19. Januar 2017

TomTom-Seriennummern

Beim Nachkaufen von Karten und Diensten für seine TomTom-Navigation (Navi, Navis) braucht man oft die Seriennummer. Hier ein Beispiel.

When buying maps for TomTom naviagation systems, you often need the serial number. See an example.
Seriennummer QI1233G04273 eines TomTom GO 500 Modell 4FA50
Der senkrechte Trennstrich | soll ein großes I sein.
The vertical line | is a capital I, so that’s QI1233G04273.


TomTom-Support https://de.support.tomtom.com/ deutsch
TomTom support https://support.tomtom.com/en_us/ English

Permalink
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/tomtom-seriennummern.html

Den QR-Code konnte ch nicht lesen. I could not read the QR code.

Rundungen, Rundungsradien

Da müsste man mal wieder was schreiben, über die designhistorische Entwicklung von Radien.

Ein berühmter Radius ist die Bierflaschlrundung am Übergang von Zimmerwand zu Zimmerdecke, heute altmodisch wie Blümchentapeten.

Dann fand ich zufällig von Hans Gugelot Radiengedanken zu einem Fotokopierer von 1963:
Aus »System-Design Bahnbrecher: Hans Gugelot 1920–65«
von Hans Wichmann auf http://bit.ly/2jOycxS
Es gibt daher drei grundlegende Möglichkeiten, einen Quader mittels seiner Radien an den Kanten zu gestalten. Wobei die drei Ergebnisse sich voneinander grundlegend unterscheiden. Bei allen Ergebnissen gibt es doppelt so viele Kanten, also acht, mit kleinem Radius, als es Kanten mit großem Radius gibt. Selbstverständlich lässt sich die Stufung der beiden Radien beliebig variieren, so dass man in der praktischen Anwendung dieser Theorie geradezu unendlich viele Möglichkeiten hat, einen Quader durch die Verrundung seiner Kanten zu variieren. Ein praktisches Beispiel für die Anwendung dieses Verfahren ist das Bürokopiergerät, das wir für die Firma Lumoprint, Hamburg, entworfen haben. Die Ordnung dieses Gerätes besteht aber auch darin, dass wir einen Deckel vorgesehen haben, der fast sämtliche Funktionen des Gerätes steuert.XX
YY
Lediglich die Einstellung der Lichtstärke wird an einem separaten Bedienungsknopf vorgenommen. Man sieht sehr deutlich, dass die horizontal liegenden und parallel zur Längsachse des Gerätes verlaufenden Kanten mit den großen Radien versehen sind, die übrigen acht Kanten, also die Kanten der Stirnflächen, mit kleinen Radien. Man erhält hierdurch eine Betonung der Stirnfläche und dadurch eine fast rohrförmige Erscheinung des Gerätes. Hierdurch erscheint das Gerät nieder und lang, und hätten wir die langen Seiten des Gerätes mit kleinen Radien versehen, wäre das Gerät bedeutend kürzer und auch höher erschienen. Die natürliche Konsequenz dieser Gestaltung bedingt, dass wir das Gehäuse vom Boden lösen, was, da das Gerät teilweise mobil eingesetzt wird, zum Tragen ein Vorteil ist. Im weiteren hat es sich erwiesen, dass im Werkzeugbau diese Anwendung unserer Theorie ein Vorteil ist …

Soweit Hans Gugelot im Vortrag »Der Designer in der heutigen Gesellschaft«, gehalten in Stockholm im Mai 1963. S. 21/22 
– Da sehen Sie übrigens, wie viel besser gewohnte Rechtschreibung zu lesen ist. Ich hab’s Ihnen extra zweispaltig gesetzt, in Helvetika und ähnlich klein wie oben.


Auf das Thema gekommen bin ich heute über ein Bild des 87-jährigen Jean Widmer.



Hier der schöne Artikel, samt einer Bilderserie und interessanten Kommentaren (dort auch der Urherrechtshinweis zum Bild).

In den letzten sechzig Jahren haben sich die Radien verringert. 
   Mehr weiß ich Nicht-Designer leider nicht zu sagen …

Links
Statik von Verrundungen (Viertelkreis vs. krümmungsstetig)
Radientopologie (Zwei-Klammer-, Drei-Winkel-Prinzip)
Hannes Famira (fand ich schön)

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/rundungen-rundungsradien.html
Tabellendesign im Blog hier mit width 650px, erste und zweite Spalte je 250px 

15. Januar 2017

Schellack- u.a. Reminiszenzen

Gestern, Samstag 14. Januar 2017, auf Dreisat TV,
ging es um den polnisch-jüdischen Geiger Bronisław Huberman.



Schön, wieder einmal Klassisches zu sehen und zu hören; für mich Geduldsprobe und Blick in ein früheres Leben. Besonders der Film über die Entstehung des “Israel Philharmonic Orchestera” lehrte mich wieder viel über die Zeit der Dreißigerjahre, über die Not der Juden, die verzweifelt Fluchtwege suchten. Die Klischees wie gleich mehrfach gezeigte Nazi-Standardszenen ziehe ich ab und »denke und fühle mir mein Teil«. Das geht mir so schon bei den Hödl-Memoiren.
   In der Sonntagfrüh bin ich dann auf Youtube hängen geblieben, bei Schellackplatten. Ein Beispiel zum Klicken.
« La campanella », Paganini, mit Huberman
Links:
• »Geburtstagskonzert«
• »Orchester im Exil« 
· Mediathek-Videos kann man z.B. mit Mediathekview herunterladen, gucken am besten mit VLC.
Schellack mit zwei l, nicht drei
Abtastsysteme (englisch)
Abtastung in der Wikipedia
• Permalink hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/schellack-ua-reminiszenzen.html

14. Januar 2017

Facebook für Nicht-Facebooker

If you are not a facebook “community” member, facebook blocks its pages to you, and insists that you join. As a member, you can experience this by using your browser’s “private” modus (Explorer, Firefox: Ctrl-Shift-P or via menu; Chrome: Ctrl-Shift-N), especially before distributing a link to facebook. Try https://www.facebook.com/zuck. (If Zuckerberg wants “to make the world a more open place” he should remove access restrictions to facebook.)
 
Facebook kostet nichts, ist dafür aber extrem penetrant. Im Gegensatz zu einer klassischen privaten Homepage oder einem (übrigens kostenlosen) Blog wie diesem hier kann man nur als »Beigetretener« den Inhalt von Facebook-Seiten ungestört sehen. Wenn es darum geht, immer mehr Mitglieder in »sein« »soziales« Netzwerk zu rekrutieren, war und ist Facebook trickreich und hartnäckig wie eine Sekte … *)
   Zur Sache. Öffnet man im PC eine Facebook-Seite, so wird sie komplett grau abgedeckt und fast vollständig von einem Hinweis überlagert:
Mark Zuckerbergs Facebook-Seite:
»Um auf Facebook mehr von Mark Zuckerberg zu sehen, melde dich an oder erstelle ein Konto.«
So geht es einem Nicht-Facebooker mit allen Facebook-Seiten. Selbst Moscheen sind da offener, Schuhausziehen genügt.
   Nun kann man das Verdeckblatt mit Klicken auf »Jetzt nicht« (×) wegbekommen, aber nur fast:
Selbst minimiert verdeckt die penetrante Aufforderung mindestens ein Viertel des Bildschirms
(bei größeren Bildschirmen vielleicht weniger).
Am Smartphone wirkt die Verdeckung noch abstoßender:
Die große untere Einblendung (Überblendung, Abdeckung) lässt sich wegklicken, die obere nicht.
Ist so. 
   Das müssten sogar Facebook-Teilnehmer im »privaten Modus« des Browsers (Explorer und Firefox: Ctrl-Shift-P oder im Menü; Chrome: Ctrl-Shift-N) probieren können. 

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/facebook-fur-nicht-facebooker.html
———
*) 2.5.2009: Facebook-Esel. Glosse über Facebook, das mich (und viele andere) mit einer Art Kettenbrief zur Mitgliedschaft überrumpelte. Mehr dazu auf meinem Blog vom 3. Mai 2009
   Ich hab’ mich damals gleich wieder von Facebook gelöst – was mir freilich keine »Freunde« gemacht hat, die mich »liken«. Selbst heute entfliehen noch manche den Fängen dieser bunten Sekte. Beispiel:


Newsletter, Januar 2017

Sehr verehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
zuerst einmal mal bye bye Facebook, Twitter, Instagram & Co! Konkret: Ich habe zum Jahreswechsel nach reichlicher Überlegung alle meine Social Media Websites gelöscht und meine Corporate Websites von den »Follow me«-Buttons befreit. Ich werde mich sinnvoller Weise nun wieder auf meinen eigenen Webspace konzentrieren. 

11. Januar 2017

Death of “Spamnet”: Cloudmark DesktopOne will be dscontinued

 What a pity.
   Spamnet, in 2002 called “DesktopOne” by Cloudmark – and  free of charge since 2014 – is a fine anti-spam plugin for Outlook.
It will stop functioning after December 1, 2017.
It uses collaborative peer-to-peer filtering (»auf Gegenseitigkeit«). Desktop one works with Outlook or Thunderbird, as well as with Apple mail.
   When you mark a mail as spam and “Block” it – see screenshot above – it’s not only moved into your spam folder, also a message is sent upstream to Cloudmark with a summary of the spam’s content. If many users suggest a certain mail to be spam, Desktopone removes it from all future recipients into spam. The “summary” or hash code or signature – whatever you call that – of the spam mail is a company secret, so no spam author can circumvent this democratic way of filtering.
   As an example please read a review by
Every time a spam message appears in an inbox and the user clicks the Block button, information is sent to Cloudmark that identifies the message as spam. Once a level threshold has been exceeded, the message is filtered for all users. With over two billion (Milliarden) Cloudmark users worldwide, such a community-based approach yields powerful results.”
   Here what Cloudmark tells us very clearly: “
We are sad to announce that Cloudmark DesktopOne is being discontinued and that the end of life wind down period has begun. With the increased use of mobile devices, the number of people running DesktopOne has tailed off over time as people migrated from desktop-based email clients to web-based and mobile-based email clients. As of 2014, we changed the Cloudmark DesktopOne product from that of a paid yearly subscription model to that of a free model in an effort to retain or increase the active user count. Unfortunately, this experiment hasn’t altered the rate of user decline. Although Cloudmark DesktopOne has been a helpful product for many users around the world, we are unfortunately no longer able to maintain the product and it will stop functioning after December 1, 2017.”
   So: It’s the fault of
• popular web-based online mailers, and
• smartphones with their proprietary mailers
   In our case here T-Online has a very uncritical spam filter, plus it adds ads in between mails on a smarttphone.

Read about Cloudmark and its origins in Wikipedia.
Look at their website, see the directors George Riedel, Eric Byunn, Greg Goldfarb, Robert Huret, Cameron Myhrvold, Janet Perna and Ian Perry.

Thank you, Cloudmark!

Permalink
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/death-of-spamnet-cloudmark.html

Perspektive korrigieren, »nach Gefühl«

Die Perspektive korrigieren, stürzende, fallende Linien aufrichten, Parallelperspektive erzeugen, darüber mag man in der Wikipedia lesen. Heute ist mit beim Thema »Brutalismus« (ab 13.1.2017 eine Ausstellung im Vitra-Museum) aufgefallen, dass man die Korrektur »nach Gefühl« machen muss.
   Unter den Wikipedia-Beispielbildern dort dieses: 
Genex-Turm im winterlichen Belgrad, 1980, Foto Mihajlo Mitrović
Ich habe extra Gitterlinien eingeblendet. So sieht man, das Gebäude ist genau parallel gestellt, der Parallaxausgleich ist »mathematisch« perfekt. Und trotzdem finde ich, dass das Gebäude oben zu breit ist, dass es gegen mich kippt, dass die Korrektur überrieben stark ist. So »sieht« man das nicht. Die oberen Fenster erscheinen mir größer als die unteren.
   Einen ähnlichen Effekt sieht man bei den Bildern vom Frankenturm in Trier, wo die Korrektur ebenso unnatürlich wirkt.
   Also hab’ ich etwas herumgeschraubt.
Oben geschmälert, nach links gekippt, nicht neu beschnitten
Ich finde, dass einem das Gebäude nicht mehr entgegenfällt, vor allem rechts oben nicht, doch ganz zufrieden bin ich auch nicht. Man muss sich ein Bild mit dem Auge ansehen und einen Kompromiss finden. In jedem Fall ist eine nachträgliche Ent- oder Verzerrung ein Eingriff in die Wirklichkeit, so wie man sie sieht. Da gehe man »mit Gefühl« vor.

Ähnliches gilt für die Lage des Horizonts. Meine Kamera bietet mir, dank einer inneren elektronischen Wasserwaage, eine grüne Linie zum Waagrechthalten. Ich versuche mich danach zu richten. Doch besonders bei Aufnahmen mit sichtbarem Horizont, etwa am Meer, »stimmt« dieser dann trotzdem nicht. Ich muss »nachdrehen«, meist so, dass der Horizont im Bild waagrecht liegt, selbst wenn das in Wirklichkeit anders aussah.   
Pazifik, offensichtlich mit Blick nach rechts aufgenommen von Sierra Lopez.
Die Kamera wurde vermutlich waagrecht gehalten. Original
Dasselbe Bild optisch-gefühlsmäßig waagerecht gestellt

Sowohl beim Originalbild als auch beim waagrecht gestellten liegt der Fluchtpunkt ziemlich weit rechts, beim Original nur etwas »unter der Gürtellinie«, tiefer als der im Bild sichtbare Horizont. Das erwartet man so nicht.

Siehe auch: Quadratische Bilder

Link hierher: 
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/perspektive-korrigieren-nach-gefuhl.html


9. Januar 2017

Agnus Dei – nimmst du alle Sünden hinweg?

Enkaustische Kachel »Agnus Dei«. Quelle.
Robert Minton Taylor, Tile Works,
Fenton bei Stoke-upon-Trent
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem.

Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns (deinen) Frieden.

Beim Dona nobis pacem ist da der Friede im deutschen Gebrauch schon ein wenig eingeschränkt. Es heißt: Gib uns deinen Frieden. Da wird dann wohl der bloße Seelenfrieden gemeint sein.
   Mir hat der uneingeschränkte Sündenerlass zu denken gegeben. In einem Zeitalter, in dem man seine Sünden vertuscht – etwa, wenn man geblitzt worden ist und einen fremden Fahrer angibt –, oder sich einer Terrortat rühmt, in einer Zeit, in der keinen mehr seine Sünden drücken, da frage ich mich: Vergibt Gott alle Sünden? Jedem? Immer? Im praktischen Gebrauch geht heute – wenn er’s überhaupt tut – der brave Katholik zur Messe und lässt sich im Kyrie am Anfang die Sünden stornieren: Nachlass, Vergebung und Verzeihung unerer Sünden gewähre uns der allmächtige und barmherzige Herr. (Wobei mir auffällt, wie auch am Ende beim Segen, dass hier immer nur ein Wunsch geäußert wird. Ob Gott diesen Wunsch dann auch erfüllt, bleibt offen.). So geläutert nimmt sie oder er die Kommunion, egal, wieviel Sünden in Petto sind.
   Zusammengefasst und spitz formuliert:
   Darf man Fahrräder klauen? Die Sünden nimmt dann das »Schaf Gottes«.
   Ich finde, mit dieser Haltung macht man den Allmächtigen – der gewiss die Sünden vergeben kann – zum dummen Schaf.

Link hierher
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/agnus-dei-nimmst-du-alle-sunden-hinweg.html

Siehe auch den Film »Fahrraddiebe« aus dem Jahr 1948. Auf Youtube finden Sie den vollen Film, italienisch, knapp 1½ Stunden; nur nach « ladri di biciclette » suchen, z.B. hier mit englischen Untertiteln.

Situation heute: https://youtu.be/YwAl7XDpp7Y

Eine Wasserleitung entleeren


Klein und grün: Entleerungsventil.
Groß und grün: Absperrventil, ein Schieber.
Entleert wird die Leitung nach oben.
1. Absperrhahn zudrehen
2. Absperrhahn aufdrehen 
3. Absperrhahn zudrehen
4. Absperrhahn aufdrehen 
5. Absperrhahn zudrehen
6. Absperrhahn aufdrehen 
7. Absperrhahn zudrehen
und so weiter, ein paar Mal! Der Hahn oder »Schieber« ist den ganzen Sommer lang offen gewesen, da muss man schon ein paar Male nachholen, damit er wieder dicht schließt.
8. Erst danach außen im Garten aufdrehen. Da darf jetzt kein Wasser mehr fließen.
9. Absperrhahn (innen) öffnen und das Wasser in einem Becher auffangen und wegschütten.
10. Entleerungshahn wieder schließen – sonst kann passieren, dass bei nicht richtig schließenendem Absperrhahn dauernd etwas Wasser aus dem Entleerungshahn fließt und oft unbemerkt eine Überschwemmung im Innenraum macht. 
Eiszapfen.
Ordentlich entleeren wäre besser gewesen.
   Wenn nur geringer Frost zu erwarten ist, kann man das Wasser auch ein wenig fließen lassen, mindestens tropfen. Kommt dann doch mehr Frost, friert sie ein, wobei alles Mögliche kaputt gehen kann, denn beim Auftauen dehnt sich Eis mit großer Kraft um ein Zehntel aus. Jedenfalls übernehme ich für nichts Verantwortung …

Permalink hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/eine-wasserleitung-entleeren.html

6. Januar 2017

Quadratische Fotos

In den alten Tagen analoger Fotografie – so vor 2000 – gab es Mittelformatkameras. Sie nutzen Rollfilm, der Negative von 6 × 6 Zentimter ablichtete. Normal war Kleinbildfilm mit rechteckigem Format 24 × 36 Millimeter (= 8,64 cm²) dem heutigen Vollformat eines Sensors.  6 × 6 war viel teurer, schwerer, und vor allem größer: 36 cm², also über viermal größer und entsprechend schärfer, auch wenn’s noch keine Pixel gab sondern nur Korn.
   Als Schüler hatte ich eine Zeiss-Ikon-Nettar, eine 6×6-Klappkamera, relativ ungeliebt. Als Student stieg ich dann von einer hochgeschätzten Minox B (Negativ 8 × 11 mm = knapp 0,9 cm²) auf eine Standard-Mamiyaflex 6×6-Kamera um, die es bei Poto Porst am Tauentziehen für etwa 350 Mark gegeben hatte. Die habe ich dann jahrelang herumgeschleppt, mit zwei doppeläugigen Objektiven und dem Belichtungsmesser. Super. Ich habe beide noch.
   Doch zurück zum Format. 

Ich mache noch heute sehr gerne quadratische Bilder.
   1. Technisch nutzt man damit das stets runde Objektiv am besten aus. Das größte Rechteck, das in einen Kreis passt, ist nun einmal ein Quadrat …
   2. Quadratische Bilder wirken ruhiger. Sie stehen fester, sozusagen affirmativer. Wenn’s nicht gerade eine Landschaftsaufnahme in der Ebene ist, oder der Blick tief hinunter in ein Tal, so passt quadratisch fast immer. Achtet man ein wenig auf den Goldenen Schnitt (schlichter: die Drittelregel) und legt den Horizont nicht gerade in die Bildmitte, so bleibt trotzdem Spannung da. Auch die bekannte Dreieckskomposition funktioniert besser. Kontraindiziert sind Bilder für den Fernsehbildschirm oder (weniger) Smartphones.
   Hier frei herausgegriffen ein Beispiel, wobei das Bild gar nicht »qua­dra­tisch« aufgenommen sondern nur von mir nachträglich beschnitten worden ist. 
Schwarzweißoriginalbild  (bei mir 201612/Hof …). Anmutung meines Erachtens harmonisch, umrahmt.
Quadratisch beschnitten. Anmutung meines Erachtens konzentriert, sachlich fest, unverrückbar, “no nonsense”.

Freilich ist das Geschmacksache. Man sollte das in Ruhe an verschiedenen Sujets selbst ausprobieren. 
   Grundsätzlich versuche ich immer, viel »Fleisch« am Bild zu lassen, viel Rand außenherum, weil ich die Bilder, bevor ich sie nutze, immer nachbearbeite. Besonders Weitwinkelbilder gewinnen oft sehr, wenn man sie an den Seiten bescheiden kann, weil dort die perspektivischen Verzerrungen am deutlichsten stören.
    Meine »Panasonic Lumix DMC-TZ61« hat extra eine quadratische Bildeinstellung (Seitenverhältnis 1:1) und 13,5 Mio. Pixel. Ich verwende, schon um die Pixelzahl zu reduzieren, fast immer 4:3 mit 5 Mio. Pixel,und selbst das ist eigentlich zu viel für meinen Bedarf. Dass das Bild hernach zum Quadrat beschnitten wird, daran denke ich einfach bei der Aufnahme und zoome weniger stark.
Abendstimmung in der Eifel. Hochkantpanorama, nachher gedreht
Wenn bei  mir ein Bild wirklich breit sein soll, so nutze ich den Pa­no­ra­ma­mo­dus, allerdings normalerweise hochkant! So bekommt man (noch) mehr aufs Bild, und die Perspektie stimmt meistens.

Siehe auch: 
   Stürzende Linien und Horizont – nach Gusto korrigieren.

Permalink hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/quadratische-fotos.html

5. Januar 2017

Our God, Our Help in Ages Past

Thousand Ages, tausend Zeiten

Hymn by Isaac Watts 1738
 
Our God, our help in ages past,
Our hope for years to come,
Our shelter from the stormy blast,
And our eternal home.

Under the shadow of Thy throne
Still may we dwell secure;
Sufficient is Thine arm alone,
And our defence is sure.

Before the hills in order stood,
Or earth received her frame,
From everlasting Thou art God,
To endless years the same.

Thy Word commands our flesh to dust,
Return, ye sons of men:
All nations rose from earth at first,
And turn to earth again.
 
A thousand ages in Thy sight
Are like an evening gone;
Short as the watch that ends the night
Before the rising sun.

The busy tribes of flesh and blood,
With all their lives and cares
Are carried downwards by the flood,
And lost in following years.
 

Time, like an ever rolling stream,
Bears all its sons away;
They fly, forgotten, as a dream
Dies at the opening day.
 
Like flowery fields the nations stand
Pleased with the morning light;
The flowers beneath the mower’s hand
Lie withering ere ’tis night.

Our God, our help in ages past,
Our hope for years to come,
Be Thou our guard while troubles last,
And our eternal home.
–––––––––––––––––––––––––

Music by by William Croft, 1708

Sung in Westminster Abbey,
by the Mormons, the Mennonites.

Good explanation
by Lucy Neeley Adams
Revidierte Lutherbibel, Psalm 90

Zuflucht in unserer Vergänglichkeit

1 Ein Gebet des Mose, des Mannes Gottes. Herr,
du bist unsre Zuflucht für und für.

2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt
geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

3 Der du die Menschen lässest sterben und sprichst:
Kommt wieder, Menschenkinder!

4 Denn tausend Jahre sind vor dir
wie der Tag, der gestern vergangen ist,
und wie eine Nachtwache.

5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom,
sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras,
das am Morgen noch sprosst,
6 das am Morgen blüht und sprosst
und des Abends welkt und verdorrt.

7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen,
und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.

8 Denn unsre Missetaten stellst du vor dich,
unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.

9 Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn,
wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.

10 Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre,
und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe;
denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.

11 Wer glaubt's aber, dass du so sehr zürnest,
und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm?

12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden.

13 Herr, kehre dich doch endlich wieder zu uns
und sei deinen Knechten gnädig!

14 Fülle uns früh mit deiner Gnade,
so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.

15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest,
nachdem wir so lange Unglück leiden.

16 Zeige deinen Knechten deine Werke
und deine Herrlichkeit ihren Kindern.

17 Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.
Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!  

A thousand ages in Thy sight
Are like an evening gone,
short as the watch that ends the night before the rising sun.
– No doubt that is true. Our dream of life will end as dreams do end, abruptly and completely, when the sun rises, when the light comes. And we will think, All that fear and all that grief were about nothing. But that cannot be true. I can’t believe we will forget our sorrows altogether. That would mean forgetting that we had lived, humanly speaking. Sorrow seems to be great part of the substance of human life  – tells fictive Reverend John Ames to his son, writes Marilynne Robinson in her bestseller book Gilead (page 118).

Permalink http://blogabissl.blogspot.com/2017/01/our-god-our-help-in-ages-past.html

Das Buch ist meines Wissens nicht deutsch erhältlich.
   Man mache sich auf Sätze gefasst wie: “I always imagine divine mercy giving us back to ourselves and letting us laugh at what we became, laugh at the preposterous disguises of crouch and squint and link and lour we all do put on. I enjoy the hope that when we meet [in heaven] I will not be estranged from you by all the oddnesses life has carved into me.” ( … unsere absurden Verstellunngen, hocken, schielen, hinken, bös dreinschauen … ) ’s macht aber nichts, wenn man nicht alle Odnesses versteht.

Wikipedia über das Buch
Blick ins Buch
Review by the Guardian. Review by Daniel Clendenin.
Deutsche Anmerkungen.