Was ich hier zeige, ist ein pragmatischer Ansatz zu einer »milden neuen Rechtschreibung«.
Denn erstens haben sich viele Regeln der neuen Rechtschreibung seit der ursprünglichen Ankündigung 1996 nach der Jahrhundertwende geändert, Details hier, was viele Kritiker nicht mitbekommen haben. Vor allem die vielkritisierte Getrenntschreibung ist stark gefallen.
Und zweitens hat die Kunst des Rechtschreibens generell gelitten. Wie oft wird sogar statt dass bloß das geschrieben, was das Lesen wirklich erschwert. Also merken die meisten Leser nur, wenn nach wie vor daß da steht. Inzwischen sind weniger scharfe ß das einzig Auffallende an der neuen Rechtschreibung.
Angesichts dessen hier Tipps (vormals Tips – hätten Sie’s gemerkt?),
am Beispiel Microsoft-Word.
• Holen Sie sich eine Kopie des alten Textes in Ihr Word.
• Stellen Sie Ihr Word auf neue Rechtschreibung: Extras, Optionen, Rechtschreibung und Grammatik, Korrekturhilfen, Neue deutsche Rechtschreibung:
… und bei Änderungen Ihr OK nicht vergessen! (Stören Sie sich nicht an den altaussehenden Screenshots.)
Dazu Extras, Sprache, Sprache festlegen, Deutsch (Deutschland).
Jedenfalls tut die Korrekturhilfe not.
• Gehen Sie nicht in den Korrekturmodus, das verwirrt bloß.
Vorsicht, besonders bei globalen Änderungen, und zwischendurch öfters mal speichern ist besser. Dann können Sie bei Böcken, die Sie schossen, wieder zurücksetzen.
• Wer Angst hat, kann erst einmal zu wiederfindbaren Zeichenkombinationen wandeln, etwa statt zu ss zu s*s oder im Fall des ß zu *sz* (mit den Sternen). Dann stören Sie bei nachfolgend weiterer Suche nach ss oder ß die schon korrigierten Stellen nicht. Am Schluss löscht man die Sterne heraus. Das hab’ ich nicht gemacht, weil das mich (und das Korrekturprogramm) verwirrt.
• Los geht’s mit daß zu dass:
Zu »Suchen und Ersetzen« kommen Sie auf vielen Wegen, etwa Strg-F (wie find) für Suchen, und dann auf den Reiter Ersetzen klicken.
Dieses Ersetzen können Sie getrost global machen, also »Alle ersetzen«.
• Ab jetzt wird’s kniffliger. Hier meine Erfahrungen (wobei »Ausnahmen die Regel bestätigen« :–).
· uß bleibt meist uß außer in Fluss, muss, Nuss, wusste und wüsste. Beispiele Ruß, Fuß.
· aß wird zu ass (bei mir Süddeutschen sogar bei Spass), außer bei Maß (das man bekanntlich außer bei der Mass mit langem a spricht, sodass der nachfolgende Konsonant nicht verdoppelt wird). Beispiel veranlaßt zu veranlasst.
· oß bleib oß, etwa in bloß.
· iß zu iss, Kompromiss, frisst, Imbiss.
· eiß bleibt eiß, wie in heiß.
· üß zu üss, tschüss!
• Verlassen wir das S. Kommen wir zu auffälligen Einzelwörtern.
· umso zu um so (muss aber, meine ich, nicht sein)
· abend zu Abend, nicht aber abends
· plazieren zu platzieren mit konsequentem t, merkt aber auch keiner.
· Tip und Stop zu Tipp, Stopp, was schon eher auffällt, wenn’s »alt« ist.
· numeriert zu nummeriert, selten und wenig auffällig.
· Schiffahrt zu Schifffahrt, wenn der Text nautisch ist.
· Ob Sie z. Zt. in zurzeit oder – wie ebenfalls Duden-empfohlen – in z. Z. ändern, ist Ihre Sache. Ich bin inzwischen dafür, im Elektronischen möglichst alles auszuschreiben, das »kostet« ja nichts und sieht schöner aus.
Überhaupt: Locker bleiben bei der neuen Rechtschreibung, lieber nur wenig Anpassungen als keine. Am Bildschirm kann selbst der pingeligste Leser nicht mit Bleistift reinkorrigieren. Ziel ist: Der Leser soll’s flüssig lesen können, und nicht an unnötig Auffallendem hängen bleiben.
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| Wenn das zusammengesprochen wird, würde ich’s zusammen lassen … |
Das »Hinzufügen zum Wörterbuch« ist ganz praktisch, dann stört er sich fürderhin nicht mehr dran. (Wenn Sie noch kein privates Wörterbuch haben, Abhilfe gibt’s hier.)
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| Praktisch: Verschiedene Suchmaschinen für das Browser-Suchfeld. |
Der Duden online: http://www.Duden.De/woerterbuch, super! Ich empfehle sogar, sich den Duden als weitere Suchmöglichkeit in das Browser-Suchfeld zu holen, wie rechts, aber that’s another story.
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