15. September 2017

Mist HP LaserJet P1102w

HP LaserJet P1102w
Erst die gute Nachricht: Der Schwarzweiß-Laserdrucker von Hewlett-Packard »HP LaserJet P1102w« ist ein schönes, schnelles Stück Hardware. Die Druckgeschwindigkeit ist erstaunlich schnell (Specs), besonders wenn man Tintenstrahldrucker gewohnt war. Wenn er läuft, dann läuft er.
   Und teuer war er auch nicht, so um die siebzig Euro.
   Er trocknet auch nicht aus.

Nun die schlechte Nachricht: Über W-Lan lässt er sich nur betreiben, wenn man viel Glück hat. Ich habe mir fast die Zähne ausgebissen, ich habe Stunden vertan, um ihn vorschriftsmäßig in ein W-Lan einzubinden, um ihn später ohne USB-Kabelverbindung zwischen PC und Drucker verwenden zu können. Dabei muss das gehen!
   Näheres und eine mögliche Lösung finden Sie auf
https://sturmflut.github.io/printer/wireless/2015/01/18/connecting-a-hp-laserjet-pro-P1102w-printer-to-a-wireless-network/. Dort schreibt der Autor:
   The built-in WiFi module and the printer firmware seem to not implement many WiFi aspects correctly:
• Only channels 6 and 11 are officially supported. Other channels may work, but there’s no guarantee.
• Only 802.11b and 802.11g are supported. This should be okay, as WiFi is backwards compatible, but the P1102w doesn’t seem to like it if the access point also simultaneously offers 802.11n. It ends up being a major problem, since you really want your other devices to communicate at 802.11n speeds.
• Only WEP and WPA-PSK seem to be supported. This is a major problem, since most customer routers/access points default to WPA2 and you don’t want to switch back to WPA-PSK for security reasons. The P1102w also doesn’t seem to like it if the access point simultaneously offers WPA and WPA2.
• The P1102w doesn’t seem to like SSIDs which contain spaces. Dashes seem to be okay.
• WPS doesn’t seem to work at all.
• In some cases the passphrase set via the GUI tools may not be equal to the passphrase that the device ends up using, especially when using WEP and if the passphrase contains special characters (spaces etc.)
•  In some cases the GUI shows the new configuration, but the printer is still probing the old network. In this case the printer has to be manually reset by starting it with both buttons pressed.
   My solution.
Luckily one of my access points supports the creation of separate guest networks, so I created a special wireless network with the following settings: 802.11b+g only, channel 11, SSID “storm-printer”, WPA-PSK with a password that only contains lowercase letters. I created the necessary firewall rules so that the hosts on my network can reach the printer. The printer now reliably connects, and I can successfully print from my Ubuntu 14.10 and 15.04 installations.


Ich habe das Problem mit WPS gelöst: Am Router die WPS-Taste drücken, am Drucker die WPS-Taste drücken, und schon war der P1102w im W-Lan! Der WPS-Knopf am Drucker ist die schwarze Taste ganz oben, die mit dem Funkzeichen.
   Weitere Tipps: Man muss die Einschattaste vorne links gelegentlich etwas länger drücken, bis die Kiste ansprint.

Die Installationssoftware (und mehr) finden Sie auf http://whp-hou9.cold.extweb.hp.com/pub/softlib/software13/COL32431/bi-80329-11/hp_LJP1100_P1560_P1600_Full_Solution-v20120831-50157036_SMO.exe = http://bit.ly/2jwLfb9 (143,3 MByte!).  
   Symptomatisch für das Nichtfunktionieren der W-Lan-Anbindung ist vergebliche Suche nach dem Drucker auf einem (dem) W-Lan. Danach möchte er die SSD von Hand eingegeben bekommen, was aber auch nicht hilft.
   Nach meiner erfolgreichen Paarung über WPS (Wi-Fi Protected Setup), ohne PC oder Software, hatte der Drucker vom Router eine interne IP-Adresse bekommen, hier 192.168.0.104, was ich mit dem advanced IP scanner so erkannte:

Permalink hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/mist-hplaserjet-p1102w.html

10. September 2017

Eine Moralfrage

Das Folgende ist beinahe eine religiöse Frage, eine Frage nach Sitte und Einstellung. Dergleichen Fragen sind, so empfinde ich das, heutzutage eher Tabu. Desto unterschwelliger mögen sie auf Lösung lauern. Da will ich mich einmal mutig vorwagen.
   In der Schule vor sechzig Jahren, in Bayern, lernte ich Katechismus. Gebeichtet wurde dann immer am Samstagnachmittag anhand eines »Beichtspiegels«, einer Liste gängiger Sünden zum Selbstabfragen. Da ist bei mir unwillkürlich manches bis heute hängen geblieben. Wohlan:
   Gesündigt hat man schon damals in »Gedanken, Worten und Werken«. Tut man das immer noch? Oder gilt inzwischen nur mehr Kant: Erlaubt ist, bittesehr, was keinem anderen schadet – locker zusammengefasst. Das schließt praktisch alles aus, was man mit sich selbst anstellt, vom Rauchen bis zum Sex. Auf jeden Fall sind damit »die Gedanken frei«, immateriell, in ihrer eigenen Welt. Gerade da will ich einmal nachbohren.
   Es zeigt sich, dass heute (noch?) gesellschaftlich den Gedanken durchaus Grenzen gesetzt werden. Schon das Entstehen gewisser Gedanken wird versucht zu verhindern. Das Strafrecht soll verhindern, dass Gedanken gewisse Triebe erst gar nicht entstehen lassen. Wir durften damals im Internat keine Illustrierten haben. Heute sind nach § 184b des Strafgesetzbuches kinderpornografische Bilder am PC verboten, sogar schon die Suche danach, bloßes Googeln. Das Ziel solcher Verbote mag sein, schädliche Handlungen gegen andere Menschen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Was man nicht denken kann oder darf, das gibt’s nicht, seit »1984«. Schlimmes ist ganz undenkar. Mehr dazu etwa hier.
   Was »schlimm« ist, hat sich allerdings über die Jahrzehnte gewandelt. Bis 1994 war gleichgeschlechtlicher Sex nach § 175 verboten, noch früher gab es in vielen Ländern Rassengesetze, etwa das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Eine Chronologie des Wandels solcher Gesetze zeigt die Wikipedia am Beispiel USA. Ich versuche diese Entwicklungen ohne moralische Beurteilung aus heutiger Sicht zu sehen, sine ira et studio. Sonst bleibt man an Schlimmen hängen oder übesieht anderes, vor allem kommt man nicht zu den Gründen, den Gedankengängen, die jeweils dazu führten. Moralische Bewertungen historischer Ereignisse heißt einfach das Böse, sozusagen den Teufel, dafür verantwortlich zu machen.
   Politische Korrektheit mag uns heute verbieten, Unterschiede zwischen Gruppen von Menschen zu sehen, von Frau und Mann, von Vierzig- und Sechzigjährigen ohnehin, denn da gibt’s noch keine Lobby, die anteilsmäßige Besetzung von Jobs fordert. Ich vermute, dass die ganze erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit Faschismus, Rassismus und Kriegen uns so teilweise unerklärt und unverständlich bleibt. Heutzutage ganz Afrika.
   Genug. Mal sehen, ob das wer liest …

9. September 2017

Die Hochzeitsmedaillie von Loos

»Gott segne dies Gebände«
Über allem strahlt Gott Jahveיהוה –, segnet die beiden verschränkten Hände, den Ring und überhaupt das Glück des Paares.
   Eigentlich wollte ich diese Goldmünze – genaugenommen eine Medaillie – zum zwanzigsten Hochzeitstag kaufen, und dann gefiel sie der Gattin doch nicht so sehr. Besonders die Rückseite ist ja auch ein wenig »dornig«. Die zeige ich hier dann unten.
   Die Medaillie ist von Loos. Aber nicht von dem berühmten Brünner Adolf Loos, der Ornament ein Verbrechen nannte*), sondern vom königlich-preußischen Hofmedailleur Daniel Friedrich Loos aus Thüringen. Er lebte von 1735 bis 1819. Die Goldmedaillie ist also zweihundert Jahre alt, weit vor Jugendstil, Bauhaus oder funktionsfolgender Form.
   Die Inschrift vorne wünscht:
      »Gott segne di[e]s Gebände«.
   Das Gebände, auch Gebende geschrieben, ist eine Leinenbinde, die straff über die Ohren, Kopf und Kinn gebunden wurde, im Mittelalter, von verheirateten Frauen. Dazu kam ein Stirnband. Die Medaillie wurde wohl eher als Geschenk für die Frau gesehen, getragen weniger, aber wer weiß.
»Das Creutz zum Besten wende«
   Am Rand soll stehen: »WOL VERLOBT IM EHESTAND LEBEN«, obwohl ich das nicht gesehen habe. Vielleicht steht’s nur auf der Silbermünze, hier zu sehen, wo das Creutz schon ohne t ist und »Loos« fehlt. Den Satz verstehe ich nicht ganz: Wol? Guckstu im Sachsenspiegel. Sollte die Medaillie nach einer Trennung weiter der Frau gehören?+)
   Die Rückseite zeigt ein rosenumranktes Kreuz und den Schriftzug »Das Creutz zum Besten wende«. Das Leben als verheiratete Frau muss also nicht nur als Vergnügen gesehen worden sein, damals. Heute gibt’s die Ehe für alle, und es geht uns überhaupt volle Kanne besser.
   Die Neue Zürcher Zeitung widmet sogar ein ganzes Monatsheft »Folio«, September 2017, »Guten Nachrichten«
 
*) »Aber es ist ein verbrechen an der volkswirtschaft, daß dadurch menschliche arbeit, geld und material zu grunde gerichtet werden.« – Loos hielt scheint’s auch Großbuchstaben für unnötiges Ornament. Quelle Wikisource, von Adolf Loos.

+) »Also, dass das Recht war gut, dass man den Frauen Leibgedinge nicht lassen mocht; sie erkriegten’s allemal mit Ansprach wi[e]der, ob sie es auch wol verlobt oder verheißen hätten«,   Sächsisches Landrecht, hier.
   Im Glossar fand ich’s, hier, dennoch, die Bedeutung?

Medaillie: Schaumünze, Denkmünze

Link hierher:
 https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/die-hochzeitsmedaillie-von-loos.html

Schön zu sehen:
Das war Kapitel 1: »Die Medaillien Maria Theresias«, https://youtu.be/ihypdBdOE7I – auch englisch
Kapitel 2: »Medaillienproduktion in Wien«, 3:48, https://youtu.be/v4aeWR5KHd8
Kapitel 3: »Der Medailleur Matthäus Donner«, 3:01, https://youtu.be/gWGNXBoqqDg
Kapitel 4: »Medaillen für Maria Theresia«, 2:23, https://youtu.be/pC19mRkzYac
Kapitel 5: »Jetons für das Volk«, 2:30, https://youtu.be/QQfjiwKIsxM

2. September 2017

Online-Suche nach NZZ-Artikeln

cher Zeitung! Geschätzt von Jugend auf, aus dem Kaffee Kusseth in Bozen. Gibt’s nicht mehr, die NZZ gottseidank schon!
   Oder Anfang der Siebzigerjahre als Luft­post­aus­gabe auf dünnem Papier in Cupertino, ein Luxus – aber verdient haben wir da ja noch genug …
   Genug auch der Romantik. Heute gibt’s die NZZ in mehreren Formen, hauptsächlich die Tageszeitung www.NZZ.CH und das famose »Folio«, Folio.NZZ.CH. Zu meinem letzten runden Geburtstag hat mir meine Tochter sogar ein extra »Folio« gebastelt, un­ver­gessen. Doch schon wieder schweife ich ab.
   Lese ich einen Artikel im Blatt, sagen wir heute, am Samstag den 2. September 2017, «Haare haben immer etwas Intimes», so gebe ich bei Google NZZ, Haare und Intimes ein, groß- oder kleingeschrieben, ohne besondere Trennung oder Verbindung, egal. Etwa so:

Bingo! Und da hab’ ich’s schon.
   Wenn das aber nicht klappt, mag man trotzdem auf die NZZ gehen und die dortige Suche nehmen, die Lupe rechts oben. Sie lässt sich zeitlich eingrenzen, was bei neueren Artikeln recht praktisch ist. Nach Datum sortieren geht nicht bei Google, bei der NZZ zunächst auch nicht.
   Sieht man beim NZZ-Suchergebnis genau hin, so kann man gleich darunter durch Klick auf »Beliebige Zeit ▼« die Suche eingrenzen, auf die vergangenen 24 Stunden, die letzte Woche, Monat oder Jahr. Das ist schon einmal praktisch.
   Doch man kann tiefer bohren! Dazu klickt man links die Menüstriche an und geht dann in der Menüauswahl ziemlich weit nach unten. Der drittletze Punkt ist »Archiv«, und darunter gibt’s die »NZZ ab 1780« und mehr.   
Ich habe mich gleich einmal selbst gesucht. Und tatsächlich fand die Suche ein paar Leserbriefe und Kleinigkeiten von mir. Die Ergebnisse sind nach Alter sortiert, die neuesten oben, was sicch umdrehen lässt. Meine alten Artikel aber zeigten sich erst, als ich ihre Titel eingab, etwa Der erste Taschenrechner und sein Erfinder über Kurt Herzstark – aber nur, als ich den ganzen Titel in gerade Anführungszeichen gesetzt hatte: "Der erste Taschenrechner und sein Erfinder". Üblicherweise bedeutet diese "Umklammerung" ja, dass alle Wörter genau so vorkommen müssen. 
   Die gefundenen Artikel sind dann für Abonnenten kostenlos, für andere Interessierte kostet’s was, hier waren es drei Franken fünfzig.  
   In der »erweiterten Suche« kann man sie terminlich eingrenzen und ab Jahrtausendbeginn über Titel und Autor suchen.
Erste Ausgabe, Vorschaubild aus der Suche. Auf Klick schöner.
Ich hab’mir zum Spass die erste Ausgabe angesehen, erste Seite (»a1«) vom 12. »Jenner« 1780, der inzwischen wohl über den Jänner zum Januar mutiert ist. Freilich druckte man damals »gebrochen«, in Fraktur also. Und gewiss nicht ab PDF, printable (genaugenommen: portable) document file. Also muss für eine durchsuchbare Datei der Inhalt optisch, maschinell gelesen werden, was sehr schwer ist. 
   Sucht man beispielsweise auf der allerersten Seite digital nach dem Wort Nachricht, so gibt es zwei Treffer, mit Text davor und dahinter:
... Zeitung. den 12. Jenner. Nachricht
schott einige Jahre hatlm wir das ...
Orell, Geßner, Füeßli und Compagnie. Kurze Nachrichtvon dem Stezuge des Gra. ftn von ...
   Wie hier deutlich zu lesen ist, müssten die beiden Textauszüge heißen:
… Zeitung. Mittwoche, den 12. Jenner. Nachricht. Schon einige Jahre hatten wir das … 
… Orell, Geßner, Füeßli und Compagnie. Kurze Nachricht von dem Seezuge des Grafen von ... 
Durch die unvermeidlichen Lesefehler greift maschinelle Suche da ins Dunkel und wird zur Glücksache. Mehr zu Fraktur-OCR siehe http://blogabissl.blogspot.com/2014/01/fraktur-lesen.html.

   Suche in NZZ Global
Hinter »NZZ Global« verbirgt sich das E-Paper der NZZ, https://epaper.nzz.ch, wieder kostenlos für Abonnenten. Wiedergegeben ist die schweizer Ausgabe. (Welche genau, kann ich nicht sagen.) 
   Suchen ist hier nur Ausgabe für Ausgabe, also Tag für Tag möglich. Wer nicht weiß, wann genau ein Artikel in der nationalen Ausgabe erschienen war, steht auf verlorenem Posten. Ich suche meist in der jeweils gestrigen Ausgabe, weil meine in Deutschland gedruckte internationale Ausgabe aktuelle Artikel typischwerweise einen Tag später bringt. Das ist ein bisschen ein Datumsschwindel, der mich aber noch nie gestört hat: Gefühlt bekomme ich morgens die neue Zeitung, und inhaltlich kommt es mir weniger auf Geschwindigkeit an – Radio ist immer schneller – sondern auf die Gedanken. 
   Wie schreibt doch die Zürcher Zeitung schon am ersten Tag: »Es wird uns zwar, so wie anderen Zeitungs-Schreibern, nicht möglich seyn, die Weltbegebenheiten früher anzuzeigen, als sie geschehen sind; oder, als sie auswärtige Zeitungen der Welt berichten.«

Mt 7,8

Mehr zur NZZ in der Wikipedia und zum Beispiel vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (Stand 2012). 

Permalink hierher:
https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/online-suche-nach-nzz-artikeln.html

1. September 2017

Technikjournalismus

Stefan Betschon aus der Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist seit Jahren ein führender deutschsprachiger Technikjournalist. In der langen Techniktradition der NZZ folgt er auf Lucien Trueb und Herbert Cerutti.
   Mit dem allgemeinen Wandel der Presse, ihrem Kampf ums Überleben, hat sich in den letzten Jahrzehnten auch der Technikjournalismus stark gewandelt; wie der ganze Journalismus, meine ich, und gewiss nicht zum Besseren, Intensiveren, Verständlicheren. Bezeichnend: Schon das Wort »Technik« hat sich aufgelöst in »Technologie«.
   In https://www.nzz.ch/feuilleton/technikjournalismus-traeumen-von-der-technik-der-zukunft-ld.1310393 macht sich Betschon Gedanken über die Zukunft dieser Sparte. Dabei sieht er schon die Vergangenheit kritisch: »Es ist schwer vorstellbar, dass im deutschsprachigen Raum in den 1970er Jahren ein Magazin eine lange, sorgfältig bebilderte Reportage über Computerspiel-Programmierer oder über Phone-Hacker publiziert hätte. Wohl deshalb, weil Informatik in Europa bis vor kurzem lediglich ein Special-Interest-Thema war, konnte das Silicon Valley nur im Silicon Valley entstehen.« Ganz glaube ich das nicht, zumal ich dabei war. Hier in Europa erinnere mich noch an die Anfänge der deutschen Selbstwähl-Fernwahl (wann genau war das?) und die Aufregung um Inline-Signalisierungen aus Blueboxen oder einen Umweg über die Tschechoslowakei, der eine Zeit lang Gratisgespräche in weite Fernen versprach. Das ging dick durch die Presse!
   Ich will, wie so gern, ins Allgemeinere abheben. Europa ruht sich gern auf seinen Lorbeeren aus, statt immer wieder fröhlich, interessiert und fleißig Neues zu entwickeln. Deutsche »Label« zieren höchstens noch japanische Produkte, offen oder versteckt (»Leica«-Objektiv, »Nippon Contax« = »Nikon«). Zukunft passiert anderswo. In einer Zeit, wo Meinung, sofortige, mehr gefragt ist als Wissen, Begründung, Warum?, wird immer weniger selbst gelesen oder gar selbst gedacht. Fortschritt kommt aus der Kellogs-Tüte, rieselfähig. Technik, pardon, Technologie, macht da keine Ausnahme.
   Kinder, denkt selber nach! Fragt immer wieder: warum? wieso?, wie erklärt sich das? Ist das plausibel? Und was ihr nicht selbst erdacht habt, davon redet nicht, da sagt ihr: Ich weiß nicht, oder: noch nicht.
   Vor allem aber: Seid fleißig. Von nichts kommt nichts, Wissen schon gar nicht. Am besten: Fleißig durch Interesse. Wie Stefan Betschon.
Didier Cuche                                     Foto Jansky

   Die Hundertstelsekunde
Beispiele für spontanes »Denken« liefert »Mikromann« Tom Walek bei Straßenumfragen im »Hitradio Österreich 3« – Motto: »Das Leben ist ein Hit«.
   Der siebenunddreißigjährige Französischschweizer Didier Cuche hatte am 21. Jänner 2012 das Hah­nen­kamm­ren­nen vor dem sechsundzwanzigjährigen Romed Baumann aus Sankt Johann in Tirol mit einem Vor­sprung von 24 Hun­dert­stel­se­kun­den gewonnen (Bild- und Zeitungsbericht des Rennens).
   Tags danach stellte Walek in Kitzbühel öffentlich die Frage: »Aus wieviel Hundertstelsekunden besteht eine Sekunde?«.
Hören Sie mit freundlicher Genehmigung des Öster­reich­ischen Rundfunks die Reportage der Umfrage.

Link hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/09/technikjournalismus.html