26. März 2017

Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten?

Max BittrofEuropa auf dem Stier, 1948, DM 5

Wie soll das gehen? Was soll das heißen: Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten? Vier­gang­ge­triebe, vielleicht noch mit Rück­wärts­gang zum Ausparken? 
   Europa läuft nicht. Sie lässt sich höchstens entführen.
   Ein »Europa unterscheidlicher Geschwindigkeiten« klingt gut, ist aber Quatsch. Schon heute werden europäische Vorschriften mehr oder weniger schnell in nationales Recht übernommen, doch darum geht’s gar nicht. 

In Rom wurde am 25. März 1957 unter anderem die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet, die EWG, in der Wikipedia sauber nachzulesen. Die Europäische Union, die umstrittene, kam erst 1992 in Lissabon auf die Welt, das war nach der Wende.
   Wenn sich »Europa« heute mit der EWG brüstet, so ist das inhaltlich eine Neuwahrheit. 1. War’s damals nicht die EU, 2. ist die EU nicht Europa. Oder wer zählt die Schweiz nicht zu Europa?

Das Friedensargument

Der Aufstand in Ostberlin und der Ungarnaufstand waren vor 1957. Der »Prager Frühling«, der Aufstand in Polen, das waren alles keine »Kriege«, aber Friede war das nicht. Gut, man kann sagen, das war im Ostblock – obwohl von den Aufständigen ein Eingreifen insbesonders der Amerikaner erhofft worden war. Wenn es nicht stattfand, dann ist das kein Verdienst der EU. Die »Berlinkrise« 1958 war eine weltpolitische Angelegenheit, weder EU – die es, wie gesagt, damals noch nicht gab, noch EWG hatten daran Anteil. »Mourir pour Berlin?«, las ich damals in Frankreich als Graffito; ich lebte in Westberlin, da war mir das besonders aufgefallen. 
   Und gehört die Ukraine nicht zu Europa? Da gab es Krieg, da ist Krieg. Für die überheblichen EU-Europäer ja nicht, mit ihrem Tunnelblick auf das U in EU. Oder die Schweiz? War sie nicht friedlich, allein, durch Jahrhunderte, ohne E?
   Kurz: Friedlich sind wir mit und ohne EU. Und gern!

Das Problem – als aus der EWG eine EU wurde

Vor lauter blauen Fahnen und Sternen hat es niemand gemerkt, dass zwar jeder freies Reisen möchte, aber dennoch seine Grenzen behalten wollte. Das Europa der Regionen. Der Länder. Und dass man niemandem gesagt hatte, dass nun alles integrierter sein würde als bei der EWG. Wir Bürger haben’s nicht »gespannt«. Erst als die Rumänen kamen und sich hier niederließen, Sie wissen schon. Da stellten die Leute die Haare auf.
   Warum brauchen wir zum freien Reisen, zum freien Warenverkehr die Niederlassungsfreiheit? Kann eine Gemeinschaft nicht selbst bestimmen, wen es aufnehmen will und wen nicht? Wenn nicht, so zerstört das die Gemeinschaft, in diesem Fall die »Union«. Wie stellt sich das die EU vor? Mit »Schengen«-Außengrenzen in Cuenta und Melilla!

Siehe auch Nato.
Banknote aus Wikipedia
   Eine Variante wäre die
Europa von Alessandro Turchi (L’Orbotto) 1578–1649

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/europa-unterschiedlicher.html

25. März 2017

Samstagabend in der Stiftskirche Bonn
»Vorabendmesse«, so nennt sich die Sonntagsmesse am Samstagabend. Man hat dann seinen Sonntag frei – ich fahre diesmal zum Beispiel weg nach Hannover. Diese Vor­abend­messe spielt eine andere Rolle als die sonntagvormittägige Gemeindemesse mit Pfarrer, Händeschütteln und Weihrauch, je nachdem.
   Unsere Vor­abend­messe in der Bonner Stiftskirche ist eine besonders theologische Messe. Normalerweise liest sie ein Professor der nahen Universität und predigt besonders gut. Seine »Gemeinde« ist etwas kleiner als die reguläre am Sonntag, und doch hat er seine »Stammbeter«. Bei uns vor allem eine Dreierfamilie, Vater, Mutter, Kind, alle sportlich wie gerade zurück von einer Wanderung, in roten Anoracks die Eltern, und die Tochter, fromm, fast schon erwachsen, sie ministriert immer. In den anderen Messen haben wir hier in Bonn schon längst keine Ministranten mehr; sie sterben aus wie die »ganze« heilige Kirche …
   Die Stiftskirche wurde um 1880 neu gebaut, neugotisch. Sie bietet dem Auge viele schöne Anhaltsmöglichkeiten. Am Abend ist’s dort eher dunkel, stimmungsvoll, die Kerzen entfalten ihre Ausstrahlung, die Gedanken nehmen schon nächtliche Wege.
   Der Organist wird zum Kantor – wenn nur die Gemeinde singt, so klingt das nach nichts –, und manchmal kann auch der Priester ordentlich singen, wie gestern Professor Gerhards. Da geben schon die ersten psalmodierenden Rufe durch das Kirchenschiff die Stimmung vor.
 
Mir kam ein abendliches Psalmensingen in Erinnerung, vor vielleicht sechzig Jahren. Mit zwei Mitschülern war ich ausgetauscht von einem Internat ins andere, von Bayern nach England, in einer anderen Zeit sowieso, und in eine ganz andere, althergekommene Welt. Internate waren damals überall »am Land«, hatten Tradition und Ruf. Als Internatsschüler war man »drin«, redete, philosophierte viel miteinander, las Bücher, versenkte sich jugendlich heranwachsend in sich. Wit hatten zu dritt eine study, da sang Carmen Cavallaro von der Langspielplazze. »Zuhause« lebte ich sogar in einer Burg.
   Im Bradfield College versammelte sich einmal die Woche, ich mein’ mittwochs, die ganze Gruppe im zugehörigen gotischen Aufenthaltsraum. Wir waren »in Häusern« untergebracht, A-Haus und so weiter, kleine Gruppen, allerdings nicht Gleichaltriger wie bei uns in Bayern. Egal.
   Da saßen wir nun im Dunkel des Abends in einer dunklen Stube – in meiner Erinnerung – und sangen jedes Mal einen anderen Psalm. Dazu muss man ein wenig üben, wiederholen, auf dass die schönen, frommen Worte eindringen ins junge Herz. Ich weiß, dass das kitschig klingt, aber so ist Erinnerung. Nach der Andacht geht man an der Seele satt zu Bett. Morgen ist wieder ein Tag. Morgen ist’s wieder laut.

Gestern in der Stiftskirche war mir das eingefallen. Es stand da wie ein weit entfernter Brückenpfeiler im Nebel, von dem ein Bogen zu mir heute und hierher führte, von meinem fünfzehnten zu meinem fünfundsiebzigsten Jahr, von überm Meer in eine »real existierende« Welt, verfließend im Alltag. Am Weg über die lange Brücke habe ich gar nicht oft nach oben gesehen, zu selten hinauf in den Himmel, erst recht nicht unter mich, das geht auf einer Brücke gar nicht; religiös war ich nicht, nie, habe mich nur oft und gerne darin beschäftigt, mal mit Gedanken, mal mit Gefühlen, mit Freundschaften, Menschen. Heute mehr.
   Ich könnte auch nicht sagen, dass mir das abendliche, englische Psalmsingen einen »Ruck« gegeben hätte, und doch prägte es mit mein Leben. Das Gefühl, Teil einer alten Kultur zu sein, Gedanken, die zu Worten, die zu Weisheiten, zu Gefühlen und Erinnerungen geworden sind, jenseits ihres vordergründigen Inhalts. Ein »Glaube light«, der mich nicht quält, den ich nicht hinterfrage, der mir mal mehr, mal weniger »kommt«, gefühlt im Schutz Gottes und wo nicht, doch nie »höllisch gefährlich«. Hier bin ich und hab’ gelebt, schön, ob gut, mag ein anderer entscheiden. Doch halt, nicht so weit! Ich war nur in der Vorabendmesse in der Stiftskirche, und blieb sitzen, bis dann auch die Orgel verklang.

Franz Joseph I
1830-1916 Kaiser von Österreich
Eine Anekdote will ich noch anführen zu den Abendandachten in Bradfield.
   Psalmen lassen sich nach vielen Melodien singen. Je besser man sie kennt, desto ordentlicher wird der Gesang. Unser »Hausmeister« nahm zur Abwechslung immer andere Melodien. Eines Abends war »Gott erhalte Franz, den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz!« dran, eine alte Melodie von Haydn, hier zu hören. Nach der Andacht kam er auf uns Deutsche zu und entschuldigte sich; erst beim Singen sei ihm aufgefallen, dass es die deutsche Hymne ist. Unser Nationalgefühl, damals erst recht noch eher gering, hatte er gewiss nicht berührt. Wir fanden’s im Gegenteil einfach zu singen.

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Wochenzettel  mit Samstag 18.3.17
18.00 Uhr Stiftskirche Vorabendmesse (Prof. Gerhards) Im Ged. an Cäcilie Kurscheid, im Ged. an Familie Josef Bergmann
3. Fastensonntag L1: Ex 17,3-7 L2: Röm 5,1-2.5-8 Ev: Joh 4,5-42

   1. Lesung Exodus 17,3 bis 7
Das Volk dürstete dort nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie sagten: Warum hast du uns überhaupt aus Ägypten hierher geführt? Um uns, unsere Söhne und unser Vieh verdursten zu lassen? Mose schrie zum Herrn: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich. Der Herr antwortete Mose: Geh am Volk vorbei und nimm einige von den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh! Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen und das Volk kann trinken. Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels. Den Ort nannte er Massa und Meriba (Probe und Streit), weil die Israeliten Streit begonnen und den Herrn auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?

   2. Lesung Paulus’ Römerbrief 5,1 bis 2,5-8 
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer.

   Schwestern und Brüder! [Als ob Paulus so Briefe begonnen hätte, lächerlich! … fj]
Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben. Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen. Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden. Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch (Gottes) Feinde waren, werden wir erst recht, nachdem wir versöhnt sind, gerettet werden durch sein Leben. Mehr noch, wir rühmen uns Gottes durch Jesus Christus, unseren Herrn, durch den wir jetzt schon die Versöhnung empfangen haben.  
   EvangeliumDas Gespräch am Jakobsbrunnen

So kam er zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
   Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: »Gib mir zu trinken!« Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.
   Die samaritische Frau sagte zu ihm: »Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?« Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
   Jesus antwortete ihr: »Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: ›Gib mir zu trinken!‹, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben«.
   Sie sagte zu ihm: »Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?«
   Jesus antwortete ihr: »Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.«
   Da sagte die Frau zu ihm: »Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.«
   Er sagte zu ihr: »Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her!«
   Die Frau antwortete: »Ich habe keinen Mann.«
   Jesus sagte zu ihr: »Du hast richtig gesagt: ›Ich habe keinen Mann‹. Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt.«
   Die Frau sagte zu ihm: »Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.«
   Jesus sprach zu ihr: »Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.«
   Die Frau sagte zu ihm: »Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.«
   Da sagte Jesus zu ihr: »Ich bin es, ich, der mit dir spricht«.

   Die Aufnahme Jesu bei den Samaritern
 Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: »Was willst du?«, oder: »Was redest du mit ihr?«
   Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: »Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias?« Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.
   Währenddessen drängten ihn seine Jünger: »Rabbi, iss!«
   Er aber sagte zu ihnen: »Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt.«
   Da sagten die Jünger zueinander: »Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht?«
   Jesus sprach zu ihnen: »Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: ›Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte?‹ Ich aber sage euch: ›Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen.‹ Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät und ein anderer erntet.
   Ich habe euch gesandt zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit.«
   Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: »Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.«
   Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: »Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.«

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Bradfield College http://www.bradfieldcollege.org.uk/
Werbevideo, knapp 3½ Minuten. Wir trugen als Schüler noch knappe, schwarze Talare (gowns), sehr nützlich, links zum Bestecksäubern, rechts für die Schuhe – oder umgekehrt? Und die »Eingeborenen« (nicht wir Ausländer), bekamen vormilitärische Ausbildung (assault course).

Link zu diesem Blogeintrag (Permalink):
 http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/vorabendmesse-so-nennt-sich-die.html

17. März 2017

Hunger in Afrika

Beim traditionellen Aschemittwochsabend ging es bei den Bonner »Lions« heuer um karitative Hilfe in aller Welt. Überall sind die Lions-Klubs (www.Lionsclubs.Org) mit ihrem Slogan “We Serve” bekannt, insbesonders bei Hilfe gegen Blindheit. Große Hilfsorganisationen waren vertreten und berichteten über ihre Zusammenarbeit.
   Nach den Vorträgen wurde gefragt: »Warum wird oft erst spät geholfen?«. Und dann kam eine erhrliche Antwort, die ich mir gemerkt habe: »Anfangs fehlt die Spendenbereitschaft, wenn die Notlage noch nicht so bekannt ist.«   Das war mir bei Ebola aufgefallen. Jetzt kommt die Afrikanische Hungersnot. »Bereits im Februar hatte die Uno für Teile des Südsudans eine Hungersnot ausgerufen – die weltweit erste seit 2011. Die grösste humanitäre Krise spielt sich derzeit aber in Jemen ab, wo mehr als 7 Millionen Menschen vom Hunger betroffen sind«, schreibt heute die NZZ unter dem Titel: »Die hausgemachte Hungerkrise«.
   Zur Ursache schreibt die Zeitung: »Zu den grössten Versäumnissen vieler afrikanischer Regierungen gehört die Vernachlässigung der Landwirtschaft. Obwohl über die Hälfte der subsaharischen Bevölkerung – 520 Millionen Menschen – in der Landwirtschaft tätig ist, vermag der Kontinent sich nicht selbst zu ernähren und importiert heute rund einen Viertel seiner Nahrungsmittel«. Ein weiterer Artikel beschreibt, wer davon wie profitiert.

16. März 2017

Wo ist die Zwischenablage?

Where is the Clipboard? Find the clipboard folder!
Zwischenablageordner? Zwischenablage-Ordner?

Die Zwischenablage ist kein Ordner (auf der Festplatte), es ist bissl Platz im Speicher (memory) des Rechners. Da können Sie also lange suchen …
   Microsoft: “Clipboard objects are not stored in a file. When you send something to the clipboard it is stored in a location in memory that is only available to the operating system.”

   Wenn Sie also den Inhalt der Zwischenablage sehen möchten, brauchen Sie dazu ein Programm. Suchen Sie aus einem älteren Windows das Progrämmchen namens
   clipbrd.exe , etwa 100 kByte groß.

Es steht typischerweise unter C:\WINDOWS\system32\clipbrd.exe mit zum Beispiel diesen Eigenschaften:
clipbrd.exe aus Windows XP
Bis Windows XP war das Programm noch dabei, später nicht mehr – vielleicht weil alles Mögliche in der Zwischenablage stehen kann (aber immer nur eine Portion). 

Man kann sich die clipbrd.exe in neuere Systeme kopieren, praktisch an eine beliebige Stelle (in einen beliebigen Ordner, vielleicht auch nach System32) und laufen lassen. Gut ist eine Verknüpfung vom Desktop.

Wenn Sie dann clipbrd.exe laufen lassen, so zeigt es Ihnen in einem eigenen Format den Inhalt der Zwischenablage (»Ablagematte«), im Fall eines Screenshots etwa so:
Viel machen können Sie mit der Zwischenablage nicht: Sie können den Inhalt über Datei löschen (unter Bearbeiten), sie können ihn schnell wo wegspeichern
   Das müssen Sie auch, wenn Sie zum Beispiel eine Google-Bildersuche machen wollen. Sie können nichts direkt aus der Zwischenablage hochladen! (Stimmen Sie doch auch dafür!)

Soviel zur »normalen« Zwischenablage in Windows. Es gibt eine Anzahl von kostenlosen Zwischenablageprogrammen, die mehr können; vor allem mehrere Inhalte aufheben. 
   Ich probiere mal »Ditto«, Infos hier. Läuft als »Prozess«.

Permalink 
http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/wo-ist-die-zwischenablage.html

15. März 2017

Wrong Mousetrap

“Graphic novels” ought to be lectured graphically as well.
   Reading Posy Simmonds’ Gemma Bovery*) (in German) I see a mouse trap on page 40:

The mouse is dead, the trap wrong. Look at a real one:

source ©Tierfoto Giel

Permalink:
 http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/wrong-mousetrap.html

*) not Bovary

13. März 2017

Groß- und Kleinschreibung auf dem Server

Das ist ein Blog für Webmaster, Webmeister, Homepage-Hochlader, für all jene, die auf alte Weise ihre Daten mit FTP auf einen Host (in dem Fall: Gastgeber) hochladen und dann hoffen, dass der Abruf später klappt.

Inzwischen mache ich FTP gelegentlich mit dem Total Commander (Netz, FTP; Tipp: eventuell Befehle, Fenster tauschen), jahrzehntelang habe ich einen kostenlosen WS_FTP32 genutzt, egal.
Sie sehen oben links Dateien bei mir auf dem »lokalen« Windows-Rechner, rechts die auf dem »fernen« Host. Die meisten Host-Rechner sind »Apache«-Server. Was das genau ist, ich hab’ keine Ahnung! Jedenfalls unterscheiden sie bei Dateinamen zwischen Groß- und Kleinschreibung. LeonardoOrig.jpg ist also etwas anderes als Leonardoorig.jpg und so weiter. Windows macht da keinen Unterschied (Unix und seine Derivate meines Wissens schon).
   Das bedeutet, 
1. dass Sie bei einem Internet-Aufruf von – in dem Fall – www.sarner-geschichtsverein.org/LeonardoOrig.jpg sehr wohl was zu sehen bekommen, mit http://www.sarner-geschichtsverein.org/Leonardoorig.jpg aber nicht; weil ein O einmal groß, einmal klein geschrieben ist. Wie Sie den »Geschichtsverein« schreiben, ist egal, die Domänenadresse wird vom DNS längst im Internet vor dem Server aufgelöst. Auch bei E-Mail-Adressen ist in der Praxis Groß- und Kleinschreibung egal, Umlaute gibt’s nicht.
2. empehle ich Ihnen, immer nur Kleinbuchstaben zu nutzen, weil Sie am heimischen Windows-Rechner nicht eine Datei A.htm und eine a.htm speichern können.  
   Wenn Sie aber trotzdem am Server Groß- und Kleinschreibung haben wollen? Dann hilft nur ein Trick.
a – Sie machen sich auf dem Server einen Ordner oder die Datei in der von Ihnen gewünschten Schreibweise. 
Hier habe ich mir, siehe rechts, (mit F7) einen neuen Ordner namens klein strasse geschaffen, habe jetzt dort also Strasse und strasse. Dann muss ich nur noch dort hinein Dateien kriegen. Dazu hatte ich mir zuhause einen Ordner strasseklein gemacht, dort die nötige index.htm zusamengestellt (eine sofortige Weiterleitung zu Strasse), und dann von strasseklein bei mir in die kleingeschriebene strasse am Server hochgeladen. Bingo.
Der WS_FTP kann Ordner und Dateien am Host umbenennen (“Rename”)
Am WS_FTP können Sie sogar Ordner am Server umbenennen. Dann geht’s noch einfacher.
   Sie können jetzt sowohl
 www.Sarner-Geschichtsverein.Org/Strasse als auch
 www.Sarner-Geschichtsverein/strasse aufrufen, sogar
 www.Sarner-Geschichtsverein/Straße klappt. Ob Sie am Host den Ordnernamen Straße in Punycode xn--Strae-oqa umwandeln müssen, etwa hier, müssen Sie ausprobieren. Mehr zu Umlauten hier.

Domänennamen (domain names) werden immer in Punycode gewandelt (was schon zu optischen Täuschungen geführt hat). Subdomänen und Dateinamen eher nicht; so würde http://www.Jörn.De/Straße zu http://www.xn--jrn-sna.de/Stra%C3%9Fe, siehe Konverter 2.
   Ein auswahl von Konvertern:
1. http://www.idn-convert.de/cgi-bin/idnconverter/bin/idncheck.pl
2. https://www.punycoder.com/ 
3. https://mothereff.in/punycode

Permalink zum Weitergeben:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/gro-und-kleinschreibung-auf-dem-server.html

11. März 2017

Lucky Luke hebräisch

Lucky Luke »Das gelobte Land« (« La Terre Promise ») hat Klaus Jöken vom französischen Original übersetzt. Der Text stammt von »Jul nach Morris«, was auch immer das heißt.
   Nun sind alle möglichen Ausdrücke, vor allem jiddisch (sein sollende), mit Sternchen erklärt, etwa auf Seite 10 »OJ WEJ« als »JIDDISCHER KLAGERUF«, eher trivial (oh weh!). »MISCHPOCHE« (Seite 11) bleibt dort unerklärt. Das sollen wir kennen, das steht ja im Duden, wobei man gerade dort aufklären könnte, dass Mischpoche ursprünglich nicht abfällig gemeint war wie heute im Deutschen, sondern bloß die Verwandtschaft.
   Was nicht übersetzt wird, sind hebräische Gebete, die man alsa Goi nicht einmal lesen kann wegen der Schriftzeichen.
»Das gelobte Land«, Seite 16. Zum Vergrößern klicken!
Wofür steht denn nun טוֹב יהדה לכּלל? Vermutlich hab’ ich das nicht einmal richtig »abgeschrieben«. (Erst ausgeschnitten im Bild, dann hier zum optischen Lesen gegeben, dann das Ergebnis טוֹב יהדה לכּלל gegoogelt.) So kam ich auf Psalm 114,2, »Da wurde Juda Gottes Heiligtum«, schreiben die katholischen Innsbrucker. Warum, wieso, wann gesprochen als Gebet? Das weiß wohl keiner, dehalb das Fragezeichen.
Und oben das lange Gebet? No, da frag ich lieber …

… Nur mit dem Netz kommt wenig ’raus:
אשרי יוֹשבי ביתך. ﬠרד יּהללוּךי סלה:
אשרי הצם שככה לי. אשרי הﬠם שידָ י אַלהיּו:
אריממך אלהי המלך. ואברכה שכוך לﬠרלם כצד:

   und »übersetzt«:




Permalink:   
 http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/lucky-luke-hebraisch.html


Wikipédia
Le nouveau «Lucky Luke», une Terre promise qui ne tient pas toutes ses promesses
Lucky Luke : les cinq meilleurs gags dégainés dans La Terre Promise
Xavier Nataf interviewt den Autor «Jul», 15-Minuten-Video – nur mit guten Französischkennnissen!
Der Figaro interviewt Jul – kann man gut lesen.

Passwörter setzen

Das Interent wird immer ängstlicher. Nicht nur, dass inzwischen sogar öffentliche Fotos verschlüsselt werden, alles und jedes braucht auch ein möglichst sicheres Passwort. Bankkarten kommen mit vier- oder fünfstelligen Zahlen auch, im Internet wäre das alles wohl viel zu unsicher. Und dann werden Tausende, ja – wie hier – »Milliarden« von Kundenkonten geklaut, samt den feinsten Passwörtern …
   Ich bin eher ein Befürworter von einfachen Passwörtern. Wenn man ihnen was Gutes tun will, sollte man sie öfters einmal ändern, meine ich. Und kannte noch Zeiten, wo SMTP-Server ohne Passwort liefen. Fromme Urzeit!
   
Eine Passworteingabe sollte nicht nur gleich die erlaubten Möglichkeiten nennen, sie sollte das Passwort in Klartext zeigen können – wohlgemerkt beim Setzen des Passworts. Hier ein Beispiel.



Diese Maske hätte ich gerne etwas anders.
• Gibt es für die Zeichen Beschränkungen? 
• Was ist die Maximalzahl von Zeichen?
   In der Tat nahm das System zwar 21 Zeichen an, bestätigte sogar deren korrekte Kopie – und speicherte dann bloß 16. Hätte ich nicht schnell gesehen, dass sich mein Browser nur 16 Zeichen merken wollte, die er im Klartext darstellte, so wäre ich später nicht ins Konto gekommen. 
So gehört sich das: Die Möglichkeit, das Passwort mal im Klartext zu sehen, merci Firefox.
•  »best.« und »mind.« möge man doch bitte ausschreiben. Das kostet auch nicht mehr Strom; Platz ist da. Weil man den Vorgang selten macht, gehört er um so idiotensicherer dargestellt!

Übrigens.
• Im Browser gespeicherte Passwörter finden Sie über das Menü des Browsers, die drei horizontalen Striche oben ganz rechts bei meinem, Einstellungen, Sicherheit, ganz rechts unten Gespeicherte Zugangsdaten, und dann Passwörter anzeigen.
• W-Lan-Passwörter und viele andere zeigt Windows freiwillig nie wieder, selbst wenn Sie sie selbst eingegeben haben. Holen Sie sich z.B. den »PasswdFinder« von Chip hier, aber passen Sie auf, dass der Ihnen nicht hinterrücks zusätzlich etwa die Tuneup Utilities oder der Optimizer Pro installiert. Bessere Virenscanner erkennen Passview übrigens als Virus. 

Permalink:
 http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/passworter-setzen.html

Overhead for SSL encryption see http://stackoverflow.com/questions/548029/how-much-overhead-does-ssl-impose (“Per-packet overhead could be on the order of 30-50 bytes for padding and hash. 12K for startup sounds plausible”) and http://www.cs.ucr.edu/~bhuyan/papers/ssl.pdf, https://security.stackexchange.com/questions/58982/openssl-encrypting-small-packets-bandwidth-overhead. Mainly header (setup time), so depends on length of data. About 40× processing. data increase? Others estimate +2%. or up to 7%.

TCM-Funkuhr

Ein kurzer Nachtrag zu einem meiner ganz alten, ganz erfolgreichen Tipps: »Die TCM-Funkuhr stellen« aus http://www.joern.de/TCM.htm. Leider habe ich keine Abrufstatistik, aber eine gute Google-Position und zahlreiche Dankschreiben.  
 
 
Hier (klickbare) Bilder der geöffneten Uhr.



Was mir auffiel:

• Die Uhr hält die Spannung intern recht lang. Für einen ordentlichen Rest (Zurücksetzen, Neustart), sollte man die Batterie relativ lange herausnehmen. Ein paar Minuten vielleicht. Sonst ist der Neustart kompromittiert.
Springt der Zeiger beim Einstellen nicht (wie von mir angegeben) um je eine halbe Minute sondern um eine ganze, von einer Mittelstellung zur nächsten, was genaues Einstellen auf 12.00 Uhr unmöglich macht – wurde die Uhr nicht ordentlich zurückgesetzt, siehe oben. 
• Reagiert der rechte »Knopf« nicht mehr richtig (deswegen hatte ich die Uhr aufgemacht) half etwas Druckluft aus der Dose.

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2017/03/tcm-funkuhr.html
Link zum Originalartikel: http://www.Joern.De/TCM.htm 

Wenn alle Stricke reißen, nehmen Sie diese Uhr:
Der Knopf rechts unten (normalerweise rechts oben) lässt den Sprungdeckel aufspringen.