5. November 2013

Licht am Abend, Licht der Welt

Cubo Luce Notte, traditionell schwarz,
von Cini & Nils
Seit dreißig, vierzig Jahren, sozusagen schon mehrere meiner Leben lang, nutze ich als Nacht­tisch­lampen rechts und links vom Doppel­bett zwei Cubi Luce Notte von Cini & Nils in Mailand. Das schlichte Design sagt mir zu, das einfache, ganz lautlose Ein- oder Aus­schalten, und das Licht, das man sich in jede Richtung schwenken kann.
   Viele Male habe ich die Lampen schon repariert, weil sie immer wieder einmal herunter­fallen, ausleiern oder sonstwie »ermüden«. Meine alte Webseite, www.Joern.De/CuboLuceNotte.htm, die das beschreibt, steht inzwischen bei Google auf Rang eins, sucht man nach »Cubo Luce Notte«. Dort steht auch mehr über die Designer, Franco Bettonica und Mario Melocchi.
   Heute etwas anderes. Beim Runterfallen geht oft die Birne kaputt, der Glühfaden reißt, eine neue Glühbirne (oder elektronische Lampe) muss her. Kurz vor dem Herbsturlaub war es wieder so weit: Rums, der Cubo war runtergeflogen, und schon leuchtete da nichts mehr. Dabei hatte ich doch extra eine teure runde, mattierte Lampe gekauft, die es nur mehr in einer Ausführung für Backöfen gibt. Brüssel verbietet ja matte Glühlampen, und zum Teil Glüh-Lampen überhaupt, weil sie viel Wärme abgeben.
   Nach dem Urlaub, ich hatte die kaputte Lampe schon wieder vergessen, blieb es immer noch dunkel auf meinem Nachttisch. Ärgerlich. Eigentlich traurig, wenn ich an meine Stimmung nach den schönen Tagen in Regensburg und Nürnberg denke, an Licht und Sonne, Tag und Strom, den breit fließenden in Regensburg und den still glänzenden in Nürnberg. Schöne Erlebnisse, und nun wieder was kaputt.
   Ich wollte aufstehen und an meine Lampenvorräte gehen, vielleicht findet sich ja eine passende Lampe. Also setze ich an, die Birne herauszuschrauben.
   Und da geht sie an. Sie war nur ein wenig locker geworden in der Fassung.
   Licht leuchtete wieder. Ich hab’s als ein gutes, glückliches Zeichen genommen. Licht am Abend.

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. (Mt 5, 14.15, nach der alten Übersetzung)

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