29. September 2013

Der arme Lazarus und die 68er

Was, Sie glauben noch an die Hölle?
   Fromme Frau in unserer Gemeinde, die zur Religion zurückgefunden hat.

Hitler zurück – in Berlin, bei Mme Tussauds
Man muss sich den Himmel vorstellen wie bei Madame Tussauds, nur ein bissl voller und lebendiger. Weil ja inzwischen alle in den Himmel kommen.
   Dazu ein polemischer Blick auf die Geschichte von Madame Tussauds: »1940. Eine deutsche Bombe zerstört den Kinosaal. Ironischerweise gehört Hitlers Figur zu den wenigen, die unversehrt bleiben.«
   Was mich an einen jüdischen Witz erinnert, den mein seliger Großvater gerne erzählte, als dergleichen noch nicht politisch so inkorrekt war.
   Nach einer unruhigen Nacht im Schlafwagen unterhalten sich ein Priester und ein Rabbi am Gang. Klagt der Priester, er habe so schlecht geträumt, von einem jüdischen Himmel voller Leute, voller Lärm, Gerenne, Geratter; schlafen war unmöglich. Darauf preist der Rabbi seinen guten Schlaf samt Traum vom katholischen Himmel: überirdisch schön, Frühling, Blumen, Plätschern von Bächlein und Harfenmusik – nur eben: kein Mensch!
   Doch im Ernst.
   An diesem Wochenende droht in der katholischen Messe die Lesung: »Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria ... Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei.« (Am 6), und das Evangelium bringt Jesu’ Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk 16, 19–31): »Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt ...« (Quelle)
   Himmel und Hölle sind aus diesem Gleichnis, das Jesu selbst erzählt hat, nun einmal nicht wegzudenken. Da war ich neugierig, wie Prof. Menke das auslegen würde. Nach einem Rückblick auf altjüdische Auffassungen kam er zum Schluss, dass inzwischen Jesus nach seinem Kreuzestod die Hölle besucht hat, was ihr den Schrecken genommen hat. Wenn Jesus wieder herauskommen konnte, so muss das mit Gottes Hilfe jedem möglich sein; die gnädige Hand Gottes reicht bis hinunter. Der unüberwindliche Graben, der Himmel und Hölle trennt, ist aufgehoben, aufgefüllt mit Gottes Liebe. (Im Gleichnis: »Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.« Lk 16, 26)
   Unser lieber Pfarrer Blanke, der seit langer Zeit wieder zelebrierte, überlegte in der Predigt, ob wir uns wohl im reichen Mann oder in Lazarus wiederfinden, und plädierte dafür, den Graben sozialer Ungleichheit zu überbrücken. (Ich war dafür extra noch einmal kurz in die Sonntagsmesse gegangen.)
   So geht’s auch.

Von meiner Osterbeichte 1956 in Marquartstein
Weil ich – vor dem Konzil 1962–65 – katholisch erzogen bin (und nicht leicht belehrbar), glaube ich noch an Himmel und Hölle. Hier ein Bild aus »unserer« damaligen Pfarrkirche. Meine Angst vor der Hölle ist unter heutiger, postkonziliarer 68er-Sicht gewiss nur eine Psychose, für die mich die Kirche eigentlich entschädigen müsste.
   Doch ich will Farbe bekennen, meine Himmel und Hölle: Ich glaube daran, nehme Gottes Gericht erst am Jüngsten Tag oft als Mahnung zur Besonnenheit im Urteil. Allerdings meine ich nicht, dass sich Gott die Auswahlkriterien vorschreiben lässt, noch, dass wir sie kennen (dann wäre ein Urteil hier und jetzt schon möglich). Wie bei den Arbeitern im Weinberg unterliegt Gottes Liebe, die Gnade, nicht den Abmachungen zwischen den Sozialpartnern. Geheimnis des Glaubens. 
   Früher hielt sich die Kirche noch für eine moralische Anstalt, heute wäre das politisch inkorrekt. (Nur der Islam verlangt noch was von seinen Gläubigen.) Bei uns ist der demokratisch legitimirte Staat alleiniger oberster Herr geworden über das, was sich gehört, und sei’s das Stehlen von Bankdaten. Zum Menschenrecht und damit moralisch »recht« wird etwas, wenn dem die Russen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zustimmen. Oh Gott!

Hier noch ein paar Fundstellen aus dem Internet zum Thema Lazarus und reicher Mann 

• Vor diesem Kapitel Puzzle viele Menschen - weil sie vergessen, dass dies ein Gleichnis ist. (Quelle)

• Frag den Rabbi: Welche Vorstellungen hatten die Juden zur Zeit Jesus von der Hölle?

Ausschnitt aus der Website. Links die Reklame wechselt ohne Rücksicht auf fromme Belehrungen. 
Auch zur Zeit Jesus, vielmehr gerade zu dieser Zeit gab es aufgrund der ausländischen Unterdrückung, unter der die Juden als Individuen und als Volk litten, verbreitet Neigungen, in mystische Phantasien und Hoffnungen zu verfallen. Auch die Frühchristen, die Anhänger Jesus, hingen diesen nach. Welchen Weg diese Entwicklung unter den vom Judentum sich trennenden Christen und unter den Kirchenvätern nahm, ist von christlichen Historikern zu erforschen. – Mit freundlichen Grüßen, Ben Rabbi Nathan (Quelle)

• Wer guten Herzens ist, wird nichts zu befürchten haben. (RosaMora 05.03.2013, Quelle Gutefrage.Net)

• Wir haben einzig und allein das Evangelium nötig, „denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt“ (Römer 1,16). (Predigt am 6. August 2006 in der Bekennenden Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Gießen. Quelle)

• Nach seinen [Jesu] eigenen Aussagen liegen Gläubige und Gottlose bis zum Tag der Auferstehung im Grab. Dann erst erhalten die einen ewiges Leben, während die anderen ins Gericht kommen (Joh 5,28.29; 14,2.3; Mt 25,31-46). (»Internationales Bibelstudieninstitut«. Quelle)

• »Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten«
Auszug aus dem Glaubensbekenntnis (nach der Predigt zu beten) in meinem Schott
• Wir sollen Gutes tun, aber nicht aus Furcht, sondern aus Dank für alles Empfangene und aus Liebe zu Gott und mit Freude. Wenn wir die Not des Nächsten mit dem Herzen wahrnehmen, ergibt sich das Tun fast von selbst. Dann dürfen wir hoffen, daß Gott uns am Ende alle aufnimmt. (Predigt zu Lukas 16,19-31 in der Evangelischen Kirchengemeinde Bonn-Holzlar am 1. Juni 1997, dem 1. Sonntag nach Trinitatis. Quelle)

• Müssen wir uns daher vor dem Gericht Gottes fürchten? Psalm 149 sagt: »Herrlich ist das Gericht für all seine Frommen!« Wie kann man sich darüber freuen, mehr oder weniger stark verurteilt zu werden? Gott verurteilt die Sünde, aber liebt den Sünder, der seine Sünde bereut: »Wenn das Herz uns auch verurteilt – Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles« (1 Joh 3,20). Daher können wir uns über das Gericht freuen, weil wir von aller Sünde befreit werden – und mit uns die ganze Welt. Das Gericht ist Hoffnung für die unschuldigen Opfer und Erlösung von der Macht des Bösen, somit ein Tag der Freude. (Radio Maria Österreichs: Credo. Im Licht des Glaubens unterwegs, 2012, S.98ff. Quelle)

Quelle: Marion
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Direkter Link zu diesem Eintrag: http://blogabissl.blogspot.com/2013/09/der-arme-lazarus-und-die-68er_29.html

27. September 2013

Tastaturtreiber ändern ab Windows Vista

Windows 10?  Klappt, selbst probiert und am Laufen! Ev. MSKLCs setup.exe wiederholen und bei auftretenden Fehlern wie »Dateien nicht gefunden« erneut probieren. Siehe MS-Forum (englisch).
Auch auf Windows 7 läuft alles einwandfrei! (Bildschirmauflösung nicht auf 125%!)

Blitzanleitung. Wem mein Layout (s.u.) passt, der holt sich hier die selbstextrahierende sonderl.exe, lässt sie laufen und startet dann die frisch erzeugte setup.exe. Mit Sprache und Tastatur einbauen, auswählen.

Einbau der neuen Tastatur ist ungefährlich, weil die Tastatur nur dazukommt, die alte nicht gleich ersetzt!
Die übliche Tastatur »Deutsch« bleibt errhalten,
selbst wenn man sie hier »löscht«, lässt sie sich jederzeit wieder »hinzufügen«.

Neu 2017: Normgerechte Unterstütung des ×, zusätzlich ÷.
Neu 2016: Normgerechte Unterstützung von ẞ, dem großen ß, und andere Verbesserungen.
(Unicode 1e9e)  großes ß, großes scharfes S, versales ß, großes SZ, großes Eszett vorschriftsmäßig auf AltGr-h und auf AltGr-Shift-H, weil man intuitiv oder im Zusammenhang Großbuchstaben (Shift) wählt, etwa in MAẞSTAB.
ſ (017f) langes s auf AltGr-s (früher hatte ich dort eine unbrauchbare Cedille) gut merkbar auf AltGr-S und vorschriftsmäßig auf AltGr-Shift-Ü.
¡ (00a1) umgekehrtes Rufzeichen (war auf AltGr-h) auf AltGr-Shift-Q.
(2126) auf AltGr-Shift-L.
  Zur Erinnerung:
Das richtige Auslassungszeichen, Apostroph, Hochkomma, Komma oben, auf AltG-#, rechts vom Ä. Sehr zu empfehlen!
»französische« Anführungszeichen, schöne, auf AltGr-Y und -X, die ›halben‹ dort mit Shift. 
deutsche Anführungszeichen  auf AltGr-V und -B, die ‚halben‘ wieder mit Shift dazu.
English double quotes auf AltGr-Shift-8 und -9, also auf [ und ],
English single quotes auf AltGr-Shift-7 und -0, also auf { und }.
½ auf AltGr-Shift-2, ¼ auf AltGr-Shift-1, ¾ auf AltGr-Shift-3.
• Das geschützte Leerzeichen (00a0, nbsp, »non breaking space«, leichter merkbar als »need blank space«) liegt auf Shift-Leertaste und Leertaste-AltGr. Sehr praktisch!
Der dicke Bommel, wie hier, auf AltGr-Komma, der dünne · auf AltGr-Punkt.
• Weitere Ebenen wie Shift-Control oder Die Ebene AltGr-Shift-Control sind nicht belegt.

Seit meinen Bemühungen um Fraktur am PC – der Schrift mit den zwei s, dem langen ſ und dem runden Schluss-s – benutze ich einen speziellen Tastaturtreiber, der ursprünglich von Markwart Lindenthal stammt. Er hat mir auch wertvolle Hinweise für diese Anleitung hier gegeben, danke! Einmal ins Windows-System eingebaut, leistet mir der Tastaurtreiber mit allerlei Sonderzeichen wie »französischen Gänsefüßen« (Anführungszeichen) beste Dienste: Ich kann in jeder »Lebenslage« (E-Mail etwa, oder im Wordpad, in Powerpoint) diese Zeichen eingeben und nicht nur in Word, wo Makros das machen (könnten). Ein schönes Layout und mehr dazu hier.
Ab Windows Vista, besonders in Windows 7 und höher geht das einfache Einflicken eines geänderten Treibers kbdgr.dll nicht mehr. Die Systeme schotten sich mehr und mehr ab. (Ersetzt man z. B. einfach den gängigen kbdgr, so macht das Betriebssystem diese Änderung binnen Sekunden rückgängig – außer im abgesicherten Modus – den erreicht man beim Systemstart mit F8 (seltener mit Esc) – da bleibt der neue Treiber dann drin. Ich mache das gerne so.
   Nun hat aber ein Microsoft-Mitarbeiter in Seattle, Michael S. Kaplan, vor Jahren einen Tastaturgenerator gebaut, genannt MSKLC.exe, was für Microsoft Keyboard Layout Creator steht, hier zu finden. Die Software läuft in Version 1.4 und wird nicht weiterentwickelt. “Had I known that my last release would be the last release, I might have done this differently ...”, schreibt er hier selbstkritisch.

Das Programm MSKLC läuft durchaus auch in Windows 7. Erst holen, anklicken – extrahiert in den Ordner Programme (x86)\Microsoft Keyboard Layout Creator 1.4 (ausgeschrieben). Erst die dortige MSKLC.exe startet MSKLC zum Gebrauch. Unter “File” ev. momentane Tastatur übernehmen. Am Ende das neue Layout als “Project” unter neuem Namen (oben) speichern. Unter »Region und Sprache« einbauen.


Im Programm kann man seinen gegenwärtigen Tastaturteiber laden (Load Existing Keyboard ...) und dann daran herumbasteln. Die Buchstaben wird man vielleicht durch fremdländische ersetzen wollen, sonst aber belassen und zum Beispiel nur besonders geschätzte Sonderzeichen einbauen, typischerweise auf die Lage mit AltGr oder ShiftAltGr. Beispiel © auf der C-Taste mit ShiftAltGrC:


 Mit der linken Maustaste auf den Buchstaben getippt, kann man Zeichen setzen, mit der rechten Maus mehr, vor allem die Taste als »Tottaste« festlegen, etwa wenn unter einem Akzent noch was drunterkommen soll. – Wählt man gleich All…, so bekommt man alle Ebenen und Kodes zu sehen:
Aber auch z. B. ein erzwungenes Leerzeichen auf Shift-Leertaste und oder AltGr-Leertaste macht Sinn.
   Dann sollte man die Properties ..., die »Eigenschaften« zum ewigen Angedenken an sich selbst setzen und zum Schluss mit “Build DLL and Setup Package” die Sache abschließen:


MSKLC erzeugt mit Build DLL and Setup Package im besten Fall die Dateien:
· KeyboardBuild.log, etwa 3 kB,
· KeyboardVerify.log, etwa 7 kB,
· Irgendwas.klc, knapp 20 kB, und die ist fürs nächste Mal wichtig, plus
· einen Ordner, rund 500 kB, genannt nach dem Namen des neuen Treibers, etwa Sonderta, alles unter »Eigene Dateien«. Bitte nach einem Ordner suchen!
   Die Log- und die klc-Datei lassen sich mit Editor oder Wordpad ansehen.
   Die Datei ...klc (keyboard layout class) lässt sich editieren, vor allem lässt sie sich in einer nächsten Iteration über File, Load Source File, wieder nach MSKLC einlesen. Es empfiehlt sich, bei Änderungen schrittweise vorzugehen, damit man bei auftretenden Fehlern weiß, was man eben nicht hätte tun dürfen.
   Dummerweise verweigert MSKLC gelegentlich die Arbeit mit Fehlermeldungen wie “Error 2020” oder “Error 2121” o. a. Eine Erklärung der Fehler findet sich im Log, meist hatte ich vergessen, bereits existierende Dateinamen zu ändern. Bloße Warnungen kann man ignorieren.
   Bitte also mit einem einwandfrei MSKLC-baren Layout beginnen und Schritt für Schritt mit Zwischenprüfungen, ob MSKLC noch fehlerfrei generiert, aufbauen. Warnungen mag man ignorieren oder befolgen (die meisten weisen wohl auf Doppelbelegungen hin, sind aber durchaus hilfreich) oder ignorieren, errors natürlich nicht!
   Geht alles gut, so findet man im generierten Ordner eine setup.exe, die man getrost startet. Dazu bitte erlauben, dass auf die Registry zugegriffen wird! Auf den Typ seines Prozessors braucht man dabei nicht zu achten. Der Ordner kann kopiert werden, sollte sich aber schließlich auf dem eigenen (tastaturzuverändernden) Rechner befinden; eine Installation aus dem Netzwerk schlug bei mir fehl, ich hatte ihn aber schon in meinem Leib- und Magenordner FA, als deutschj, 512 kByte. Günstigenfalls kommt die Bestätigung, dass die Installation geklappt hat, sonst nichts:

   Sollte allerdings die Erfolgsmeldung ausbleiben, so klicke man mit der rechten Maustaste auf die erste der msi-Dateien. Die beiden, die eine Fehlermeldung hervorrufen, kann man getrost löschen, es genügt für den jeweiligen Rechner, die eine funktionsfähige zu behalten (wahrscheinlich die …_i386.msi*).
   Dann rufe man in der Systemsteuerung oder direkt »Region und Sprache« auf, danach »Tastaturen und Sprachen«. »Tastaturen ändern ...« öffnet das Fenster »Textdienste und Eingabesprachen«.  Das Beispiel stammt von Windows 7: 
   Wenn (nach dem Neustart) in der Taskleiste ein graues Tastatursymbol erscheint, dort »Deutsch-Sonderlayout« aktivieren.
   Meine Tastaturtreiberladung hab’ ich Ihnen mal auf
www.Siebenfahr.com/sonderl.exe gestellt, 255 kByte. Da können Sie’s probieren. Das Tastenlayout folgt hier unten.

Übrigens: Mir springt der Treiber gelegentlich raus, wie ein alter Treibriemen. Dann muss ich nur die jeweilige Anwendung neu starten, schon sitzen die Tasten wieder am rechten Fleck. Weiß wer warum? -- PS. Der normal-deutsche Treiber kann getrost »gelöscht« werden. Man kann ihn jederzeit wieder einbauen.


Hier ein Muster eines Treibers mit folgenden Eigenschaften (übrigens nicht das »Expertenlayout« T3, sondern der Treiber »Sonderl«):

1. Normalbuchstaben (klein), wie gewohnt
   Ausnahme gegenüber der Standardtastatur:
• Gedankenstrich, unten rechts neben dem Punkt, erzeugt nicht mehr den Unterstrich, sondern den viel zu selten richtig gesetzten etwas längeren Gedankenstrich –. Der wenig gebrauchte einzelne Unterstrich _ liegt jetzt als AltGr U. (Mit AltGr- gibt’s den noch längeren Streckstrich —.)
• Leertaste und AltGr erzeugt eine erzwungene Leerstelle, besonders in HTML recht praktisch.  

2. Großbuchstaben (mit Hochstelltaste, Shift):

3. Mit AltGr (ist dasselbe wie links Ctrl bzw. Strg + linke Alttaste):
    Besonderheiten:
AltGr-Leertaste (die lange) ergibt eine »erzwungene« Leerstelle à la   (in Word bei Sonderzeichenansicht als · mittiges · Punkterl dargestellt). Korrekt hier beschrieben.
× Ein Malzeichen bekommt man bei mir auch ohne Ziffernblock (dort eben gerade nicht!) mit ShiftAltGr4 (weil AltGrx leider schon besetzt war mit « und ShiftAltGrx mit ‹, historisch bin daran wohl ich schuld). Vorschriftsmäßig sitzt es zusätzlich auf AltGr^.
+ Auf AltGr Ü ein Plus, weil das auf meinen früheren Treibern so war.
Der richtig ’rumme deutsche Apostroph (Auslassungszeichen) ist auf AltGr#! 
• Schön auch die zentralen Punkte dick • auf AltGr-Komma und dünn · auf AltGr-Punkt.
• Auch die drei Punkte … auf AltGr-Z sind beliebt.

4. Ebene mit Shift-AltGr:

    Besonderheiten siehe Bild. (Das Divisionszeichen ÷ ganz links oben klappt nicht, Alt0247).
Die 5. und 6. Ebene mit Ctrl (Control, deutsch Strg, »Steuerung«, nicht »Störung«) – und noch Shift (Hochstellen) dazu – bleibt meist unbelegt, das wäre zuviel Fingeraktrobatik und schlüge sich mit Kürzeln wie Ctrl-C für Kopiern in die Zwischenablage und Ctrl-V für Kopieren aus der Zwischenablage (V für vielleicht klappt’s).
   Diese »Treiberladung« finden Sie auf www.Siebenfahr.com/deutschj.exe als selbstentpackendes Archiv.

Lösungen
   Wenn nur in Word Tasten unerwartet reagieren, so probiere man die Tastaur erst einmal z. B. in Wordpad oder dem Editor. Liegt’s wirklich an Word, so kann das
a) an eingeschalteter »Autokorrektur« liegen: Extras, AutoKorrektur-Optionen, und unter »Während der Eingabe ersetzen« gucken, ob eine Taste umfunktioniert wurde.
b) an einem Makro liegen, das tastengestartet wird: Extras, Anpassen, unten Tastatur, es erscheint »Tastatur anpassen«, jetzt Makros einzeln auswählen, runterscrollen und gucken, ob ihm »Aktuelle Tasten« zugeordnet sind (Z.B. Datei Drucken mit »Strg+P« oder »Strg+Umschalt+F12«. Die dann dort auswählen und z. B. »Entfernen«.
   Wenn statt »Deutsch - Sonderlayout« immer wieder nur »Deutsch« als Tastatur kommt, siehe hier: »Rufen Sie die Systemsteuerung auf und wählen dort »Zeit, Sprache und Region« (das Applet „Sprache“) aus. Dort »Tastaturen und Eingabemethoden ändern« anklicken, dann Tastauren ändern, dann »Tastenkombinationen ändern« und alles totschalten (»Nicht zugewiesen«):
(In der linken Spalte des Fensters finden Sie „Erweiterte Einstellungen“. Die enthalten als zweiten Punkt „Außerkraftsetzung für Standardeingabemethode“. Standardmäßig gibt Windows „Sprachliste verwenden (empfohlen)“ vor. Sie können aber auch andere Methoden wählen, etwa die von Ihnen bevorzugte „Custom-Tastatur“.)«

   Links
· Microsoft Keyboard Layout Generator MSKLC hier.
· Microsoft-Forum (englisch) zum Thema.
· Mein Layout, installationsbereit www.Siebenfahr.com/deutschj.exe
· Anleitung und Muster von Rodney Re.hm hier bei SelfHTML.
· Anleitung von Andreas Goretzky hier. Neu ist, dass KSKLC tatsächlich unter Wndows 7 läuft, das aktuelle Programm warnt sogar: “Certain features may not be available when running on versions of Windows earlier than Windows Vista”.
· “German Keyboard” nach Microsoft: http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ms892159.aspx
· Michael S. Kaplan in seinem Blog zu seinem Programm KSKLC hier.
· “How to enter Unicode characters in Microsoft Windows”: http://www.fileformat.info/tip/microsoft/enter_unicode.htm

   Wie eine Tastatur funktioniert ...
... steht hier (und ganz fein hier). Wie beim Schifferlversenken werden dem Rechner bei jedem »Schuss« (Tastendruck) zwei Angaben gemacht, was sich Scancode nennt. So erzeugt beispielsweise Taste Nummer 40, das Ö, den Scancode 27. Im MSKLC auf Ö gehen, rechte Maustaste, Properties und dann Advanved View:
Mein Ö im Programm MSKLC
Man sieht hier die resultierenden Zeichen in Unicode. So lassen sich fast unendlich viele andere Zeichen eingeben. Dazu schreibt mir, vielen Dank, Andreas Goretzky: »Allerdings ist das ab XP schon so geregelt, dass deutsche Buchstaben, egal wie sie dargestellt werden, zum größten Teil in der Codepage 00 xx oder 01 xx liegen, russische auf 04 xx; das durchgestrichene O aus dem Altgriechischen liegt noch mal ganz woanders, ich glaube 07 xx. Wenn die Zeichen da nicht liegen, dann muss man die 2-Byte-Codes kennen, die jede Taste senden soll, damit der passende Unicode-Character zutagegefördert wird, und das geht meiner Kenntnis nach ausschließlich mit dem Zwei-Byte-Block bei e0 00-f8ff.« In Word fügt man Sonderzeichen über Einfügen, Symbol ein, den Kode sieht man unten rechts im Popup, etwa 00D8 für Ø und 00F8 für ø, oder wenn man das Zeichen im Text markiert und Altc eingibt. Geht auch rückwärts etwa von 00C8 (alle vier Zeichen markieren) mit AltC zu È. 
   Doch zurück zum Tastaturtreiberändern.

27    OEM_3        1    00f6    00d6    -1    00b9    0152        // LATIN SMALL LETTER O WITH DIAERESIS, LATIN CAPITAL LETTER O WITH DIAERESIS, , SUPERSCRIPT ONE, LATIN CAPITAL LIGATURE OE

In der von MSKLC erzeugten Datei .klc-Datei – hier ein Auszug – sieht man ganz links den SC, den Scancode (hier 27), der dann jeweils in einen VK, Virtual Key (virtuellen Schlüssel, virtuelle Taste, hier OEM_3), umgesetzt wird, standardmäßig so. Es folgen die Belegungen in den verschiedenen Zuständen wie normal, Shift, AltGr usw., wobei -1 für nicht belegt steht, Erkärungen siehe Anfang der .klc-Datei. Hinter den // dann die Ergebnisse in Langform, etwa latin capital letter O with diaeresis (Trema), also Ö.
   Die Zuordnung von Scancode auf Virtual Key lässt sich theoretisch verändern. Davor hab’ ich mich gehütet, zumal beim Arbeiten mit MSKLC der VK keine Bedeutung hat, außer dass man leichter weiß, mit welcher Taste man’s gerade zu tun hat.
   MSKLC zeigt dead keys, Tottasten oder »hängende« Tasten grau. Bei ihnen läuft der Cursor, der alte Wagen der Schreibmaschine, ausnahmsweise erstmal nicht weiter. So bekommt man ô mit der Taste ganz links oben und einem nachfolgenden o. Mit dem Ringerl geht das – beim alten Lindenthal-Treiber, den ich bis jetzt auf XP fahr – auch, etwa für ů. Leider ist das alles weg beim hier neu aufgebauten ... (Also in Parenthese: Will man nur Grad, °, angeben, dann muss man halt ein Leerzeichen nachsetzen und es hernach wieder löschen. °C, zwei Zeichen, gibt’s mit Tottaste °, leer, C, und dann korrekterweise die Leerstelle dazwischen löschen! Mit Tottaste ° und danach sofort c kommt č, c-Hatschek. Markwart Lindenthal hat sich gerade hier allerlei einfallen lassen, was nicht direkt mit ^ oder ° zu tun hat, wie ř durch Ringerl und r, also Shift^r, sichtbar dann mit MSKLC im aufpoppenden gelben Feld je Taste. Der Frakturfreund schreibt mir dazu: »Die Tottaste zeigt ja ›^/°‹ für normal und umgeschaltet entsprechend ›e/E‹. Und mit ›^‹-s erzeuge ich ſ, das lang-ſ, was Sie zutreffend als ›Krückstock-s‹ bezeichnen. Da auch ich die tschechischen Sonderzeichen nur selten brauche, habe ich sie in der Umschalt-Ebene der Tottaste untergebracht, also genaugenommen mit dem Umschaltzeichen ›°‹ zu holen: cč CČ dď DĎ ěĚ rř RŘ šŠ tť TŤ uů UŮ zž ZŽ – fehlt noch eines? Ich glaube nicht. Die ůŮ habe ich in und mit der ›tschechischen Familie‹ verhaftet, ich brauche es äußerst selten und sowieso nur in tschechischen (Orts-)Namen, da muss ich dann nicht nach der ›Griffigkeit‹ rätseln.« Auf AltGr´ (rechts oben, die Akzenttaste) hat er das noch kleinere Ringerl ˚.
   Ich meine, ob »tot« oder nicht, das lässt sich nicht nur je Taste, sondern auch je Lage wie Shift, AlrGr usw. ein- oder ausschalten. So ist diese Taste ^ ° normalerweise mit ° keine Tottaste, mit ^ schon.
   Doch genug von den Toten, von allen von den Hochgeschätzten, mit XP Verlassenen.
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*) i386 steht für 32-Bit-Rechenwerke von Intel, ia64 für »Itanium«-64-Bit-Rechner, und amd64 für AMDs 64-Bitter. Mehr dazu (englisch) hier. Wie man draufkommt auf »seine« Architektur hier, z. B. unter Windows mit cmd (»Dos-Ebene) und set processor_architecture:

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    Keine Tastatur in MSKLC zu sehen? Im Juni 2015 schreibt mir ein Leser:
» … in Win7×64 selbst funktioniert die Oberfläche leider nicht richtig und sieht leer aus, egal was man macht:

Feb. 2016: Lösung: Bildschirmauflösung auf 100% (oder 150%, nicht auf 125%) stellen, s. hier
   Weiter in der Fehlerbeschreibung: »Das innere Fenster ist und bleibt grau und tot (auch beim Klicken passiert nichts), der Rest funktioniert einwandfrei: ich kann eine beliebige Standard-Tastatur oder eine im XP-Modus editierte *.KLC-Datei laden und sogar ein Projekt daraus erstellen, die Warnungsliste konsultieren und werde am Schluss zum richtigen Ordner geleitet, nur sehe ich eben im grauen Bereich gar nichts von dieser Tastatur! Auch im Aero-Design nicht (das hilft beim MS Ressourcen-Monitor, dessen Fenster ohne Aero nur einen Snapshot des Desktops enthält). Und auch mit ADM-Rechten und/oder etlichen Kompatibilitätsoptionen ändert sich nichts.
   Natürlich nur einer unter unzähligen Microsoft Bugs, dazu über den XP-Modus leicht umgehbar. Ich wollte es nur mitteilen. Vielleicht hat irgend jemand einmal einen Tipp … «

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Thema Caps-Lock (Hochschaltsperre) und Num-Lock

Korrespondenz bitte direkt an Fritz@Joern.De. Viel Erfolg!
Direkter Link zu diesem Eintrag:
http://blogabissl.blogspot.com/2013/09/tastaturtreiber-andern-ab-windows-vista.html

PS. Fand ich interessant:
“Something MSKLC cannot touch is any special keys such as Enter, Shift, Control, Alt, Caps Lock, backspace and the Function keys, but the keys that can be edited can have multiple entries for the normal key press, Shift + key press, Ctrl+Alt+ key press and Ctrl+Alt+Shift+ key press. These can be shown on the main keyboard image by using the “Shift states” boxes on the left. Existing layouts can be loaded in and edited via File -> Load Existing Keyboard, and the new layout can be tested and validated before the package is built.” (Aus https://www.raymond.cc/blog/make-certain-keys-on-a-keyboard-to-act-like-other-keys/) 
   Auch die Tasten im Ziffernblock können mit MSKLC nicht geändert werden (etwa für das  – wer’s kann, bitte melden! (Ev.s.hier). 
   Auf eine Anfrage dazu im »Coleman-Forum« bekam ich diese Expertenantwort: “kbd.h allows you to change scancode to VK mappings, but not VK to character. And .klc parser does not seem to support remapping of those numpad keys (VK_MULTIPLY and VK_DIVIDE). You would have to save the layout as a .klc file, convert it into C source using kbdutool, make the desired changes to the C source, compile it (the complicated part, but there is a script for it) and finally replace the DLLs in the MSKLC-created installer with the ones you've compiled.”

26. September 2013

Finis Terræ

Seit wir meinen, unsere Erde sei rund, gibt’s eigentlich nirgends wo mehr ein Finis Terræ, ein End’ der Welt. 
   Doch, doch, berichtet aus »Bio«-Quelle (Astrobiology 13. 833–449, 2013) die Neue Zürcher Zeitung. Andrew Rushby von der University of East Anglia (das ist, wie der Name sagt, in England) fragt sich, ob die Erde noch eindreiviertel Milliarden Jahre lang bewohnbar bleiben wird. Earth Could Be Habitable for 1.75 Billion More Years?” Als vorsichtiger Wissenschaftler, der dieses »Ende der Welt« nicht persönlich wird verifizieren können, stellt er sich nur die Frage. In Wirklichkeit meint er’s auch so, höchstens gibt er ihr dreeinviertel Milliarden Jahre. Bewohnbar dann allerdings nur für Mikroorganismen, die an die Hitze angepasst sind. Alles Wasser ist verdampft.
Blau: die zuzeit bewohnbare Zone um die Sonne. Nasa.
   Die Hitze kommt dann übrigens nicht vom CO2-Ausstoß dieser Mikroben, ob sie nun mit oder ohne Merkels Elektromobilität unterwegs sind, sondern davon, dass einerseits die Erde immer träger wird, andererseits vor allem die Sonne immer dicker und heißer geworden ist und an uns heranrückt (mehr hier). 

   Und dabei meint die konservative »Welt«: »Die Erde erwärmt sich deutlich langsamer als gedacht.« Na, die haben Nerven!
   Rushby empfiehlt in Zukunft zum Mars auszuwandern. Logisch.

Die Erde entfernt sich momentan von der Sonne, größenordnungsmäßig 10m/Jhd:  
http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Einheit#Ver.C3.A4nderlichkeit_der_AE
• Die Sonne wird immer dicker: http://de.wikipedia.org/wiki/Sonne#Hauptreihenstern
Aus der Wikipedia
Link zu genau diesem Blog: http://blogabissl.blogspot.com/2013/09/finis-terr.html