5. Januar 2026

Nulleins, nullzwei, nulldrei – Digitalisierung durch Nullen


Kalenderblatt
Provencalische Haselnuss
1835 gezeichnet von Poiteau
gestochen von Bouquel
Preußischer Kulturbesitz

Nichtlesbare Schriften mehren sich. Ungefähr 2010 muss es gewesen sein, also vielleicht künftig 002010, dass Datungsangaben mit führenden Nullen ausgestattet wurden. Näheres sagt uns dazu zum Beispiel https://www.datumsformat.de/ . Was sag’ ich »sagt«? Das kann eigentlich keiner sagen, das mit einer Null vornedran. Nur schreiben, tippen, sozial vermedien.

   Ich meine, was geschrieben steht, vor allem in Büchern und Broschüren, das muss man auch lesen können, und zwar laut, mündlich, akustisch! Vorlesen. Wenn Sie zum Beispiel am Smartphone einen Termin absprechen, sprechen sie dann heute vom Nullfünften Nullersten? Nullzweiuhr nachmittages? Oder gar minutengenau von nullzweiuhr nullfünf? Sind wir schon alle innere Excel-Tabellen geworden? Haben wir uns schon digitalisiert? Unsere Gehirnwindungen in Kästchen gepresst?
   So ähnlich geht’s ja auch mit Gendern. Da stoppt das Sternchen oder ein Doppelpunkt, der eigentlich für Aufzählungen vorgesehen ist, unseren Lesefluss – und reicht doch nicht zum Atemholen wie sonst ein Doppelpunkt. Sport:ler, wie soll man das lesen? Sport ler? Ja, dann würde ich vorschlagen, das dann auch so zu setzen. Vermutlich sind die sprachlich-sportlichen Gend:er aber schon zur und zum Sportenden fortgerannt.

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 https://blogabissl.blogspot.com/2026/01/nulleins-nullzwei-nulldrei.html

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