31. Mai 2012

Am Rossmann-Analogfunkwecker die Zeiger stellen

Der besagte Funkwecker
(von hier, damals € 8)


Ich mag den Funkwecker »Model No.:« LD-127 aus Dirk Rossmanns »Ideen-Welt«. Ich schreibe hier noch etwas mehr darüber, damit das leichter gefunden wird. IDEEN WELT RADIO CONTROLLED steht drauf, bei mir noch »Funkwecker anthrazit« und Charge No.: 09-11-16 und Nummer 4305615104324. Die Bedienungsanleitung (Handbuch) findet sich hier, dank GSL. Deutsch ist vorne.
   Kurz zu den Knöpfen:
ON–OFF schaltet den Wecker ein und aus, die Taste oben nur fünf Minuten lang aus.
REC veranlasst eine frische Synchronisation mit dem Zeitsender. Dazu REC mindestens drei Sekunden lang drücken. Die Uhr dreht sich auf 12 Uhr. Dann sucht sie den Zeitsender und stellt sich ein. Klappt das zwölf Minuten lang nicht, so dreht sie sich auf die Zeit, die vor dem Drücken von REC eingestellt gewesen war. Denn mit
M.SET kann man notfalls die Uhr manuell einstellen, etwa am Nordpol, wo der deutsche Zeitsender Mainflingen nicht mehr zu empfangen ist. Späterer Funkempfang korrigiert allerdings die manuelle Einstellung.
RESET startet den ganzen Wecker neu. Doch wozu?
   Nun zum versprochenen Zeigereinstellen. Wenn etwa der Sekundenzeiger abfällt, so muss man ihn ja genau winkelrichtig wieder aufsetzen. Dazu den Wecker hinten nicht öffnen. Man hebelt einfach vorn die Scheibe heraus, oben und unten vielleicht; da sind kleine Häkchen im »Glas«.
   Jetzt lässt man die Uhr auf genau 12 Uhr fahren, mit dem REC-Knopf; solange drücken, bis die Uhr zu »rennen« anfängt.
   Danach pausiert das Ding nämlich, bis es die Zeit über Funk gefunden hat, was mindestens eine Minute dauert. Warum das so ist, lesen Sie hier. Währenddessen kann man in Ruhe die Zeiger alle genau nach oben ausrichten, auf 12 Uhr, selbst den Sekundenzeiger. (Die Zeiger brauchen nicht von der Achse gelöst zu werden, zartes Schieben genügt.) Scheibe wieder zu, und der Wecker zeigt erneut die perfekte Zeit, sekundengenau.

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2012/05/am-rossmann-analogfunkwecker-die-zeiger.html

PS. Übrigens gibt’s diese relativ preiswerte analoge Funkuhr nicht mehr bei Rossmann.
Bei Pearl hab’ ich einen (innen baugleichen?) für € 17 gesehen. (Ende Jan. 2017) 

30. Mai 2012

When a D-Link Router Won’t Connect Wi-Fi Devices into the Net.

Problem: A D-Link router works fine and connects hard-wired devices nicely to the internet. Your internet connection is up and running. You can also connect your PC directly to the DSL modem without the router in between. If you plug your laptop into the D-Link router via Ethernet cable  you get connected to the Internet all right.So far good.
    However when you connect your Laptop via Wi-Fi (W-Lan) to the same router, you get “Oops! The page you requested is not available. Could not detect an Internet connection. Suggestions …”.
   Here the German link and here the English link to the manufacturer. Why this happend to my D-Link router (DIR-600 with firmware 2.11 Thu 22 Dec 2011) I have not found out. It must be a firmware bug, so try to update the firmware if you care to. Reports in the web indicate that it helps.
   All I noticed was a strange IP address of the router, 95.222.156.1. This is the outide IP address of the provider. The local (NAT) address of the router should be 192.18.0.1 (default login admin and no password).
   My remedy: I reset the router and reconfigured it (via Ethernet cable). I powered off both the DSL modem and the router. Then I turned on the modem and later the router, in this sequence, and with ample time in between (so that the lights calm down). It works, wirelessly. Fritz@Joern.De

Do not switch the router into Access Point Mode. Leave “Enabled Access Point Mode” off. You will not be able to get back into the configuration menu. I had to reset the router.
   The problem is not one of having a wrong key. You get to see the above page and you can configure the router via Wi-Fi all right. So it’s not a question of setting the wireless key.
   Further links:
Installation guides via German link and English link to the manufacturer.
http://forums.dlink.com/index.php?topic=41289.0Same configuration but no more oops!”
“I recommend that you bridge the ISP modem and use the PPPoE option on the 655 router. If the ISP modem can not be bridged, then use the DMZ option on the ISP modem and input the WAN IP address the 655 gets from the ISP Modem in to the ISP Modems DMZ”. – This did not help in my case.   
And here is one who gave up: 
“Thank you for all the help, but i have changed router now. Also the electronic store confirmed that they had got many of this model in return cause of some problems. Im just glad i got my money back on warranty and discount on a great router.”

12. Mai 2012

Warum die Banken mehr verdienen als die Firmen

Milchtransport by Commerzbank, Montage
Als Techniker sag’ ich mir immer: Schau dir erst den Mechanismus an.
···Dazu stellen wir uns einmal einen Tanklastzug voller Milch vor (»nur für Lebensmittel«), der über die Autobahn fährt. Der Besitzer des Lastzugs möchte damit Geld verdienen. Die Auftraggeber, Molkereien, zahlen ihn für den Transport. Auf der anderen Seite hat er Ausgaben, Sachausgaben und Personalkosten, sprich den Diesel und den Fahrer. Die Differenz müsste sein Gewinn sein.
···Leider hat er seinen Lastzug auf Kredit gekauft. Der Kreditgeber, die Bank, möchte dafür schöne Zinsen haben (legal, rational und durchaus ehrenwert). Diese Zinsen schmälern seinen Gewinn, die Transportkosten bestehen inzwischen also aus Diesel, Fahrer und Zinsen.
···Die Zinsen hat er seiner Bank zugesagt, unabhängig von der Zahl der Milchtransporte, des Kraftstoffpreises, kranken Fahrern und streikenden Bauern, was ja selten vorkommt. Für den Kredit hat er vielleicht sein Häuschen verpfändet, die Garagenhalle, etwas, was er sich vorher erarbeitet hatte, geerbt oder so. Welches Risiko hat die Bank? Immer noch ein ganz ordentliches, denn sein Haus kann weniger wert sein als einmal angenommen usw. Dennoch: Die Bank verleiht Geld, das sie sich gemacht hat (oder direkt oder indirekt von der Zentralbank »bekommen« hat, zur Zeit zu minimalen Zinsen). Am Ende verdient die Bank mehr als der Frächter.
···Für eine Firma mag es noch angehen, ihren Gewinn mehr oder weniger mit einer Bank zu teilen, das ist ihre Entscheidung. Zumal eine Kapitalrückzahlung (Tilgung) mit dabei ist (allerdings auch ein nötige Abschreibung des Lkw, übrig bleibt ein alter Lastwagen). Fatal ist das Verfahren, auf Pump zu fahren, für den Staat. Er zahlt seine Kredite nicht zurück. Er nimmt nur neue und mehr auf. Was die Bank (hoffentlich) keinem Frächter erlauben würde. Der Bürger zahlt doppelt für staatliche Investitionen: die Investitionen und die Zinsen dazu.
···Kredite mögen die Wirtschaft ankurbeln. Zur Zeit kurbeln sie hauptsächlich die Staaten an. Kredite sind Rauschgift – womit ich endgültig die Wirtschaftsmechanik verlasse und somit ende.

»Wer Schulden hat, ist nicht frei«, Göran Persson, Ministerpräsident von Schweden 1996–2006, Sozialdemokrat, heute zitiert in der NZZ (»Wie Schweden sich aus der Krise sparte«).

Reklame in Bonn. Nexa-Lotte: »Meine Küche ist keine Kantine für ungebetene Gäste – bei Ungezieger, Fliege, Motte wirkt einfach sicher Nexa-Lotte«, Roundup-Unkrautfrei: »Sicher in der Anwendung, wurzeltief in der Wirkung«, Hannelore Kraft, SPD: »NRW im Herzen«. Shen sie nicht lieb aus?

11. Mai 2012

»Keine zuverlässigen Eigenmittelstandards«

überschreibt heute die Neue Zürcher Zeitung einen Kommentar, hier. Beschrieben wird, wie unterschiedliche »harte« (IMF) oder «weiche» (»Basel«) Eigenkapitalgrundlagen – die Hebelwirkung (Leverage Ratio) ganz verschieden aussehen lassen. Der Schluss, wörtlich: »Die Leverage Ratio des IMF ist ein primitives Instrument, das die Risikogewichtung ausklammert und deshalb eine Investmentbank und eine Sparkasse bei identischer Leverage Ratio als gleich gut kapitalisiert und gleich sicher einstuft. Nur wer diese Stärken und Schwächen kennt, kann sich ein einigermassen zuverlässiges Bild machen.«
···Natürlich versteht das keiner, vermutlich nicht einmal ein durchschnittlicher Bänker. Die Eigenkapitalvorschriften begrenzen die Geldschöpfungsmöglichkeiten der Banken (Stichwort fiat money) und werden von der Bankenaufsicht überwacht. »Basel« versucht diese Vorschriften international zu vereinheitlichen und kommt nicht vom Fleck, statt Basel III gibt man sich einstweilen mit »Basel 2,5« zufrieden, nachzulesen etwa hier bei der Deutschen Bundesbank. Der Teufel liegt wie stets im Detail und der Hase im Pfeffer, weil wir die tatsächliche Geldschöpfung (»Kreditgeschäft«) extrem intransparent den Banken überlassen – und sie hinterher beschimpfen, dass sie riskante Spiele treiben mit wohlfeilen massiven Geldsummen aus ihrem Hebel. Die Quelle des Übels ist m. E. der unstillbare Finanzhunger der öffentlichen Hand, der immer wieder alle Dämme reißen lässt, angeblich zu unser aller Wohl. Wäre der Staat nicht auf riesige Kredite angewiesen, ließe sich das Geldwachstum vernünftig regeln.

10. Mai 2012

Tiergeklone

Beim Abendessen hatte ich mit Carla über Biologie gesprochen. Sie lernen gerade über Blüten und Bestäubung, über Früchte und Samen und Fortpflanzung. Carla mag Biologie. Da hab’ ich sie natürlich gefragt, ob es noch andere Arten der Fortpflanzung gibt, und meinte: für Blumen. Wir kamen dann auf den wuchernden Efeu. An eine Efeublüte konnten wir uns beide nicht erinnern.
···In der Nacht drauf habe ich vom Klonen von Hunden gelesen, im neuesten Folio der Neuen Zürcher Zeitung. Hier kann man sie lesen, die Geschichte von Wolfies Auferstehung von John Woestendiek. Irr wie ein menschlicher Mondflug.

Im Foto John Woestendiek mit seinem (ungeklonten) Hund Ace, Foto Brendan Finnerty (von hier). Mit Ace wanderte er ein Jahr durch Amerika, das Buch heißt Travel with Ace
Sein Buch über Hundegeklone heißt Dog, Inc. (The Uncanny Inside Story of Cloning Man's Best Friend).

Die Frage ist hier natürlich die nach dem Individuum. Biologisch ist ein geklonter Hund eine Art spätgeborener Zwilling. Zwillinge mögen »eineiig« sein, jeder ist dennoch sein eigen, ein gesondertes Individuum. Philosophisch (hierorts immer noch mit zwei ph) mag das differenzierter sein, ich weiß nicht, bin keiner. Die Individuum-Frage sehe ich nicht »von innen«, also absolut und abstrakt, ich sehe sie ganz persönlich aus meiner eigenen Sicht. Was ist mir ein Individuum?
···Schon als Bub habe ich alle Geräte wenn möglich aufgeschraubt, untersucht – und verändert. Noch heute bin ich glücklich, wenn ich die eine oder andere kleine Änderung dranbasteln kann, möglichst reversibel und minimalinvasiv. Das macht sie eigen, Einzelstück, Individuum. Meine Rechner haben einen speziellen Tastaturtreiber, was einen Fremden verwirren mag, wenn er etwa das Plus (+) sucht oder den Unterstrich (_). Mein schönes Brion-Vega-Klappradio bekam vor Jahren einen Tonabnehmereingang und läuft statt mit dicken Batterien über ein Netzteil. Seit die Glühbirne durchgebrannt ist funktioniert die Skalenbeleuchtung des Küchenheredes mit einer Sparlampe, sparsam aber nicht immer praktisch. In Fernthermometern und -bedienungen stecken kleine Anleitungen, wie bei Batteriewechsel zu verfahren ist. Meinen Stromzähler kann man fernablesen. Ein Telefon von vor dem Krieg (dem Ersten) ist angeschlossen. Undsoweiter. Das Minimum ist ein Aufkleber.
···So werden mir selbst technische Dinge, Serienprodukte, nicht nur gut eingelaufene Lieblingsschuhe oder schwiegermütterliche Wollmützen zu Individuen. Ich hänge dran. Man schenke mir nur mit Vorsicht Neues. Weil mir das Gewohnte zum Individuum geworden ist, das ich nicht missen möchte. Ein wenig geht es so doch allen, oder?
···Die Ersatzfrage. Wenn so ein gutes Stück (ich rede nicht einmal von Tieren, von Hunden bis zu Goldfischen) kaputtgeht, verloren, unbrauchbar wird? Sofort nachkaufen, wäre die Devise, wir wohnen ja in der Innenstadt. Zuweilen tu ich’s, wenn etwa mein kleiner Bleistift weg ist. Wenn möglich halte ich aber – selbst bei industriellen Serienprodukten – eine kleine Trauerfrist ein, sozusagen ein Fasten auf technischem Gebiet. Denn Individuum ist, was ich dazu mache.

9. Mai 2012

Diese Geschichte und mehr gibt’s jetzt in einem eigenen Blog: http://brittingblog.blogspot.de/

Maiabend beim Wein

Heute einmal ein Blog aus einer fremden Feder. Der Schreiber, neunzig Jahre alt, hat sich voriges Jahr einen Ipad geleistet, dazu von seinem Mobilfunkprovider einen kleinen mobilen Router, und ist nun überall ganz dabei. Besonders schätzt er die virtuelle Tastatur des Ipad, augenschonend groß, und zeigt uns, dass ein Ipad eben kein nur passives Lesegerät ist!
···Nun aber zu seinen Maiabend, samt Nachtgedanken an seine im vorigen Jahr verstorbene Frau. Anmerkungen, ganz kleine Korrekturen und Links sind von mir.

Ich sitze auf der ehemaligen Reinhardt-Terrasse in Prien am Chiemsee. Das Anwesen mit Hotel und Restaurant hat den Besitzer gewechselt und heißt nun Schlossblick, weil man tatsächlich von hier aus das Schloss Ludwig des Zweiten auf der Herreninsel sehen kann. Die Preise haben sich dem »Schloss« angepasst.Wie die Küche ist, werde ich bald feststellen, wenn der Schrobenhauser Spargel mit Sauce Hollandaise serviert wird. Die Bedienung ist international (dressierte Importe!) gut, aber nicht bayrisch, nicht menschlich.
···Die Portion war vornehm klein, der Spargel zu hart, die Kartoffeln  gut, jedoch zu wenig gesalzen. (Gesalzen sind dafür die Preise.) Man sitzt wundervoll, durch aufgestellte Scheiben windgeschützt, mit herrlichem Blick über den Chiemsee mit seinem Alpenpanorama im Hintergrund. Schöner geht es kaum. Das allerdings muss man bezahlen.
···Der große Vorteil für einen alten Mann wie mich, dem seine Beine nicht mehr so weit tragen, ist der, dass es einen Parkplatz am Haus für Gäste gibt. ( Zwei Stunden gratis, danach bezahlt man auch dafür, mir wurde es erlassen.)
···Hier war ich schon in den siebziger Jahren mit meiner Mutter und meiner Frau. Die Mutter sah ich hier das letzte Mal – nun ist auch meine Frau gestorben, und ich sitze alleine hier. Immerhin in Begleitung meines unzertrennlich gewordenen Ipads, mit dem ich Glück und Leid teilen  kann, was jedoch mehr mitteilen  bedeutet.
···Noch einmal werde ich hier sehr wahrscheinlich nicht einkehren; es ist steril und teuer. Da lobe ich meine alte Post in Rohrdorf, wo ich anstatt des Schlosses hübsche Deandln sehe, die ich kenne und die mich kennen und die mich gut – und nicht mit aufgesetzter Höflichkeit – bedienen.
···Jetzt werde ich die schöne Rückfahrt antreten, um noch bei Tageslicht das Zuhause zu erreichen.
···Wieder daheim und auf dem Balkon bei untergehender Sonne und den Blick zum Wendelstein.
Allein beim Wein! Das ist auch der Titel eines Brittinggedichts. Mal lesen; mein Ipad stellt ja alles zur Verfügung,

Allein beim Wein

Wie im Glas der gelbe Wein
Blinkt, daß er mir besser schmecke!
Ich krieche tief in mich hinein,
Wie in ihr Haus die Schnecke.

Die Schnecke streckt die Fühler aus,
Ich, klüger, zieh auch sie zurück:
Nun bin ich ganz allein in meinem Haus
Als recht ein Hans im Glück.

Rings an den Tischen geht das Reden nieder
Wie ein Regen ohne Unterlaß:
Ich aber dehne meine trocknen Glieder
In meinem regenundurchlässigen Gelaß. 

···Bis auf die Reden an den Tischen, stimmt’s fast. Sogar der »Hans im Glück«! [Der Schreiber heißt auch Hans. fj] Erst wenn man alleine ist, bemerkt man, dass nicht nur geteiltes Leid ein halbes Leid ist, sondern auch ungeteiltes Glück noch weniger als die Hälfte ist, so muss man schon für die richtigen Quantitäten sorgen!
···In Prien machte ich einen Spaziergang über die Seeterrasse, die sich wie eine Zunge in den See rausstreckt. Über sie schob ich noch vor einem Jahr meine Frau im Rollwagen. Am Ende der Landzunge steht ein Pavillion, in dem ein Kerl steht und singt seit Jahren nun schon, so denn auch heute. Ich sagte meiner Frau schon damals: »Der wird einmal im See versunken sein«, aber Kalauer waren überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. So ist er immer noch nicht versunken und sunkt immer noch. Nein, nicht schön, aber er muss sich sehr gut gefallen.
···Jetzt habe ich das Windlicht angezündet. Auch ein Gedicht von Britting, doch keine Angst, das soll ja keine Anthologie werden. Aber diese yverse nun doch noch:

Es ist die Nacht nur,
Der schwarze Bruder des Tags,
Und bis der dir wieder erscheint:
Es brennt ja das Windlicht!

Leere den Weinkrug!
Schau der Flamme goldnes Gesicht!
Weißt du es nicht?
Kein Bild ist Betrug!

Hör, was das Windlicht spricht:
Unter der Sterne Gang,
Falterflug, Adlerflug,
Kurz oder lang;
Genug!

···Genug? Genug ist nie Genug! [»Das Windlicht« sollten Sie sich anhören, vom Dichter selbst gelesen! fj]
Nein wirklich Genug jetzt – aber »noch ist der Krug nicht leer«, auch ein Titel. Jetzt aber bleibe ich beim Wein ,denn noch ist der ,,,!
···o je, kein Bild ist Betrug!
···»Hör auf zu spinnen« höre ich da jemand sagen. Ach ja, so stopfe mir doch den Mund!
···»Wem schreibst du eigentlich?«, werde ich nun auch noch gefragt. Ja wem? Mir selbst!
···Ob ich schon wieder neue Bekanntschaften gemacht habe. Ja, ständig, einen jungen Bänker, mit dem ich fachsimpelte, während seine junge Frau (ich nannte sie Kücken, was ihr sogar gefiel, in meinem Aphorismen las, die auf dem Tisch bei meinem Griechen lagen. Sie ist eine Berlinerin, und ich las ihr sogleich den Aphorismus deines heiß geliebten Fontanes vor »Vor Gott sind eigentlich alle Menschen Berliner!«, das kam an! Wie nur kam der Fontane auf dies S hapsidee? Er wird wohl an den »Torquato Tasso« gedacht haben und die weenerliche Distriktprinzeesin vom Glasbrenner, weißt Du noch eie wir dabei gelacht hsben? [Adolf Glaßbrenner? fj] Wo steht denn das nur, beim Kiaulehn, ach, ich habe mich zu sehr auf Deine Ordnung eingelassen, ansatt auf meine sogenannte chaotische, nun finde ich garnichts mehr, nur das was im Koppe ist. Bei der Flickenschildt fuhr ich heute auch vorbei. Ihr Grab ist ähnlich gut versteckt wie deins. Mein Gott, wer kennt sie noch? Und den »kleinen Stall« von Wilhelm Diess hab ich vor ein paar Tagen nach Bolivien geschickt, wo ich ein paar Brüder an Heimatliches erinnern wollte. Ach, waren wir reich!
···»Wie viel noch in der Flasche ist, fragts du?« – »Sie ist noch halb voll!«, und du kannst nun nicht mehr sagen »nein, sie ist halb leer«. Wie lange ich noch bleiben will? fragst du. Ja, wer soll denn noch dafür sorgen, dass die Stabi die Ausstellung zu Brittings fünfzigstenten Todestag n macht.?
···Ich hab hier noch einiges zu tun, für dich steht ja die Zeit still! Wenn wir uns wiedersehen erzähle ich dir alles, und dann wird alles noch viel schöner sein als es es jemals war! Obwohl mein Leben sich sehr geändert hat, seit uns der Tod trennte, ich liebe dich noch immer!

An wen ich schrieb? Das muss ich jetzt niemandem mehr verraten: an mich!
···An einen, der sein Glück gern teilen möchte, in der Erkenntnis, dass es nichts Schöneres, nichts Mächtigeres, nichts Beglückenderes gibt als die Liebe. Die Liebe zu Gott, die Liebe zum Nächsten, die Liebe zu der, die man zum gemeinsamen Leben freite.
···Ein Maiabend beim Wein.
···Verzeiht einem noch immer liebenden Greis! (Alt sein ist doch nur ein Irrtum!)
Von meinem iPad gesendet=

5. Mai 2012

Phishing-Mails ansehen, ohne Risiko

Irgendwie neugierig bin ich doch auf Spam. Phishing-Mails versuchen immer wieder, mich für blöd zu verkaufen. Und laufen meist schon beim Spamfilter auf.
···Hier eine einfach Möglichkeit, sich die Links anzusehen, auf die man durch Klicken geleitet werden soll. Steht da zum Beispiel

Besuchen Sie hierzu die folgende Seite und füllen Sie das Formular korrekt aus:
https://my.master-card.net/documents/de/Formular/83295364812591530628/index.html

so sieht das ja ganz ordentlich nach Mastercard aus. Da sich das Ganze aber in einer HTML-Mail abspielt, könnte jedes beliebige Wort mit einem beliebigen Link hinterlegt sein, da könnte (sichtbar) »Himmel« stehen, und der Link darunter sozusagen (unsichtbar) in die Hölle führen. 
···Also tue ich so, als wollte ich auf die Mail antworten. Und dann ändere ich das Format meiner Mail von HTML auf »nur Text« – ich mache das ohnehin meist. Es erscheint dann eine Warnung, ich würde möglicherweise Formatierungen verlieren. Stimmt. Trotzdem, und gerade deshalb: Nur-Text! Kaum ist die »Antwort« gewandelt in »nur Text« sehe ich (jetzt im Anhang) den besagten Link so:

https://my.master-card.net/documents/de/Formular/83295364812591530628/index.html
‹http://r-ipoteka.ru/components/com_search/views/search/tmpl/83598123452915092353

Aha. Ich soll nach ru, Russland verführt werden. Mit Mastercard hat der Link nichts zu tun. Zufrieden lösche ich die nicht versandte Antwort. Passiert ist nichts. Kann auch nicht.

Beispiel: http://blogabissl.blogspot.com/2014/04/bsi-und-kein-ende-von-unsinn.html#Phishing

Das Thema nochmals mit schönem Beispiel: http://blogabissl.blogspot.com/2014/09/phishing.html

Dieser Post:  http://blogabissl.blogspot.com/2012/05/phishing-mails-ansehen-one-risiko.html

PS. Mein altes Outlook verlangt vor dem (scheinbaren) Antworten (hier »Vorgang« genannt):
   »Um diesen Vorgang abzuschließen, muss Outlook Daten von einem Server downloaden, der nicht Ihr E-Mail-Server ist. Dies kann dazu führen, dass Ihre E-Mail-Adresse beim Absender als gültig bestätigt wird, und Sie in Zukunft mehr Junk-E-Mail erhalten.« 
   Das ist natürlich unschön und birgt eine gewisse Gefahr. Ich hatte davon aber noch nie negative Folgen. (Warum Outlook wirklich weitere Daten nachladen muss, ist mir unklar.)

3. Mai 2012

Sascha Heifetz

















Der TV-Sender Arte brachte eben eine schöne Sendung über Sascha Heifetz. Geboren ca. 1900 im alten Russland, in Wilna, Litauen. Sohn eines jüdischen Geigers. Wunderkind. Der Vater zog  allein mit dem Zehnjährigen nach Sankt Petersburg, zu dessen weiterer Ausbildung. 1917 Reise nach Amerika, wo er blieb. Karriere in New York. 1967 gestorben in Kalifornien am Meer.

Weit entfernt mich mit ihm zu vergleichen, schon zeitlich nicht, fühle ich mich glücklich, nicht ausgewandert zu sein, nicht vertrieben, nicht weit weg von den Orten der Kindheit zu leben, in einer anderen Sprache, einer anderen Schrift, unter Menschen, die anderswoher stammen. Vergehen würde ich vor Glück und Sehnsucht in meinem geliebten Kalifornien.

(Bild aus der engl. Wikipedia, die ausführlich über ihn berichtet. Die Karte ist meine längst verfallene Greencard.)