12. Oktober 2018

Chrome: Übersetzungsangebot nervt

Im Chrome-Browser nervt mich »Diese Seite übersetzen?«,
jedesmal wenn die Seite nicht deutsch ist.


Weg bekommt man das mit Menü (Dreifachpunkt ganz rechts oben), Einstellungen, eventuell ganz unten Erweitert, eventuell wieder unten Erweitert, bis zum Kapitel Sprache, dort »Übersetzung von fremdsprachlichen Seiten anbieten« ausschalten.
   Das klappt dann sofort, ohne Neustarts.


Link hierher: http://j.mp/2ISKTo6
   = https://blogabissl.blogspot.com/2018/10/chromeubersetzungsangebot-nervt.html

10. Oktober 2018

Marquartstein 2018

Ein kurzer Bericht über unser Altmarquartsteinertreffen Anfang Oktober 2018. Hier steht nur das »Öffentliche«, um die Erinnerungen leichter zugänglich zu machen, und damit ich noch ergänzen und korrigieren kann. Privates wie meine Bilder und »Dokumente« bleiben einfach digital versteckt, so dass sie zwar persönlich zu erreichen sind, nicht aber von Maschinen wie Google & Co. Ich hoffe, das »passt«! Fritz@Joern.De?subject=M’stein-Treffen 2018 Blog

Ein schönes Fest war’s, in herrlicher, vielen heimatlicher Umgebung. Es strahlte uns der Herbst. Goldener Oktober. Erst am Sonntag, ganz am Ende, gab’s Wolken und Regen, der aber erschien mir auch leicht und grad’ vielleicht melancholisch.
   Von uns, Abituria 1961, waren da die drei, die’s damals alle neun Jahre in einem Zug durchgestanden hatten: Uwe, Schorsch und ich. – Klaus B. war fest dabei, hoch anzurechnen einem Externen, aber auch Hermann S., als Neuling bei diesen raren Treffen. (Generell haben normale Schüler normaler Gymnasien und bei uns die »Externen« weniger das Bedürfnis, sich immer wieder gerade dort zu treffen.) So waren diesmal besonders ganz alte Internats-Jahrgänge gut vertreten, bis zu Kriegs- und Nachkriegsgeneration, und dann wieder viel Jüngere.
Hohenaschau aus
der Kampenwandseilbahn
   Der ganz neue Chef des »LSH Marquartstein« – so das für mich auffällig oft statt »Landschulheim« gewählte Akronym, das das Grundwort »Heim« unausgesprochen lässt –, Schulleiter OStD Christian Czempinski begrüßte uns am »kleinen« ersten Festzeltabend, am Donnerstag, ward dann aber wenig gesehen. Er ist neu und will manches ändern, was, erfuhren wir nicht, und weiß er vermutlich selbst noch nicht. Ist gewiss nicht einfach.
   Das Internat, das »Heim«, hat nicht nur verbal an Bedeutung abgenommen. Genaue Zahlen hab’ ich nicht mitbekommen, stehen auch nicht auf der modernen Homepage, aber von insgesamt rund sechshundert Schülern sind vielleicht hundertzwanzig im Internat, ein Fünftel (hier Genaueres: 114:654). Viele steigen erst in der Mitte ein, da sei der Andrang am größten, »unten« am Anfang in die fünfte Klasse ist weniger Nachfrage. Die Gründe, ein Internat zu wählen, sind wohl öfter schulisch und erzieherisch, als wie einst äußeren Umständen zu verdanken. Dazu kommt die Situation an Wochenenden, zu denen heute viel, viel öfter »heimgefahren« wird als damals bei uns. Aber ich schwafle ab …
   Ich war schon Donnerstagabend gekommen, auch Uwe und Familie, in den preiswerten »Ott« in Egerndach, mein Zimmer vierzig Euro die Nacht. Zudem ein gutbürgerlich-gutbayrisches Speiselokal mit netten Leuten, stellte sich heraus. Den Freitag nutzten wir zu Fahrten in die Umgebung, Chiemsee, Kampenwand, Natur. Schon Freitagabend, wie gesagt, im Zelt in Marquartstein, erste Begrüßungen, besonders von der treuen Sylvia Niedermeier, die im entscheidenden Moment ihre ganze Familie einspannt! Danke, danke! Als dann noch die Hinweise zum »Häusl« vor Ort waren, stimmte alles. Gutes Buffet, € 13,50, ordentliches Bier, schnelle Bedienungen, gut »ge-catert« (sprich mit ä) aus Niederbayern.
Hans Mallinckrodt
mit Sylvia Niedermaier
Der Samstagvormittag hat mich am Ende eher enttäuscht. Die gering besuchte Mitgliederversammlung des Bundes der Altmarquartsteiner war gut vorbereitet und lief zügig ab. Sie zeigte eine erfreuliche Verjüngung der Akteure, siehe meine PDF auf www.Siebenfahr.com/ und dann gleich anschließend MStein2018.pdf. (Da seht ihr übrigens, wie ich Internetadressen einfach vor Maschinen verstecke. Datenschutz locker.)
   Vorsitzender ist jetzt der Kiefernchirurg Dr. Dr. Klaus Ständer, pragmatisch-praktisch und ohne sehnsüchtigen Ballast alter Stimmungen. Dann aber – war nichts. Es gab schöne geführte Rundgänge und Ausstellungen, der Betrieb aber ruhte samstäglich in Schule und Heim. Wo sich bei den früheren Treffen die Schule zeigen wollte, wuselnd, werbewirksam, da waren wir Alten und Altinnen diesmal unter uns. Auch schön, ruhig, gut zum Unterhalten.
   Der Bund hat im Schloss neue Türen spendiert, die mir gleich auffielen, jedenfalls im Erdgeschoss. Ich ging ein Stück alte Wendeltreppe, dachte an Peter Kraus (hier die Szene auf http://joern.de/Klassenzimmer.htm).
   Das Achenhaus ist weg, tabula rasa, siehe Bilder – die stehen übrigens auf http://j.mp/ und danach der Schlüssel 2OEra0P. Bitte manuell herauskopieren oder genau abtippen.
   Viele – unsere Klasse jedenfalls – haben sich traditionell am Samstagnachmittag bei der Streichenkapelle im Ausflugslokal getroffen, Essen, Aussicht, Gespräche, Sonne, und die einmalige Kapelle, so aus dem dreizehnten Jahrhundert. Schorsch gab uns eine Einführung, seht einen Ausschnitt im Video im Fotoalbum, danke! Danach sind alle wieder heruntergewandert; nur ich hatte mir bequem mit dem Auto eine Extratour geleistet, siehe die nachträgliche hoheitliche Erlaubnis, in der PDF-Sammlung.
   Am Samstagabend dann war das Festzelt bummvoll. Von uns waren da Uwe mit Familie, Schorsch mit Freundin, ich solo, Fage, Herneid, Hansl, Klaus und Hermann, Justus mit Frau, dazu Jan mit Frau und Klaus. Einige aber haben deutlich gefehlt wie Ludwig und Karl, mancher war entschuldigt wie Götz und die Oma. Volker aus Australien hatte ich ein paar Tage vorher allein getroffen; er war zur Photokina nach Köln gekommen, und ich wohne in Bonn; ein paar Bilder auf http://j.mp/ und dann 2xLoMeT . Henning sehe ich hier regelmäßig, siehe etwa http://bit.ly/ und 2zJS3cH .
   Mit Fage kam ich als letzter gegen halb zwölf aus dem Zelt, der alte Pilot und der Schnitti (I) stocknüchern.
   Ganz gefehlt haben uns leider die Lehrer, die zu den letzten Treffen noch gerne gekommen waren. Mögen sie ruhen in Frieden, in Gott, oder, wie Erich, der mir jetzt als schon zu gebrechlich geschildert wurde, ihre Ruh’ haben von uns. Denn laut war’s im Zelt …
   Am Sonntag kamen so zehn Handvoll alte Altmarquartsteiner zur Andacht in die Burgkapelle, im Sonntagsstaat, und sie hatten Familie und zum Teil ihre Kinder mitgebracht.
   Ich hatte vorher noch einen Morgenspaziergang gemacht über Kapellenhaus, Nazipeter und dessen Wiese zum Berghof hin (mit Neubau daneben, siehe Bild) und ins Schulgelände. Den Weg sind wir früher alle Tage gegangen vom Schloss zur Burg, von der Burg zum Schloss in die Schule. Die Brücke im Wäldchen ist weg.
   Die Andacht leitete ein (für uns) junger Altmarquartsteiner aus Reit im Winkl, seit zehn Jahren in Traunstein Seelsorger im Krankenhaus und Sterbebegleiter. Mir scheint, in Bayern sind die Katholiken pragmatischer: Ein guter Familienvater kann sogar besser »sein« als manch oft weit hergeholter Zölibatärer, der liebe Gott wird’s ihm vergelten, und die Gemeinde verdanken. Diakon zu werden hat sich der studierte Theologe geweigert, weil’s Frauen auch nicht dürfen, und so ist er halt bloß »Pastoralreferent«, hier. Also war die Predigt gut, persönlich und passend (siehe PDF), das Andenken ernst. Dazu edle, konzertante Harfenmusik.
   Die Burg hatte für uns ein Tor geöffnet. So standen wir zum Abschluss zahlreich im Burghof herum. Mein Foto zeigt Kinderspielzeug unter den Lauben im Westen, dahinter die Türe – zu den einstmaligen Duschen: »Burschen, duschna!« Der Name des stimmgewaltigen Hausmeisters fällt mir gleich wieder ein … Ja, Wasmeier!
   Ich bin dann noch nach Übersee zum Chiemgauhof gefahren, wo man schlecht und teuer isst aber schön und weit über den Chiemsee sieht. Danach habe ich mich mit dem Auto hinten angestellt nach München, Nürnberg, Würzburg, Frankfurt und so weiter. Vor lauter Stau habe ich nur acht Liter auf Hundert gebraucht. Um elf erst war ich zuhause.

Ich fürchte fast, das nächste Treffen wird erst wieder in zehn Jahren sein, 2028, wenn das Landschulheim dann runde hundert Jahre alt wird. »Wer in Deutschland als Mann die Schwelle von 65 Jahren erreicht hat, kann statistisch gesehen dann noch weitere 17 Jahre und zehn Monate leben«, schreibt (Anfang 2018) die FAZ. Wenn das so ist, dann können wir dann mit 83 schon nicht mehr kommen. Für mich wäre das bereits 1941 + 83 = ab 2024 …

Kommentare und Korrekturen bitte an mich, Fritz@Joern.De.

Direktlink hierher, gern auch zum Weitergeben: http://j.mp/2pJxfeh
   = https://blogabissl.blogspot.com/2018/10/marquartstein-2018.html

Bilder auf http://j.mp/ und danach der Schlüssel 2OEra0P 
• PDF-Datei mit Erinnerungen und Dokumenten: www.Siebenfahr.com/ und dann MStein2018.pdf     
• Übersicht über frühere Treffen und unseren Jahrgang auf www.Joern.De/MStein.htm (Groß- und Kleinschreibung hier egal, läuft bei 1&1)

• Die Ehemalige und aktive freie Journalistin Christiane Giesen aus Grassau hat in zahlreichen regionalen Artikeln über das Landschulheim berichtet:
· Aktuell: »Von Kanada, London, Oslo und Paris angereist – Jubiläumstreffen zum 90-jährigen Bestehen des Staatlichen Landschulheims Marquartstein und Tag der offenen Tür«, Traunsteiner Tagblatt, 8.10.2018, siehe www.Siebenfahr.com/ und dann MStein2018.pdf (Danke, Henning, für die Kopie!)
· »Im Rahmen des Jubiläumstreffens zum 90-jährigen Bestehen des Staatlichen Landschulheims Marquartstein gab es Neuwahlen beim Bund der Altmarquartsteiner (BAM)«.
· Gute Übersicht: »Marquartstein – Voraussichtlich werden 654 Schüler im kommenden Schuljahr das Staatliche Landschulheim Marquartstein besuchen.«
· »Ein großartiges Wandrelief aus Keramik am Staatlichen Landschulheim Marquartstein« (bei mir Datei lshWandrelief.doc, auf Anforderung), »Über sieben Jahre hinweg haben fast 50 Schüler aus der Kollegstufe unter Leitung von Werklehrerin Majlis Dobel, die zugleich akademische Bildhauerin und Keramikerin ist, im Kurs ›Kunst am Bau‹ daran gearbeitet. Jetzt ist das Werk vollendet«. Hier ihr ähnlicher Bericht online.
· »Aus den Originalakten der Staatssicherheit der DDR, Ausstellung und Gespräch mit Zeitzeugen im Landschulheim« (lshStasi.doc). Siehe diesen Online-Bericht.
· »Eine Zeitreise auf Spuren der alten Römer. Fünfzig Schüler des Staatlichen Landschulheims fuhren nach Carnu[n]tum« an der Donau bei Wien (lshLateinfahrtColonia.doc). Text bei Interesse auf Wunsch.
· »In die fremde Welt Saudi-Arabiens eingetaucht. Haifaa Al Mansour besprach mit Schülern ihr Buch ›das Mädchen Wadjda‹« (lshLesungArabi.doc). Hier der ähnliche Bericht online.
· Achenhaus-Abriss

Die Festschrift zum neunzigjährigen Bestehen des staatlichen Landschulheims Marquartstein vom Oktober 2018 ist – solange Vorrat reicht – für zehn Euro (eventuell plus Porto) erhältlich über Sylvia Niedermeier, Sylvia.Niedermeier@me.com. Foto Ständer. Inhaltsverzeichnis hier.

• LSH: Meine Polemik über Abkürzungen siehe http://j.mp/2IMd73P#OGS, bau’ ich noch aus.

No Focus – Kein Autofokus Lumix

My Panasonic Lumix TZ61
(TZ:“Travel Zoom”), Firmware 1.0, would not autofocus any more.
Meine Lumix stellte nicht mehr scharf. Der Autofokus fokussierte nicht mehr.
After starting the camera the focus indicator and a red square would blink forever. 0.5m - ∞ appeared in red blinking as well.
   With some luck it focussed in another setting like iA, or in another direction.
   Quick pictures couldn’t be taken any more and to make a sharp panorama became totally impossible.


Immediate temporary solution

Zoom a little.

Standard Operating Instructions here.
   Nach den Start der Kamera blinkte die runde grüne Schärfeanzeige und ein rotes Kästchen ohne Ende. 0.5m - ∞ blinkte rot darunter.
   Bei einer anderen Einstellung wie iA ging’s vielleicht, oder in eine andere Richtung.
   Schnelle Bilder gingen nicht mehr, scharfe Panoramas ließen sich überhaupt nicht mehr machen.

Abhilfe zur Not

Etwas zoomen.

Generelle Bedienungsanleitung hier.

This post – Link hierher   http://j.mp/2INCoL6
   = http://blogabissl.blogspot.com/2018/10/no-focus-kein-autofokus-lumix.html

Possibly something  like the digital zoom setting could irritate the camera or some other focus setting. Here some forum guesses, onetwo.

PS. How can I prevent sucked in dirt into the lens system when the camera opens? Or remove it? I like to have the camera handy in my jeans’ pocket, and I refuse to protect it with any shell or cover – or have you ever seen a Western hero drawing his gun from the holster and first unwrapping a plastic pouch before he shoots?
––––––––––– · –––––––––––
Impressing focussing (and camouflage), photo by “Sonyshine” from Dorset, found here:

Gonepteryx rhamni (Linnæus, 1758) – Zitronenfalter

2. Oktober 2018

Spülmaschine streikt

Unsere neue Geschirrspülmaschine mochte nicht mehr. Wir hatten sogar noch Garantie, aber daran lag’s nicht. Das Geschirr blieb einfach schmutzig, ’s Besteck auch. Getrocknet hat die Maschine auch nicht mehr, am Ende blieb ein tropfnasser Regenwald übrig nach heftigen Gewittern, mit Dreck drauf oft. Gläser waren glitschig. Nirgends zeigten sich die aus Werbefotos bekannten Sternchen. Ein Graus. Klare Symptome: keine. Nun, vielleicht die:

• Anfangs holte sich die Maschine nicht einmal den Tab aus der Klappe.
• Die Programme waren zu schnell fertig.
• Alles blieb nass.
• Besonders unten reinigte die Geschirrspülmaschine nicht, oben schon eher. (Der untere »Dreher« - wasserspeiender Flügelrotor – braucht mehr Wasser als der obere, weil er sogar Töpfe sauber spritzen soll.)
• Das sonst gewohnte Wusch-Wusch der Wäsche war wenig zu hören.

Da kann freilich alles mögliche kaputt sein.

Bei uns war’s angeblich der Wasserzulauf.


Hier ein Blick unter die Spüle in der Küche. Der edel geschwungene graue Schlauch führt aus dem Frischwasserhahn – glänzend im Bild – über ein »Eckfix« genanntes Zwischenstück (hier waagrecht) kaltes Wasser zur Geschirrspülmaschine, die weiter rechts eingebaut ist. (Der verchromte »Duschschlauch« links vor dem Boiler ist für die herausziehbare Spritze der Spüle, die Kaltwasserzuleitung zur »Mischbatterie« der Spüle geht oben aus dem Eckfix heraus. Eine »Batterie« hat hier nichts mit Strom zu tun, der Ausdruck kommt aus dem Krieg.)
   Ad fontes! Das Wasser kommt wie schon im Alten Testament aus der Wand: »Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit seinem Stab zweimal; da kam viel Wasser heraus, und die Gemeinde trank und ihr Vieh« (4. Mose 20,11). Unser Geschirrspüler ersetzt das alte Vieh, besonders, wenn der nicht sauber läuft.
   Der »Hahn« ist fachfraulich ein »Ventil«. Sieht man genau hin, so sperrt ein zweiter Hahn, links im Eckfix, die Zufuhr zum Spülmaschinenschlauch. 
   Oben am Ende vom Spülmaschinenschlauch sitzt ein Rückschlagventil, das einen Rückfluss vom Geschirrspüler ins Frischwasser verhindert (»Rückflussverhinderer«). 
   Angeblich gab die Konstruktion zuwenig Wasser her, sodass der Geschirrspüler nicht genug Wasser bekam. 
   Nicht ein Wasserstandsmelder, sondern eine Zeituhr schaltet die Spülmaschine nach dem Wassereinlauf auf Waschen um. Mist! Da hat sich Whirlpool – von dem unsere »Bauknecht«-Maschine kam – einen Sensor gespart. Ein Konstruktionsfehler, wenn Sie mich fragen.
»Eckfix« links und Kombi-Eckventil rechts
Wie auch immer. Wir – also der Hydrauliker, norddeutsch Klempner, süddeutsch Installateur – haben statt dem alten Wasserhahn an der Wand und dem Eckfix-Zwischenstück, links im Bild, einen einzigen chromblitzenden neuen Doppelhahn angebracht, zum Beispiel hier beschrieben als »Kombi-Eckventil ½ Zoll × 10 mm Geräteventil mit Geräteanschluss Kombiventil Doppel-Ventil Waschmaschine, Geschirrspüler oder Spülmaschine«, € 5,60.

Hernach sah’s so aus:
Und angeblich fließt das Wasser da jetzt besser durch zum Geschirrspüler.
   Im Rückschlagventil sitzt ein Wassersieb. Das sollte man zuallererst prüfen. Ist es voller Steinchen, fließt zu wenig Wasser.  
   Auf meinem Rückschlagventil, dem dicken Bommel am Ende des Einlaufschlauchs, steht übrigens nur: “Lock the fixing nut by hand”, sozusagen: »Die Überwurfmutter nur sanft von Hand aufschrauben«. “Nut” ist eine Nuss, “nuts” ein Spinner. Hier ist die weiße Aufschraubmutter gemeint, die – wie mir das aussieht – ganz normal durch Drehen im Uhrzeigersinn auf den Wasserhahn aufzuschrauben ist. »Manfred« auf https://www.tippsundtricks.net/Drehrichtung-des-Wassereinlaufventils-beim-Geschirrspueler hatten damit Probleme. 
   Also zum Verschrauben von Leitungen mit »Überwurfmuttern«. Wikipedia»Wird hierbei eine Überwurfmutter eingesetzt, die einen einseitig vorhandenen Flansch an das Gegenstück presst, dann müssen die zu verbindenden Bauteile nicht selbst gegeneinander verdreht werden.«
Meint man bei der Verschraubung fälschlicherweise, dass das zuständige Gewinde links sitzt, dann denkt man, auf geht’s wie gewohnt linksrum (von rechts her gesehen), also vorn runter, hinten rauf. Falsch. Wie man hier etwas besser sieht
… ist hier das Gewinde rechts dran. Rechtsherum beim Blick von links geht die Verschraubung zu, gell, Manfred. Man muss halt immer richtig(herum) draufschauen.

Ja, und was war schlecht an dem »Eckfix«?
Hier der Eckfix vom Wasser her gesehen. So richtig »volles Rohr« ist das halt nicht. Der Hahn zum Geschirrspüler, im Bild unten, geht auch nicht sehr weit auf, wozu auch? Bis jetzt hat’s immer gereicht. Unserem neuen Bauknecht BKBC 3C26X dann nicht mehr …

Link zu diesem Blogeintrag: http://j.mp/2zM8svR
   = https://blogabissl.blogspot.com/2018/10/spulmaschine-streikt.html

gewidmet Harald Sroke uns seinem unermüdlichen Mitarbeiter, Königswinter

So sähe mein Blog mit eingeblendeter Werbung vielleicht aus. Ist aber nicht, hier ist’s kommerzfrei seit 1996.
Piastrellen sind Kacheln, das Lavandino ein Waschbecken und das Water ist’s Klo. So fein kann Italienisch sein.
« Una volta tanto serve anche il consiglio di un uomo. » »Einmal hilft auch der Rat eines Mannes« – Mehr

26. September 2018

Propaganda im Deutschlandfunk

Da geht mir der Hut hoch, oder Wut? Ärger reicht.
   Gerade eben, Mittwoch, 26.9.2018, vormittags, meldet der Deutschlandfunk in seinen halbstündlichen »Nachrichten« zuallererst:
   »Der CDU-Abgeordnete Willsch sieht in der Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag ein Aufbruchssignal. Willsch sagte im Deutschlandfunk, unter dem abgewählten Fraktionschef Kauder …« Nachzuhören und hier nachzulesen.
   Ist das eine Nachricht? Zuvorderst?
Klaus-Peter Willsch, Bildquelle
   Wer ist der fesche Klaus-Peter Willsch? Er erzählt das auf seiner Website www.klaus-peter-willsch.de: »1993 wählten mich die Schlangenbader zu ihrem Bürgermeister. Seit 1998 vertrete ich den Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg als [sic:] Ihr direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag.« Schön.
   Willsch ist einer von 709 Abgeordneten im Bundestag. Über »Aufbruchssignale« wird dort aber nicht abgestimmt, nicht einmal unter den 256 Abgeordneten der CDU/CSU. Die Politik wird – wie täglich zu erleben – hinter verschlossenen Türen in der »großen Koaltition« gemacht, bei Protesten geändert, aber nicht vom Parlament oder den Abgeordneten, schon gar nicht von einzelnen. Passiert nichts Unerwartetes, so wird ganz langsam ein 177-seitiger Koalitionsvertrag namens »Ein neuer Aufbruch für Europa – Eine neue Dynamik für Deutschland – Ein neuer Zusammenhalt für unser Land« abgespult. 
   Nun hat die Unionsfraktion mit 125 zu 112 Stimmen überraschend Ralph Brinkhaus zu ihrem Vorsitzenden gewählt, gegen den Vorschlag von Angela Merkel. Das ist eine Sensation, vielleicht ein Affront gegen sie, aber es bleibt eine fraktionsinterne Geschichte. 237 von 246 CDU/CSU-Abgeordnete haben abgestimmt, wer ihnen »vorsitzen« soll.
   Was also ist die »Nachricht« in der Nachricht? Wohl hauptsächlich, dass Willsch seine Meinung gerade dem Deutschlandfunk offenbart hat! Journalistische Arbeit in allen Ehren, doch was soll uns das?
   Vor ein paar Tagen habe ich dem Deutschlandfunk geschrieben:

Betreff: Zitate statt Nachrichten Gesendet Do 13.09.2018 16:44
 Geehrter Deutschlandfunk!
Bei "Nachrichten" erwarte ich Tatsachen, weniger Zitate, und schon gar nicht Schleichwerbung. Es tut mir leid: Das Nennen etwa der "Funke-Medien-Gruppe" ist für mich Schleichwerbung. Wenn Sie dazu noch hier im Netz werbewirksam erklären, wer oder was das ist, weil’s keiner weiß, und danach gefragt wird, obwohl es niemanden so recht interessiert, so mag das Reklame für diese "Gruppe" sein, gewiss aber ist es keine Nachricht. Es ist auch keine Nachricht, was auf einer Cola-Dose einer bestimmten Marke steht.
 Entweder die Nachricht ist nach Meinung Ihrer Redaktion richtig und wichtig, dann gehört sie bekanntgemacht. Wie Ihre Redaktion zu dieser Meinung ("Nachricht") gekommen ist, ist für den Hörer unwichtig. Im Gegenteil: Es relativiert die Nachricht zu einer indirekten Aussage, die ja vielleicht auch nicht stimmen könnte, macht sie ungewiss. Sie ziehen sich sozusagen zurück hinter: "Der hat gesagt, dass …", Ihre "Nachricht" wird so zum Hörensagen, Ihrer Redaktion nicht würdig.
 Ich erlaube mir also, Sie zu bitten, Nachrichten nicht durch Reklame für Nachrichtenlieferanten zu verwässern, sondern dafür zu stehen, oder sie wegzulassen.
 Noch dazu erfolgt Ihre Quellenangabe selektiv; die Deutsche Presseagentur wird nicht genannt, warum also eine ominöse Gruppe? Oder sind sie dazu vertraglich verpflichtet, durch einen Sperrvermerk?
 Bei zweifelhaften Geschichten, etwa Meldungen aus Syrien, verstehe ich eine Relativierung durch Quellenangaben. Das sollte aber die Ausnahme sein, wenn etwas so wichtig erscheint, dass man auch Zweifelhaftes bringt.
 Auch das "audiatur et altera pars" verstehe ich, wenn Sie versuchen, ausgewogen zu berichten. Dann aber handelt es sich um Meinungen, nicht um Tatsachen. Die Meinung möge sich der Hörer selbst bilden. Typisch sind hier die Meinungen von im Deutschlandfunk gerade erst frisch Interviewten, die Sie – vielleicht im Gegensatz zum Hörer – für so interessant halten, dass ihre Meinungen gebracht werden müssen, selbst wenn die "Meiner" daran nichts ädern können und werden – und wieder natürlich mit Hinweis auf den Nachrichtenüberbringer, in dem Fall Sie selbst. Alles Reklame oder was?
 All das unterhöhlt die freie Meinungsbildung, ohne die eine Demokratie nicht funktionieren kann.
 Ich hoffe auf Ihr Verständnis und verbleibe Ihnen dennoch als Hörer,
 Fritz Jörn              Fritz@Joern.De
mobil +49 171 3322017, fest 0228 211035
www.Joern.De   (www.Joern.De/Joern.vcf)
Friedrichstr. 29, D-53111 Bonn am Rhein

Thema
https://www.deutschlandfunk.de/sie-fragen-wir-antworten-wer-sind-funke-mediengruppe-und.2626.de.html?dram:article_id=375430

Antwort habe ich keine bekommen. ’s war ja auch polemisch …

Link hierher: http://j.mp/2OOeZeM =
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/09/propaganda-im-deutschlandfunk.html

23. September 2018

Demokratie, welche Demokratie?

   Die Bundesrepublik Deutschland – eine Demokratie?
Möchte ich doch sehr meinen! Sogar eine »parlamentarische Demokratie«.
   Doch hoppla. Die allwissende Wikipedia schreibt: »Die … Bundesrepublik Deutschland ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa. Er besteht aus 16 Ländern und ist als freiheitlich-demokratischer und sozialer Rechtsstaat verfasst. …« Soweit, so gut. Allerdings bekommt man da gleich das Gefühl, dass es sich um einen Bundesstaat im Bunde der Europäischen Union handelt, und das ist auch so. »Verfasst« mag Deutschland ja sein als »freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat«, das ist alles aber schon lange her, und klingt mir wie eine Vorab-Entschuldigung, dass sich die Dinge inzwischen geändert haben. 
   Vor allem kam die DDR dazu.
   Ich erinnere mich noch gut an die Deutsche Demokratische Republik, noch aus Zeiten, wo man sie im Westen nur mit Gänsefüßchen schrieb, „DDR“. Die fielen 1989, die „Welt“ erinnert sich. Mehr und mehr wurde die DDR zu einem normalen Staat, trotz Mauer, und dann war sie weg. (Genau andersherum ging es dem Dritten Reich, das man mal so, mal so schrieb, ab 1989 denn aber ernsthaft und politisch korrekt nur mit Anführungszeichen: „Drittes Reich“.) Soviel zu Geschichte in Anführungszeichen.
Modell eines DDR-Polizeibootes, »Kontrollboot« KB 5
Bau und Foto Christian Schulz, großartig!
   Mitgedacht wird die DDR inzwischen selten. Beispiel: »Wir haben in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg Frieden.« Noch dazu »dank der EU«. Stimmt das? Der 17. Juni 1953 ist längst vergessen. Die Schüsse an der Grenze. Meine Freundin hatte ein Paddelboot am Stölpchensee, da sind wir oft – ganz vorsichtig – im Westberliner Grenzgewässer gepaddelt; drüben patroullierten die Volkspolizei-Boote. Nicht einmal Winken hat man sich getraut. – War das Friede?
   Inzwischen frage ich mich ernsthaft, ob wir ein demokratisches Land sind? 
   Gewiss: Es wird regelmäßig gewählt. Zwar nicht so intensiv beteiligt wie in der DDR damals, aber immerhin. Als »repräsentative Demokratie« muss das dann im Gesamtstaat vier Jahre reichen. Dazwischen repräsentieren uns unsere Politiker. Das hat zur Folge, dass wir Bürger zu nichts Konkretem befragt werden, nicht zum Aufgehen in der EU, nicht zur Nato-Osterweiterung, nicht zu Kampfeinsätzen – pardon »Verteidigung« – in Afghanistan, nicht zur Zeitumstellung, jedenfalls nicht wirklich befragt werden, nicht zu Ausländern, zur Niederlassungsfreiheit in der EU, zu neuen deutschen Polizeien und angeblich so luftreinigenden Fahrverboten, zu Atomausstieg und Kohleförderung. Wir sind hier nicht in der Schweiz. Die indirekte Demokratie erspart uns Bürgerinnen und Bürgern Entscheidungen.
   Doch leider werden dergleichen wichtige Weichenstellungen nicht einmal im Parlament, dem »Bundestag«, ausführlich debattiert. Fraktionszwang macht die eigentlich von uns »Abgeordneten« zu parteilichen Zombies. Politik findet möglichst schnell in Koalitionsgesprächen statt, hinter verschlossenen Türen, nicht im Parlament. 
   Vielleicht sollten wir gelegentlich wieder unsere demokratischen Grundlagen hervorholen, uns fragen, warum »Populismus« zum Schimpfwort geworden ist, »rechts« erst recht, »liberal« auch, obwohl »freiheitlich« noch steht, aber selten gebraucht wird. Nach dem Fall des Kommunismus fiel nicht einmal »links« in Ungnade; ist ja auch intellektuell: linksintellektuell.
   Wir sind zu einem Volk von Meinungen geworden, mit denen wir uns anschreien, die wir auf Baumhäusern und Massenveranstaltungen pressewirksam demonstrieren. Eine »korrekte« Meinung herrscht vor, wird von »oben« dekretiert, da wird nichts hinterfragt, etwa das oft unvernünftige und ungerechte »Bleiberecht« und die Art der Integration. Das machen alles die Behörden, und wenn die Murks machen, Pech. Dann müssen eben mehr Behörden her. Genug, so kommen wir nicht weiter!

Siehe auch »Verfassung, welche Verfassung

Link hierher: http://j.mp/2zp05Gr =
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/09/demokratie-welche-demokratie.html

19. September 2018

Identifikation der Deutschen mit dem Nationalsozialismaus?

Alles Nazis! Immer wieder fallt mir auf, wie flockig-lockig – so etwa nach der Jahrtausendwende – alle Deutschen im Dritten Reich zu Nazis abgestempelt werden. Auch Heutigen wird allzurasch einmal »Nazi« nachgesagt.
   Wie den Ostdeutschen nicht hinterhergerufen wird, sie seien alle Kommunisten gewesen (oder »Demokraten«), sollte man auch Deutsche aus der Nazizeit nicht einfach Nazis nennen. Wie immer ist und war die Sache komplizierter, individuell. Wenn man schon über Geschichte redet und schreibt möge man sich doch bitte etwas vorsichtiger darin bewegen, auch begrifflich.
Die Ludendorff-Brücke
bei Remagen am 1.3.1945.
Blick aus dem Eisenbahntunnel auf der Ostseite
aus der Wikipedia
   Diesen Aufschrei löste bei mir ein interessanter Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung aus: »Die Schicksalsbrücke von Remagen«, NZZ »Spektrum Deutschland«, 18. September 2018, int. Ausgabe, Seite 6, von Axel Vogel (nicht der Politiker der Grünen!). Online steht der Artikel hier, kurz http://j.mp/2ODQXmw.
   Generell erlaubt sich da ein veritabler Politikprofessor über die »Identifikation der Deutschen mit dem Nationalsozialismus« – sogar in der Zeit nach dem Krieg – kursorisch dieses Urteil. Wörtlich zitiert: »Professor Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, kennt dieses Verhaltensmuster. Offiziere, die sich gegen Hitler wandten oder sich weigerten, in den letzten Kriegswochen sinnlose Befehle auszuführen, aber auch Soldaten, die wegen verbrecherischer Befehle desertierten – sie alle galten noch lange nach 1945 als ›Verräter‹. So stark sei die Identifikation der Deutschen mit dem Nationalsozialismus gewesen«.
   Dagegen fragt am Schluss der Autor des Artikels bei einer einzelnen Person nachdenklich: »War denn sein Vater [Major Hans Scheller, der 1945 hingerichtet wurde, weil er die Brücke von Remagen nicht erfolgreich gesprengt hatte] am Ende ein Held? Scheller [der Sohn] legt die Stirn in Falten: ›Sicherlich nicht. Er war eine tragische Person, die nach damaligem soldatischem Verständnis glaubte, ihre Pflicht tun zu müssen – und sie auch tat.‹«

Man hüte sich, vergangene Zeiten nach heutigen moralischen Vorstellungen zu beurteilen. Überhaupt: Wer sind wir denn?

Link hierher: http://j.mp/2OyFMLN =
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/09/identifikation-der-deutschen-mit-dem.html

Statt hier auf mehrere Bog-Artikel von mir zum selben Thema hinzuweisen, 
ein Link auf das Schicksal einer Frau aus Sebastiansfeld:
http://blogabissl.blogspot.com/2013/03/besuch-bei-einer-frommen-frau-laatzen-7.html 

Ich hab’ noch nie jemanden gefunden, der sich für sie interessiert hätte, nicht einmal der Verein »Gegen Vergessen – für Demokratie«.

17. September 2018

Verfassung, welche Verfassung?

Ca. 1946
Da wird bei uns in Deutschland »die Verfassung« geschützt. »Rechts« stehen »Verfassungsfeinde«. Und alle sind stolz auf unsere »freiheitliche Verfassung«. 
   Welche Verfassung bitte?
Ich habe als erstes die Verfassung des Freistaates Bayern in die Hand gedrückt bekommen, als ich dort in einem Internat zur Schule ging. 
   Inzwischen sind wir alle digital-elektronisch geworden: Sie finden sie hier. Zugleich lernte ich, dass eigentlich die »deutsche« Verfassung gilt, die der Bundesrepublik Deutschland, hier. Allerdings war die Verfassung genaugenommen und bewusst keine Verfassung, sondern »nur« ein »Grundgesetz«, hier schön nachzulesen. 
   Direkt vom Volk bestätigt wurde weder Grundgesetz noch Verfassung, Zitat: »Auch 1990 wurde das Grundgesetz als nunmehr gesamtdeutsche Verfassung keinem Referendum unterzogen, was nicht nur von vielen Bürgern der DDR bedauert wurde.« 
   Bleiben wir noch einen Moment in Bayern. Dort gab es am 1. Dezember 1946 einen Volksentscheid über Verfassung. Mit 70,6 Prozent Ja-Stimmen fand die Verfassung eine breite Zustimmung.  Das deutsche Grundgesetz allerdings lehnten 1949 im Bayerischen Landtag die meisten Abgeordneten der CSU und der WAV (Wirtschaftliche n Aufbau-Vereinigung) das Grundgesetz mit Stimmenmehrheit ab, während sich SPD und FDP für das Grundgesetz aussprachen. Obgleich Bayern damit als einziges Land gegen das Grundgesetz stimmte, wurde gleichzeitig dessen Gültigkeit auch für Bayern mit einer deutlichen Mehrheit anerkannt. Seitdem werden viele Artikel der Bayerischen Verfassung von Bundesrecht überlagert (Quelle Bayrischer Landtag). 
   Danach habe ich mich nicht weiter um die Verfassung beziehungsweise das Grundgesetz gekümmert. Es war halt da und gültig.
   Dann kam im Jahr 2000 die Kreil-Entscheidung. Eigentlich habe ich auch die verschlafen, war ich doch im Gegensatz zu Tanja Kreil keine wehrtaugliche Frau. Allerdings sollte spätestens seit damals jedem klar sein, dass für uns Deutsche – so Bayern – weder die bayrische Verfassung noch das deutsche Grundgesetz gelten, sondern »europäisches« Recht, ausgelegt von EuGH, dem Europäischen Gerichtshof. 
   Eine EU-Verfassung, ein Vertrag über eine Verfassung für Europa (VVE), wurde zwar »2004 in Rom feierlich von den Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten unterzeichnet«, trat aber nie in Kraft. Erst recht konnte »das ›europäische‹ Volk« nie darüber abstimmen.
   Wir haben also keine Verfassung, keine gültige, genaugenommen. Als Begriff bleibt sie aber in Erinnerung.

PS. Selbst die neue deutsche Rechtschreibung belässt geografische Eigenschaftswörter auf -isch klein (§61, Duden D90). Gut so. Wenn der EuGH also europäisch immer großschreibt, dann eben, weil der nicht ganz Europa betrifft, sondern sich einfach so nennt und »nur« die Menschen in der Europäischen Union umfasst. Auch die Schweizer? Egal.

Link hierher http://j.mp/2xeGRlq =  
https://blogabissl.blogspot.com/2018/09/verfassung-welche-verfassung.html


Speziell aus der Schweiz habe ich in der NZZ einen kritischen Artikel gefunden, der »globalen« Regeln den Vorrang einräumt und die Komplexität vormals hoheitlicher Entscheidungen darstellt: »Der Uno-Ausschuss gegen Folter hat erstmals erklärt, dass eine fehlende medizinische Versorgung einer unmenschlichen Behandlung gleichkommen kann. Der Entscheid setzt Leitlinien, wie die Dublin-Verordnung im Einklang mit menschenrechtlichen Verpflichtungen angewendet werden soll«.
   Das Völkerrecht macht besonders den neutralen, selbstbewussten Schweizern immer wieder Gedanken, siehe NZZ »Was das Völkerrecht ist und warum es uns betrifft« von Ende September 2018 auf http://j.mp/2zy4lDN. Dazu gleichentags ein Meinungsartikel von Kathrin Alder: »Die Schweiz ist ein kleines Land. Auf das Völkerrecht sind wir deshalb besonders angewiesen« auf http://j.mp/2N6nGzt

»Erste Seite« des Kodex’ Hammurabi, Louvre
Wikipedia
Der Historiker Yuval Noah Harari schreibt in seiner »kurzen Geschichte der Menschheit« (ich zitiere den Deutschlandfunk zum Nachlesen und -hören): 
   »Der Mensch ist umgeben von den Produkten seiner Fantasie: Das Grundgesetz, die Unternehmen Microsoft oder Apple, die Vereinigten Staaten von Amerika oder die eigene Ehe – alles das existiert gar nicht wirklich, sondern wurde mithilfe einer träumenden Sprache als Mythos in die Welt gesetzt. Nicht aus Atomen und Eiweißen besteht die menschliche Kultur, sondern aus puren Geschichten«. 
   Harari greift noch weiter zurück, in babylonische Zeit, zum Kodex Hammurabis von -1776 (Seite 134 im Buch), der – schon damals mit rund achttausend Wörtern in 282 Sätzen sehr detailliert – als »Grundgesetz« bis -539 galt, über tausend Jahre, wenn ich das recht vermute. Einzelheiten des Gesetzes kolportiert hier sehr gut der Spiegel, bis hin zur Bankenregulierung. Das sollten wir ihm einmal nachmachen!

PS. Am Wochenende 13.10.2018 schreibt Chefredaktor Eric Gujer von der NZZ in seinem Leitartikel über den EuGH: »Er verfolgt tatsächlich voller missionarischem Eifer eine Agenda, wie der frühere deutsche Verfassungsrichter Dieter Grimm schreibt*). Der Luxemburger Gerichtshof arbeitet seit den sechziger Jahren mit durchschlagendem Erfolg daran, die nationalen Spielräume zu verengen und einen generellen Primat des EU-Rechts vor der nationalen Rechtsprechung durchzusetzen. Grimm sieht in dem Luxemburger Gericht und der ausufernden Interpretation von dessen Mandat einen Hauptgrund, warum die EU an Legitimität und deren Mitgliedstaaten an Souveränität verlieren«. Gujer empfiehlt der Schweiz als Gegenmittel den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) mit dem dort zuständigen Efta-Gerichtshof: »Der Gerichtshof hat bewiesen, dass er eigenständig urteilt und den Konflikt mit den EU-Richtern nicht scheut«.

*) »Europa ja – aber welches?: Zur Verfassung der europäischen Demokratie« von Dieter Grimm, siehe http://j.mp/2pNoNL8
 und z.B. https://www.sueddeutsche.de/politik/europa-die-dunkle-seite-1.2883401