28. April 2018

Google-Fotos Google Photos

Erfahrungen mit Google-Fotos (für mich9.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Fotos#Funktionen

Es können unbegrenzt viele Fotos bis zur Auflösung von 16 Megapixeln und unbegrenzt viele Videos bis zur Full-HD-Auflösung gespeichert werden,[6] allerdings verlustbehaftet durch Bildkompression.

Die bei Google Play und in Apples App Store verfügbare kostenfreie App Fotoscanner von Google Fotos (engl. PhotoScan), ermöglicht per Smartphone-Kamera analoge Fotos in einer Weise zu digitalisieren, die durch Perspektivkorrektur und automatische Randerkennung dem Scanner nahe kommt: http://www.foto-digitalisieren.de/google-fotoscanner-app/

Aufruf: https://www.google.com/photos

https://photos.google.com/?hl=de bringt die eigenen Bilder, sogern man bei Google eingeloggt ist, z.B. über Gmail.

Foto-App: https://photos.google.com/login

FAQs von Google zu Photos: https://support.google.com/photos#topic=6128818 (deutsch).
   Sieht so aus:
Wenn Sie die Google Fotos App öffnen, sehen Sie alle Fotos und Videos auf Ihrem Gerät. Wenn Sie "Sichern und synchronisieren" aktiviert haben, sehen Sie außerdem alle Inhalte, die mit Ihrer Google Fotos-Galerie synchronisiert wurden.

Die Suche ist sehr gut. 

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie Ihr Smartphone, Ihre Kamera oder Ihre Speicherkarte auf Ihrem Computer sichern können: Backup & Sync installieren, Fotos aus dem Browser hochladen.

Ende März 2018: Der Support für die Desktop-Uploader-App (Google Fotos-Sicherung) wird bald eingestellt. Verwenden Sie Google Backup & Sync, um Fotos und Videos von Ihrem Mac oder Windows-Computer zu sichern.

(Die Pop-Up Dialoge erscheinen nicht als Programme über Alt-Tab, sondern nur zusammen mit einem Neuanklicken eines Programms, bei mir mit Outlook. ?)

Installiere Backup¬Sync.
Wähle erst einmal nur die Foto-Sicherung.

Wähle erst einmal nur den lokalen Ordner Bilder, klicke alles andere weg. Später vielleicht mehr.
 


Bald einmal wird auf Teufel-komm-Raus hochgeladen, bei mir mit ≈10 Mbit/s (“mbps”).

  




NB. Der Link von Picasa wie früher geht immer noch nicht:
»Albumliste konnte nicht hochgeladen werden.«

Links: https://www.theverge.com/2017/6/9/15762170/google-photos-how-to-master





Sommerzeit oder Demokratie

Ein Aufschrei


Frühling aus der Wikipedia
Zufällig merke ich, dass die Heizung im Keller zwar »Sommer« anzeigt, die Uhr aber nach wie vor auf »Winterzeit« läuft. Die Umschaltung von Winter auf Sommer geschieht automatisch, die Umstellung zwischen Winter- und Sommerzeit aber nicht. Die Heizung ist neu.

Diese gottverdammte Zeitumstellung. Seit Menschengedenken haben wir das. Keiner will es, keiner wollte es, es bringt nur Ärger. Seit 1980 haben wir die Umstellerei in den beiden Deutschländern, wobei schon die Entstehungsgeschichte der Sommerzeit eine Zangengeburt war, was ein Seitenblick auf die Wikipedia zeigt. Mittendrin wieder einmal die EU. Neuerdings hat die darüber diskutiert, kam aber zu keinem Ergebnis, sie »überprüft«. Ab in unseren Keller, kann ich da nur fluchen.

Wie wäre es mit Demokratie? 

Die auf ewig festgesetzte Umstellerei »dient dem Binnenmarkt«. Dass ich nicht lache: Was dem alles dient, angefangen von unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen. Filz, Filz, Filz. Wenn wir nicht einmal die Zeitumstellerei wegbekommen, demokratisch. Mir ist egal, ob dann dauernd Sommer- oder Winterzeit »herrscht«, aber dieses unfähige herrschsüchtige Brüssel sollte man mal beim Hosenboden hochheben und auf den Boden der Wirklichkeit dotzen. 

Unsere »parlamentarische Diktatur« ist mangels »Direktheit« zur »Diktatur der Politikerklasse« geworden, die dem »mündigen Bürger« nicht einmal die Entscheidung über die Zeit zutraut. Wir sind ja so blöd! Und wundern uns dann … 

Direkteinstieg (Link) hierher http://j.mp/2r3ysOO#EU

Aktualisierung im Juli 2018:
   Hier der Link zur (völlig unverbindlichen) EU-Umfrage: http://j.mp/2KRfDdk =
https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/2018-summertime-arrangements
   Die Umfrage nennt sich »Öffentliche Konsultation zur Sommerzeitregelung« und erinnert so sprachlich an die Zeit, als angeblich noch der Vatikan zustängig war. (Der hat aber bloß Datum und Feiertage, nicht die Zeit bstimmt.)
   Bitte bis zu einer Minute warten, die Server sind überlastet! Rechts oben kann man »[DE] Deutsch« wählen.


Danke fürs Zuhören. 
Link hierher (»Permalink«): http://j.mp/2r3ysOO 
 https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/2018-summertime-arrangements?surveylanguage=DE

Übrigens gibt es von der »Bundesnetzagentur« immer noch eine Zeitansage über das Telefon:
0180 4 100100, allerdings echt teuer: 20 Cent aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Minute), mehr hier.

Wilhelm Waßmuß

Leutnant Wilhelm Waßmuß 1909 in Berlin (Foto ?)
 Wilhelm Waßmuß, oft Wassmuss geschrieben, war im Ersten Weltkrieg deutscher Diplomat in Buschir am Persischen Golf.
   Am spannendsten liest man antiquarisch Dagobert von Mikusch: Waßmuß, der deutsche Lawrence. Das kann ich sehr empfehlen, man sollte allerdings Fraktur lesen können. Rechts ein Auszug.
   Mich rühren sein bewegtes Schicksal, seine Treue zu Stämmen und Zusagen, seine landwirtschaftlichen Utopien.
   Er starb veramt.


Wikipedia-Eintrag  https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Wassmuss

Bücher über Wilhelm Waßmuß
• Christopher [Simon] Sykes: Wassmuss „The German Lawrence“. Longmans, Green and Co., New York 1936, ASIN: B00085POK8
Peter Hopkirk, On Secret Service East of Constantinople: The Plot to Bring Down the British Empire (London: John Murray, 2006)
Fascinating insights are also provided by Pierre Oberling, The Qashqā'i Nomads of Fars (The Hague, 1974), 127–147. 

Dagobert von Mikusch: Waßmuß, der deutsche Lawrence. Auf Grund der Tagebücher und Aufzeichnungen des verstorbenen Konsuls, deutscher und englischer Quellen und des unter gleichem Titel erschienenen Buches von Christopher Sykes. Paul List Verlag, Leipzig 1937. – Gebraucht gibt es das Buch für fünf Euro …
   Mich beeindruckte, ja rührte sein intensives Schicksal, seine Treue zu Versprechungen und seine gesellschaftlichen Utopien. Er starb verarmt. 

Eine ausführliche englische Beschreibung im Netz auf http://ww1blog.osborneink.com/?p=10058 mit historischen Landkarten.

Eine Episode: Waßmuß muß 1915 auf der Flucht seine Bücher zurücklassen. Ein Kodebuch zum Entschlüsslen deutscher Depeschen fällt den Engländern in die Hände: http://j.mp/2r684nk. (Aus “Intelligence and Imperial Defence … ” von Richard James Popplewell). 

Permalink http://j.mp/2r3M2l4
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/wilhelm-wamu.html

26. April 2018

LTB

– der langweiligste Titel, den man sich vorstellen kann! – Oder?


Laut Wikipedia – die damals noch nicht geboren war – gibt es Lustige Taschenbücher seit 1967. Seit 1951 gab es als Vorläufer die deutsche Miky Maus. Und ich lese Topolino, das italienische Original, das es schon 1932 gab, seit dessen Formatwechsel und Relaunch 1949.
   In der deutschen Wikipedia ist Topolinos Geschichte nur kurz angedeutet, in Italien weiß man noch, dass nach dem Krieg das Format zwecks rentablerer Nutzung der für den Reader’s Digest beziehungsweise die Selezione frisch gekauften deutschen Vömag-Druckmaschine gewählt wurde. Doch genug Historie.
   Bei »meinem« Comic-Laden in der Oxforstraße habe ich mir jüngst Heft 72 von 1980 aus dem Ramsch geklaubt (nicht geklaut, gell!), ich meine für ein, zwei Euro. Teuer, aber die Sache wert!
   Damals war noch die legendäre Frau Dr. Erika Fuchs (1906 – 2005), Johanna Theodolinde Erika Fuchs aus Hinterpommern, der »Chefredakteur«, die Welt politisch inkorrekt. Auch sie war über den Reader’s Digest zum Übersetzen gekommen.
   Das Heft kostete damals DM 5,60, rund € 2,80, immer schon ein stolzer Preis. Heute kostet ein LTB € 6,50; Inflation 3%, siehe Zinseszinsrechnung unten.
   Die sechs Geschichten, in denen es dabei um »viel Lärm um Donald« geht, sind ordentlich ne eine Rahmengeschichte eingespannt, die Zeichnungen emotional übertrieben, wie das eine Zeit lang Stil war. Noch mehr exzessive Emotionen hat dann aber wohl nicht noch mehr Auflage gebracht, in dieser Zeit sanfter Erzeihung … Bei Neuauflagen sind wohl manche Szenen sogar entschärft worden, siehe auch Kater Karlos Gesundung unten. Heft 72 wurde schon zwei Jahre später, 1982, nachgedruckt (Impressum). Wie der Topolino wurde dieses LTM in Italien gedruckt. Heute werden die LTBs in Thüringen gedruckt, meint die Wikipedia.
Beginn der Rahmengeschichte.
Der aus Wut hochspringende Dagobert ist typisch für die »Ganzkörper-Emotionalität«.
   Das alte Heft ist nur halb farbig. Es wech­seln sich bunte und schwarzweiße Seiten ab, immer zwei in Far­be und zwei schwarz­weiß. Die Schrift in den Blasen ist groß-kleine Druckschrift, was der Lauflänge des Deut­schen geschuldet ist und gut lesbar. Die Italiener lettern Comic-stilgerecht groß­buch­sta­big von Hand.
   Schade, dass die Autoren und Über­set­zer nicht angegeben sind wie teilweise heute.
   Besonders gut gefiel mir die letzte Ge­schich­te: die (oder der) Zerrspiegel. Auf wundersame Weise verzerren sie nicht nur, sie machen schöner, selbst schlechtsitzende Anzüge der »Herr­en­kon­fek­tion Donald Duck«. Die phan­tas­ti­schen Auswirkungen sind spannend – für Donald und uns.
   Übrigens wird, wie immer im deutschen LTB, für $ – Dollar, der Inbegriff des Ka­pi­ta­lis­mus – nur ein T gesetzt. Das steht für Taler, eine eher gemütliche Bezeichnung aus der Gegend um Karlsbad, von Jáchymov, 1930 noch 7216 Einwohner, davon 445 (6 %) Tschechen.
»Zerrspiegel«, Seite 218: »Wo steckt er, dieser Lüderjahn?« – ein weiteres Beispiel für »Ganzkörper-Emotionalität«

Ein »Lüderjahn« kommt übrigens im heutigen Online-Duden nicht (mehr) vor, nur ein Luderjan. Für diesen Lumpen sollte man etwa im Schlesischen Wörterbuch suchen. Ein Luderian, Luderjan, Luderjahn, Lüderjan oder Lüderjahn war ein Taugenichts. Die Wikipedia weiß noch, dass der Preußische König Friedrich Wilhelm II (1744 – 1797) volkstümlich »der dicke Lüderjahn« genannt wurde. Frau Dr. Fuchs muss mit dem wohl eher im Norden Deutschlands gängigen Ausdruck vertraut gewesen sein, wir heute erraten’s aus unserem »passiven Wortschatz«. Grimm kannte ludericht, luderhaft

Miky-Maus-bezügliche Geschichten:
• Die Geschichte mit der Druckmaschine ausführlich:
  http://blogabissl.blogspot.de/2018/04/terry-moore-strangers-in-paradise.html
• Wie Dagobert Duck das Bild des Reichtums prägt:
  http://blogabissl.blogspot.com/2008/03/reichtum.html
• Zinseszinsrechnung für Gymnasiasten und Interessierte
  http://blogabissl.blogspot.com/2016/05/zinseszinsrechnung.html
• Kater Karlo und sein Holzbein: 
  http://blogabissl.blogspot.de/2017/08/gambadilegno.html

Dieser Blog http://j.mp/2JrYced =
  https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/ltb.html





LTB im Netz
auf

 https://www.lustiges-taschenbuch.de/












Auf den Stil moderner Storys will ich nicht eingehen. Dazu bin ich wohl zu alt. Mir erscheinen sie überzogen, überzeichnet, überladen, inhaltlich obstrus und zeichnerisch unharmonisch bis hin zu rechteckigen Augen, die sich wohl von Bildschirmen inspirieren ließen. Entartet – um’s ganz bös zu sagen. Aber bitte: Man soll alles aus seiner Zeit beurteilen; und die heutige ist da nicht die meine …
LTB 506 Seiten 120, 121, »Die Eine-Million-Taler-Münze« von Sio (Story) und Stefano Intini (Zeichnungen), “Created 2016”

• In »Mathematik macht müde« (Story IP-3137-4 Seite 148) antwortet Daniel Düsentrieb auf eine besorgte Nachfrage Dagoberts: »Kein Fußbruch!« statt »Kein Beinbruch!«. Das Sprichwort »Hals- und Beinbruch!« findet Google 167'000-mal, mit »Fuß« statt »Bein« weltweit nur 82-mal, »Fußbruch« 33'300-mal, »Beinbruch« 684'000-mal.

• »Im Landknasthof« (Story IP-3102-5, Story GajaArrighini, Zeichnungen Emilio Urbano, created 2015) ist auf Seite 248 Großmutters Auto aber ganz falsch! Die Dame war ihrer Zeit voraus und fuhr ein Elektromobil: kein Vroomm und vor allem kein Abgas.
Omas Auto (Zeichnung von HB)













Sie fuhr ein “New Light Baker Electric Coupe” von 1912. (Bild aus der Wikipedia).









• Ganz und garnicht geht – korrekt politisch und ein wenig post-68 gesehen –, eine ganzseitige Reklame am Ende auf Seite 256 für Kriegsspielzeug:

25. April 2018

Bloggen für Britting

Georg Britting
Siehe auch Brittingblog
Georg Britting war ein deutscher Dichter, bayrisch, nieder­bay­risch aus Regensburg, dann aber in München lebend, be­schei­den, mit zwei abendlichen Stammtischen rund um den Rot­wein, keine Kinder, spät geheiratet. Generation Kästner (Erich, nicht Erhart), Eugen Roth, Brecht vielleicht und sonst heutzutage Unbekannte. Er starb 1964.
    Der Mann kann uns eigentlich egal sein. Es gibt tausende vergessene Künstler, Hobbymaler, Profimaler, His­to­rien­schrei­ber, Lieblingsdichter, Romanciers, Zeitgeister, vergangen. – Bücher sind heute Ramsch.
   Zufällig aber kam ich auf Britting, mehr dazu hier, und ich finde, der alte Herr, der nicht mehr bei Talkshows mitreden kann (er wäre heuer 127 Jahre alt!) hat uns immer noch etwas zu sagen, und das recht konzentriert und kompakt. Er war nämlich ein Dichter, sogar im profanen Sinn des Wortes.
   Immer noch ist es nämlich nicht einfach, kurz und knapp zu schreiben – lesen Sie nur weiter, ich bin das beste Beispiel! –, weil wir nicht dichten, nicht verdichten. Vage Wörter wählen, Technologie und Bereich und Umfeld, vor allem, weil wir nicht feilen, feilen, feilen …
   Brittings Geschichten sind geheimnisvoll, romantisch, ländlich, zeitlos. ’s liest sich gut.

Nun suche ich wen, der Britting propagiert, das heißt bekanntmacht, vielen neu bekanntmacht, anderen besser, manchen ganz besonders. Wir brauchen eine PR-Kampagne. Dazu haben wir manches ausprobiert: Die vollständige Britting-Website Britting.De bekam ein Facelift und sieht jetzt ganz respektabel aus. Eine Zeitlang gab's »uns« auf Facebook, was aber zu nichts gut war. Ich habe mich mit Youtube-Vorträgen versucht, da sieht man die Zahl der Abrufe. Das war nichts, weil ich nichts war, jedenfalls kein Medienstar, schon gar nicht fleißig oder literarisch bewandert. Ein Britting-Blog – http://brittingblog.blogspot.de/ – dümpelt herum. Was soll bei einem toten Dichter schon wöchentlich passieren? Dass er sich im Grab herumdreht, wird nicht gemonitort. (Als mir einmal der Hut hochging, weil behauptet wird, dass Britting ein Telegramm an Hitler geschickt hat, da fing er zwar unter der Grabplatte zu rotieren an. Die Studie dazu hier.) Blödsinn bekommt man aber nicht weg; mit Glück bekommt man es in Fake News umbenannt.

Ich meine: Wir brauchen einen Literaturfreund, vielleicht eine Deutschlehrerin an einem Gymnasium, einen wachen, fleißigen Schüler mit fester Stimme und ohne »irgendwie«, jemand, der in knapp fünf Minuten sagen kann, was er oder sie jetzt schon wieder Gutes an Britting gefunden hat, auf Youtube.
   »Mehr Abonnenten als ein Regionalblatt«, titelt meine heutige Regionalzeitung (pardon!), die NZZ über schweizer Youtuber, hier http://j.mp/2HulbVF = https://www.nzz.ch/panorama/auch-schweizer-youtuber-haben-heute-teilweise-mehr-abonnenten-als-regionalzeitungen-ld.1366281.
   Technisch sind die Siegermedien Youtube und Instagram. Menschlicht ist’s Fleiß und Können, Konstanz und Konzentration,  meine ich.
    »Ich arbeite pro Woche rund 20 Stunden für meine Videos, und das neben meinem Studium an der Universität St. Gallen«, sagt Lionel Battegay. Sein Kanal ist »Ask Switzerland« mit 54'000 Abonnenten. Unglaublich. Ein erstes, schönes Beispiel mit Brad Pitt: https://youtu.be/T3xQfIr280k?t=3m42s.
    Dann hier dieses, ausführlicher analysiert:

Ein Youtube-Muster vom 15.9.2016 aus Lionels Youtube-Kanal – nur das Titelbild ist »scharf« –: http://j.mp/2Huijba = https://www.youtube.com/watch?v=X2Bx6DDqPW4
   Knapp 25'000 Aufrufe, 866 Likes, 40 Dislikes
   Lionel ist per du mit einem, redet schnell und agil (wichtig!), abr Schweizerdeutsch. Diese knapp vier Minuten lange Sendung bringt drei Themen, eine 18-jährige Österreicherin verklagt ihre Eltern wegen ins Netz gestellter Bilder von ihr als Kind (kann mir auch noch passieren), dann wirft ein Zürcher Pub ein schwules Pärchen hinaus, und drittems geht ein namentlich genannter Politiker fremd, was der Sendung den reißerischen Titel gab: »Fremdgange – und di ganzi Schwiz weiss es.«
   Unter dem Video stehen Lionels weitere Links und Adressen.
   Ein weiteres Beispiel ist der Fotograf Jan Kaya mit seinem Instagram-Kanal Lichterfang. (Der Lichterfang ist übrigens ein Gipfel weit im Westen der Großen Barriere von Oth auf Pthor). Hier Instagram-Statistiken und neueste Bilder. Die finde ich fast Brittingsch-gruselig, was sich beim geschätzten Dichter freilich expressionistisch nennt oder naturlyrisch.
   Bei Britting geht’s mir aber um Lyrik und Kurzgeschichten, um geschriebene Bilder. Und das ist noch eine ganz andere Herausforderung!

Was sagt mir das alles? Erstens, dass ich doch Schweizerdeutsch nicht so verstehe, zweitens, dass Youtube gut gemacht werden will und wird – die Ansprüche werden sogar noch steigen –, und dass es, in Ehren, ein gutes Medium auch für Britting sein kann. Danke Lionel.

Link hierher: http://j.mp/2Hrgls2 =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/bloggen-fur-britting.html

PS. Jammerschade, das mit dem »Schwitzerdüütsch«, für mich jedenfalls. Wer keine acht Minuten Zeit hat und auch kein Schweizerdeutsch versteht, wird wie ich das Ask-Switzerland-Duo-Video genießen mit einem jungen weiblichen Youtube-Star der Schweiz, Iris Reeves: https://youtu.be/Jr01uIfSifw. 52'328 Aufrufe +1 jetzt.

animal triste

Es geht um ein klassisches Zitat, und dort um Menschlich-Animalisches. Es geht um das sive.
   Ich gestatte mir (bis auf möglicherweise kommende Proteste wegen Urheberrechtsverletzungen) die Geschichte anonymisiert hier widerzuspiegeln.
   Wen’s stört, bitte direkt bei mir melden, vertrauensvoll (Fritz@Joern.De). Wem’s Freude macht, der darf gern öffentlich kommentieren.

Foto Ghesquiere


1. Akt
   Die NZZ veröffentlicht am 8. April 2018 eine Glosse über postkoitale Traurigkeit,  
Die Zigarette danach.
   Die Autorin Birgit Schmid würzt sie mit einem klassischen Zitat.
Sie können das (hoffentlich) hier lesen: http://j.mp/2HuKxlZ =
   https://www.nzz.ch/gesellschaft/auf-eine-zigarette-danach-ld.1374592
(Birgit Schmid: »Auf eine Zigarette danach«).

   Zitat, kursiv von mir:
»Nicht zufällig nennen die Franzosen den Orgasmus kleinen Tod, und ein lateinisches Sprichwort geht: ›Post coitum omne animal triste‹, nach der Vereinigung sind alle Lebewesen traurig.«

2. Akt
   Ein klassischer Leserbrief, der’s etwas besser weiß:, NZZ 18. April:
Die Crux mit Zitaten
   Birgit Schmid stellt in ihrer süffigen Kolumne (»In jeder Beziehung«, NZZ 6. 4. 18) fest, dass nach dem Beischlaf sich postkoitale Traurigkeit einstelle, von der »vorwiegend Frauen« betroffen seien.
Sie schmückt diese Erkenntnis unter anderem mit der Aussage, die dem griechisch-römischen Arzt Galenos von Pergamon zugeschrieben wird: »Post coitum omne animal triste est«, »Nach dem Beischlaf ist jedes Lebewesen traurig«. Zu gerne wüsste ich, ob sie absichtlich verkürzt zitiert hat. Die Aussage geht nämlich eigentlich weiter: »sive gallus et mulier«, also »ausser dem Hahn und der Frau». Das »omne« wird somit relativiert, Galenos war da anderer Meinung als Birgit Schmid.
Ohne Stellung zu beziehen: Dies zeigt wieder einmal sehr schön, wie man mit ungenauen
beziehungsweise verkürzten Zitaten deren Sinn verändern kann.

3. Akt
   Ein Leserbrief zum Leserbrief legt am 25. April geistig den Rückwärtsgang ein.  
Vorsicht bei Zitaten
   Mit den Zitaten muss man tatsächlich sorgfältig umgehen. Im Falle von Birgit Schmid ist der Vorwurf bewusster Verkürzung jedoch nicht berechtigt (Leserbrief NZZ 18. 4. 18). Das lateinische
»post coitum omne animal triste est sive gallus et mulier« heisst, sofern es richtig überliefert ist: »Nach dem Koitus ist jedes Lebewesen traurig – sei es ein Hahn oder auch eine Frau.« [Die Leserbriefschreiberin oder der Leserbriefschreiber] übersetzt das »sive« mit «ausser» bzw.
mit »ohne«, was wohl eine Verwechslung mit lat. »sine« wäre. Seine Übersetzung ist falsch. Hahn und Frau sind Beispiele für Lebewesen, nicht Ausnahmen der Traurigkeit. Also: Sinngemäss kann man die vier letzten Wörter des Zitats ruhig weglassen. Ob aber der Galen zugeschriebene Satz wirklich von ihm stammt, ist eh nicht sicher, und schliesslich darf man ruhig annehmen, dass der Grieche Galen mit dem Latein auch so seine liebe Mühe hatte, wenn er seine römischen
Kunden behandelte.

sive
   bei Google: oder
   bei Frag-Cäsar: oder, oder aber
   bei Pons: oder
   Linguee kann kein Latein 
   Latin is Simple analysiert das Sprichwort
Übrigens ist der Fehler mit dem »außer« häufig, etwa hier. Selbst die Welt patzt, allerdings nach einem Test tantrischer Yoni-Massage in Berlin. Woraufhin Galen (129 bis 199) als Galçn erscheint.

Gelegentlich auch als: Post coitum omne animal triste praeter gallum, qui cantat. (Quelle)


post coitum tristitia, 1746, in »Von dem Zustand Des Menschen In der Erbsünde«, aus dem Französischen, Quelle. Ein wunderschönes Buch übrigens:


Gegen moderne Blogs sahen Bücher damals halt noch »wertig« aus. Genug.

Link hierher: http://j.mp/2HsKYNE
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/animal-triste.html



24. April 2018

Der Genitiv-Apostroph

Ein Apostroph ist ein Auslassungszeichen. Die Amerikaner mögen ihn für alles Mögliche einsetzen. Wenn McDonald's® dazu meint: »Ich liebe es‎«, dann ist das falsch. Erstens gehört ein Apostroph richtigrum gebogen wie ein Komma oben, und nicht ' gerade wie Kratzer; und zweitens spricht und sagt man doch »Mäck-Donalds«, selbst wenn man viel Zeit hat, und nicht etwa »Mäck-Donaldsens«. Nichts ist ausgelassen. Also gibt’s im Deutschen kein Auslassungszeichen wo nichts fehlt.
   Nun aber zum Genitiv. Das ist der sogenannte zweite Fall: das Haus, des Hauses, dem Haus, das Haus. Wenn’s (= wenn es) aber nun ein Peter ist: der Peters, des Peters, dem Peter … , genauso. Doch beim Fritz? Der Fritz, des Fritzs – sähe bescheiden aus, könnte man nicht sprechen, sagt man nicht, also: des Fritz’. Das s lässt man weg, und für das ausgelassene s steht dann der Apostroph.
   Mir war’s bei Frau Nahles aufgefallen, hier. »Nahles’ Ergebnis« steht da korrekt, aber – unsauber  – »Nahles' Gegner« mit geradem Strich und – falsch – »Nahles Wahl«. Der Duden ist da klar. Andere Möglichkeiten: Die Wahl von Frau Nahles, der Nahles ihre Wahl (Dialekt).
   Achtung: Ein fehlendes Genitiv-s signalisiert man ausschließlich bei Eigennamen mit einem Apostroph, sagt auch »Fehler-Haft«.
    
Sozialismus, überhaupt die Ismen. Da fehlt nichts, wenn man sagt: die Farbe »des Sozialismus«. Im Duden steht: der Sozialismus; Genitiv: des Sozialismus,usw.
   Auch bei Humus und vermutlich bei allen -s-Wörtern verwendet man inzwischen nicht die überholte Form »des Humusses« und sagt einfach: »Die Feuchtigkeit des Humus«, »die Berechnung des Sinus«. Selbst bei Jungendstil darf vielleicht das s entfallen: »Wien gilt als die Geburtsstadt des Jugendstil(s).« bietet die »deutsche Grammatik« an. Schön finde ich das nicht, mir klingt’s abgehackt, als ob da ein Herr Jugendstil das Licht der Welt erblickt hätte.

Nachts: Bitte nicht »nacht’s« schreiben, da fehlt nichts. Selbst bei macht’s, wo wirklich ein ganzes Wörtchen, »es«, ausgefallen ist, wird man bald einfach »machts« schreiben. Übrigens sind »am Abend« und »abends«, »nachts« und »in der Nacht« orthographisch trickreich: wenn mit s klein; mehr hier.

Noch ein paar Links:
https://deutschegrammatik20.de/das-substantiv-nomen/die-form-des-genitivs/ 
https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Genitiv-auf-s-oder-es 

Der Link hierher: http://j.mp/2JkXUpp =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/der-genitiv-apostroph.html

23. April 2018

»Sekundärer Antisemitismus«

Ich stehe vermutlich allein da mit meiner Meinung, dass man erst einmal nachdenken soll.
   Ich mag Juden, sehr, das kommt schon von meinem sel. Großvater, der mich vor sechzig Jahren erzogen hat. Er stammte noch aus dem »alten Österreich«. Da waren Juden hervorragend – ich meine das wörtlich: Sie ragten heraus, waren erkennbar, wurden erkannt. So stelle ich mir das vor. Heute erkennt, ja kennt keiner mehr welche, jedenfalls nicht hier. Dazu müssen sie schon mindestens Kippa tragen.
   Das alte Wien um die Jahrhundertwende, die von 1899 auf 1900, muss geprägt gewesen sein von Antisemitismus. Mein Großvater studierte dort. Wen er dort kannte, mit wem er verkehrte, weiß ich natürlich nicht. Jedenfalls war meine ganze Familie mit vielen Juden befreundet bis nach dem Krieg, wo uns – uns inzwischen kleine, glücklich vertriebene Leute – in Bozen Amerikaner mit großen Buicks, Servolenkung und Automatik besuchen kamen, aus New York, alte jüdische Freunde. Danach kamen in den Fünfzigerjahren erst wieder Lehrer aus meinem Internat in Oberbayern auf Durchreise nach dem Süden.
   Genug. So wie jeder alte Deutsche einen Junden im Keller versteckt hatte, hatte jeder Jude einen Verwandten gekannt im KZ, Sprüche, die gottlob aussterben. Großvaters Einstellungen und seine Lebenserinnerungen sind gesondert zu lesen, auf www.Joern.De/Hoedl.htm, speziell http://joern.de/hoedl.htm#Judenfrage.
   Ich wollte über meinen erschreckenden »Sekundärantisemitismus« schreiben.

Bild ARD
Anne Wills Gäste gestern Abend von links nach rechts:
– Katja Kipping, Parteivorsitzende der Linken
– Ulf Poschardt, Welt-Chefredakteur
– Volker Kauder, CDU, Vorsitzender der Unionsbundestagsfraktion
– (Anne Will)
– Shimon Stein, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland
– Ahmad Mansour, Psychologe und Autor

Da hörte ich zum ersten Mal von »sekundärem Antisemitismus«: Ich bin ein Antisemit, das wurde mir klar.
  In der Diskussionsrunde gestern (22.4.2018) hat mich die implizite Definition eines »sekundären« Antisemitismus’ erschreckt. Shimon Stein meinte unwidersprochen, es gäbe bei zwanzig Prozent der Menschen in der deutschen Gesellschaft zumindest »sekundären Antisemitismus«, also Judenhass (so wörtlich im Stern), den es – angeblich – nicht trotz, sondern wegen Auschwitz gibt.

Sekundärer Antisemitismus: http://j.mp/2Jiql7t =
https://www.bs-anne-frank.de/fileadmin/user_upload/Slider/Publikationen/Broschuere_Weltbild_Antisemitismus.pdf#Page=52

Mediathek: http://j.mp/2HnsOx4 =
http://www.ardmediathek.de/tv/Anne-Will/Sendung?documentId=328454&bcastId=328454

Bericht von T-Online: http://j.mp/2Jj9lOu =
http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_83650954/streit-um-integration-bei-anne-will-antisemitismus-ist-kein-import-.html

Focus zur Diskussion: http://j.mp/2HpdAHX =
https://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-anne-will-kipping-ueber-rapper-kollegah-schwimmt-im-strom-der-rechtsextremen-mit_id_8802768.html

Die Welt zur Diskussion: http://j.mp/2HkcM76 =
 https://www.welt.de/vermischtes/article175702115/Anne-Will-Islam-Experte-Mansour-rechnet-mit-deutscher-Integrationspolitik-ab.html

FAZ: http://j.mp/2HojPLQ =
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-zu-anne-will-antisemitismus-ist-manisch-15555593.html

Stern: http://j.mp/2JjdKRw =
https://www.stern.de/kultur/tv/anne-will-tv-kritik--antisemitismus-debatte-spaltet-die-runde-7953814.html

TAZ mit Zahlen und Gedanken zu sekundärem Antisemitismus:
http://www.taz.de/!5078699/
 
»Deutsche fühlen besondere moralische Verantwortung – aber keine Schuld«, Daten und Fakten in der FAZ: http://j.mp/2HKypAT =
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-fuehlen-verantwortung-aber-keine-schuld-15446803.html

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Mir scheint, dass generell eine bloß historische Haltung zum Holocaust bereits Antisemitismus genannt wird. Ein ähnliches Missverständnis erlebte ich am Samstag, als mir durchaus gebildeter
Gesprächspartner zur Vertreibung der Deutschen (aus dem Osten) meinte, das sei ja die Folge ihrer Wahl Hitlers und ihres Nationalsozialismus’.

Ich meine:

Nichts gibt moralisch das Recht auf Hass. 
   Hass, Morde, Attentate, überhaupt Gewalt gegen Mitmenschen ist unter keinen Umständen zu rechtfertigen. Überspitzt ausgedrückt: Selbst wenn es die Konzentrationslager nicht gegeben hätte, dürfte man Juden nicht hassen, wie keine Volksgruppe auf der Welt!
   Wenn man schon Schuld und Moral in eine Geschichte einbringt, dann gehört dazu erst die Empörung über die Unmenschlichkeit, die Unmoral. Eine »Ursachenforschung«, ein »Warum?« ist sekundär, oft sensationalistisch.
   Ich fühle mich als Deutscher für den Holocaust persönlich nicht verantwortlich. Das aber macht mich weder zu einem Leugner der Gräueltaten, noch zu einem Antisemiten, noch zu irgendetwas sonstwie negativ Gezeichnetem. Ich hasse niemanden. Ich weigere mich nur, für etwa verantwortlich zu sein, was ich nicht getan habe. Ich bin auch nicht stolz auf Beethoven, obwohl ich ihn bewundere. Wer bin ich denn, dass ich urteile, verurteile, ein (sogar unwissender) Nachgeborener als göttlicher Richter?
   Polemisch lässt sich das so überspitzen: Ein jüngerer, in Deutschland eingebürgerter Türke, kann doch nicht nur deshalb als Antisemit bezeichnet werden, weil er die Verantwortung für den Holocaust ablehnt.
   Wir laden genug Schuld auf uns, von den Ertrunkenen im Mittelmeer bis zu den staatlich gutgeheißenen Raketenangriffen in Syrien (»völkerrechtswidrig«!) bis zu unmenschlichen Ausweisungen papierloser Frauen nach dreißig Jahren friedlichen und unauffälligen Lebens hier. Dazu kommen Stasi-Bespitzelungen und Schüsse an der Mauer – alles öffentlich ziemlich vergessen. homo homini lupus. Denken, »fühlen« wir daran.
   Der Holocaust wird sich nicht wiederholen. Die Roten Khmer bauten keine Gaskammern. Geschichte wiederholt sich nicht. Doch das Unrecht, das wir jetzt tun – (noch ein Beispiel:) allein durch jahrelange Asyl-»Verfahren« – das liegt mir auf der Seele.
   Und kritisieren tue ich – um zum Thema zurückzukommen – den Unfrieden in Israel, die illegale Siedlungspolitik, die Isolation des Gazastreifens. Warum ist die »Zweistaatenlösung« noch nicht gelöst, das heißt einfach durchgeführt? Hier wird fortwährend Hass gepflanzt.
   Am Schluss zur Vertreibung der Deutschen aus dem Osten: Politisch war es gut, dass keiner, nicht einmal ethnische Minderheiten übrigblieben. Da gibt es wenigstens heute keinen Anlass zu Streit …

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Interessant in diesem Zusammenhang ein Gastbeitrag von Carlo Strenger aus Tel Aviv, der sich Gedanken macht über »US-Juden und ihr Verhältnis zu Israel«. Das amerikanische Judentum sei etwa so groß wie das israelische, aber zu über siebzig Prozent »klar liberal orientiert«. Hier nachzulesen: http://j.mp/2vZBUyT = https://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/die-us-juden-und-israel-geschichte-einer-entfremdung-ld.1380624

16. April 2018

Fake News

An Fake News – Falschnachrichten – ist meistens falsch, dass es gar keine Nachrichten sind. Da geht es gar nicht um einen sachlichen Inhalt einer Nachricht, der mehr oder weniger stimmen kann, sondern um die Tatsache, dass die Nachricht eine Meinung ist und kein Geschehen.
   Hört man sich im Radio Nachrichten an, so sind »Nachrichten« oft – ich schätze nur in einem Drittel der Fälle – »Nachrichten«: Sachen, die tatsächlich oder angeblich passiert sind. Der Rest sind aneinandergereihte Meinungen. Gibt es nichts Neues, müssen Meinungen und Vermutungen her. Und statt eine Aussage inhaltlich zu prüfen, schiebt das Nachrichtenorgan als Autorität einen oft unmaßgeblichen Politiker vor, der dann dies oder jenes gesagt hat. Oft sagt A dem B, was der tun sollte, hat aber selbst keinen Einfluss auf das Geschehen. Dann kommt zwecks Ausgewogenheit (»Proporz«) die gegenteilige Meinung von C zu B. Die Berichte mancher Stationen sollten gleich »Nachrichten und Meinungen« heißen. 
   Emotionales verkauft sich eben besser als objektiv Sachliches. Dabei werden gern meinungsbildende Adjektive mit unbestreitbaren Tatsachen durchgeschmuggelt, vom berühmten »wohlverdienten Ruhestand« bis zur immer wieder »völkerrechtswidrigen Annektion der Krim«. Die Menge der Eigenschaftswörter steht proportional zur Tendenz. Dazu kommt gefälliges »Product Placement«, etwa für eine »Funke-Mediengruppe«, unter der sich keiner etwas vorstellen kann oder möchte. 
   Inhaltlich fehlen oft klare Angaben darüber, was wirklich Sache ist. Dass 87 Millionen Leuten ihre Facebook-Daten »geklaut« wurden, ist ja bös und schlimm, doch was waren das genau für Daten – auch Passwörter? Sicherheitsfragen? Geburtsdaten? Häufigkeit der Nutzung? Likes? – Das sagt uns keiner. Wie groß war da ein Datensatz? Was steckte drin? Das hätte man doch Zuckerberg fragen können. Erlitt jemand einen finanziellen oder seelischen Schaden? 
   Weiter gesponnen: Haben Facebook-Daten, geschickt manipuliert, den Brexit oder die Trump-Wahl beeinflusst? Oder Facebook-Fake-News? Weil der Papst angeblich Trump bevorzugte? Dass Falschnachrichten oft interessanter sind als wahre, lässt sich zeigen. Meines Wissens werden allerdings am liebsten Katzenbilder »geteilt«, was noch lang nicht sagt, dass die Leute deshalb Katzen wählten. Ich weiß nichteinmal, ob die vor Wahlen an allen legalen und illegalen Stellen angebrachten Kandidatenkonterfeis die Wähler wirklich beeinflussen. Dass ein gesellschaftliches (»politisch korrektes«) Interesse besteht, das so zu sehen, glaube ich wohl. Wer sich drüber aufregt, wird verdächtigt, gegen die staatliche Wahlkampffinanzierung zu sein oder für Minderheiten. Und Zeitungen beeinflussen die politische Meinung doch auch, und wie! 
   Denken. Das wichtigste Mittel gegen Falsches war und ist: selbst denken, plausibilisieren. Kann das stimmen? Und weiterdenken: Wem nützt diese Aussage, diese Meinung? Soll ich mich ihr anschließen? Darf ich nicht einmal sagen: Ich weiß es nicht. Ist mir egal. Damit habe ich mich nicht befasst. Darüber muss ich erst nachdenken.
Werbung am südlichen Mainufer,
wo gerne Jogger vorbeikommen:
»Nicht alles, was am Main läuft,
ist Main-Stream. 90,4 youfm,
music like me«. 18.10.2013
   Nun Werbung. Werbung hat sich immer schon dem Umworbenen angepasst. Einem Jogger am südlichen Mainufer empfehle ich doch nicht eine Kreuzfahrt in der Südsee, sondern entweder Laufschuhe oder leich­te­re Kopfhörer. Wer eine Waschmaschine sucht im Internet, dem schickt man nicht Hotelreklame. Dabei wissen die au­to­ma­ti­schen digitalen Werbeplatzierer eher zu wenig von mir: Die Werbung für Wasch­ma­schi­nen lief eine Zeitlang weiter, nachdem ich die Maschine schon gekauft hatte.
   Verkauft mir den Bürger nicht als dumm. 

Permalink http://j.mp/2H3CYCL =
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/fake-news.html

Übrigens war ich Ostern 2009 wenige Wochen lang bei Facebook, bevor ich mich verärgert abmeldete (was gar nicht so leicht war). Hier meine Glosse dazu:
http://www.joern.de/FacebookEsel.pdf

Damals hatte Facebook 242 Millionen Nutzer (Quelle).
  

13. April 2018

NZZ-Artikel empfohlen

Überholt! Neue Datei
 http://blogabissl.blogspot.com/2018/07/nzz-arikel.html




Mir treuem Leser fallen Artikel auf. 
   Ist man älter (oder einfach alt), möchte man sie weiterempfehlen. 
   Ich mache das einmal, und dann noch einmal, wieder, wenn ich fleißig bin. Oben ist immer der neueste.

Die Artikelüberschriften sind online oft andere als im Blatt. Wer sucht, sollte dazu ein Stück Inhalt wählen. – Datumsangaben variieren oft; so bringt die internationale Ausgabe das meiste einen Tag später.
   Permalink hierher: http://j.mp/2HhYerD =
http://blogabissl.blogspot.com/2018/04/nzz-artikel-empfohlen.html
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27.6.2018
 Das heisse Gas zwischen den Galaxien sendet ein Lebenszeichen.
18 Tage lang haben Astronomen eine weit entfernte Quelle von Röntgenlicht observiert. Der Aufwand hat sich gelohnt. Jetzt glauben sie zu wissen, wo sich der vermisste Teil der gewöhnlichen Materie verbirgt. http://j.mp/2MAd37V =
https://www.nzz.ch/wissenschaft/das-heisse-gas-zwischen-den-galaxien-sendet-ein-lebenszeichen-ld.1395822

27.6.2018
 «Schönheit ist in der heutigen Kunst das wahre Skandalon», Interview mit
Wolfgang Beltracchi. http://j.mp/2MApErS =
https://www.nzz.ch/feuilleton/schoenheit-ist-in-der-heutigen-kunst-das-wahre-skandalon-ld.1397738
29.5.2018
 Muslim-Bann zerstört Lebenstraum. Iranerin strandet wegen der amerikanischen Politik in Deutschland. http://j.mp/2JfFAll =
https://www.nzz.ch/international/trumps-muslim-bann-hat-den-lebenstraum-einer-iranerin-zerstoert-ld.1386914

26.5. 2018
 Ein Gott, der Recht und Frieden schafft – Die Geschichte des Monotheismus beginnt nicht im Vorderen Orient, sondern im alten Iran. Bei Mitra, dem Gott des Vertrages. http://j.mp/2Muul6v =
https://www.nzz.ch/feuilleton/ein-gott-der-recht-und-frieden-schafft-ld.1387645

26.5.2018
 Es ist die grosse lastende Frage: Ein europäisches Volk, was wäre das? http://j.mp/2KzQboN =
https://www.nzz.ch/feuilleton/stellen-wir-uns-einmal-vor-ein-europaeisches-volk-was-waere-das-ld.1387885

26.5.2918
Daniele Muscionico: Die Griechische Landschildkröte Torti hat Charaktereigenschaften, die für ein Wildtier untypisch sind. Sie sei absolut furchtlos und sozial hoch talentiert, erzählt ihre Adoptivmutter Claudia Schärer.
http://j.mp/2MyInE7 =
https://www.nzz.ch/gesellschaft/draufgaengerin-im-tortenformat-ld.1387942

16.5.2018
 NZZ Forschung und Technik, 16. Mai 2018, Die seltsame Wiederkehr der Weltseele
  http://bit.ly/2IpLj4m =
  https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-seltsame-wiederkehr-der-weltseele-ld.1379451
Siehe auch dazu meinen Blog https://blogabissl.blogspot.com/2018/05/weltseele.html

28.4.2018
   Vierzig Jahre Teilung brauchen vierzig Jahre Heilung - Thema DDR http://j.mp/2smjFz7 =
https://www.nzz.ch/feuilleton/vierzig-jahre-teilung-brauchen-vierzig-jahre-heilung-ld.1380550

24.4.2018
   Nicht zu Nepals Nutzen http://j.mp/2JouHKb
»Man kann sich die Notenbank eines Landes wie einen riesigen Vermögensverwalter vorstellen. Theoretisch könnte sie einen Goldschatz damit aufbauen, marktfähige Wertpapiere kaufen oder wichtige Importgüter finanzieren.«, s. a. »Dagobert-Duck«-Blog

21.4.2018
   Warum Intellektuelle den Kapitalismus verachten http://j.mp/2JlFB3t =
https://www.nzz.ch/meinung/warum-intellektuelle-den-kapitalismus-verachten-ld.1367638

20.4.2018
   Streit über Erbgut und Rassen in USA http://j.mp/2HmzxqQ =

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-genetiker-david-reich-loest-in-den-usa-einen-intellektuellen-streit-ueber-erbgut-und-rassen-aus-ld.1378433


12.4.2018Die Fußfessel: http://j.mp/2HKBIbh

https://www.nzz.ch/gesellschaft/kleiner-big-brother-am-fuss-ld.1375638

 12.4.2018
   Bekenne, du schlechter Mensch!
Polemik von Reinhard Sprenger

   Gegen das Moralisieren aller Lebensumstände. Gut geschrieben.
https://www.nzz.ch/feuilleton/bekenne-du-schlechter-mensch-ld.1375392 = http://j.mp/2qrZVct

12.4.2018
   Am Berg in den Wahnsinn getrieben
Sinnestäuschungen im Hochgebirge. Erwas für Berg- und Gruselfreunde
https://www.nzz.ch/gesellschaft/reise/berg-wahnsinn-getrieben-hoehenpsychose-ld.1368339 = http://j.mp/2HixV4F

11.4.2018 
   Die grosse Apokalypse auf dem Mond zog sich hin
Anders als angenommen stammen die riesigen Mondkrater und die Meteoriteneinschläge bei uns nicht aus derselben Zeit.
https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-grosse-apokalypse-auf-dem-mond-zog-sich-hin-ld.1374732 = http://j.mp/2HhxK9F

11.4.2018
   Atome und Antiatome schwingen im gleichen Takt
Am Cern zeigte man bis auf die zwölfte Stelle hinter dem Komma, dass die Naturgesetze gleich bleiben, wenn man Materie und Antimaterie vertauscht, den Raum spiegelt und die Zeit umkehrt. (Wie man die Zeit umkehrt, wird nicht erklärt.)
https://www.nzz.ch/wissenschaft/atome-und-antiatome-schwingen-im-gleichen-takt-ld.1374313 = http://j.mp/2qxir3p

6.4.2018
   Ein Dorf puzzelt http://j.mp/2qRlAuV =
https://www.nzz.ch/panorama/ein-dorf-puzzelt-gegen-die-anonymitaet-ld.1371389

23.2.2018
   Millionen winziger Spiegel lenken Licht ins Haus
 Natürliche »künstliche« Beleuchtung – ein Archtektenthema
   https://www.nzz.ch/wissenschaft/millionen-winziger-spiegel-schaffen-licht-ins-haus-ld.135511831.1.2018 = http://j.mp/2HhSX3j

31.1.2018
Hiobs Schweigen http://j.mp/2CyQLSV =
https://www.nzz.ch/feuilleton/hiobs-schweigen-ld.1343521
Nicht Gott, der Teufel versucht den Menschen, sagt der Papst. Doch in der Versuchung des gottesfürchtigen Menschen liegt das tiefste Paradox des Christentums.

3.1.2018
   Die Entdeckung der Ehrlichkeit http://j.mp/2CznN5g =
https://www.nzz.ch/feuilleton/die-entdeckung-der-ehrlichkeit-ld.1343514
In einer zauberhaften Parabel stellt Italo Calvino unsere Weltordnung auf den Kopf. Das Gleichgewicht des Diebstahls hält hier das soziale Gefüge zusammen. Lena Schall illustriert den Text mit ganz eigener Komik.

3.1.2018
   Europa entsteht aus der Konkurrenz http://j.mp/2CECxA1 =
https://www.nzz.ch/feuilleton/das-wahre-europa-entsteht-aus-der-konkurrenz-ld.1343018
Wenn es kriselt in der EU, wird die historische Einheit Europas beschworen. Nur, die gab es eigentlich gar nie.

23.12.2017
Ein Nadelbaum wird zum Zankapfel.
Die aus Nordamerika eingewanderte Douglasie macht sich auch in Schweizer Wäldern breit. Was die Forstwirtschaft freut, ruft bei Naturschützern gemischte Gefühle hervor. http://j.mp/2KA9wWz =
 https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-douglasie-als-hoffnungstraegerin-ld.1339346

24.2.2016
   Meteorit über dem Atlantik
   10'000 Tonnen, Energie von 500 bis 600 Kilotonnen TNT – das entspricht dem 30- bis 40-Fachen der Hiroshima-Atombombe.
https://www.nzz.ch/wissenschaft/riesiger-meteorit-vergluehte-unbemerkt-ueber-dem-atlantik-1.18700665 = http://j.mp/2quzPp6

27.2.2013
   «Tscheljabinsk» in Arabien
Schweizer Forscher finden in Arabien prähistorischer Meteoriten.
https://www.nzz.ch/panorama/tscheljabinsk-in-arabien-1.18028142 = http://j.mp/2HnwJxb
   Einschlagkrater: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Einschlagkrater_der_Erde
  https://www.nzz.ch/article8XP27-1.272503

11. April 2018

Google.com statt Google.de verwenden

Vor allem bei der Bildersuche ist Google.de unpraktischer. Wer lieber mit Google.com sucht, sollte nicht nur einfach Google.com ansteuern – da wird er sofort zu .de umgeleitet –, sondern

https://www.google.com/webhp?hl=en  bezw.

https://www.google.com/webhp?hl=de

aufrufen. (Das Anhängen von /ncr -- no country redirect -- klappt nicht mehr, schreibt Chip.)
   Hier noch eine Reihe von Firefox-Plugins für das Suchfeld:
http://mycroftproject.com/google-search-plugins.html
  Da kann man sich ein "Google US" holen:


 Einfach "Hinzufügen", schon erscheint "Google US" als Wahlmöglichkeit oben rechts im Suchfeld. Dort kann man sie dann über "Suchmaschinen verwalten" noch weiter hochschieben.

Suche ohne "Personalisierung", neutral, hier.
Suche ohne SSL hier.
Suchparameter
Suchparameter lt. Google 
Duden.De-Suche als Plugin
Linguee (Deutsch-Englisch), Pons
Wictionary

Permalink hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/googlecom-statt-googlede-verwenden.html