6. Dezember 2015

Gescheite alte Anzeigen

Warum, Papa, fragst du warum?

Mick Maus vom 17. 9. 1970
Neulich leistete ich mir wieder zwei alte Comics aus der Grabbelkiste vor dem Comic-Laden für je ein Euro, Micky-Mäuse aus den Siebzigerjahren, da­mals je eine D-Mark.
   Alles war eine Portion hausbackener – nur die Anzeigen nicht.
   Wo wir heute im »LTB« – siehe links – nur Reklame für Fernsehsendungen finden, von RTL bis Nickelodeon, da ging’s in den Siebzigerjahren zur Sache.
   Von der kürzlich erfolgten Vorstellung des ersten Elektrobusses, redaktionell, bis zu

Anzeigen, die Aktivität fördern und zum Denken anregen.

Geha-Reklame
(Hallo Freunde!
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In der Märklin-Anzeige wird ar­­gu­­men­t­­iert: »Hier zeigt sich eben, wie gut es ist, dass der Strom über einen Mittel­leiter zur Lok kommt. Umpolen … gibt’s bei Märklin nicht.« Ich erinnere mich auch selbst an den Streit zwischen schön zwei­gleisigem Gleichstrom bei Fleischmann (der dann aber keine Kehrschleifen zuließ) und wenig naturgetreuen Schienen für Märklins Wechselstrom (wo Rückwärtsfahrt mit einem Spannungstoß ausgelöst wurde).
   Die Anzeige für Geha-Filzschreiber lobt den »Spitzenformer«: »Automatisch wird die Spitze im Spitzenformer schreibfein geformt.«
   Selbst Fanta lässt einen aktiv werden; dort soll man Felder farbig ausfüllen, und schon erwartet einen eine Überraschung: » … und die Felder mit Kreuzen mit einem roten Stift ausmalen. Was dabei herauskommt, schmeckt gut.«
   Das freut den Techniker und den Schreiber, der gerne noch erklärte, warum. Heute fehlen dafür Interesse und Zeit.
Anzeige mit Sternen – Sheriffstern und Fußnote
Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2015/12/gescheite-alte-anzeigen.html

PS. Von Stefan Betschon erschien in der NZZ am 8.12.15 (int. 9.12.) eine schöne Glosse zum Thema technisches Spielzeug: »Was Hänschen lernen muss« (online leider nur für Abonnenten). Betschon stört sich an der zu Toytalk in San Franzisko verbundenen Online-Barbie und meint ge­schenk­tech­nisch: »Besser geeignet wären etwa die billigen Minicomputer der britischen Raspberry Pi Foundation«.

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