15. Mai 2008

Erst A. Lorenz gewidmet.

Innenleben und Reparatur von meinem digitalen

Funk-Klappwecker

Junghans MEGA travel

im
Laptop-Design

Gisela hatte mir das gute Stück vor vielen Jahren geschenkt, zu einem besseren Anlass, denn der Wecker war schon zu D-Mark-Zeiten teuer. Ich schätze ihn sehr. Carla spielte damit als ganz Kleine Laptop. Anderen ging es auch so. Wolf-Dieter Roth schrieb schon am 5. September 2005 bei Heise einen Nachruf. Fast wäre es bei mir auch so gekommen. Ich muss zugeben: Es war ein harter Schlag, der seine Anzeige erblinden ließ. Bei Druck auf den Bildschirm hat sie noch ein wenig geflackert. Dann war alles aus.

Die oberen beiden Bilder zeigen den frisch reparierten Wecker, geschlossen und aufgeklappt. Im großen Bild hier der ganz geöffnete Wecker, allerdings kaputt: Das Flachbandkabel zwischen Basis und Deckel ist entzwei. Die großen seitlichen »Befestigungsschrauben« aus dem Scharnier sind nicht mit abgebildet.

Man sieht: Die auf Knopfdruck hinterleuchtete Flüssigkristallanzeige (LCD-Anzeige), rechts oben im Bild, ist ein Stück Glas, das hinten unten über eine elastische rosa Leiste mit einer Kontaktreihe im Deckel verbunden ist. Das ist keine sichere, keine feste Verbindung. Tritt also nach einem Fall »Blindheit« auf, so versuche man, erst einmal nur den Deckel (Oberteil, Klappe) zu öffnen. Vielleicht reicht sogar nur Druck auf die Bildschirmunterkante? Öffnen geht durch vorsichtiges Aufsprengen entlang der Gehäusekante. Der Basisteil lässt sich übrigens genauso aufsprengen. Ich nahm Carlas schweizer Messer. Eventuell bleiben trotzdem ein paar Plastikhäkchen auf der Strecke – macht nichts. Klicken Sie auf das Bild, und sehen Sie sich’s genauer an. Durch Säubern der Kontakte und neues Ausrichten der Scheibe wird der Fehler meist einfach zu beheben sein.

Mein Fehler war, dass ich das nicht wusste. Ich öffnete erst einmal das Scharnier rechts und links des Batteriegehäuses. Rechts sitzt eine Schraube mit Stift, links ist darunter noch eine weiße Hülse als Plastikhemmung. Es sind einfache Drehverschlüsse. Mit einer Schere kann man die Deckel leicht die nötigen etwa dreißig Grad drehen und sie dann vorsichtig heraushebeln. Danach ist das Scharnier offen – und nur mehr das Flachkabel verbindet Boden mit Deckel! Wie von Flachkabeln in Scharnieren gewohnt, werden sie mit der Zeit spröde, brüchig, und reißen. So auch bei mir, siehe Bild.

Das Flachkabel hat zehn Leitungen. Die Kontakte in der Basis von oben nach unten entsprechen den Kontakten von unten nach oben im Deckel. Ich habe das Flachkabel dann durch zehn einzelne dünne Litzendrähte ersetzt. Litzen (Seile) sind flexibler als einzelne dicke Drähte. Dazu hat mir wie gewohnt der hilfreiche Herr Lorenz in der P+M-Elektronik in Bonn in der Budapester Straße geraten und mir ein Stück Kabel gleich mitgegeben – links im Bild. Das alte Flachkabel habe ich nicht ausgelötet, nur nachher gekürzt. Schön ist meine Löterei nicht geworden. Vor allem habe ich aus Bequemlichkeit und Angst die Kabel viel zu lang genommen. Dann wird’s hernach eng beim Zusammenbauen. Die Kabel im schmalen Deckel müssen später alle nach rechts schauen, weil links das Anzeigeglas sitzt. In der Basis, wo etwas mehr Platz ist, sollten die Kabel nicht so breit wie im Bild ausladen, sonst werden sie zwischen die Gehäuseteile eingeklemmt. Egal. Jetzt geht die Uhr wieder. Reparaturkosten: Zwei Euro freiwillig für das Kabel, Zeit, Spannung.

Irgendwo habe ich auch noch die Bedienungsanleitung (hier ein PDF-Auszug, links wie bei allen Bildern zum Vergrößern klicken). Sie dürfen mich auch weiter was fragen: Fritz@Joern.De.

PS: Das Löten hat auch so lang gedauert … Und nun ist Junghans nicht mehr.

Keine Kommentare: