.
   Aber stellen wir uns das einmal vor.
   Die Leute aus der Ramsau fliehen nach Hessen und beantragen Asyl. Nach zwei Jahren Hin und Her werden sie dort nur »geduldet«, weil einer in der Ramsau zwar gefährlich (sprich gefährdet) lebt, aber nicht lebensbedroht. Die Hessen mögen die Bayern vielleicht nicht, trotzdem ist für sie das Berchtesgadener Land ein »sicheres Herkunftsland«, und jeder Reichsbürger dort wird ihnen das auch gerne bestätigen.
   So. Jetzt will aber die Bundesrepublik Deutschland dort die Reichsbürger verjagen, schon um ein Exempel zu statuieren. Selbst traut sie sich nicht mit der Macht der Bundeswehr einzugreifen, die ist ja auch in Asien und Afrika beschäftigt. Außerdem sind Reichsbürger Ländersache. Also bombardieren die Russen Berchtesgaden.
   Daraufhin streitet Berlin darüber, ob im Fall eines erfolgten Giftgasangriffs aus den Salzlagerstätten dann sozusagen posthum deutsche Flugzeuge eingreifen sollten oder lieber nicht. Die Uno regt einen Waffenstillstand zwischen rebellischen Radikalen und der Regierung in München an, und verweist auf die Erfolge der Waffenstillstandsvereinbarung von 12. Februar 2015, Minsk II, im Donbas und zwischen Palästina und Israel.
   Dabei hat Bayern schon genug zu tun mit den Vertriebenen aus dem Zweiten Weltkrieg und ihren Kindern und Kindeskindern im Bayrischen Wald, die angeblich alle darauf warten, in ihre Heimat zurückzukehren. Ihren Aufenthalt in Holzbaracken und die böhmischen Knödel zahlt seit 1945 die Uno, und ich bin auch – genauso fake – dabei …, will zurück in die großelterliche Villa im Schreibwald, Lehmstätte 156!
   Genug gesponnen. Es kann noch viel passieren bei uns. Wird es aber nicht.

Link hierher: http://j.mp/2x75Bem =
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/09/idlib-in-berchtesgaden.html

Links NZZ 11.9.2018 http://j.mp/2x3cEVv =
   https://www.nzz.ch/international/syrien-deutschland-fuerchtet-sich-davor-handeln-zu-muessen-ld.1418914 
   Bilder http://j.mp/2x5T8Yz

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