2. Januar 2015

Gardena Wasseruhr 1169-20 ist nicht zu empfehlen.

Die Gardena-Bewässerungsuhr 1169-20 in Trümmern
   Wasseruhren sind großartig!
   Man kann die Beregnung andrehen und dann vergessen, sie abzudrehen – wenn man seine Wasseruhr gestellt hat.
   Uns gibt unsere Wasseruhr auf dem Dach­garten endlich die Gewissheit, dass selbst bei vergessenem, offengelassenem Wasserhahn und einem geplatzten Schlauch oder einer gelösten Schlauch­ver­bin­dung keine Überschwemmung passiert.
   Die Wasseruhr ist bei uns immer ganz »vorne«, gleich hinter dem Wasserhahn an­ge­bracht. Ohne sie einzustellen, kommt gar kein Wasser; Zwangs­automatik halt.
   Eine Wasseruhr ist eine klasse Sache – aber nur, wenn man sich auf sie verlassen kann. Nicht so bei der
   »Gardena-Be­wässerungs­uhr 1169-20«.
Die kostet etwa das Doppelte einer ohne »Gardena« drauf, satte fünfundzwanzig Euro, und ist Mist, ein Glump*), schön und schlecht, wie auch immer man das meinen und sagen kann. »Jetzt ist schon die dritte Uhr innerhalb der Garantiezeit defekt«, schreibt ein Max Merle am 15. September 2013, »alle defekten Uhren blieben stehen, dann läuft das Wasser weiter bis man es merkt«. »Ab in die Tonne damit!«, empfiehlt ein Dr. Jörg Jeschke am 9. Juli 2014.
   Das Internet ist voller Beschwerden, etwa hier wie zitiert bei Amazon; sie gehen bis zu Ver­mu­tun­gen »geplanter Obsoleszenz«. Soweit gehe ich nicht. Dafür hab’ ich das ohnehin kaputte Ding – Gebrauchsdauer eine Saison – einmal aufgehebelt.
   Auf einer Seite, im oberen Foto links, kann man einen ovalen Deckel abmachen. Er dient der Auf­schrift »GERMANY«. Dahinter sieht man die erste der vier Ansichten unten. Die zwei Metallstifte sind – jeden­falls von dieser Seite her – keine Schrauben, und auch der runde Plastikverschluss lässt sich m. E. nicht aufschrauben. Alles wohl verklebt (wohlverklebt?).
   Dafür lässt sich gegenüber die Seite mit dem Uhrwerk nur zerstörend öffnen. Da schnappen vier Plas­tik­häk­chen, Deckel­klammern, in den unteren beiden Bildern zu sehen, unwiederbringlich ins Gehäuse ein. Zerstörungfrei gelingt Aufmachen m. E. nicht.
   Das Uhrwerk ist eine undurchsichtige Maschinerie. Mir fielen gleich die teils beschädigten Rädchen entgegen. Dass ein Plastikrädchen mit geknickter Achse Gardena-rot ist, tröstet nur wenig.
   Wie Uhrwerk und Verschluss funktionieren, habe ich dann nicht mehr herausbekommen. Vorschläge werden hier gerne veröffentlicht.


Die Gardena Wasseruhr 1169-20 von der Seite, die man unnütz öffnen kann; dann von der Uhrseite, die man nicht öffnen kann. Das Uhrwerk mit ein paar kaputten Rädern; im Detail der Uhrendeckel mit abgebrochener Deckelklammer rechts.
(Alle Bilder sind zum Vergrößern klickbar.)

Als Alternative bieten sich Wasseruhren für rund zehn Euro an, etwa ein »Water Timer« für knapp sieben Euro hier und hier, oder die »Silverline 633741 Mechanische Wasserzeitschaltuhr« hier bei Amazon (dort weitere). Probiert hab’ ich die noch nicht.
   Achtung. Wie alle Plastikteile, in denen sich Wasser halten kann, ist die Uhr sehr empfindlich gegen Frost. Eis kann selbst Steine sprengen, wie viel leichter Plastik. Ein Frost genügt. Also rechtzeitig retten! 

Link zu dieser Kritik: http://blogabissl.blogspot.com/2015/01/gardena-wasseruhr-1169-20-ist-nicht-zu.html

*) »Glump«, süddeutsch, kommt von »Gelumpe«. Hochdeutsche ohne Dialekterfahrung aufgepasst: Dialektausdrücke nicht wörtlich nehmen oder aus dem Zusammenhang reißen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Moin

Die runde Abdeckung ist nicht verklebt und lässt sich öffnen - auch relativ leicht, wenn das Gewinde nicht verkantet wird. Am besten an zwei Punkten ansetzen.

Ich das Uhrwerk repariert nachdem es sich festgesetzt hatte. Schien durch eingedrungene Feuchtigkeit etwas korrodiert gewesen zu sein. Nun tickert sie wieder vor sich hin.

Gruß

Björn